Rezension: "Die Dämonenfängerin - Aller Anfang ist Hölle" von Jana Oliver

Charlie | Donnerstag, 6. September 2012 |


Trotz schwierigen Starts eine positive Überraschung – „Die Dämonenfängerin“ von Jana Oliver


© FJB


Titel: Die Dämonenfängerin - Aller Anfang ist Hölle
Originaltitel: The Damon Trapper's Daughter
Autorin: Jana Oliver
Verlag: FJB
Genre: Jugendbuch, Urban Fantasy
Reihe: Ja, Trilogie (?) - Band 1
Erscheinungsdatum: 09.09.2011 (?)
Format: Gebungen mit Schutzumschlag
Leseprobe
Buchtrailer





Atlanta, 2018: Die Stadt leidet nicht nur unter der Wirtschaftskrise, sondern auch unter einer furchtbaren Dämonenplage. Die Diener Luzifers besetzen Häuser und lauern in Straßen, um den Menschen das Leben schwer zu machen.
Sie einzufangen ist die Aufgabe der Dämonenfänger, zu denen auch Riley Vater Paul Blackthorne gehört. Als er auf einer seiner Jagden tödlich verwundet wird, ist seine Tochter plötzlich auf sich allein gestellt. Doch die Wesen der Hölle lassen ihr keine Zeit zum Trauern: Warum wissen plötzlich sogar niedere Dämonen ihren Namen? Warum scheinen sie alle zusammenzuarbeiten? Und wieso funktioniert das Weihwasser in letzter Zeit nicht mehr so, wie es sollte?
Riley muss handeln, aber ist sie wirklich schon bereit, in die Fußstapfen ihres Vaters zu treten?




Coververgleich  

Zu diesem Buch möchte ich erstmals einen Coververgleich anstellen, und zwar zwischen dem Cover der Hardcover-Ausgabe und dem der Taschenbuchausgabe, das wie folgt aussieht:

 So weit ich das verstanden habe, werden die Cover der folgenden Bände nun alle so aussehen, was ich sehr schade finde.
Mir persönlich gefällt das Cover der gebundenen Ausgabe nämlich deutlich besser.
Dadurch dass der Hintergrund hauptsächlich weiß ist, kommt das Mädchen (vermutlich Riley) darauf viel besser zur Geltung.
Der Hingergrund des Taschebuch-Covers dagegen lenkt total von Riley ab und zieht die Aufmerksamkeit eher auf die Stadt im Hintergrund (die ja nun wirklich toll aussieht, aber nicht unbedingt auf das Cover passt).

 Auffällig ist auch die Größen der Titel im Vergleich zu einander. In diesem Punkt bevorzuge ich das Cover der Taschenbuchausgabe, da dort der Titel dieses speziellen Bandes größer geschrieben ist und nicht so viel Wert auf den Reihentitel gelegt wird, wie beim Hardcover-Cover (:D).
Das macht meiner Meinung nach einfach mehr Sinn.

Und was meint ihr? Welches Cover gefällt euch besser?
Ich bin gespannt auf eure Meinung.


Meine Meinung zum Buch


„Die Dämonenfängerin“ und ich hatten einen schlechten Start.
Auf den ersten 50 bis 100 Seiten hat mir das Buch wirklich gar nicht gefallen. Ich war von der Idee nicht begeistert, die Charaktere haben mich genervt und den Schreibstil fand ich grausam.
Je länger ich aber gelesen habe, desto mehr konnte das Buch mich begeistern.




Die Idee


Die Idee – und das ist mir bei Büchern ja immer sehr wichtig – ist schon mal ziemlich originell.
Ein bisschen erinnert sie mich an eine Mischung aus Cornelia Funkes „Gespensterjäger“ und Jonathans Strouds „Bartimäus“.
Auch in „Die Dämonenfängerin“ werden die Dämonen in verschiedene Ränge und Arten aufgeteilt und es gibt jeweils verschiedene Möglichkeiten, sie zu besiegen. Die Viecher haben relativ einfache Namen, sodass man sich gleichzeitig gut merken kann, was ihre bevorzugten Tätigkeiten sind (Bsp: Pyro-Dämon = Feuer-Dämon).
Zudem hat Jana Oliver in ihrem Roman zwar keine neue Welt, dafür aber ein ganz neues System (Weihwasserproduktion, Verkauf der Dämonen, Ausbildung der Lehrlinge, …) geschaffen, das zu entdecken und verstehen, großen Spaß macht.
Auf jeden Fall hat sie sich bei der Entwicklung ihrer Idee große Mühe gegeben.



