[Buchrezension] "Young Sherlock Holmes" von Andrew Lane

Charlie | Dienstag, 15. Januar 2013 |

Jeder war mal jung - auch der berühmteste Detektiv aller Zeiten!

© Fischer Verlage


Originaltitel: "Young Sherlock Holmes - Death Cloud"
Autor: Andrew Lane
Verlag: Fischer Taschenbuch
Genre: Krimi, Jugendbuch
Reihe: Ja, "Young Sherlock Holmes" - Band 1
Erscheinungsdatum: 21.02.2012 (?)
Format: Taschenbuch
Seitenzahl: 416 






Inhalt

Der 14 - jährige Sherlock ist nicht gerade begeistert, dass er die Ferien bei seinem Onkel und seiner Tante in dem kleinen Städtchen Farnham verbringen soll. Viel lieber würde er bei seinem Bruder Mycroft in London leben!
Doch als plötzlich Menschen unter mysteriösen Umständen sterben, ist Sherlocks Neugier geweckt. Zusammen mit seinem neuen Freund, dem Straßenjungen Matty, seinem Tutor, dem geheimnisvollen Amyus Crowe, und dessen hübscher Tochter Virginia setzt er alles daran, das Geheimnis zu lüften.


Meinung

Jeder kennt ihn, den berühmten, erfolgreichen und ebenso geheimnisvollen Detektiv, den Arthur Conan Doyle vor mehrals 100 Jahren geschaffen hat. Sherlock Holmes ist undurchschaubar, exzentrisch und hat eine sensationelle Kombinationsgabe, mit der er die kniffligsten Fälle löst. Auch Jahre nach Doyles Tod hat die Faszination für seine berühmteste Romanfigur nicht nachgelassen. Filme wurden gedreht, Versuche gemacht, Holmes' Abenteuer weiterzuschreiben, doch eine Frage blieb unbeantwortet: Wie wurde Sherlock zu dem, der er in Doyles Geschichten bereits war? Wie war er als Kind, als Jugendlicher?
Andrew Lane versucht dieses Geheimnis zu lüften.

Um ehrlich zu sein war ich sehr skeptisch, was dieses Buch angeht. Meiner Meinung nach ist Sherlock Holmes eine überaus faszinierende Persönlichkeit, der der Zauber genommen werden könnte, würde man das Geheimnis seiner Jugend lüften. In der Tat ist es schwer, sich den jugendlichen Sherlock, den Lane gezeichnet hat, als den späteren, genialen Detektiv vorzustellen, doch betrachtet man Lanes Werk als eigentständig, so ist es durchaus nicht schlecht gelungen.

Das erste was dem Leser auffält ist der wunderschöne, detailierte Schreibstil, mit dem Andrew Lane gekonnt Sherlock Holmes' Welt des 19. Jahrhunderts beschreibt. Begibt sich der Leser mit dem jungen Sherlock auf einen Spaziergang über den Markt, so fühlt er sich regelrecht, als wäre er selbst dort. Man kann praktisch die Geräusche und Gefühle wahrnemen, die Lane beschreibt, rümpft gemeinsam mit Sherlock die Nase über den Gestank der Themse und empfindet ebenso wie der junge Protagonist Bewunderung, Angst, Neugier und Wut.
In rasanten Kampfszenen wird der Stil jedoch recht schnell zum Manko, da er manchmal als Spannungskiller wirkt, ein andernmal beim besten Willen nicht darstellen kann, was der Leser vor seinem inneren Auge sehen soll und zu sehen versucht.

Die Charaktere sind ausbaufähig, aber angemessen für ein Buch wie dieses. Der junge Sherlock ist ein Held, mit dem sich vor allem die männlichen, jugendlichen Leser dieses Romans gut identifizieren können werden: Mutig, stark und klug versucht er hinter das Geheimnis des Barons zu kommen und nebenbei noch die hübsche Virginia zu beschützen und zu beeindrucken, wobei die zart angedeutete Liebesgeschichte keineswegs so präsent ist, dass sie unromantisch veranlagte Leser stören könnte. Natürlich könnte man anmerken, dass Sherlock das ein oder andere Mal ruhig ein wenig mehr Angst oder allgemein Schwäche zeigen könnte, doch ich würde behaupten, dass diese Kritikpunkt die meisten Leser der Zielgruppe nicht stören wird.

Wie für ein Buch dieser Art typisch, hat der junge Held einen weisen Lehrmeister zur Seite: Amyus Crowe bleibt das ganze Buch über geheimnisvoll, wie es sich für einen Mentor gehört, auch wenn mich gerade dieser Aspekt ein wenig genervt hat, da ich eine Vorliebe für menschliche Charaktere mit Ecken und Kanten habe.
Auch für die Mädchen unter den Lesern ist jemand dabei: Die toughe und selbstbewusste Virginia, die durch ihre mutige Art Sherlocks Bewunderung gewinnt. Auch sie zeigt nicht besonders viele Eigenschaften, die sie menschlich und verletzlich scheinen lassen, doch wie gesagt: Die meisten Leser werden damit leben können.

