Rezension: "Die 5 Leben der Daisy West" von Cat Patrick

Charlie | Dienstag, 23. Oktober 2012 |
Tolle Idee, aber leider noch zu unausgereift


© Bastei Lübbe
Originaltitel: Revived
Autorin: Cat Patrick
Verlag: Boje bei Bastei Lübbe
Genre: Jugendbuch, Science Fiction
Reihe: Nein (?)
Erscheinungsdatum: 20.07.2012
Format: Hardcover
Seitenzahl: 304
Leseprobe
Buchtrailer





Inhalt

Die 15-jährige Daisy hatte alles andere als ein normales Leben. Mit 5 Jahren starben sie und 20 andere Kinder bei einem Busunfall, doch die meisten von ihnen wurden mit einem Medikament namens Revive ins Leben zurückgeholt und sind nun Teil eines strenggeheimen Regierungsprojekts.
In Folge dessen muss Daisy jedes Mal, wenn sie gestorben ist, ihre Identität und den Wohnort wechseln.
Nach einem erneuten Tod verschlägt es sie und ihre "Familie" nach Omaha, wo sie in der fröhlichen Audrey zum ersten Mal eine richtige Freundin findet. Als sie sich dann noch in Audreys Bruder Matt verliebt, scheint alles perfekt, doch dann überstürzen sich die Ereignisse, die einen Schatten auf Daisys Glück werfen.
Mit Audrey scheint etwas nicht zu stimmen und plötzlich kommen Daisy Zweifel an Revive. Doch sie weiß: Wenn sie ihre Nase in fremde Angelegenheiten steckt, könnte ihr nächster Tod ihr letzter sein.




Cover

Das Cover finde ich persönlich wunderschön. Die Blautöne gehen alle toll ineinander über und der Titel sowie die Biene mit dem Honig (die für's Buch eine wichtige Bedeutung hat) heben sich super davon ab. Das Mädchen auf dem Cover, vermutlich Daisy, wirkt seltsam entrückt, was auch sehr passend ist. Vielleicht stirbt sie gerade?

Meinung

Seit ich von "Die 5 Leben der Daisy West" gelesen hatte, wollte ich dieses Buch unbedingt in den Händen halten, weil mich das Thema brennend interessierte. Die Idee mit Revive finde ich wirklich klasse und sie scheint mir auch relativ gut durchdacht.
Leider kann man das von dem Rest des Buches nicht behaupten.

Ich kann nicht sagen, dass "Die 5 Leben der Daisy West" ein totaler Flop ist, aber enttäuscht hat es mich schon. Vor allem von der Handlung hätte ich mehr erwartet.
Die Tatasache dass es um ein streng geheimes Regierungsprojekt, Agenten und das Spiel mit dem Tod geht, verspricht einen gut aufgebauten Spannungsbogen und ein rasantes Ende, doch das war leider kaum vorhanden.

Nachdem der Leser in Daisys Welt und das Revive-Projekt eingeweiht ist, plätschert die Handlung so vor sich hin und es geht um Freundschaft, Liebe und alle möglichen Themen, die einen normalen Teenager so beschäftigen.
Nach knapp 2 Dritteln des Buches gibt es dann einen Wendepunkt und es geht endlich wieder um Revive und den klugen Kopf dahinter, genannt "Gott".
Das erschien mir irgendwie unpassend. Die Autorin hätte sich meiner Meinung nach entscheiden sollen, ob sie sich nun auf den Aspekt mit Audrey oder auf den Teil mit Gott konzentrieren möchte. So wirkt das Buch nämlich auseinandergerissen und keinder der beiden Hauptpunkte wurde ausreichend behandelt..

Da die Handlung sich im Mittelteil etwas zieht, wird auch keine wirkliche Spannung aufgebaut. Das versucht Cat Patrick gegen Ende hin offenbar nachzuholen, doch das wirkt dann eher gekünstelt und war doch recht vorhersehbar.

