[Filmrezension] "Die Bestimmung - Divergent"

Charlie | Montag, 21. April 2014 |

Super Verfilmung eines genialen Buches - Eindeutig eine positive Überraschung



Genre: Dystopie, Actionfilm
Länge: 139 Min
Altersfreigabe: ab 12
Kinostart: 10.04.14
Darsteller: Shailene Woodley, Theo James, u. A.
Regie: Neil Burger
Drehbuch: Evan Daugherty, Vanessa Taylor
Quelle
Trailer




Hinweis
Da ich das Buch, auf dem der Film basiert, kenne, kann ich in dieser Rezension den Film nicht getrennt vom Buch bewerten. Bewusst oder unbewusst werde ich Vergleiche mit dem Buch ziehen.



Inhalt

 Chicago in der Zukunft: Die Menschen sind in fünf Fraktionen geteilt, die alle eine menschliche Stärke repräsentieren: Altruan (engl. Abnegation) - die Selbstlosen, Amite (engl. Amity) - die Friedvollen, Candor - die Ehrlichen, Ken (engl. Erudite) - die Intelligenten und Ferox (engl. Dauntless) - die Mutigen.
Wie alle sechzehnjährigen muss Beatrice sich in diesem Jahr entscheiden, zu welcher Fraktion sie gehören will. Ein Test soll den Jugendlichen sagen, wohin sie am besten passen, doch Tris' Resultate sind ungenau - ein seltenes und sehr gefährliches Ergebnis.
Da sie sich zu ihrer ursprünglichen Fraktion, den Selbstlosen, nie wirklich hingezogen gefühlt hat, entscheidet sie sich für Dauntless, doch dort muss sie feststellen, dass sie Sitten rau, die Anführer gnaden- und ihre Mitinitianten skrupellos sind und dass eine Verschwörung droht, das Leben in Chicago für immer zu verändern.





Meinung

Als spannungsgeladenes Buch mit vielen Kampfszenen und reichlich Stoff für ein gelungenes Setting  und mitreißende Szenen wie beispielsweise die Angstlandschaft oder das zip lining bietet sich "Divergent" bzw. "Die Bestimmung" natürlich wunderbar für eine Verfilmung an, weshalb ich auch relativ zuversichtlich war, dass aus dem Film etwas werden würde.
Meine Erwartungen wurden nicht enttäuscht, sondern sogar noch etwas übertroffen.

Da ich durch das Buch schon vorher wusste, was passieren wird, kann ich das nicht wirklich beurteilen, aber ich denke, dass "Die Bestimmung" für diejenigen, die das Buch nicht kennen, ebenso spannend sein dürfte wie das Buch für die Leser. (Wobei ich trotzdem empfehlen würde, das Buch zuerst zu lesen.) Immer, wenn man sich gerade über eine etwas ruhigere Szene mit Erklärungen freut, naht schon die nächste Prügelszene, die Angstlandschaft oder das zip lining (wie heißt das auf deutsch?), bei dem sich die Initianten in einem Geschirr, das an einer Art über die Stadt gespannten Drahtseil befestigt ist, von einem Hausdach stürzen wie an einer riesigen Seilbahn. Gerade letzteres ist im Film wirklich eine geniale Szene mit Kotzfaktor für alle Menschen mit Höhenangst, doch auch die vielen Kämpfe bei der Initiation und natürlich der Showdown sind ziemlich mitreißend, selbst wenn man die Handlung schon kennt. Gerade wenn Tris immer mal wieder Schläge einstecken muss oder wenn Four Messer nach ihr wirft, bin ich des Öfteren zusammengezuckt und dachte mir "Autsch!".
Trotzdem wurde ich als Leserin leider nicht immer so von dem Film gepackt, wie ich es mir gewünscht hätte und wie es bei anderen Buchverfilmungen bei mir der Fall war.

Toll sind auch die Darsteller, insbesondere natürlich Shailene Woodley und Theo James. Bei letzterem war ich nach der Bekanntgabe der Besetzung zunächst skeptisch, weil er eindeutig zu alt für die Rolle des Four ist, der immerhin erst 18 ist, doch auch wenn ich ihn nicht so attraktiv finde wie die meisten anderen weiblichen Zuschauer, kann man ihm ein gewisses Talent nicht absprechen und im Laufe des Films habe ich meine Bedenken schnell verdrängt.
Shailene Woodley spielt die Rolle der Tris, ihre Zerrissenheit, ihre Angst, die Liebe zu ihrer Familie und ihren Willen zu kämpfen sehr überzeugend, sodass man mit ihr mitfiebert. Insbesondere bei den Szenen mit Will und mit ihrer Mutter gegen Ende hat sie Tris' Emotionen, wie sie im Buch beschrieben werden, wunderbar widergespiegelt.
Ziemlich begeistert war ich auch von Eric, der genauso finster und aggressiv aussieht, wie ich ihn mir vorgestellt habe, und auch Tori und Christina waren gut gespielt.
Will, Al und Peter waren ebenfalls nicht schlecht, Will und Peter sahen sich jedoch für meinen Geschmack zu ähnlich, was mich anfangs verwirrt hat.
Von den meisten anderen Schauspielern bekommt man nicht besonders viel mit, da ihre Figuren noch keine großen Rollen haben. Bei Ansel Elgort, der als Caleb im dystopischen Chicago noch etwas verloren aussieht, was ja durchaus nicht unpassend ist, bin ich auf die Auftritte im nächsten Film gespannt, ebenso wie ich die Hoffnung noch nicht aufhebe, dass Tris' Dauntless-Freunde Uriah, Lynn und Marlene noch auftauchen.
Kate Winslet hätte aus ihrer Rolle der skrupellosen und manipulativen Jeanine durchaus mehr rausholen können, aber auch dafür ist ja noch Zeit in "Insurgent".

