[Serienrezension] "The Mentalist" - Staffel 6

Charlie | Donnerstag, 15. Januar 2015 |

Schwacher Anfang, in der Mitte eine der besten Staffeln,  furchtbares Ende

 

Genre: Krimi
Länge: 22 Folgen à 42 min
Altersfreigabe: ab 12
Erstausstrahlung: 2013
(Deutschsprachige) Erstausstrahlung: September 2013 - Mai 2014
Darsteller: Simon Baker, Robin Tunney, Tim Kang, Rockmond Dunbar, Emily Swallow, u. A.
Quelle





Inhalt

Patrick Jane ist Red John, dem Mörder seiner Frau und seiner Tochter, so nah wie noch nie. Nur sieben Namen stehen auf seiner Liste mit Verdächtigen. - Eine Liste, die Red John jedoch ebenfalls kennt. 
Ein tödliches Spiel auf Zeit beginnt und als nach und nach klar wird, welche Ausmaße die Verschwörung um Red John angenommen hat, stellt sich die alles entscheidene Frage: Wer wird es gewinnen: Jane oder Red John?




Meinung


Was habe ich mich auf diese Staffel gefreut!
Zugegebenermaßen lag das in erster Linie daran, dass ich die Hoffnung hatte, dass sich hier endlich die Sache mit Red John aufklärt, denn die Geschichte hat mich, nachdem sie schon über fünf Staffeln hingezogen wurde, wirklich extrem genervt. Die ganze Zeit ging es nur darum wie toll Red John ist, was für mächtigen Freunde er hat, was für ein charismatischer Typ er ist, blablabla, aber immer, wenn die Ermittler geglaubt haben, einen Hinweis zu haben, war er es dann natürlich doch nicht und der Zeuge ist auf unerklärliche Weise gstorben. Am Anfang mag dies ja noch ganz interessant sein, aber irgendwann wirkte das einfach nur noch wie der verzweifelte Versuch, die Zuschauer an die Serie zu binden, indem man ihnen immer wieder mit der Auflösung von der Nase rumwedelt, um sie dann - ätsch! - doch aufzuschieben.
Wie auch immer, die Auflösung um Red John war jedenfalls einer der Gründe, wieso ich mich sehr auf diese Staffel gefreut habe. Und zwar nicht unbedingt, weil sie mich interessiert hätte, sondern weil ich diesen Handlungsstrang endlich loswerden wollte.

Trotzdem fand ich die Auflösung dann doch ziemlich enttäuschend, insbesondere in Anbetracht des großen Mysteriums und der Verschwörung, die in den letzten Staffeln um Red John kreiert wurden. Ich werde hier nicht spoilern, aber bei der Figur, die sich letztendlich als der berühmte Serienkiller herausstellt, fehlt mir leider jede Erklärung für seine Taten (und viele straffällige Psychopathen haben zusätzlich zu ihrer Krankheit noch eine Hintergrundgeschichte) oder dafür, wie er an seine vielen mächtigen Freunde und Verbündete gekommen ist. Generell hat man den Eindruck, dass die Serienmacher sich diese Auflösung frühestens in der fünften Staffel ausgedacht haben, denn sie wirkt leider sehr weit hergeholt.
Auch der große Showdown und vor allem der Umgang damit geht viel zu schnell und es wird viel zu wenig über die große Enthüllung und den Umgang damit gesprochen. Das finde ich ziemlich schade, wenn man bedenkt, dass der Red John - Fall das CBI immerhin mehrere Jahre lang beschäftigt und viele Menschenleben gekostet hat. 

Allerdings ist die Staffel nach der Auflösung noch lange nicht zu Ende und das ist der Punkt, ab der sie zu einer der meiner Meinung nach besten Mentalist-Staffeln wird. Jane läuft zur Höchstform auf. Endlich ist er wieder so exzentrisch, unterhaltsam und jungenhaft-charmant wie eh und je und nicht mehr so anstrengend, wie er es teilweise war, als er seine Red-John-Besessenheit ausgelebt hat. Es macht wieder richtig Spaß ihm zuzuschauen.
Zudem tauchen drei neue Figuren auf, die von nun an wohl öfter vorkommen werden, und insbesondere Abbott finde ich total klasse, auch wenn ich zwei andere Figuren gegen Ende der Staffel vermisse. 
Auch die Fälle werden teilweise richtig interessant und originell, weil sie mal von dem Üblichen Mord-Suche-Täter gefunden-Schema abweichen oder Jane mal wieder einen besonders ausgefallenen Plan hat, um den Täter zu schnappen. Zudem gibt es zwei weitere Fälle, die sich über mehrere Folgen hinziehen und so Raum für eine etwas ausgeklügeltere Geschichte bieten

Leider, leider macht das Ende der Staffel das alles für mich jedoch sofort wieder zunichte und da kann es sein, dass ich mit meiner Meinung wirklich alleine bin und dass es anderen Zuschauern ganz anders geht. Von vielen weiß ich, dass sie sich eine solche Entwicklung sogar gewünscht haben.
Meiner Meinung nach entwickelt sich Jane gegen Ende der Staffel hin jedoch unglaublich unrealistisch und gekünstelt, sodass man sofort durchschaut, welche Zielgruppe die Serienmacher mit dieser Wandlung erreichen wollen. Janes Handlungen in den letzten Folgen widersprechen für mich von Grund auf  der Vorstellung, die ich immer von seinem Charakter und seinem psychischen Zustand (Und jetzt soll mir mal bitte einer sagen, dass er nicht auch gewisse soziopathische oder anderweitig gestörte Charakterzüge hat) hatte, und ich finde es sehr schade, dass man die Einzigartigkeit und Glaubwürdigkeit einer Figur aufs Spiel setzt, um die Quoten zu steigern.
Das ist allerdings eine Unterstellung meinerseits und durchaus keine Tatsache. Ich weiß auch, dass Drehbuchautor Bruno Heller so eine Entwicklung schon lange geplant oder zumindest in Erwägung gezogen hatte.
Trotzdem nimmt das Staffelfinale leider nicht nur Jane seine Glaubwürdigkeit, sondenr lässt mich auch daran zweifeln, dass die Serie in Zukunft noch genauso viel Charme haben wird wie vorher. 
Ich muss mir noch gut überlegen, ob ich weitergucken werde.


Fazit

Was die sechste Staffel von "The Mentalist" angeht, bin ich persönlich sehr zwiegespalten. Einerseits fand ich die lang erwartete Auflösung im Red John - Fall ziemlich lieblos und unbefriedigend. Dann aber gibt es einen sehr starken Mittelteil, in dem die Serie zu Höchtform aufläuft, doch das Staffelfinale hat mich leider ziemlich enttäuscht und nimmt meiner Meinung nach der Hauptfigur einen wichtigen Teil seiner Persönlichkeit, der ihn so einzigartig gemacht hat. Daher kann ich leider nur mittelmäßige 3 Sterne vergeben und muss mir gut überlegen, ob ich die Serie weiterschaue.



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