[Buchrezension] "Vollstrecker der Königin - Der Baeldin-Mord" von Angelika Diem

Charlie | Montag, 3. Juni 2013 |

Leider viel zu kurzer Auftakt einer vielversprechenden Fantasy-Reihe





Originaltitel: /
Autorin: Angelika Diem
Verlag: Mechandel-Verlag
Genre: High Fantasy, Krimi
Reihe: ?
Erscheinungsdatum: März 2013
Seitenzahl: 79 (Ebook)














Inhalt

Auf Schloss Baeldin wurde nur eine einfache Zofe ermordet, und doch entsendet die Königin eine ihrer besten Vollstreckerinnen, die junge Caitlynn.
Im Schloss abgenommen macht diese sich mit ihrer forschen Art sofort Feinde, jedoch auch einige interessante Entdeckungen über die Tote.
Viele der Bewohner Baeldins hätten ein Motiv für die Tat gehabt, doch wer ist der Mörder? Caitlynn muss ihn finden, bevor er sie findet...



Meinung

Müsste ich "Der Baeldin-Mord" mit anderen Büchern vergleichen, würde ich "Grave Mercy" und Marion Zimmer Badleys Darkover-Romane nennen. An beide hat mich die Geschichte von Anfang an erinnert, was sich auf meinen ersten Eindruck durchaus positiv ausgewirkt hat.
Gerade die Fantasywelten der letzteren und die starke und ungewöhnliche Protagonistin der ersteren konnten mich begeistern und auch die Welt aus Angelika Diems Roman ist wirklich faszinierend.

Sie wirkt altmodisch und die Menschen dort haben eine ganz andere Kultur als wir. Beispielsweise beten sie eine GöttIN an und sind in unterschiedliche Stände (in diesem Fall so etwas wie Berufsgruppen) aufgeteilt.
Einer davon ist der der Vollstrecker, die mich an die Töchter Mortains aus "Grave Mercy" erinnern. Die Art wie sie ihre Urteile vollstrecken ist durchaus faszinierend.
Auch die Idee des Charisma konnte mich begeistern.
Insgesamt fällt auf, dass der Schauplatz der Geschichte wirklich gut durchdacht und für die Kürze des Buches erstaunlich gut beschrieben ist. Allerdings hätten ein paar mehr einführende Informationen und Erläuterungen sicher nicht geschadet.

Die Protagonistin Caitlynn hat mir sehr gut gefallen, schon allein weil sie mutig, selbstbewusst und klug ist - eine Mischung, die mir immer sehr sympathisch ist. Allerdings hätte ich mir für sie ein paar mehr Schwächen, die sie menschlicher machen würden, und vor allem Bezüge zu ihrer Vergangenheit, die im Prolog ja bereits anklingen, gewünscht. Potenzial hat die auf jeden Fall!

Auf knapp 74 Seiten wundert es kaum, dass die anderen Charaktere eher zu kurz kommen. Zwar gelingt es Angelika Diem, einige von ihnen in wenigen Sätzen bereits sehr anschaulich zu charakterisieren, doch gerade um die Spannung der Frage nach dem Mörder zu steigern, hätte ich mir noch mehr Informationen über die sympathischen und die dunklen Seiten der einzelnen Figuren gewünscht. Nichts ist bei einem Krimi schöner, als verzweifelt zu rätseln, der der Mörder ist, weil man es entweder jedem oder niemandem zutraut, und dann am Ende überrascht zu werden, weil es jemand ist, von dem man es nie geglaubt hätte.

Wo wir schon einmal bei der Spannung sind, muss ich hier leider meinen größten Kritikpunkt anbringen. Die Geschichte fängt vielversprechend mit einer Einführung in den Fall und spannungssteigernden Entdeckungen an - und dann kommt auch schon das Ende.
Ich muss sagen, ich war wirklich überrumpelt, als sich der Mörder dann so plötzlich offenbarte, und ein wenig einfach gemacht hat es sich die Autorin dabei leider auch. Vielleicht liegt es daran, dass ich zu viele Krimiserien gucke, aber ich hatte bereits eine Vermutung, was den Mörder betraf, und die hat sich dann schließlich als richtig herausgestellt.
Wie gesagt: Ein paar mehr Informationen über die Verdächtigen und ein paar mehr Missverständnisse und falsche Verdächtigungen und die Geschichte wäre nicht nur wesentlich länger, sondern auch spannender gewesen.

