[Serienrezension] "Veronica Mars" - Staffel 1

Charlie | Mittwoch, 18. Juni 2014 |
Coole Protagonistin, spannende Hintergrundgeschichte, tolle Nebenfiguren - Gelungener Auftakt einer charmanten Highschool-Krimiserie 

 

Genre: Jugendserie, Krimi
Länge: 22 Folgen à 42 min
Altersfreigabe: ab 12
Produktionsjahr: 2004
(Deutschsprachige) Erstausstrahlung: März - August 2006
Darsteller: Kristen Bell, Enrico Colantoni, Percy Daggs III, Jason Dohring, u. A.
Quelle



Inhalt

Die 17-jährige Veronica Mars gehörte einmal zu den Coolen der Neptune High, bis ihr Freund Duncan ohne erkennbaren Grund mit ihr Schluss machte und ein tragisches Ereignis die Karriere ihres Vaters zerstörte und ihr Leben und das ihrer Freunde für immer veränderte.
Mittlerweile, ein Jahr später, hat Veronica sich mit ihrem Außenseiterstatus abgefunden und löst in ihrer Freizeit Kriminalfälle für ihren Vater, den Privatdetektiv Keith Mars, hilft aber auch aus, wenn ihre Mitschüler Probleme haben. Ihre charmante Art, ihre Kontakte und ihre Intelligenz sind ihr dabei eine große Hilfe, doch bei der Frage, was vor einem Jahr mit ihrer besten Freundin Lilly passiert ist, stößt auch die toughe Veronica an ihre Grenzen.




Meinung

Ich bin ein großer Fan von Krimiserien, oft aber auch dem Suchtfaktor von "typischen" Jugendserien über Liebe, Freundschaft und Intrigen erlegen. "Veronica Mars" bietet eine gelungene Mischung aus beidem.

Einen reichlichen Teil der Handlung nimmt die Geschichte der einzelnen Figuren, der Familien in Neptune, ein. Da wäre einmal die herzliche Beziehung zwischen Veronica und ihrem Vater, die jedoch immer wieder unter Geheimnissen bezüglich Lillys Tod leidet. Es ist süß zu sehen, wie die beiden sich oft blind verstehen und sich ihre eigene, kleine Familie aufgebaut haben.
Dann wäre da noch das Geheimnis um Veronicas Mutter, über deren Vergangenheit man nach und nach mehr erfährt, und die ebenfalls etwas über den Lilly-Kane-Mord zu wissen scheint, ganz zu schweigen von Veronicas kompliziertem Verhältnis zu ihrem Ex Duncan und dessen arrogantem und nervigem Kumpel Logan. Ihre Freundschaft zu Wallace, ihre Beziehungen und die ihres Vaters, die "Rangordnung" an der Neptune High, die Flashbacks, die Veronicas Zeit bei den "Coolen" zeigen - das alles erinnert an viele Teenieserien und macht einen großen Teil des Suchtfaktors aus, da man die Figuren alle recht gerne mag und wissen will, wie es mit ihnen weitergeht.

Doch auch der Krimiteil kommt natürlich nicht zu kurz. Über die ganze Staffel verteilt gibt es zwei Hintergrundgeschichten, an deren Auflösung Veronica sich nach und nach annähert. Einmal die Frage, wer sie vor einem Jahr auf einer Party unter Drogen gesetzt und vergewaltigt hat, und die Suche nach dem Mörder ihrer besten Freundin Lilly Kane. Besonders letztere Geschichte ist sehr ausgeklügelt, spannend und mit vielen falschen Fährten und interessanten Enthüllungen versehen. Angenehm ist, dass die Hintergrundgeschichten, anders als bei anderen Krimiserien, am Ende dieser Staffel auf zu Ende geführt werden, sodass man nicht mit einem Cliffhanger gequält wird und Jahre auf die Auflösung warten muss.
Zusätzlich gibt es noch in jeder Folge einen kleineren Kriminalfall, der, anders als bei vielen Krimiserien, nicht unbedingt etwas mit Mord zu tun haben muss, sondern oft auf kleinere Schülerprobleme behandelt. Viele davon fand ich aber nicht ganz so aufregend wie in anderen Krimiserien.

