Rezension: "Hüter des Uhrwerks: Wegstein" von Ingrid Pointecker

Charlie | Montag, 6. August 2012 |

Spannende Zukunftsvision mit "altmodischem" Touch


©Mondwolf

Titel: Hüter des Uhrwerks - Wegstein
Autorin: Ingrid Pointecker
Verlag: Mondwolf
Genre: (High) Fantasy
Reihe: Ja, Band eins
Erscheinungsdatum: 01.05.2012 (?)
Seitenzahl: 272
ISBN: 978-3-9503002-4-6
Format: Taschenbuch
Preis: 14,96 €
Leseprobe









Dritter Monat im Jahr 162 nach dem ersten Ticken (Jahr 2181 nach unser Zeitrechnung): Kaum jemand weiß mehr etwas von der Zeit vor dem ersten Ticken, doch alle sieben Jahre offenbart das große Uhrwerk den zwölf Meisterhütern auf den großen Bardos-Versammlungen einen Teil des Wissens aus dem "davor". Die Aufgabe der Meisterhüter ist es, die wichtigsten und nützlichsten Informationen auszuwählen und dem Volk mitzuteilen.
In diesem Jahr erwartet der Meisterhüter Darmandres seine neue Schülerin Saya, eine junge Hüterin aus dem Norden, zur Bardos-Versammlung. Er ahnt noch nicht, dass sich im Schatten des Waldes eine Verschwörung zusammenbraut, die für viele Beiteligte tödlich enden könnte...

"Wegstein", der erste Band der "Hüter des Uhrwerks" - Saga ist der beste Beweis dafür, dass ich mich wirklich öfter bei den kleinen Verlagen umsehen sollte. Wäre dieses Buch nicht auf Lovelybooks verlost worde, hätte ich es vermutlich nicht gelesen und wirklich was verpasst.

Von dem Cover war ich erstmal nicht so begeistert. Ich finde es ehrlich gesagt ziemlich hässlich und es erinnert mich eher an High Fantasys à la "Herr der Ringe", die nicht so mein Fall sind. Mein Interesse wurde geweckt, als ich las, dass die Geschichte in der Zukunft spielt...

Die Idee ist außergewöhnlich und hebt sich von den vielen neu erschienenden Dystopien, die in einem hochmodernen Zeitalter spielen ab. In "Hüter des Uhrwerks" leben die Menschen wieder ähnlich wie im Mittelalter und wissen kaum etwas von der Vergangenheit, unserer Zeit. Nur die Meisterhüter bekommen alle sieben Jahre wichtige Informationen und müssen dann entscheiden, welche sie an das Volk weitergeben. Eine sehr wichtige Entscheidung, denn sie müssen immer darüber nachdenken, ob neue Erfindungen nicht auch für Böses eingesetzt werden können.

Ansonsten erinnert das Buch auch mehr an High Fantasies. Die Hüter, von denen immer nur zwölf zu Meisterhüter erwählt werden, haben besondere Fähigkeiten und werden von den meisten Leuten geachtet. Doch es gibt auch Gebiete, in denen Kinder, die das Mal der Hüter tragen, brutal ermordet werden. Aus dieser Situation entwickelt sich Coro, ein sehr interessanter Charakter, der in der Inhaltsangabe gar nicht erwähnt wurde. Coro wird fast ermordet, da er das Zeichen der Hüter auf seiner Stirn trägt und stellt sozusagen das Gegenstück zu Saya, der gehorsamen Schülerin dar, da er noch nicht weiß, was er von den Hütern halten soll.

Auch die anderen Charaktere sind sehr gut gelungen. Mit wenigen Sätzen gelingt es der Autorin, die verschiedenen Persönlichkeiten darzustellen, wobei sie noch genug Freiraum für Fantasie und neugierige Fragen lässt, vor allem, was die Vergangenheit der Personen angeht.
Leider sind einige der Charaktere manchmal etwas zu schwarz-weiß dargestellt und es ist zu deutlich, was sie als nächstes tun werden.

Die Geschichte ist spannende und kurzweilig geschrieben. Man taucht schon auf den ersten Seiten in die neue Welt ein und hat das Buch leider viel zu schnell ausgelesen.
 Bei genauem Lesen fällt jedoch auf, dass insbesondere die Szenen, in denen es für die Helden brenzlig wird, etwas schnell abgehandelt werden, so als wollte die Autorin unmissverständlich klarmachen, welche Partei gewinnen wird. In manchen Kämpfen wird das Böse erst als Übermacht dargestellt, um dann schnell vernichtet zu werden, in anderen Situationen gewinnt das Böse ohne auf die erwartete Verteidigung zu stoßen.