Auch die Möglichkeiten für ein gelungenes Setting, die ich oben schon erwähnt habe, wurden in "Die Bestimmung" ausgeschöpft. Der Zaun, die Stadt mit den langweilig grauen Gebäuden, in denen die Altruan/Abnegation leben, die Elendsviertel mit den Fraktionslosen, das dunkle, aggressive Dauntless-/Ferox-Quartier und im Gegensatz dazu die gläsernen, erleuchteten Gebäude der Ken/Erudite, die betonte Trennung der Fraktionen durch getrennte Eingänge, getrennte Sitzplätze und unterschiedliche Kleidung - Das alles trägt zu einer gelungenen, für Leute aus unserer Welt etwas bedrückenden Atmosphäre bei, die mich direkt in die Welt von "Divergent" versetzt hat, wie ich sie mir vorgestellt habe, und die dem Zuschauer gleich das Leben in Chicago mit den Fraktionen näherbringt.

Um zum Schluss noch einmal einen Vergleich mit dem Buch zu ziehen, trifft der Film insgesamt genau meine Vorstellung des Buches. Die Handlung entspricht ziemlich genau der der Vorlage, die Schauspieler wurden (bis auf Fours Alter) passend zum Buch ausgewählt und es gibt nur einige minimale Änderungen, beispielsweise in der Art der Angstlandschaft, der Anzahl von Tris Ängsten ) oder der Reihenfolge der Ereignisse. Wie bei allen Buchverfilmungen wurde auch bei "Die Bestimmung" einiges weggelassen und etwas hinzugefügt (beispielsweise Fours Wissen um Tris' Testergebnis und seine Tipps für ihre Prüfung oder auch sein Wissen über das Serum, das im Laufe der Handlung eine wichtige Rolle spielt), was aber verständlich ist, weil ein Film niemals so ausfühlich sein kann wie das Buch.
Wirklich vermisst habe ich eigentlich nur Uriah und die anderen Dauntless-/Ferox-Initianten, die in den nächsten beiden Bänden noch eine wichtige Rolle spielen, und die Gefühle zwischen Christina und Will, die meiner Meinung nach für Tris' und Christinas Beziehung in "Insurgent" und "Allegiant" wichtig gewesen wären.
Die Leser des Buches werden auch die Szene mit Peter, Edward und dem Messer vermissen, die meiner Meinung nach zwar nicht unbedingt notwendig ist, aber wunderbar Peters Skrupellosigkeit zeigt, was nicht unwichtig ist in Anbetracht seiner doch etwas größeren Rolle in den Folgebänden.



Fazit

"Die Bestimmung - Divergent" ist sowohl als Film als auch als Buchverfilmung gut gelungen. Die Geschichte und die Figuren sind noch immer noch originell und interessant, die Handlung mitreißend und die filmische Umsetzung atmosphärisch und schauspielerisch toll. Lediglich ein paar Details, von denen einige meiner Meinung nach recht wichtig waren, sind leider verlorengegangen, ebenso wie die Tiefe einiger Nebenfiguren. Als absoluter Fan der Buchreihe bin ich natürlich befangen und kann nicht sagen, wie der Film auf Zuschauer wirkt, die das Buch nicht kennen, aber mir hat er gut gefallen, weshalb ich noch knapp 4,5 Sterne gebe (eventuell werde ich das noch auf 4 ändern, mal sehen).







Kommentare:

  1. Heyyooo :3
    Tolle Filmrezension, Charles! Jetzt freu mich noch viel mehr auf den Film *~* Ich hoffe ich komm die Tage mal ins Kino, am Mittwoch geht für mich die Schule schon wieder los >_< Zum Glück sind die Darsteller keine Fehlbesetzung und die Synchronstimmen offenbar auch nicht, das hat mich bei "Seelen" extremst gestört :D
    Bevor ich jetzt wieder anfange auszuschweifen beende ich den Kommentar mal lieber haha :D
    Alles Liebe <3

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    1. Danke <3 ;), kannst du auch! Echt, ihr habt schon wieder Schule? Ist ja mies :/. Wann haben denn eure Ferien angefangen? Manche hatten ja schon zwei Wochen vor Ostern frei.
      Also mir sind die Synchronstimmen überhaupt nicht aufgefallen, also waren sie wohl nicht allzu schlecht :D. Bei "Seelen" habe ich sie schon verdrängt, glaub ich xD.
      Würde mir auch nichts ausmachen, da ich das ja selbst immer tue :D.