Den Charme der Serie machen natürlich die Figuren aus.
Die Protagonistin Veronica ist von der ersten Folge an sympathisch. Sie hat viel durchgemacht, lässt sich aber nicht so schnell unterkriegen und kann verdammt dickköpfig und ausdauernd sein, wenn sie etwas erreichen will. Sie hat ein Herz für die "Außenseiter", weshalb sie sich auch gleich in der ersten Folge mit ihrem späteren besten Freund Wallace anfreundet, aber auch einen guten Draht zu Weevil, dem Anführer einer Motorradgang, hat. Ihr Verhältnis zu den "09-ern", den reichen Kids, ist da schon angespannter, wobei sie auch dort Freunde wie z.B. Meg oder später auch Duncan hat. Dadurch, dass sie so sympathisch ist, fällt es leicht mit ihr mitzufiebern.
Ihre Freunde, z.B. Wallace, Mac und später Leo, sind auch sehr charmante Nebenfiguren, ebenso wie ihr liebender Vater Keith, doch es gibt da natürlich auch noch nie andere Seite: die undurchschaubaren, "bösen" oder auch einfach nur unsympathischen Figuren, wie zum Beispiel Logan, hinter dessen Fassade mehr steckt, als man denkt, und dessen Familie nicht gerade die glücklichste ist, oder auch Duncans und Lillys Eltern Jake und Celeste Kane, die etwas zu verbergen haben.
Einige Geheimnisse der Figuren werden im Laufe der Serie aufgedeckt, sodass nicht nur die Kriminalfälle das interessante sind, sondern auch die tollen Charakterentwicklungen.
Auch eine, wenn nicht sogar mehrere, Liebesgeschichte ist natürlich dabei, auch wenn ich darüber noch nicht so viel verraten kann. Sie ist präsent genug, um das romantische weibliche Herz zu erfreuen ;), nimmt aber auch nicht überhand, da der Kriminalaspekt noch immer die Hauptsache ist.


Fazit

"Veronica Mars" ist eine gelungene Mischung aus Teenie- und Krimiserie. Die übliche Highschool-Atmosphäre mit einer gelungene Portion Liebe, Drama und Intrigen ist vorhanden, allerdings gewürzt mit einigen mehr oder weniger großen Kriminalfällen und einer sympathischen und toughen Hauptfigur, mit der man gerne mitfiebert.
Besonders die Hintergrundgeschichte ist gelungen, die Einzelfälle konnten ab und an etwas spannender sein, aber insgesamt weist die Serie vor allem wegen der Figuren einen hohen Suchtfaktor auf. Ich vergebe sehr gute 4 Sterne.



Kommentare:

  1. Konban wa, Charlie san.
    Miss Mars hat das besondere Etwas; das Bauchgefühl kam mir bereits mit den ersten Cast-Fotos zur damals neuen Serie! Wurde dann auch nicht enttäuscht. Liegt natürlich an Kristen Bell zentral, daß einem die Figur entgegen kommt.
    Freu Dich bereits auf Season 2, die einen neuen Ansatz für viele der alten Charaktere findet. Nicht zu vergessenn, die neuen.
    Leider hat sich Miss Bell in (zu) vielen mittelprächtigen Kino-Komödchen "verschlißen". Dabei stehen Ihr ernstere Rollen besser.

    Neugierig auf meine Besprechung von damals?

    Kashikomari-mashita!

    bonté

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    1. Stimmt, Kristen Bell macht ihre Sache wirklich ziemlich gut.
      ich bin auch schon sehr gespannt auf Staffel 2. Habe schon angefangen, werde sie aber lieber in den Ferien irgendwann am Stück sehen, um sie so richtig genießen zu können.
      Das ist leider bei vielen guten Schauspielern so :/. Melissa McCarthy ist da auch ein wunderbares Beispiel. Ich schätze sie sehr als Sookie in "Gilmore Girls", aber sie hat auch schon peinliche und unnötige Rollen gespielt.

      Aber immer doch!

      LG
      Charlie

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    2. ...freut mich sehr wieder aus Deiner Feder zu lesen; ich denke die Zeit war letztens bei Dir ordentlich zugepackt. ;-)

      Sozusagen ein Veronica-Mars-a-thon. Dabei ordentlich Spaß!

      Dann schicke ich Dir meine Zeilen als Mail zu.

      Frohes sommerln noch &

      bonté

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    3. Ja, ich war in letzter Zeit sehr viel unterwegs. Mal schauen, ob ich noch einen Post vorbereiten kann, bevor es in den Urlaub geht.

      Genau :). Ich wollte schon immer mal eine Staffel einer Serie am Stück gucken. Und Miss Mars macht so süchtig, dass man das nicht einfach während der Schulzeit zwischendurch gucken kann.

      Vielen Dank :). Ich werde es bei Gelegenheit lesen, vielleicht schaffe ich es im Urlaub.

      Liebe Grüße

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