Ein weiterer Kritikpunkt an der Handlung ist, dass sie oft grobe Logikfehler entält. Beispielsweise erzählt Daisy sehr oft, wie geheim das Projekt ist und wie vorsichtig sie und die beiden Agenten, die sich als ihre Eltern ausgeben, doch sein müssen und trotzdem verhalten sich die Figuren sehr unvorsichtig. Sie reden auf offener Straße oder am Telefon von dem Projekt und Daisy erzählt ihren neuen Freunden sogar von ihrem Blog, den sie auch nach ihren Toden weiterschreibt, ohne daran zu denken, dass Audrey und Matt so darauf kommen könnten, dass sie noch lebt, falls sie ein weiteres Mal sterben und Omaha verlassen sollte.
Aus all diesen Unvorsichtigkeiten ergibt sich nie ein Problem und die Probleme, die auftauchen, werden oft viel zu leicht gelöst, zum Beispiel durch einen Anruf bei einem Computerspezialisten, der mal eben ein Flugzeug notlanden oder sich in geheime Regierungsakten hacken kann.
Solche Patzer stören meinen Lesefluss und mein Logik-Empfinden extrem.

Auch die Charaktere konnten mich nicht wirklich überzeugen,
Daisy empfand ich als sehr stereotyp. Ihre Handlungen waren oftmals sehr vorhersehbar und unüberlegt und ich konnte auch nach 300 Seiten keine weiteren Charakterzüge ausmachen, die sie mir sympathisch gemacht hätten.
Besonders in ihrer Beziehung zu Matt verhält Daisy sich so furchtbar klischeehaft, dass ich schon überlegt habe, ein paar Seiten zu überspringen, da mir sämtliche Handlungen bekannt vorkamen.

Auch Matt empfand ich als eher langweilig und Cassie, Daisys Pflegemutter und Agentin, sollte wohl geheimnisvoll und undurchschaubar wirken, kam mir aber einfach nur seltsam, unsympathisch und nervig vor.
Über weitere Nebenfiguren wie Audrey und Megan erfährt man einfach zu wenig, als dass sie einem sympathisch sein könnten.
Einzig und allein Mason, Daisy Pflegevater und Agent, konnte ich etwas abgewinnen. Sein Verhalten war größtenteils nachvollziehbar, er hatte seine Ecken, Kanten und Geheimnisse und war, obwohl er nicht Daisy richtiger Vater war, stets besorgt um sie, was ihn irgendwie menschlich wirken lässt.

Ebenso wie die Charaktere konnte mich also auch die Liebesgeschichte kaum berühren. Dieser Eindruck wird noch dadurch verstärkt, dass die Gespräche, die Daisy als emotional, fröhlich, traurig oder romantisch beschreibt, auf mich einfach nur belanglos gewirkt haben. Mich konnten die geschilderten Gefühle einfach nicht berühren, da der Schreibstil zu belanglos und durchschnittlich ist.

Das Ende konnte mich ebenfalls nicht zufriedenstellen. Während des Buches hatte ich die ganze Zeit das Gefühl, dass (wenn auch ohne richtigen Spannungsbogen) auf etwas hingearbeitet wurde, eine Art großen Knall. Dieser trat dann auch ein, wurde aber sofort mit einigen banalen Erklärungen beiseite gewischt und alles wurde viel zu leicht aufgelöst. Für mich blieben noch zu viele Fragen offen.

Fazit

"Die 5 Leben der Daisy West" hat mich vor allem durch die tolle Idee neugierig gemacht. Leider sollte das auch fast der einzige positive Punkt bleiben, denn weder der durchschnittliche Schreibstil, noch die klischeehaften Charaktere oder die seltsam auseinandergerissen wirkende, mit Logikfehlern durchzogene Handlung konnten mich für dieses Buch einnehmen. Als letzter positiver Punkt bleibt zu sagen, dass das Buch sich leicht liest und nicht ganz so schlimm ist, wie es sich in meiner Rezension anhört, weshalb es auch noch 2,5 Sterne von mir bekommt.

Kommentare:

  1. Ach menno. bei diesem Buch weiß ich einfach nicht, ob ich es lesen will oder nicht.

    Die Bücherblogger sind sich da aber auch nicht einig :D
    Mal kriegt es 5 von 5 Punkte und dann wieder 1-2 von 5 :D

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    1. Das ist mir auch schon aufgefallen. Von 5 bis 1 Stern(e) ist echt alles dabei.

      (Gerade bei solchen Bewertungen reizt es mich immer, das Buch auch zu lesen und mir eine eigene Meinung zu bilden ;).
      Wenn ein Buch nur gut bewertet wird, habe ich Angst enttäuscht zu werden und wenn es nur schlecht bewertet wird, habe ich irgendwie keine Lust darauf.)