Die Charaktere

Die Charaktere haben mir für einen Jugendroman erstaunlich gut gefallen.
(Das soll jetzt nicht abwertend klingen, aber ich habe bereits öfters die Erfahrung gemacht, dass die Charaktere aus Jugendbüchern nicht gerade vielschichtig sind).
In Riley konnte ich mich die meiste Zeit gut hineinversetzen. Obwohl ich vermutlich nie so mutig wäre, konnte ich ihren Schmerz und ihren Wunsch, Dämonenfängerin zu sein, gut verstehen. Auch ihre Gefühle für Beck, den ehemaligen Lehrling und mittlerweile Partner ihres Vaters, konnte ich nachvollziehen, obwohl sie mich mit ihrem fast schon übertriebenen verletzten Stolz anfangs furchtbar genervt hat.
Auch Beck (aus dessen Perspektive die Geschichte ab und zu erzählt wird) war ein sehr interessanter Charakter. Natürlich konnte man sich denken, dass er gar nicht so tough ist, wie er immer tut, aber so eine Art Junge ist mir immer noch lieber, als der Typ „Geheimnisvoller, perfekter Junge“.

Besonders gut gefallen hat mir die Dreiecksbeziehung. Ich war schon sehr überrascht, als auf einmal Simon auftauchte und Riley Gefühle für ihn entwickelte, wo ich doch eigentlich vermutet hatte, sie würde sich in Beck verlieben.
Allerdings ist das kein Problem für mich! – Im Gegenteil. Ich finde es toll, von einem Buch überrascht zu werden und mag Simon sehr gerne, da auch er nicht der typische Buchcharakter ist.
Vielleicht denkt ihr jetzt: „Och nee, nicht schon wieder eine Dreiecksbeziehung!“, aber diese hier ist anders.
Es ist (glücklicherweise) nicht so, dass Riley die ganze Zeit über hin- und hergerissen ist und die Liebesgeschichte die eigentliche Handlung verdrängt. Denn Riley selbst weiß gar nicht, dass es überhaupt eine Dreiecksbeziehung gibt…

Es gab allerdings auch Personen, denen ich nicht so viel abgewinnen konnte. Meister Harper, der typische brummige Griesgram, dem bestimmt irgendwann mal etwas furchtbar trauriges zugestoßen ist, gehört dazu, aber auch Brandy, die viel zu durchschaubare Zicke aus Riley Schule, und Ori, der mir einfach eine Spur zu geheimnisvoll ist, sind nicht so mein Fall.                                                                     



Der Schreibstil

Was mich aber wirklich gestört hat, war der Schreibstil (Was in Anbetracht der Tatsache, dass P.C. und Kristin Cast die Autorin beraten haben, nicht sehr verwunderlich ist).
Nicht nur, dass die wörtliche Rede in einer Umgangssprache ist, mit der ich absolut nichts anfangen kann (Ständig sagen die Personen „Yeah“ statt Ja oder benutzen das Wort „Schlampe“.) - Die erzählenden Sätze sind ebenfalls voller vulgärer Ausdrücke wie „Scheiße“ und „Pisse“. Wenn die Figuren so reden, ist das eine Sache (vielleicht passt es ja auch zu ihrem sozialen Stand), doch es muss nun wirklich nicht das ganze Buch so geschrieben sein.
Auch sonst war der Schreibstil irgendwie nicht so mein Fall. Ich weiß nicht genau, was mich gestört hat, aber ich bin immer wieder über Formulierungen gestolpert, die ich gerne verbessert hätte, da sie einfach nicht schön klangen.

Trotz dieses gewaltigen Makels bei der Erzählweise angeht, versteht Jana Oliver es, einen Spannungsbogen aufzubauen. Während man zum Anfang des Buches hin noch die Welt der Dämonenfänger und die Charaktere kennenlernt, wird es zum Ende hin immer spannender und auf den letzten 100 Seiten konnte ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen.
Das Ende ist, für den ersten Teil einer Reihe, sehr gut gelungen. Es ist nicht komplett offen, macht aber durchaus Lust auf den zweiten Teil, den ich unbedingt lesen möchte.

Fazit Trotz einiger Ecken und Kanten (vor allem was den Schreibstil betrifft ) konnte „Die Dämonenfängerin“ mich durch eine interessante Idee, die spannende, abwechslungsreiche Handlung sowie die tollen Charaktere und ihre Beziehungen positiv überraschen.
Man merkt, dass der Roman Jana Olivers Debut ist und vor allem an ihrem Schreibstil sollte sie meiner Meinung nach noch arbeiten – ich vergebe jedoch trotzdem 4 Sterne und gebe eine  Leseempfehlung.

