Filmrezension: "Jesus liebt mich"

Charlie | Dienstag, 8. Januar 2013 |


Das Ende ist nah! – Und es wird verdammt romantisch…



Genre: romantische Komödie
Altersfreigabe: ab 12
Länge: 100 min
Kinostart:   20.12.2012
Darsteller: Jessica Schwarz, Florian David Fitz, Henry Hübchen, Hannelore Elsner, Peter Prager, u. A.
Regie: Florian David Fitz
Drehbuch: Florian David Fitz
Produtkion: UFA Cinema, ZDF


Quellen: http://wwws.warnerbros.de/jesusliebtmich/index.html, http://de.wikipedia.org/wiki/Jesus_liebt_mich

Inhalt


Der Tag wird kommen; der Tag des Jüngsten Gerichts, der Tag, an dem der Herr über die Menschen richten wird. Die Guten kommen in den Himmel, die Schlechten werden für immer in der Hölle schmoren.
Von Gottes unglaublich attraktivem  Sohn hat niemand etwas gesagt, doch genau dem begegnet die chaotische Marie (zum brüllen Komisch: Jessica Schwarz) am Tag nach ihrer geplatzten Hochzeit. Und als wäre ihr Leben mit ihrem Vater (Peter Prager) und seiner 38 Jahre jüngeren Freundin (Palina Rojinski), ihrer Mutter (Hannelore Elsner), die einst die Familie verließ, um sich selbst zu finden und ihrer letzten, verkorksten Beziehung nicht schon kompliziert genug, verliebt sie sich Hals über Kopf in den sympathischen Jeshua (zum Anbeißen, wie immer ;): Florian David Fitz).
Doch schon bald findet sie heraus, mit wem sie es wirklich zu tun hat: Gottes Sohn höchstpersönlich ist auf der Erde, und zwar aus einem bestimmten Grund: Er will wissen, ob die Menschen auf die nahende Apokalypse vorbereitet sind, denn die ist bereits nächsten Dienstag!


 Meinung



Bereits als ich den Trailer gesehen habe, war mir klar, dass man die perfekte Besetzung für eine Verfilmung von „Jesus liebt mich“ gefunden hat.
Jessica Schwarz verkörpert die chaotische Marie perfekt und schon nach der ersten Viertelstunde war ich begeistert, wie toll das Buch umgesetzt wurde. Marie tritt einfach in jedes Fettnäpfen, spricht aus, was sie gerade denkt und ist ein so wunderbares Beispiel dafür, dass kein Mensch perfekt ist, dass die verständlicherweise sehr geschockt ist, als sie erfährt, dass sie sich in Jesus persönlich verliebt hat (allein diese Filmszene ist den Kinobesuch wert). Dabei ist Jessica Schwarz wirklich keine verrückte Szene zu peinlich und sie spielt sowohl humorvolle, als auch traurige Szenen sehr überzeugend.

Auch Florian David Fitz ist wie geschaffen für seine Rolle, den Jesus (und er sieht selbst mit langen Haaren umwerfend aus). Ob er nun obdachlosen die Füße wäscht, sich von Maries Ex-Verlobten verprügeln lässt oder ganz entspannt auf dem Wasser spaziert: den entspannten, liebevollen und gütigen Gesichtsausdruck, mit dem man sich den Sohn Gottes vorstellt, hat er jedenfalls drauf. In gewisser Weise ist er das Gegenstück zu der ausgeflippten Marie, ein Ruhepol, der das zwischendurch herrschende Chaos wieder ausgleicht.
Einen besseren Jesus hätte man wohl kaum finden können und die Tatsache, dass er sowohl die Regie übernommen, als auch das Drehbuch geschrieben hat, beweist einmal mehr sein (Multi-)Talent.

Doch auch die Nebenrollen des Films sollten nicht unerwähnt bleiben. Pastor Gabriel beispielsweise, ist meiner Meinung nach ebenfalls perfekt getroffen. Henry Hübchen spielt den Kirchenmann mit himmlischer Vergangenheit, der seinen Liebeskummer im Alkohol ertränkt und alle Hände voll damit zu tun hat, auf Jeshua aufzupassen, wirklich klasse. Schon allein der Anfang des Films, in den Gabriel die Geschichte vom Tag des Jüngsten Gerichts so eindrucksvoll erzählt, dass er die kleinen Kinder, die ihm zuhören, fast zum Heulen bringt, ist einfach klasse.
Auch Peter Prager, der mir bereits als Gretchen Haases Vater in „Doctor’s Diary“ bekannt war, spielte seine Rolle als Maries Vater sehr amüsant, Palina Rojinski wirkt als seine Freundin leicht überspitzt, spielt die junge Frau zweifelhafter Herkunft aber blendend, mit wunderbar gebrochenem Deutsch.
Auch Hannelore Elsner als Maries Mutter und Nicholas Ofczarek als Satan sind relativ gut besetzt, kommen meiner Meinung nach gegen die geballte Kraft dieser amüsanten Nebensetzung nicht wirklich an. Vor allem das nervige Geräusch, mit dem der Satan verschwindet, ging mir auf den Senkel. Den hinterhältigen, sadistischen Blick hat er aber immerhin drauf.

