Filmrezension: "Snow White and the Huntsman"

Charlie | Sonntag, 24. Juni 2012 |
Tadaa, hier kommt meine erste Filmrezi. Ich weiß noch gar nicht, wie ich sie schreiben soll, für Filme habe ich noch keine Bewertungskriterien entwickelt...
Es geht um "Snow White and the Huntsman", dessen Filmplakat ich aus urheberrechtlichen Gründen hier leider nicht veröffentlichen darf...´

Titel: Snow White and the Huntsman
Originaltitel: / (erübrigt sich, da der Titel nicht übersetzt wurde)
Genre: Fantasy
Produktionsland: USA
Kinostart: 31.05.2012
Altersfreigabe: ab 12
Länge: 127 min
Verleih: Universal Pictures
Darsteller: Kristen Stewart, Charlize Theron, Chris Hemsworth, u. A.
Regie: Rupert Sanders
Drehbuch: Evan Daugherty, John Lee Hancock, Hossein Amini
Produktion: Joe Roth, Sam Mercer, Palak Patel
                      Universal Pictures, Roth Films; FilmEngine

Quellen: http://www.fbw-filmbewertung.com/film/snow_white_the_huntsman, http://movies.universal-pictures-international-germany.de/snowwhiteandthehuntsman/


Inhalt


Zu Beginn wird die altbekannte Geschichte noch einmal - mit leichten Veränderungen - erzählt.
Eine Königin erblickt im tiefsten Winter eine Rose in voller Blüte und wünscht sich ein Kind mit Haut, weiß wie Schnee, Lippen, rot wie Blut und Haaren, schwarz, wie die Flügel eines Raben (eigentlich Ironie, wenn man bedenkt, dass der Rabe in diesem Film das Tier der bösen Königin ist), das die Stärke dieser Rose besitzt.
Man sieht die junge Snow White mit ihrem Kindheitsfreund William herumalbern und trauert mit ihr, als ihre Mutter stirbt.
Bald darauf taucht Ravenna (Charlize Theron), die böse Königin auf, und gewinnt mit ihrer Schönheit das Herz des Königs. Schon in ihrer Hochzeitsnacht tötet sie ihn. Als ihre Schreckensherrschaft beginnt, können einige, dem König treu ergebene, fliehen und Snow White wird von William getrennt.

Soviel zum "Prolog". Jahre später sieht Ravenna aufgrund ihrer Magie immer  noch blendend aus und Snow White (Kristen Stewart) ist seit langem in einem dunklen Turm eingesperrt. Als Ravenna schließlich erfährt, dass Snow White die einzige ist, die durch ihre Reinheit und Unschuld ihre dunkle Magie brechen könnte, will sie sie töten, doch Snow White entkommt und flieht in den dunklen Wald, in dem Ravenna keine Macht hat.
Der junge Huntsman (Chris Hemsworth), der sich im Wald auskennt, bekommt unter falschen Versprechen den Auftrag, die Prinzessin zurückzuholen...

Stimmung



Schnell wird klar, dass die vorherrschende Farbe in diesem Film schwarz ist. "Snow White and the Huntsman" ist alles in allem ziemlich düster und auch, wenn nicht viel Blut fließt, kann ich absolut verstehen, dass der Film nicht ab sechs ist (umso entsetzter war ich, dass einige Kinder im Kino waren, die nicht älter als sechs sein können...).
Wer auch die andere Schneewittchen-Verfilmung aus diesem Jahr gesehen hat, erkennt einen deutlichen Unterschied. War Spieglein, Spieglein noch recht witzig, so ist Snow White and the Huntsman wirklich sehr ernst und zaubert einem selten ein Lächeln ins Gesicht (was ich auch keinesfalls erwartet hätte).