Die Handlung ist im wesentlichen gut durchdacht, mit einer überaus interessanten Idee, weist gegen Ende hin jedoch einige Ungereimtheiten auf. Das Problem war meiner Meinung nach ein wenig zu schnell gelöst.
Zudem mach die Spannungskurve des Romans seltsame Schlenker, mal steigt sie an, wenn Sherlock mal wieder entführt wird, mal sinkt sie wieder ab. Das machte es manchmal etwas anstregend, sich aufzuraffen, das Buch bis zum Ende zu lesen und nicht zu den letzten Seiten vorzublättern. Die vielen spannenden Kampfszenen machen dies jedoch meist wieder wett.


Fazit

Mit dem Sherlock Holmes den wir kennen, hat dieser Roman zwar nicht viel zu tun, betrachtet man ihn jedoch als eigenständiges Werk, so kann er durchaus mit einem tollen Schreibstil, einer interessanten Idee und einer abenteuerlichen Handlung punkten. In Sachen Charaktere gibt es zwar einiges zu bemängeln, weshalb ich auch nur 4 Sterne vergebe, jedoch kann ich dieses Buch allen jungen Abenteurern und angehenden Detektiven ab 12 Jahren empfehlen!

Kommentare:

  1. Die Rezi ist echt gut, aber ich werde das Buch wohl nicht so schnell lesen, denn ich bin nicht so der Krimifan und so...
    Achja und ich bin ein Groupie... es ist traurig! Ja und das TShirt versteht keiner, aber es ist lustig, weil so verbreitet man das Buch. Und es kennen schon recht viele, aber halt auch nur die, die nicht nur die Bücher lesen kurz vor ihrer Verfilmung und auch etwas tiefgründigeres lesen...
    Freut mich auch, dass ich dir ein Zitat liefern konnte und muhahaha ich habe dich neidisch gemacht... wie ich bereits sagte, der Titel ist Programm ^^
    Liebe Grüße
    Christine

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    1. Danke ;)
      Ich eigentlich auch nicht, ich hab das Buch für meinen Buchclub gelesen und es ist gar nicht mal so schlecht.

      Ja, du hast es echt geschafft, mich neidisch zu machen ^^ Fies!
      Vielleicht bestell' ich mir auch mal so ein T-Shirt :P

      LG

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  2. Ich bin ja ein echter Sherlock-Holmes-Fan, so ungefähr seit ich 12 war. Das Buch hier liegt auch noch auf meinem SUB, ich freu mich eigentlich drauf, erwarte aber auch keinen Sir Arthus Conan Doyle. ;-)

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    1. Oh ja, er ist schon eine faszinierende Persönlichkeit ;)
      Kennst Du auch die Filme?

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  3. Hach, ich mag das Cover ja irgendwie total und da ich ein Fan von Sherlock Holmes bin, wollte ich das Buch schon immer mal lesen - aber ich hab ja so viel -.- Es klingt auf jeden Fall echt interessant, auch wenn ich so perfekte Charaktere, wie du Sherlock hier ja mehr oder weniger beschreibst, eigentlich nicht so gut leiden kann...
    Nun, vielleicht fällt es mir ja mal in die Hände ;) Schöne Rezension jedenfalls!

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    1. Ja, so geht's mir auch immer. Man hat leider nicht die Zeit, alles zu lesen, was toll klingt :(
      Interessant ist es schon irgendwie, es steckt auf jeden Fall eine coole Idee dahinter! Und ich denke, es ist eher so für 12-jährige Jungs, die sich in der Mehrheit nicht dafür interessieren, ob die Charaktere zu perfekt sind. Und wenn man es dann eher als Kinderbuch betrachtet, kann man darüber hinwegsehen ;)

      Danke ;)

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  4. Hii (:
    Wow, diene Rezension ist echt hilfreich und total gut!! Ich wollte schon immer mal dieses Buch lesen, bin aber leider nie dazu gekommen :/
    Achja, dankeschöön für deine Kommentare auf meinem Blog^^
    gvlg mari-etta

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    1. Dankeschön ;)
      Ist doch kein Problem, immerhin folge ich dir ^^

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  5. Ich hatte in den Herbstferien das Buch angefangen zu lesen. Ich konnte dieses Buch einfach nicht lesen. Ich hatte in 50 Seiten gelesen und dann aufgegeben. :-) Noch habe ich es nicht noch mal versucht, aber mal sehen. :D
    Du hast bei dem ersten Absatz beim letzten Satz mit Doyle ein l vergessen. Wollte ich nur mal so sagen.
    LG, Marianne

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    1. War es denn so schlimm?
      Naja, mit manchen Büchern geht es einem irgendwie so, mir zum Beispiel mit "Eragon". Da kann man nichts machen, aber zum Glück gibt es ja noch viele andere tolle Bücher!
      Oh, danke, das kommt davon, wenn man zu schnell tippt. Hab's gleich mal geändert ;).

      LG

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    2. Ich hatte wahrscheinlich zu der Zeit wéinfach nicht so viel Lust auf das Buch. Ich werde es aber noch einmal versuchen und hoffe das ich dann mehr Lust dazu habe.
      Ich vertippe mich auch manchmal. :)
      LG

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    3. Mir geht es auch oft so, dass ich auf ein Buch einfach keine Lust habe und wenn ich es dann noch mal lese, finde ich es super :D

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    4. Ich hoffe, das es mir beim nächsten mal besser gefällt. Wäre doch ganz schön. :-)
      LG, Marianne

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