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  2. Hach ja, stereotyper als diese Figuren geht kaum noch, meiner Meinung nach :D Und diese Beziehung zu Matt ist einfach nur lächerlich, ich habe keine Ahnung, was andere daran so "romantisch" fanden O.o
    Ich kann dir nur zustimmen, ich fand auch die beiden unterschiedlichen Stränge - Audrey & Gott - sehr unpassend, was das Ganze arg künstlich hat wirken lassen.
    Schöne Rezension, auch wenn ich das Werk noch ein bisschen schlechter fand ;)

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    1. Romantisch? Wohl eher vorhersehbar und gekünstelt!

      Hihi, ja, das hab ich mitbekommen, aber 1 Stern hebe ich mir dann für die absoluten Katastrophen auf. Es kann bestimmt noch schlechter werden ^^

      Danke!

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  3. Hm, das hört sich echt interessant an... Gut, dass ich erst deine Rezi gelesen habe :) Vielleicht werde ich es mir günstig gebraucht kaufen oder ausleihen^^ Danke :)

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    1. Das würde ich dir jedenfalls empfehlen ;), aber vielleicht findest du das Buch ja auch besser als ich ^^

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  4. Hey Charlie!

    Zuerst mal dachte ich "Hö, was für Bienen?", dann ist mir eingefallen, dass ich das Buch selbst hier rumstehen hab und da hab ich's dann endlich gesehen :D (Falls du weißt, was ich meine o.o)

    Sehr tolle Rezi, aber war ja auch nicht anders zu erwarten :)
    Ich bin schon gespannt was ich von dem Buch halte! (Und wann ich endlich die Lust habe, es zu lesen ...)

    OH, und ich hab einen Tag für dich, falls du mitmachen willst!

    Alles Liebe♥♥

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    1. Haha ^^

      Bin auch mal gespannt auf deine Rezi, wir sind ja so oft einer Meinung :P

      Jap, der Tag ist schon in Arbeit, Fina hatte mich auch gefragt, ob ich mitmachen will, aber mir fällt keine zehnte Sache ein :SS ^^
      Aber ich guck' mir mal deinen Post dazu an ;)

      LG ♥

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  5. Das ist ja schade, dass es dir so schlecht gefallen hat. Ich war auch echt heiß auf das Buch, aber das, was du da beschreibst, klingt echt fürchterlich. Mal schauen, ob mir das Buch nun anschaffe, aber jetzt will ich mir eigentlich eine eigene Meinung bilden... Na ja, auf jeden Fall eine sehr interessante Rezension :-)

    Liebe Grüße
    Elle

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    1. Mir ging es genauso. Ich wollte das Buch unbedingt lesen und habe dann eine richtig negative Rezi gelesen.
      Ich habe mir aber trotzdem eine eigene Meinung gebildet (und das Buch auch nicht ganz soooo negativ bewertet, nämlich einen halben Punkt besser) und es gibt ja auch durchaus Leser, die 5 Sterne vergeben haben. Also probier' es ruhig aus ;)

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  6. Ach wie schade...die Idee vom Buch finde ich auch total spannend und deswegen ist es auf meiner WuLi gelandet...
    Dass es nun so abstinkt, finde ich echt schade...lesen möchte ich es trotzdem nohc, um mir ein eigenens Bild zu machen, aber ob ich es mir dafür kaufen soll weiß ich nicht...
    Vielleicht hat meine Bücherei es ja bald im Sortiment.

    Viele Grüße
    Miriam

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    1. Ist wahrscheinlich eine gute Idee, dir eine eigene Meinung bilden. Es gibt durchaus aus Leute, die dem Buch 5 Sterne gegeben haben und die Idee ist ja wirklich klasse.

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  7. Auf das Buch habe ich mich eigentlich total gefreut und es steht auch schon länger auf meiner Wunschliste, aber ich habe schon vo einigen anderen gehört, dass es nicht ganz so toll sein soll und wenn du das jetzt auch findest, überlege ich es mir noch einmal :)

    LG, Fina

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    1. Naja, man kann es durchaus lesen, es liest sich sogar recht angenehm, aber ich rege mich einfach zu sehr über Logikfehler und die Charaktere auf.
      Da gibt es für mich schon bessere Bücher ;)

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  8. Sehr schade, das klingt eigentlich sehr spannend und nach viel Stoff zum Nachdenken...

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    1. Das dachte ich auch, aber leider kann man die Story nicht gerade tiefgründig nennen :(

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