Angelika Diems Schreibstil ist flüssig und bis auf zwei, drei kleine Rechtschreibfehler angenehm zu lesen. Zu bemängeln habe ich eigentlich nur die Berufsbezeichnungen, die immer mit einem Bindestrich zwischen den Wörtern geschrieben wurden, also beispielsweise "Hauptmann-der-Wache" statt "Hauptmann der Wache". Diese Schreibweise hat mich ein wenig gestört, da man sie normalerweise nicht verwenden würde.



Fazit

"Der Baeldin-Mord" ist ein durchaus vielversprechender Auftakt einer High Fantasy - Reihe. Die dargestellte fantastische Welt ist gut durchdacht und faszinierend, die Protagonistin interessant und die Idee recht spannend. Schade ist nur, dass das Buch viel zu kurz ist, um ausreichend Spannung aufzubauen. Auch fehlen der Kürze wegen einige Informationen, die vor allem den Charakteren gut getan hätten.
Daher vergebe ich nur 3,5 Sterne, jedoch trotzdem eine Leseempfehlung für Fantasy-Fans. Ich würde mich auf jeden Fall freuen, weitere Bände über Caitlynn zu lesen.


Vielen Dank an die Autorin für die Bereitstellung eines Leseexemplars =)!





Kommentare:

  1. Das klingt eigentlich total toll, aber leider hab ich keinen E-Book Reader... Q_Q
    Doof wenn so tolle Geschichten nur als E-Book erscheinen :(

    LG
    Boncuk <3
    http://kitapkulesi.blogspot.de/

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    1. Gibt's auch als Taschenbuch :). Ich hab's nur leider auf der Verlagsseite nicht gefunden, sonst würde ich es hier verlinken...

      LG

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  2. Hast du das Buch auch von der Autorin angeboten bekommen? Mascha und mir wurde es zumindest. Wir haben beide noch nicht durch, weil wir beide noch andere Bücher gelesen hatten als wir angefragt wurden. Das blöde bei mir ist nur, dass ich alles vom tablet löschen musste, auf dem ich das Buch gespeichert hatte. Und die Email dazu habe ich auch irgendwie nicht mehr gefunden. :-) Nach mal sehen.
    Ich denke schon wieder vom Thema ab. Sorry. Auf jeden Fall, ist dir mal wieder eine sehr schöne Rezi gelungen. :-) Und das meine ich ernst.
    Liebe Grüße,
    Marianne

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    1. Ja, hab ich. Ich glaube, das hat sie vielen Bloggern angeboten. Man findet auf jeden Fall viele Rezensionen dazu ^
      Kannst du nicht deinen Posteingang durchsuchen? Dann findest du sie schon wieder :)

      Haha, kein Problem, ich lenke auch oft ab ^^
      Danke :)

      LG

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  3. Das ist eben das Problem an den Novellen, einfach nicht genügend Zeit für wirkliche Spannung, aber grade so lang, dass man sich mehr Spannung wünschen würde ;)

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    1. Naja, ich denke schon, dass es möglich wäre. Und wenn man merkt, dass es nicht geht, schreibt man eben doch keine Novelle sondern verlängert die Geschichte.
      Zwingt einen ja keiner, 'ne Novelle zu schreiben :DD

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  4. Salut, Charlie.
    Ahah! Wie ich sehe, eine Schwester Darkovers!
    :-)
    Die Comyn, Hasturs, DiAsturien - ist schon ein phantastischer Weltenentwurf.

    Aber, ich faße mich einmal kurz... ;-)

    bonté

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    1. Nun ja,
      ein gelesener Roman macht mich sicherlich noch zu keiner Expertin, aber die Welt hat mich schon begeistert - nachdem ich mich daran gewöhnt hatte, denn ohne Einleitung sind die ganzen unbekannten Namen doch etwas viel auf einmal.

      LG =)

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