[Buch-Film-Vergleich] "Der Hund der Baskervilles" vs. "Die Hunde von Baskerville" aka Arthur Conan Doyle vs. die beste Fernsehserie der Welt

Charlie | Montag, 18. August 2014 |
Für heute habe ich mir mal etwas ganz besonderes ausgedacht.
Ich bin auf die Idee gekommen, da ich gerade "Der Hund der Baskervilles", einen der wohl berühmtesten Fälle von Sherlock Holmes, gelesen habe. Dabei fiel mir wieder eine meiner Lieblingsserien, "Sherlock", ein, die ja bekanntlich auf den Werken Arthur Conan Doyles basiert und viele Parallelen zu den Büchern und Kurzgeschichten beinhaltet. Und ich beschloss spontan, mir die entsprechende Folge der zweiten Staffel namens "Die Hunde von Baskerville"  noch einmal anzusehen und insbesondere auf Parallelen zu achten.


Das Buch
... erschien von 1901 bis 1902, genau wie die anderen Sherlock-Holmes-Geschichten, als Fortsetzungsroman. Im Original heißt es "The Hound of the Baskervilles", in Deutschland je nach Übersetzung "Der Hund von Baskerville" oder "Der Hund der Baskervilles".
Es ist der dritte von vier Romanen über den berühmten Detektiv und auch der dritte, den ich gelesen habe.

Die Folge
... der Serie ist die zweite Folge der zweiten Staffel aus dem Jahr 2012 und heißt "The Hounds of Baskerville", auf deutsch "Die Hunde von Baskerville" (wieso auch immer es die Hunde sind).

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Inhalt


...des Buches
Wie der Titel schon sagt, geht es um den Hund von Baskerville, einen Höllenhund, der einer alten Legende nach die Familie Baskerville verfolgt und nun scheinbar den Baronet Charles Baskerville getötet hat. Dr. Mortimer, ein Freund des Verstorbenen, bittet Sherlock Holmes um Rat, da er nicht weiß, ob Henry Baskerville, der neue Erbe von Baskerville Hall, an seinem neuen Wohnort sicher sein wird. Doch Holmes, der aktuell beschäftigt ist, schickt Watson allein nach Devonshire, wo ihm bald klar wird, dass in der Gegend rund um Baskerville Hall jeder seine Geheimnisse zu haben scheint...


...der Folge
Henry Knight, ein junger Mann, der als Kind meinte gesehen zu haben, wie sein Vater von einem riesigen Hund zerfetzt wurde, bittet Sherlock um Hilfe, da er die Wahrheit über das Verschwinden seines Vaters erfahren will und sich jeder andere nur über ihn lustig macht und für verrückt hält.


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 Meinung


...zum Buch
Dieser Roman hat mir deutlich besser gefallen als seine beiden Vorgänger "Eine Studie in scharlachrot" und "Das Zeichen der Vier", was vor allem am Aufbau liegt. Bei den beiden anderen Romanen sah die Geschichte meist so aus, dass ein Verbechen geschieht, Sherlock eine ellenlange Abhandlung darüber liefert, wer der Mörder ist und warum, und der Schurke am Ende gefasst wird. Leider fiel dieser Mittelteil manchmal etwas zu langatmig aus und die Ermittlungsarbeit kam zu kurz.
"Der Hund der Baskervilles" hingegen ist da schon eher aufgebaut wie ein klassicher Kriminalroman, bei dem sich Watson und Holmes langsam aber sicher an die Auflösung herantasten, indem sie ein Geheimnis nach dem anderen aufdecken.
Allerdings fällt auf, dass sich die Literatur, insbesondere die Kriminalliteratur, seit Arthur Conan Doyle entwickelt hat und eine Auflösung wie die im Roman heute sicher keinen erfahrenen Krimileser mehr beeindrucken kann. Dafür ist sie dann doch zu einfach gestrickt und, im Vergleich zu denen aus den Vorgängerromanen, doch eher langweilig.
Dafür lohnt sich die Lektüre für den schönen, altmodischen Schreibstil, Watsons angenehme Art zu erzählen und für Sherlocks absolut charmante (Achtung, Ironie!) Kommentare zu Beginn des Buches, die seinen unvergleichlichen Charakter ausmachen ;).


...zur Folge
Auch wenn meine absoluter Favorit in der ganzen Serie "Ein Skandal in Belgravia" (Folge 2.1) ist, muss ich sagen, dass mir diese Folge auch ziemlich gut gefällt.
Zum einen ist sie durch die düsteren Bilder von dem blutrünstigen Hund und den Psychoterror gegen Henry Knight sowie einen sehr unerwarteten Teil der Auflösung ziemlich spannend, zum anderen zeigt sie wieder einmal viele tolle Facetten von Sherlock, und zwar nicht nur seine ungeduldige und nicht sehr charmante Art, wenn er gerade keinen Fall hat, sondern auch seine Unsicherheit, als sogar er an seine Grenzen stößt.
Kleiner Spoiler:
In der Szene, als Sherlock die Halluzination von dem Hund hat, Watson aber nicht, weil er weit genug entfernt ist, bekommt man mit, wie unsicher Sherlock plötzlich ist, weil er sich diesen Umstand nicht mit seinem gesunden Menschenverstand erklären kann. Das sieht man auch daran, wie aggressiv er in Henrys Küche rauscht, um den Zucker zu untersuchen, oder wie bestimmt er Watson versichert, es ginge ihm gut, obwohl das offenbar nicht der Fall ist.
Eine interessante Facette von Sherlocks sonst so oft gefühllos erscheinenden Charakter.
Doch natürlich kommt in seiner Art, seine neuen Erkenntnisse an dem armen Watson auszuprobieren, auch wieder seien soziopathische Seite durch ;).