Eine weitere Nebenfigur, die im Roman selbst glaube ich nicht erwähnt wird, ist mein persönliches Highlight des Films, nämlich die obdachlose, ältere Dame, die sich mit Marie um ihr Hochzeitskleid streitet, das diese in die Mülltonne geworfen hat. Denn nachdem diese Dame Jeshua begegnet, ist sie der festen Überzeugung, der Messias sei wieder da, und lässt dem armen Gabriel, der dafür sorgen muss, dass Jesus inkognito bleibt, keine Ruhe.

Bei der Erwähnung der vielen Nebenfiguren fällt Kennern der Romanvorlage sicherlich auf, dass eine im Buch recht wichtige Person fehlt: Maries Schwester, die Zeichnerin der süßen Comistrips. Tatsächlich wurde Kata im Film vollkommen unterschlagen, was aber nicht wirklich stört, da bereits einige der anderen Nebenfiguren durch ihre Kollegen in den Schatten gestellt werden. Zu viele Charaktere hätten den Film sicher überfüllt wirken gelassen, außerdem hätte man dann noch einige Zeit einplanen müssen, um Katas Geschichte zu erzählen.
Andere Kleinigkeiten fehlen mir da schon eher, beispielsweise die Szene mit der Karaoke-Bar.

Wo wir schon einmal beim Vergleich mit dem Buch sind: Der erste Teil des Films gefiel mir wirklich gut. Er war chaotisch, witzig und romantisch, genau wie der Roman.
Das Ende (das mir schon im Buch nicht wirklich zugesagt hat) ließ aber wirklich zu wünschen übrig.
Die bereits angekündigte Apokalypse hatte bestenfalls B-Movie Charakter und auch die Auflösung wich doch stark (und nicht gerade positiv) von der Buchvorlage ab, was ich sehr schade finde,

SPOILER

Maries Begegnung mit Gott hatte leider nicht viel mit der im Buch zu tun. Wer das gelesen hat, kennt ja das Gespräch der beiden in einem Salon à la Emma. Im Film ist nichts davon zu finden und auch wenn Gott keinesfalls schlecht dargestellt ist, hatte ich mich so auf diese Szene gefreut, dass ich von dem obligatorischen Mann mit Rauschebart dann doch etwas enttäuscht war.



Überhaupt wirkt das Ende auf alle, die das Buch nicht kennen, vielleicht etwas verwirrend. Es ist sehr zu empfehlen, das Buch zuerst zu lesen!

Ein Pluspunkt ist allerdings der tolle Soundtrack.
Von harten Rock-/Metalsongs über langsame Balladen wie „Time after Time“ ist alles vertreten. Besonders toll finde ich es, dass die deutschen Lieder „Nur noch kurz die Welt retten“ von Tim Bendzko und „Stardust“ von Lena (sogar der Titelsong!) vertreten sind. 


Fazit


Alles in allem ist „Jesus liebt mich“  eine durchaus gelungene Buchverfilmung, die den Zuschauer durch witzige Sprüche und chaotische, wie romantische Szenen ebenso unterhält wie der gleichnamige Roman.  Die Auswahl der Schauspieler ist wirklich grandios und es gibt niemanden, der nicht in seine Rolle passt und diese nicht klasse spielt. Der super Soundtrack wäre das I-Tüpfelchen, wäre das Ende nicht eher unbefriedigend und teilweise gestaltet wie ein schlechter Katastrophenfilm.
Ich vergebe 4 Sterne für diese unterhaltsame Komödie!

Kommentare:

  1. Oh man dann hab ich den Film wohl unterschätzt. Jetzt will ich ihn doch gerne sehen :-D

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  2. Huhu, ich hab sowohl das Buch gelesen (ist aber schon ne Weile her), als auch den Film gesehen, da er mir empfohlen wurde. Ich finde auch, dass der Anfang des Films wirklich ganz ok war, aber das wurde gegen Ende wirklich immer schlechter und spätestens ab dem Zeitpunkt als die Akopalypse beginnt war es nur noch Schrott. Meiner Meinung nach, kann man ihn sich durchaus mal angucken, aber nochmal muss ich ihn bestimmt nicht sehen.

    lg, Steffi

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    1. Stimmt, das ist wirklich eher so ein Film, den man sich mal angucken kann, weil er ganz amüsant ist, aber das Potenzial zum Lieblingsfilm hat er nicht unbedingt.
      Trotzdem habe ich mich gut unterhaltn gefühlt ;)

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  3. Ich habe zwar das Buch nie gelesen, wegen Florian David Fitz würde ich mir den Film aber glatt anschauen - auch wenn ich wie viele andere ebenfalls kein großer Fan von deutschen Produktionen bin. Das Ganze klingt aber gar nicht schlecht & wie geschaffen für einen schönen Filmabend/-nachmittag. Ins Kino schaffe ich es nicht mehr - aber vielleicht zieht ja die DVD irgendwann bei mir ein ;)
    Schöne Rezension!