(Edit: Habe mein Fazit ein bisschen geändert. Sooo gut war das Buch jetzt auch wieder nicht, aber kennt ihr das nicht auch, wenn ihr in eine Art Rausch seid und ein Buch total toll findet und später dann denkt: Naja, sooo gut war es nun auch wieder nicht...)

Tipp Allen, die sich für Dämonen und Ihresgleichen interessieren, kann ich die „Bartimäus“-Reihe von Jonathan Stroud nur empfehlen. Zwar ist sie nicht ganz so Jugendbuch-typisch wie „Die Dämonenfängerin“ und es kommt auch keine so romantische Liebesgeschichte vor, doch dafür ist sie umso humorvoller und spanneder.

Kommentare:

  1. Schöne Rezi, das Buch möchte ich auch unbedingt noch mal lesen.
    Das mit den Covern finde ich ein bisschen blöd geregelt. Der erste Teil war schon mit dem Cover erschienen und dann gab es einen Wettbewerb, wo man sich als Covergirl bewerben konnte. Es wäre besser gewesen, wenn man das vorher geklärt hätte, denn die Folgebände passen jetzt nicht mehr zum ersten Teil. Wenn die anderen Bände alle so aussehen, werde ich sie mir wahrscheinlich als Taschenbuch kaufen, weil ich sie einfach passend im Regal stehen haben möchte.
    Sooo - Genug Gelaber. Alles Liebe :)

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    1. Jaa, wenn ich die mir kaufen würde, würde ich sie vermutlich auch einheitlich haben wollen...

      Aber allgemein finde ich das andere Cover schöner ;)

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  2. Tolle Rezension :) Habe das Buch auch schon lange auf meinem Wunschzettel!
    Mir gefällt das Cover der Taschenbuchausgabe deutlich besser, ich bin halt ein Cover-Junkie und würde das Taschenbuch so direkt im Buchladen einpacken. :D

    LG
    Micha

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    1. Dankeschön :)
      Also ich kaufe nie nach Cover. Reinlesen ist Pflicht :D

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  3. Ahaha, ich finde deinen Tipp unten total toll! Ich liebe Bartimäus <3! :D Bin schon die ganze Zeit am Überlegen ob ich die Reihe auf meine 'Favourites'Seite stellen soll, mal sehen.. Ich wusste gar nicht dass du die Bücher kennst, wie fandest du die? :)
    Bin mir nicht sicher ob ich mir das Buch holen soll.. Aber wahrscheinlich von einer Freundin ausleihen. Ich weiß nämlich nicht wirklich ob das Buch mein Fall ist, besonders weil die beiden Casts Frau Oliver 'unter die Arme gegriffen' zu haben scheinen o_o Ist ja schrecklich.. Im ersten Teil von HoN fand ich das ja noch ganz witzig aber mittlerweile stimmt mich das so wie ein Eimer kaltes Wasser am Morgen über den Kopf geschüttet zu bekommen..

    Alles Liebe!

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    1. Hii ;),

      also ich hab nur den ersten gelesen (wir haben aber alle) und den fand ich klasse :D Bartimäus hat einfach einen genialen Humor!

      Jaa, dass die beiden Casts Jana Oliver geholfen haben, hat mich auch schockiert und lässt das Buch doch gleich in einem schlechteren Licht erscheinen, was? :D
      Aber zum Glück hat sie nicht auch den Hang der Casts zu "dramatischen" Liebesbeziehungen mit 3 Typen gleichzeitig übernommen...

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  4. Okay, mit 4,5 Punkten hätte ich jetzt ehrlich gesagt nicht gerechnet - mich stört so ein Schreibstil ja extrem :D Ich hab das Buch auch noch zuhause rumlungern, aber irgendwie habe ich Angst, weil die Rezension von Damaris damals so schlecht war.
    Aber einer guten Idee kann ich ja immer etwas abgewinnen, also sollte ich es vielleicht mal wagen...Schöne Rezension!