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Die Parallelen (und Unterschiede)

... sind eigentlich das Interessanteste an diesem Vergleich. Wenn man die Geschichten kennt, fällt einem erst auf, wie viel Mühe die Macher der Serie sich dabei gegeben haben, ein paar Parallelen zwischen den Folgen und den Geschichten von Sir Arthur Conan Doyle einzubauen. Das finde ich klasse und auch irgendwie beeindruckend, da es sicher nicht leicht ist, eine moderne Adaption Teilweise sind diese auch in den der DVD beiliegenden Heften beschrieben.

Das fängt schon beim Titel an. Der Zusammenhang zwischen "Der Hund der Baskervilles" und "Die Hunde von Baskerville" ist unverkennbar.
Doch natürlich wurde die Folge nicht nur so genannt, sie handelt auch vom Hund von Baskerville und was den betrifft ähnelt die Auflösung sogar der aus dem Buch.
Auch viele Namen und teilweise Berufe aus dem Buch tauchen auf, so natürlich Henry, der in der Vorlage allerdings Baskerville und nicht Knight heißt, Dr. Mortimer, die in der Serie Henrys Therapeutin, im Buch allerdings ein männlicher Arzt und guter Freund des verstorbenen Charles Baskerville ist, Dr. Stapleton, die im Buch als Schwester (eigentlich Ehefrau) des Naturforschers Stapleton auftaucht und hier eine an Tieren in einer Forschungseinrichtung Versuche durchführt , und Dr. Frankland, der im Buch der unsympathische Bob Frankland, ein Nachbar Henrys, ist.
Selbstverständlich handlet es sich bei dem Mörder nicht um die gleiche Person, weil das ja dann für diejenigen, die das Buch kenenn, etwas langweilig gewesen wäre.
Auch die Entwicklung der Geschichte und die Idee dahinter ist eine ganz andere, da die Auflösung des Buches, wie bereits erwähnt, nach modernen Maßstäben auch etwas langweiligwäre.
Das Schicksal des Mörders am Ende ist jedoch in etwa das gleiche ;).

Ich finde es total cool, in einer Serie neben der eigentlichen Story noch so nette Kleinigkeiten für Kenner der Bücher zu entdecken. Da macht das Schauen gleich doppelt Spaß ;).


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Fazit

 Insgesamt haben mir sowohl das Buch als auch die Folge gut gefallen, wobei ich sagen muss, dass ich in diesem Fall wohl die "Buchverfilmung" zum ersten Mal besser finde als die Vorlage :D, weil sie einfach spannender ist.
Allerdings muss man dazu sagen, dass man das auch gar nicht vergleichen kann, da die Macher der Serie ja nie vorhatten, das Buch zu verfilmen, sondern lediglich die Hauptfiguren und als kleines "Easter Egg" bestimmte Namen und Elemente übernommen haben. Zudem hat man in der Serie auch ganz andere Methoden zur Spannungserzeugung als in einem Buch, zumal die Lesegewohnheiten der Menschen vor mehr als hundert Jahren sicher auch noch ganz anders waren.


Ich hoffe, euch hat mein kleiner Vergleich gefallen ;).
Kennt ihr die Sherlock-Holmes-Geschichten und die Serie und wenn ja, was haltet ihr davon?

Kommentare:

  1. Salut, Charlie.
    Betrachte mich ruhig als Holmes-"Geschädigten" hat mich doch die Figur - nebst Dr. Watson, selbstverfreilich - von Jugend an begleitet. Einzelne seiner Fälle lese ich von Zeit zu Zeit wieder.
    Wie bei mir nicht anders zu erwarten, kam mir der berühmteste Detektiv zuerst im Film unter. Eben 'Der Hund von Baskerville' (1939). Prägend wurde dann auch die englische Serie aus den 80er/90er Jahren.
    'Sherlock' ist für den Fan natürlich crème de la crème. Die Quer-unter-ober-zwischen-Verweise allein schon. Die Qualität der Stories ist dabei kein Wunder - nicht wenige der Macher sind "Dr Who"-Erfahren.

    Apropos!

    Habe ich Dir bereits einmal die Mini-Serie "Jekyll" anempfohlen?
    Gar aktuell die wunderbare Serie "Frankie" entdeckt?
    :-)

    Der Vergleiche-Post ist eine feine Sache geworden!

    "Watson!"

    "Holmes!?"

    " ! "

    "Ich komme ja..."

    bonté

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    1. Hallo RoM,

      nein, soweit ich weiß, hast du mir "Jekyll" noch nicht empfohlen, aber es wandert mal auf meine Wunschliste ;). Ich finde es immer interessant, wenn Klassiker modern verfilmt werden.

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    2. ...James Nesbitt wird Dich in seiner Doppelrolle mindestens umhauen. Das geniale Drehbuch stammt aus der Feder des Mannes, der für "Sherlock" mitverantwortlich ist.

      Eine persönliche Bemerkung noch:
      Michelle Ryan ist in ihrer Rolle göttlich!
      Subjektiv gesehen...aus der Jungs-Sicht. :-)

      bonté

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