[Filmkurzrezensionen] Oscar-Nominierungen: "Birdman", "Can a Song Save Your Life?", "Die Entdeckung der Unendlichkeit" und "Gone Girl"

Charlie | Sonntag, 15. Februar 2015 |

Heute in einer Woche (für uns eher in der Nacht von heute auf morgen in einer Woche) werden zum 87. Mal die Oscars, auch Academy Awards gennant, verliehen.
(Um mal ein bisschen Werbung zu machen: Wer sich für die Hintergründe der Veranstaltung und die Verleihung von 2013 interessiert, kann sich gerne hier, hier und hier meine Specials von vor zwei Jahren durchlesen ;).)
Leider kann ich mir die Verleihung schon wieder nicht ansehen, da die ja immer zu für uns unmöglichen Zeiten gebracht wird und ich die Nacht nicht durchmachen kann, da ich am nächsten Tag eine meiner letzten Klausuren schreibe, die ich nicht in den Sand setzen will. Dfür werde ich mir am nächsten Tag sofort ansehen, wer denn nun die begehrten Preise erhalten hat, denn dieses Jahr kenne ich tatsächlich einige der Nominierten und könnte also sogar mitreden.
Und genau diese Filme, die in mindestens einer Kategorie für einen Oscar nominiert sind, möchte ich euch in diesem Post vorstellen.

 Auch "The Imitation Game", den ich ja bereits rezensiert habe, ist für acht Oscars nominiert: Bester Film, Beste Regier, Bester Hauptdarsteller (meiner Meinung nach verdient, auch wenn man sich darüber streiten kann, ob die Figur korrekt dargestellt wurde), Beste Nebendarstellerin, Bestes adaptiertes Drehbuch (hier glaube ich aufgrund der eher mangelnden historischen Korrektheit nicht, dass der Film diesen Oscar bekommt), Bestes Szenenbild, Bester Schnitt und Beste Filmmusik (Ja, ja, ja!! Absolut oscarwürdig!).





"Birdmann oder (Die unverhoffte Macht der Ahnungslosigkeit)"



Originaltitel: Birdman or (The Unexpected Virtue of Ignorance)
Genre: Drama, Schwarze Komödie (?)
Länge: 119 Min
Altersfreigabe: ab 12
Deutscher Kinostart: 29.01.15
Produktionsland: USA
Darsteller: Michael Keaton, Edward Norton, Emma Stone, ...
Regie: Alejandro González Iñárritu
Drehbuch: Alejandro González Iñárritu, Nicolàs Giacobone, Alexander Dinelaris, Jr., Armando Bò
Nominiert für den Oscar in den Kategorien: Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller, Bester Nebendarsteller, Beste Nebendarstellerin, Bestes Originaldrehbuch, Beste Kamera, Bester Ton, Bester Tonschnitt
Quelle
Trailer



Inhalt

Vor vielen Jahren war Riggan Thomson in der Rolle des Superhelden "Birdman" ein gefeierter Filmstar. Heute versucht er verzweifelt, mit einer Theateradaption von Raymond Carvers "What We Talk About, When We Talk About Love" noch einmal groß rauszukommen. Dass ein ehemaliges Mitglied der Produktion ihn verklagen will, dessen exzentrischer Ersatz Mike Shiner ihm und dem Rest der Crew das Leben schwermacht und die Schau stiehlt, er mit dem Verhältnis zu seiner drogensüchtigen Tochter Sam überfordert ist und zu allem übel auch noch eine Stimme hört, die ihm immer wieder sagt, wie armselig er sei und dass er besseres verdient habe, ist da auch nicht gerade hilfreich. 


