Rezension: "Ich würde dich so gerne küssen" von Patrycja Spychalski

Charlie | Sonntag, 8. Juli 2012 |

Überraschend authentisch - Die ungewöhnliche Liebesgeschichte von Frieda und Jeffer
                                        




© cbt

Titel: Ich würde dich so gerne küssen
Autorin: Patrycja Spychalski
Verlag: cbt
Genre: Jugendbuch, Liebesroman
Erscheinungsdatum: 13.02.2012
Seitenzahl: 272
ISBN: 978-3-570-30780-9
Format: Taschenbuch
Preis: 7,99 €
Leseprobe








An ihrem 17. Geburtstag lernt Frieda, eine graue Maus, die immer im Schatten ihrer besten Freundin Maja steht, Jeffer kennen. Jeffer ist cool, beliebt, sieht super aus und Frieda ist von der ersten Minute an fasziniert von ihm. Als ihre Eltern für drei Wochen in den Urlaub fahren, wirft sie alle Bedenken über Bord und zieht bei Jeffer ein. Die beiden quatschen viel, hören Musik und gehen auf Parties, doch eine Frage lässt Frieda nicht mehr los. Was empfindet sie wirklich für Jeffer? Und fühlt er das selbe?

Die Rezensionen zu "Ich würde dich so gerne küssen" sind ja sehr unterschiedlich und reichen von langweilig bis superschön, weshalb ich etwas skeptisch war, als ich begann, dieses Buch zu lesen. Und nach der Lektüre muss ich sagen: Ich kann die unterschiedlichen Bewertungen nachvollziehen, denn das Buch ist sicher nicht für jeden geeignet.

Erzählt wird die Geschichte aus der Ich-Perspektive, also aus Friedas Sicht, sodass man sie gut kennenlernt. Ihre Gefühle sind recht anschaulich beschrieben, und ich konnte sie fast immer nachvollziehen.
Frieda ist eine tolle Hauptperson mit Ecken und Kanten. Meistens ist sie sehr schüchtern, doch wenn es darauf ankommt, kann sie auch selbstbewusst sein. Toll finde ich auch, dass sie Jeffer nicht sofort verfällt und ihn anhimmelt, sondern sehr vorsichtig ist, was das Eingehen von Beziehungen angeht. Auf der anderen Seite ist sie auch wieder das "typische" Mädchen, da sie auf "Bad Boys" zu stehen scheint.
Insgesamt wirkt Frieda sehr authentisch, was ich bei einer Hauptperson sehr wichtig finde.

Von Jeffer war ich nicht ganz so begeistert. Er war mir zu sprunghaft und seine Stimmung hat zu schnell gewechselt. Meistens konnte ich seine Gefühle nicht nachvollziehen. An sich ist es ja nicht schlimm, wenn ich eine Person nicht sofort durchschaue, aber Jeffer habe ich auch gegen Ende des Buches nicht verstanden.
Meine Gefühle für ihn wechselten ständign zwischen Sympathie, Verständnislosigkeit und Genervt-sein, was mir den Lesespaß doch ein wenig verdorben hat.
Aber immerhin ist Jeffer nicht so ein langweiliger Klischee-Traumtyp der total perfekt ist und dem Mädchen ewige Liebe schwört (und das dann auch noch hält!).

Die anderen Charaktere - hauptsächlich Jeffers Freunde - sind ebenfalls sehr gelungen, wenn auch nicht so ausführlich behandelt wie Frieda und Jeffer,

Die Handlung hat mir sehr gefallen, weil sie authentisch ist und den Lesern nicht vorspielt, Liebe wäre einfach oder würde immer gut ausgehen.
Mit Frieda, dem eigentlich eher braven Mädchen, dass auf Partys meist nur ihrer besten Freundin Maja hinterherdackelt, und Jeffer, der den Mädels reihenweise die Herzen bricht, treffen zwei verschiedene Welten aufeinander und ich fand es einfach klasse, wie die beiden sich kennengelernt haben und sich langsam nähergekommen sind.

Jeffer lädt Frieda spontan zu sich nach Hause ein und Frieda, die nicht uncool sein will, lässt sich schließlich überreden.Da ich sowohl Typen wie Jeffer als auch Mädchen wie Frieda kenne, konnte ich mir gut vorstellen, dass das alles so passieren könnte. Und das ist doch wirklich mal etwas anderes. Eine ungewöhnliche Liebesgeschichte, wie ich schon sagte.

  Mal ist Jeffer zutraulich, kuschelt mit Frieda und möchte sie sogar küssen, mal wirkt er wieder abweisend und bemüht geheimnisvoll. Sie wird von Zweifeln geplagt. Was will er von ihr? Ist sie nur eine von vielen oder ist er wirklich in sie verliebt?
Frieda ist verwirrt und gerade diese Gefühle kommen super rüber.
Am Ende wurde leider alles etwas schnell und Friedas Gedanken überschlugen sich beinahe, sodass ich nicht mehr alles nachvollziehen konnte, was sie tat.
Überhaupt war es etwas seltsam, das die Geschichte auf den 230 Seiten davor eher langsam und entspannt war und am Ende dann so gehetzt wirkte. Das hat die Stimmung irgendwie zerstört., wobei ich mir nicht sicher bin, ob ich mir nicht auch für den Rest des Buches etwas mehr Action gewünscht hätte.

Inhaltlich ist das Ende aber einwandfrei und passt gut zur Geschichte.
Ich möchte an dieser Stelle nicht zu viel verraten, aber es ist wie das ganze Buch: Authentisch und so, dass man sich vorstellen kann, dass es wirklich passieren könnte.

Fazit: "Ich würde dich so gerne küssen" ist eine ungewöhnliche und sehr authentische Liebesgeschichte, von der man sich vorstellen kann, dass sie so wirklich passieren könnte. Während mir Frieda und die meisten Nebenfiguren recht gut beschrieben sind, konnte ich mir Jeffer leider nicht viel anfangen. Auch war mir die ganze Geschichte etwas zu langsam, ich hatte öfters das Gefühl, die beiden sollten jetzt endlich mal irgendwas tun - sich anschreien, weinen, rumknutschten, irgendwas, damit es spannender wird. Deshalb gibt es 3 1/2 Sterne von mir, doch für alle, die mal eine ungewöhnliche und realistisch wirkende Liebesgeschichte lesen wollen, ist das Buch sehr zu empfehlen.

Tipp: Die beiden Hauptcharaktere haben mich des öfteren an Em und Dex aus "Zwei an einem Tag" erinnert. Wer also eine ähnliche, ein bisschen "erwachsenere" Liebesgeschichte (mit, wie ich finde, besseren Charakteren) lesen möchte, sollte zu diesem Buch greifen.

Kommentare:

  1. Ja :D das ist ja mal ein witziger Zufall ((:
    Ich schreib das Buch gleich mal auf meine WuLi. Als ebook für den Urlaub eignet es sich bestimmt ganz gut (:

    Ganz liebe Grüße (:
    Hast du dir eig schon überlegt ob du Vertreterin werden möchtest ? (:

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  2. Das Buch will ich auch noch lesen, zwar bestätigt deine Rezension meine "Ängste" aber es sind einfach so viele so begeistert von dem Buch. :)

    Liebe Grüße
    Svenja

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