Die Schauspieler und ihre Rollen



Das könnte allerdings auch an der lieben Snow White liegen, die (wie ich finde) nicht gerade ideal besetzt ist. Mit Kristen Stewart konnte ich bis jetzt sowieso noch nicht viel anfangen, aber als Schneewittchen passt sie irgendwie gar nicht. Der einzige Gesichtsausdruck, den sie überzeugend drauf hat, ist der eines Kaninchens vor der Schlange - weit aufgerissene Augen und ein zu einem entsetzten Schrei geöffneter Mund. Mitunter schafft sie es auch noch, traurig oder wütend zu gucken, aber ein richtiges Lächeln habe ich bei ihr während der ganzen 127 Minuten kaum gesehen, selbst, wenn es mal Anlass dazu gab.

Die anderen Darsteller machen ihre Sache jedoch recht gut. Chris Hemsworth spielt den jungen, verwitweten Jäger, der noch immer um seine Frau trauert, super. Besonders in den Kampfszenen konnten mich seine Kraft und seine scheinbar schon so lange unterdrückte Wut überzeugen, doch auch in den ruhigeren Szenen spielt er nicht schlecht. Besonders toll hat er den mistrauischen Blick drauf, mit dem er Snow White anguckt, als er sie gerade erst kennengelernt hat.

Mit Abstand am besten gefallen hat mit jedoch Charlize Theron als böse Königin. Ich muss gestehen, dass ich bis jetzt noch keinen Film mit ihr gesehen habe, aber sie hat mich von der ersten Sekunde an überzeugt. Egal, ob sie gerade jungen Frauen die Schönheit aussaugt, sich vor Schmerz zuckend auf dem Boden windet, jemanden anschreit oder kämpft: Ihre Mimik ist einfach perfekt und sie ist wunderschön. Eigentlich finde ich sie sogar schöner als Kristen Stewart, was nur wieder zeigt, dass Snow White eine Fehlbesetzung ist.
Obwohl sie natürlich eine kalte und herzlose Person spielt, erkennt man doch auch eine menschliche Seite an Ravenna, was sie noch authentischer wirken lässt.

Leider kam Ravennas Vergangenheit (und somit auch der Grund für ihre Bösartigkeit) meiner Meinung nach viel zu kurz. Ein bisschen was erzählt sie dem König, bevor sie ihn umbringt und es gibt noch einen kurzen Rückblick in ihre Kindheit, doch das war's dann auch schon. Auch am Ende des Films war mir noch nicht ganz klar, warum sie jetzt eigentlich so böse ist und woher ihr Hass auf Männer kommt.

Effekte



Die Effekte des Films sind recht gut, auch wenn ich schon bessere gesehen habe. Der dunkle Wald könnte einem als Zuschauer glatt Angst machen - es ist schon unheimlich, wie sich Zweige und Äste wie Hände bewegen, aus dem Boden Dampf quillt (das hat mich ein wenig an Der Knabe im Moor erinnert) und eine steinerne Brücke sich in einen furchteinflößenden Troll verwandelt.
Oft gab es Szenen, in denen ich genau wusste, dass gleich der große Knall kommt, und mich trotzdem erschreckt habe.
Trotzdem gibt es etwas zu bemängeln. Ich finde, an den wichtigen Stellen ist irgendwie zu wenig Blut geflossen. Ich halte es einfach nicht für realistisch, dass nur ein, zwie Tropfen Blut fließen, wenn jemand einen Dolch ins Herz bekommt.

Überhaupt hat der Film naürlich einige logische Fehler, die ich immer "Actionfilm-Logik" nenne. In einem spannenden Film muss ja nicht immer alles komplett logisch sein, aber es ist schon ein bisschen auffällig, wenn Snow White (die seit Jahren in einem Turm eingesperrt war) plötzlich superschnell rennen und gut kämpfen kann oder wenn genau dann, wenn sie es braucht, zufällig ein Pferd dasteht, mit dem sie fliehen kann. Darüber konnte ich aber noch hinwegsehen...

 

Love Story



Lobend zu erwähnen ist die Liebesgeschichte, die in Snow White and the Huntsma" nicht halb so dominant ist, wie ich erwartet hätte.
Einmal gibt es da natürlich den einsamen Huntsman, den Snow White an seine verstorbene Frau erinnert. Auf der anderen Seite wäre da noch William, der (kaum dass er erfährt, dass Snow White noch lebt) sofort wieder an ihrer Seite ist. William wird übrigens von Sam Claflin gespielt, der durch seine Rolle als Missionar in Pirates of the Caribbean – Fremde Gezeiten bekannt wurde.
Beide Typen starten im Laufe des Films Annäherungsversuche und Snow White ist hin und hergerissen, doch die Liebesgeschichte findet wirklich nur am Rande statt.