Auf den ca. 250 Seiten entsteht ein komplexes Netzwerk von Ereignissen, Personen und Orten, für das die Vergangenheit eine wichtige Rolle spielt, und das der Leser auch am Ende des Buches noch nicht ganz durchdrungen hat.
Das Ende ist zwar passend, lässt aber noch viele Fragen offen und macht Lust auf den zweiten Teil.

Für das nächste Buch würde ich mir wünschen, dass die Tatsache, dass die Geschichte in der Zukunft spielt, wichtiger wird. Bis jetzt war eigentlich nur wichtig, dass die Hüter mehr wissen, als alle anderen. Mich würde interessieren, warum unsere Welt, wie sie jetzt ist, nicht mehr existiert und warum das Uhrwerk nur alle sieben Jahre so wichtige Informationen weitergibt.
In diesem Zusammenhang würde ich mir auch mehr Informationen in Bezug auf die Welt, in der das Buch spielt, wünschen. Mehr Informationen zum aktuellen Wissenstand und Lebenstandart der Menschen, sowie zur aktuellen geographischen (event. eine Karte) und politischen Lage wären toll.

Fazit: Ein wirklich tolles Debüt, mit einer gelungenen Genre-Mischung, viel Spannung, interessanten Charakteren und einer tollen Idee. Leider ist das Buch nur sehr kurz und mir fehlen noch einige Informationen zum Schauplatz (unserer Welt in der Zukunft) und der Vergangenheit. Auch wäre es schön, wenn die Kämpfe zwischen „Gut“ und „Böse“ etwas weniger eindeutig wären, damit die Spannung größer wird. Deshalb vergebe ich nur 4 Sterne, warte aber gespannt auf den nächsten Teil, da „Hüter des Uhrwerks – Wegstein“ auf jeden Fall ein sehr empfehlenswertes Buch für alle Fantasy-Fans und für alle, die genug von den Zukunftsvisionen voller moderner Technik haben, ist;))

Kommentare:

  1. Sehr schöne Rezi! :)
    Ganz liebe Grüße von...MIR! HAHA :D

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  2. Klingt interessant, dabei hätte mich das Cover so überhaupt nicht angesprochen. Da geht es mir wohl wie Dir, auch wenn ich "Herr der Ringe" total gern mag.
    "Lust auf den zweiten Teil" schreckt mich allerdings dann doch ab. Ich bin inzwischen so angenervt von den vielen Trilogien. Man kommt immer so in Zugzwang und braucht unter Umständen Jahre bis man mal eine Geschichte fertig gelesen hat. Bis der zweite Teil erscheint, habe ich manches Mal schon Details aus dem ersten vergessen. Einmal wusste ich sogar nicht mehr, wie der erste endete. *seufz*

    Grüße von der Tintenelfe

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    1. Ja, du hast vollkommen recht. Diese Trilogien gehen mir auch auf den Keks. Man fühlt sich teilweise zum Kauf des nächsten Teils verpflichtet und ich habe irgendwie das Gefühl, dass es eine größere Kunst ist, eine Geschichte in EINEM Band zu schreiben...

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  3. Danke dass du so schnell geantwortet hast. Macht ja nichts...
    Dann frage ich mal woanders :)
    Und wie läuft das so bei Lovelybooks?
    Muss man da richtige Personalien angeben oder ist das wie beim Bloggen?
    Und wie hast du das Rezensionsexemplar da bekommen... ;)

    LG <3

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    1. Also bei Lovelybooks (www.lovelybooks.de, falls du es noch nicht weißt :D) gibt es sogenannte "Leserunden" zu Büchern, meistens zu Neuerscheinungen. Da gibt es dann in der Regel Leseexemplare zu gewinnen (um sich zu bewerben muss man meistens nur eine einfache Frage beanworten) und man liest das Buch gemeinsam und tauscht sich darüber aus. Es kann jeder mitmachen, der bei LB angemeldet ist (dafür brauchst du nur Nicknamen und E-Mailadresse angeben)
      Manchmal werden auch nur Bücher verlost.

      Deinen Namen und deine Adresse musst du, wenn du gewinnst, natürlich dem LB-Team mitteilen (manchmal auch dem Autor oder dem Verlag, jenachdem, wer die Leserunde organisiert), aber deine Daten werden natürlich nicht an dritte weitergegeben, blablabla (steht alles in den AGBs und so).
      Das haben sogar MEINE Eltern erlaubt und die sind sonst etwas strenger, was meine Daten im Internet angeht :D

      Und ich hab mich halt einfach bei der Leserunde beworben :D
      Du kannst ja mal vorbeischauen ^^

      LG

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