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    1. Um ehrlich zu sein waren die 4,5 auch eher eine Art Überreaktion, weil es dann am Ende relativ spannend wurde.
      Außerdem versuche ich, meine Rezis auch immer im Vergleich zu den anderen Büchern, die ich rezensiert habe, zu sehen und ich habe schon Bpüchern 4 Sterne geben, die ich schlechter finde, zum Beispiel, weil die Charaktere eine Spur langweiliger waren...
      Aber wenn meine Begeisterung verflogen ist, werde ich die Bewertung sicher nach unten korrigieren :D

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  5. Schöne Rezi ! :) Ich habe es auch gelesen, aber es hat mir leider nicht ganz so gut gefallen ;)

    Ui Danke ! :) Das lässt das Bloggerherz höher schlagen ;) Deiner ist auch echt cool ! Mir gefällt das Zitat richtig gut !
    ENDLICH jemand, der mich versteht ! :D:D
    Ernsthaft, das denke ich auch immer ! Wenn ich die Typen aus meinem Jahrgang sehe und dann mit Gideon vergleiche... NEIN ! :D:D

    Liebste Grüße Alina ♥

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    1. Ja *seufz*, warum können nicht alle Typen wie Gideon sein :D?

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  6. Ich find das weiße Cover auch viel schöner und ihr verletzter Stolz hat mich auch oft aufgeregt :D Und beim Schreibstil kann ich dir nur zustimmen. Was in Anbetracht der Tatsache, dass P.C. und Kristin Cast die Autorin beraten haben, nicht sehr verwunderlich ist *lachflash* Du bist echt Hammer, aber genau so ist es xD
    LG Maggi

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    1. Haha, tja xD Ich bin nun mal kein Fan von den Casts xD

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  7. Ich finde es doof,wie es mit den Covern geregelt ist.Wenn man das erste Band als Hardcover hat und die weiteren Bände auch,passt das nicht so ganz ins Regal und wenn man das 1 Band als Taschenbuch hat und die restlichen als Hardcover ist es auch doof.

    LG May

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    1. Ja, ich find's auch schade :(
      Man könnte natürlich warten, bis auch die anderen Teile im Taschenbuch raus sind und hoffen, dass die dann das gleiche Cover haben wie der erste im Taschenbuch.
      Aber ich mag das Cover vom ersten in Hardcover am liebsten!

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  8. Auch ich finde das erste Cover deutlich besser. Außerdem stelle ich mir die Figuren während des Lesens im Kopf vor, und finde es deshalb blöd wenn auf dem Cover praktisch schon die Hauptperson abgebildet ist. Das ist genauso wie wenn es eine Verfilmung zu einem Buch gibt, und man sich erstmal den Trailer anguckt und dann das Buch liest.

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    1. Genau das ist auch mein Problem mit diesen nervigen Mädchengesichtern auf den Covern. Vor allem, wenn sie nicht mal so aussehen wie die Protagonistin und man die ganze Zeit ein falsches Bild vor Augen hat :/

      Buchverfilmungen sind ja sowieso so eine Sache...
      Die zerstören einfach total das Kopfkino :/

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  9. Mein Gott- war ich lange nicht hier *schäm* Sorry :((
    Aber jetzt bin ich immerhin mal wieder zu Besuch :D
    Schöne Rezi! Meins sind ja Dömonen nicht so, aber gerade die "Bartimäus"- Reihe klingt trotzdem sehr spannend, wer weiß, vielleicht landet sie ja doch noch in meinem Regal :D

    Liebe Grüße
    Fina

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    1. Huch, ein Kommi unter einem so alten Post ^^
      Ich hatte bei dir auch einiges nachzuholen :S
      Hab dich mit Kommentaren vollgespammt ^^
      Bartimäus ist wirklich klasse, aber die Reihe hier ist auch ganz gut :)

      LG
      Charlie

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  10. Mir hat das Buch echt gut gefallen, aber der Schreibstil war stellenweise wirklich sehr... gewöhnungsbedürftig. Aber wie du selbst sagst, bei Mitwirken der Casts kein Wunder.

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  11. Hallo Charlie,

    das Buch ist schon seit längerem auf meiner Wunschliste. Thematisch hört es sich eigentlich ganz gut an. "Bartimäus" kenne ich, habe ich aber noch nicht gelesen. Dafür kann ich aber mit der Umgangssprache á la P.C. Cast etwas anfangen. Das ist wohl sehr gewöhnungsbedürftig.

    Lieben Gruß
    Steffi

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    1. Hi Steffi,
      ich war sehr überrascht, dass ich zu so einer alten Rezension noch einen Kommentar bekommen habe.
      Wenn du mit der Umgangssprache etwas anfangen kannst, dann dürfte das ja kein Negativargument für dich sein und dir wird das Buch bestimmt gefallen :).

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    2. Huhu,

      ich stöbere gern auf Blogs und lese mir dann besonders auch mal alte Rezensionen durch, zu denen ich einen Bezug habe. :)

      LG Steffi

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