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    1. Seinetwegen habe ich den Film auch eigentlich geschaut :D Er spielt wirklich super und das in den verschiedensten Rollen (Zwischen Marc aus DD und Jesus ist ja wohl ein himmelweiter Unterschied!).
      Die DVD kann man sich sicher mal leisten, perfekt für einen Mädelsabend ;)
      Danke! ;)

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  4. Huhu :)

    Ja, stimmt schon, Callie ist echt ziemlich perfekt, aber waren das Katniss und Co. nicht auch?? ^^ Finde ich zumindest ;)

    "Solange die Nachtigall singt" ist halt echt Geschmackssache, aber ich mochte es sehr gerne. "Das Schicksal.." ist soooo toll. Eigentlich DAS Jahreshighlights der Highlights :D
    Joah, bin schon Coverkäufer und deshalb waren auch so schöne dabei ^^

    Und mein kleines, dickes Pony gibts auch;D
    Meine Geschwister sind jünger, genaugenommen 10 und ziemlich anstrengend...hast du Geschwister??
    Meine beiden sind Zwilling: Junge + Mädchen :)

    Danke übrigens auch für deinen Blog <3, aber ich bin auch leider seltener als früher bei dir. Die Schule nimmt mich so ein :(

    LG, Fina ;)

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    1. Naja, Katniss fand ich schon unsympathischer und mit ihrer ruppigen Art und wie sie Peeta praktisch ausnutzt, war sie nicht g'rad ein Engel.
      Aber du hast recht, die meisten sind das und das kritisere ich auch oft, pingelig wie ich bin ^^

      Oh Mann, Zwillinge? Das kann anstrengend sein, was?
      Ich hab einen 13-jährigen Bruder, über den ich hier nichts sagen kann *gg*, weil er meinen Blog auch liest :P

      Ja, geht mir auch so :( Wir vergessen uns schon nicht! :D

      LG =)

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  5. Ich wusste gar nicht das das Buch verfilmt wurde. ;) Hört sich ja gut an.
    Lg Steffi

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  6. "Jesus liebt mich" mochte ich noch sehr gern, auch wenn David Safier meiner Meinung nach bei seinen Büchern immer mehr nachlässt ("Muh!" habe ich aber noch nicht gelesen). Die Ausschnitte vom Film fand ich ganz nett, aber ich glaube, mir würde es reichen, den im Fernsehen zu sehen. Deine Kritik bestätigt das diesen Gedanken. :-)

    LG, die Tintenelfe

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    1. Ich kenne auch nur seine ersten drei Romane, aber bei dem, was ich so gehört habe, lassen die wirklich immer nach.
      Stimmt, der Film ist eher ein "Fernseh-Film", für den man nicht unbedingt ins Kino muss :)

      LG!

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  7. Moinsen!

    Ich wusste gar nicht, dass du diesen Film (bzw das Buch kennst). Ich muss mich erstmal outen, dass ich vor sagen wir 2 Jahren eine echt fiese David Safier Phase hatte und mich sofort in "Jesus liebt mich" verliebte. Bei Buchverfilmungen grummelt einem ja häufig der Magen und spätestens seit der Verfilumg von "Tintenherz" bin ich ziemlich negativ eingestellt. Wie dem auch sei, kann ich dir in allen Punkten zustimmen. Vor allem das Ende hatte ich mir nicht nur anders vorgestellt, ich fand es auch ein bisschen *hust* lächerlich. Ich frag mich, ob sie "Plötzlich Shakespeare" (das ich noch ein bisschen mehr mochte) auch verfilmen könnten... allerdings wäre das ein bisschen schwierig xD

    Love, Maret

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    1. Tja, ich wusste auch nicht, dass du seine Bücher gelesen hast :D.
      Ich mochte allerdings keines davon besonders, außer "28 Tage lang", was ja in eine völlig andere Richtung geht.
      Freut mich, dass wir bei dem Film einer Meinung sind. Das Ende fand ich ja echt schon im Buch blöd, aber im Film war es echt nur lächerlich.

      LG,
      Charlie

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