 

Ende (Achtung kleine Spoiler!!!)

 

Mit dem Ende bin ich nicht ganz so zufrieden. Es ging mir irgendwie alles zu schnell und war sehr vorhersehbar. Natürlich ahnt man schon von Anfang an, dass Snow White die böse Königin töten wird, aber nicht einmal das wie war originell gelöst.
Außerdem wären ja theoretisch auch nach dem Tod der Königin, noch nicht alle ihrer Männer tot, oder?
Auch wie die Frage, für wen Snow White sich schließlich entscheidet, gelöst wird, finde ich klasse. Auch wenn ihr vielleicht denkt, ihr wisst schon, wie es ausgeht: Lasst euch überraschen!
Das kämpferische Ende mag nicht sonderlich einfallsreich sein, doch was die Liebesgeschichte angeht, nimmt der Film nicht jedes Klischee mit.

Fazit

Snow White and the Huntsman ist eine halbwegs originelle und recht spannende Schneewittchen-Interpretation, die vor allem durch die tollen Darsteller Charlize Theron und Chris Hemsworth besticht. Auch die Effekte des recht düsteren Films sind nicht zu verachten. Die zarte Liebesgeschichte zwischen Snow White und ihren beiden gutaussehenden Kampfgefährten ist nicht so aufdringlich, wie man es von solche Filme gewohnt ist und wirkt gerade dadurch authentisch.
Leider konnte ich mit Kristen Stewart in der Hauptrolle nicht viel anfangen und das Ende war mir insgesamt zu überstürzt und zu vorhersehbar. Aufgrund dessen sowie ein paar weiterer Logikfehler gebe ich dem Film nur 3 1/2 Sterne.

Trotz dieser recht kritischen Rezension hat es mir Spaß gemacht den Film zu schauen und ich würde ihn weiterempfehlen - allerdings eher, wenn er später im TV kommt, denn der Kino-Preis ist dafür vielleicht doch etwas hoch.

 



Weiter Infos zum Film findet ihr hier und hier.

Kommentare:

  1. Danke das du bei meiner Umfrage mitgemacht hast^^ naja ich suche zwar einen deutschen Namen (am besten einen deutschen da es ja in Deutschland spielt XD) aber Cedric gibt es auch in Deutschland als namen =D ist zwar kein typischer deutscher Name sondern zählt soweit ich weis zu den englischen Namen aber wir werden ja modern und geben unserern Kindern heutzutage auch öfters englische Vornamen^^ Meiner ist auch Englisch^^ Daher ist es nicht schlimm wenn du für beide Namen stimmst^^

    Pünktchenstrich

    lg Sandy

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  2. ...haben auch überlegt, in den Film zu gehen...so richtig bin ich noch nicht überzeugt...auf jeden Fall schöne Entscheidungshilfe!

    LG


    Kay

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  3. ...versuche jetzt schon zum x-ten Mal, zu kommentieren. Aber Deine Sicherheitsabfrage verhindert das immer...:-( schalt die mal ab. Dann kommentieren auch mehr Leute. Du beschreibst nämlich wirklich gut. Und wir folgen Dir ja auch :-)

    LG

    Kay

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    1. ;-) Okay, bringt ja sowieso nichts, diese Sicherheitsabfrage... Danke, dass du's immer wieder versucht hast ;))

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  4. Sehr schönen Blog hast du und tolle Filmrezension. Ich habe auch schon überlegt, ob ich in den Film reingehen soll, aber ich glaube da warte ich doch lieber, bis er auf DVD rauskommt.

    LG Mona :)

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  5. Den Film habe ich mit der selben Freundin geglückt wie bei "Merida". :-)
    Ich mochte den Film, ich fand ihn irgendwie besser als gedacht. :-)
    LG, Marianne

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Charlie