      LG
      Charles

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  2. Wui, na das ist ja wirklich eine gute Bewertung O.O! Ich freu mich schon auf Mittwoch, da schau ich ihn mir ja an (mit Marsi und Ley ;P!).

    Und ich find den Theo ja heiß xD...

    Alles Liebe, Clärchen<3

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    1. Jap, ist es ^^. Vielleicht korrigiere ich noch nach unten, aber der Film war schon ziemlich gut.
      Ui, na ein Buchbloggerkinobesuch wird bestimmt gleich doppelt cool ;).

      Ja, ich weiß :D. Du und offenbar tausende andere Fangirls auf weheartit :P.

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  3. Fine lazy monday, Charlie.

    Nun, ich bitte geradezu darum, daß Du solche Vergleiche anstellst... :-)

    Bei Deiner Erwähnung der unterschiedlichen Clans, kommt mir einer der Grundgedanken besagter Trilogie in den Sinn; daß keine der isolierten und gehüteten Eigenschaften ohne die jeweils anderen bestehen kann. Schließlich ist der Mensch mehr als nur komplex gestrickt. Ein Kosmos in sich.

    Gut wenn der Film hier das Element der "Apartheit" innerhalb eines Kastensystem visuell aufgreift. Das künstliche Auftrennen von Menschen innerhalb einer Gruppe ist ein uraltes Machtspiel. Der Ursprung für divide et impera. Leider nach wie vor aktuell - bis in Subtilitäten hinein.

    Feine Kinozeit für Dich.

    Kennst Du "Orphan Black"?

    bonté

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    1. Lazy war er nicht wirklich, da Familienbesuch anstand :), aber insgesamt sind meine Ferien wohl wirklich als "lazy" zu bezeichnen :D.

      Dafür gibt es ja deswegen auch einen Extra-Absatz in meiner Rezension ;).

      Stimmt, gerade nach den Enthüllungen im 3. Teil wird ja auch schnell klar, dass das die eigentliche Aussage des Buches ist und dass das Fraktionssystem nicht wirklich empfehlenswert und mehr eine Notlösung ist. Wie Four es so schön ausdrückt, will ein Mensch ja idealerweise alle diese Eigenschaften in sich vereinen.

      Das ist wahr. Schon durch diese visuelle Unterteilung wird die Trennung gleich viel greifbarer und wie etwas selbstverständliches dargestellt, gegen das man nichts einzuwenden haben darf/sollte.

      Nein, das sagt mir gerade gar nichts. Klingt aber recht interessant!

      Viele Grüße
      Charlie

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    2. ...wenn Dir Mai 2 danach ist. zdf NEO um 22 CET. Eine Frau und die Leben ihrer acht eigenartigen Clone.
      "When did I become us?"

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    3. Ich werd's im Hinterkopf behalten.

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  4. Warum hast du uns dieses tolle Designs so lange vorenthalten?! Jetzt bin ich aber sauer arrr :D
    Ich fand "Divergent" ebenfalls sowohl als auch toll ABER HALLO Theo James (Vor allem ohne Shirt!) ist doch voll heiß! Obwohl ich vorher nix von ihm gehört habe aber na ja was ja nicht ist kann ja noch werden :p
    Und das mit der Messerszene fand ich auch ein bisschen blöd ... Blöd fand ich ehrlich gesagt auch das Ende! Meiner Meinung nach ganz anders als im Buch irgendwie gabs da auch so ein paar Logikfehler, die ich mit meiner Freundin diskutiert habe (Die Leute um uns rum waren begeistert^^), aber wenn ich mir so andere Meinungen angucke scheint das keinen gestört zu haben.
    Dafür finde ich die Liebesgeschichte zwischen den beiden im Film besser gelungen als im Buch! Und ja Uriah war doch so toll, schade das sie ihn nicht mit reingebracht haben :/
    Alles in allem gute Rezension, unsere Meinungen unterscheiden sich zwar ein bisschen (Wow. Das ist ja was ganz Neues :D) UND GOTT SEI DANK IST CHARLES BACK IN TOWN ♥

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    1. Hab ich nicht ^^. Es war die ganze Zeit da und wurde Stück für Stück erarbeitet.
      Jaja, ich weiß, ihr findet den alle so toll ^^. Er ist einfach nicht mein Typ, ist ja auch egal. Hauptsache er spielt gut :P.
      Ich kannte ihn schon aus einer eher nicht so ruhmreichen Rolle in "Downton Abbey", die Folge hättest du auch gefeiert :D.

      Wieso? Ist zwar schon ein Jahr her, dass ich das Buch gelesen habe, aber war das Ende nicht wie im Buch? Welche Logikfehler?
      Ich hab auch die ganze Zeit mit meiner Cousine diskutiert, was im Film anders ist als im Buch xD.

      Haha, ich freu mich auch wieder zu bloggen :).
      Immerhin unterscheiden unsere Meinungen sich nicht ganz so krass wie sonst :D.

      LG ;)
      Charles

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Charlie