Meinung

"Birdman" ist einer der am schwersten zu rezensierenden Filme, den ich je gesehen habe, was vor allem daran liegt, dass ich mir immer noch nicht sicher bin, ob ich ihn wirklich verstanden habe. Es ist einer dieser Filme, bei dem man am Ende erst einmal sprachlos im Kinosaal sitzt, hin- und hergerissen zwischen Begeisterung und Unverständnis.
Um einmal mit dem Positiven anzufangen: Die Darsteller sind große Klasse und Michael Keaton, Edward Norton und Emma Stone haben ihre Oscar-Nominierungen meiner Meinung nach absolut verdient. Während ich aus der Rolle des Riggan Thomson nicht so wirklich schlau geworden bin, kann man nicht abstreiten, dass Michael Keaton den vom Wunsch nach Erfolg besessenen und mit seinen Mitmenschen und der Stimme in seinem Kopf überforderten Schauspieler und Regisseur wirklich hervorragend spielt. Immer nah am Wahnsinn schwankt seine Rolle zwischen Euphorie, rasender Wut und Verzweiflung und er bringt all diese Emotionen hervorragend rüber. Sich so zu zeigen, wie Riggan teilweise rumläuft (in Unterhose über den Times Square) erfordert auch eine Menge Mut und die Fähigkeit, über sich selbst zu lachen.
Dennoch hat ihm Edward Norton in seiner Rolle des Mike Shiner meiner Meinung nach im Mittelteil teilweise die Schau gestohlen, denn sein Charakter ist einfach nur zum Schießen komisch und zeigt sich in mindestens ebenso absurden Situationen ("Mein Mega-Ständer wurde schon 50.000 Mal auf Youtube geklickt."). Ich war sowohl von der Rolle des arroganten, unfreiwillig komischen und irgendwie faszinierenden Mike begeistert als auch von Edward Nortons Darstellung.
Unter der allgemein wunderbaren Nebenbesetzung sticht auch Emma Stone als Riggans ehemals drogensüchtige Tochter und mittlerweile Assistentin heraus, die meiner Meinung nach den intensivsten und beeindruckensten Mehr-oder-weniger-Monolog des ganzen Films hat und mit einer der interessantesten Figuren sehr überzeugend darstellt.
Doch gerade durch die genialen Darsteller fällt auf, dass die Nebenfiguren am Ende mehr oder weniger kommentarlos fallengelassen werden und viele Fragen offenbleiben, die ich im Gegensatz zu denen bezüglich der Hauptfigur gerne beantwortet gehabt hätte. Insbesondere Mike wir meiner Meinung nach im Film so viel Raum eingeräumt, dass ich es schön gefunden hätte, wenn über sein weiteres Leben oder eine mögliche Entwicklung seines Charakters während des Films Andeutungen gemacht worden wären. Mike war es auch, der den Satz gesagt hat, der mir aus dem Film am ehesten in Erinnerung bleiben wird: "Beliebtheit ist nur die nuttige, kleine Cousine von Wertschätzung."
Was die Hauptfigur Riggan angeht, hat das Ende des Films wohl nicht nur in meiner Familie rege Diskussionen angeregt, und das ist der Punkt, an dem ich mich noch nicht wirklich entscheiden kann, ob mir der Film gefällt oder nicht. Nicht, weil das Ende mehr oder weniger offen ist (ein sehr geschickter Kniff und super gemacht, wie ich finde), sondern weil die Hauptfigur eigentlich extrem unsymathischm selbstbezogen und besessen ist und es irgendwie frustriert, dass er im gesamten Film nichts zu lernen scheint. Auch seine offensichtliche psychische Krankheit ist zwar ziemlich gut gemacht, sorgt aber auch für einige Momente, in denen man sich fragt, in was für einem Film man hier eigentlich gelandet ist. Insgesamt ist aber vielleicht auch gerade diese Figur der Grund, wieso einen der Film zum Nachdenken anregt und einem noch eine Weile im Gedächtnis bleiben wird.
Ob ich die Nominierung in der Kategorie Bestes Drehbuch für berechtigt halte, finde ich daher aber schwer zu entscheiden. Einerseits könnte der Film als eine Parodie auf das Film- und Theaterbusiness und eine Kritik daran verstanden werden (den geradezu wahnhaften Zwang, berühmt zu werden, und die Verwechslung von Liebe und Anerkennung), andererseits wirkt er häufig auch wie eine absurde, ziemlich schräge Komödie, deren Sinn nicht immer zu erkennen ist.
Positiv zu erwähnen bleibt auch die Kamera, die ja ebenfalls für einen Oscar nominiert ist. Diese folgt häufig den Figuren so, dass der Zuschauer das Gefühl hat, ihnen selbst hinterherzulaufen, auch mal in einen leeren Gang hineinzuschauen, oder den Fokus genau auf das Gesicht einer aktuell sprechenden Person zu richten - so, wie man es vielleicht auch tun würde, wenn man direkt dabei wäre. Dadurch wirkt der Film oft um einiges intensiver und mitreißender.
Eine Bewertung kann ich hier aber beim besten Willen nicht abgeben, da ich immer noch das Gefühl habe, den Film noch nicht komplett verstanden zu haben. Ich denke, ich muss ihn noch mindestens ein paar Mal sehen, um ein Urteil fällen zu können. Ich würde jedoch jedem Freund des humorvollen, schrägen und anspruchsvollen Kinos empfehlen. Schon allein, weil ich gerne darüber diskutieren würde ;).


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"Can a Song Save Your Life?"


Originaltitel: Begin Again
Genre: Musikfilm, Romantische Komödie
Länge: 104 Min
Altersfreigabe: ab 0
Deutscher Kinostart: 28.08.14
Produktionsland: USA
Darsteller: Mark Ruffalo, Keira Knightley, Adam Levine,  Hailee Steinfeld, ...
Regie: John Carney
Drehbuch: John Carney
Nominiert für den Oscar in der Kategorie: Bester Filmsong
Quelle
Trailer



Inhalt

Dan Mulligan war einmal erfolgreicher Musikproduzent, doch nun wurde er von seiner Frau verlassen und von seinem Partner gefeuert und sitzt seine Zeit in einer abgeranzten kleinen Wohnung und schäbigen Bars ab. Als er auf Greta, eine junge Musikerin, die gerade von ihrem Freund betrofen wurde, trifft, erkennt er sofort ihr Talent und wittert eine Chance auf Erfolg. Doch niemand will das geplante Album produzieren, also nehmen die beiden das kurzerhand selbst in die Hand: An den verschiedensten Orten in New York entsteht ein außergewöhnliches Musikprojekt.


Meinung

"Can a Song Save Your Life" ist ein richtiger Wohlfühlfilm für Freunde der guten Musik, des guten Schauspiels und der lockeren Unterhaltung. Die herzerwärmende Geschichte über Liebe, Freundschaft, Familie und Musik macht einfach gute Laune und auch, wenn die Geschichte mit dem Trailer schon fast komplett erzählt ist, endet sie doch nicht unbedingt so, wie man es erwartet hätte.
Die beiden Hauptdarsteller Keira Knightley und Mark Ruffalo schätze ich sehr und auch in diesem Film haben sie mich nicht enttäuscht, auch wenn Dan und Greta sicher nicht ihre anspruchsvollsten Rollen waren. Überrascht war ich auch von Adam Levine, der tatsächlich nicht schlecht schauspielert, dafür, dass er von Beruf eigentlich Sänger ist. Die meisten anderen Nebenfiguren kommen eher zu kurz, was bei dieser Art von Film nicht unbedingt stört.
Highlight des Ganzen ist natürlich die Musik, größtenteils gesungen von Adam Levine, Keira Knightley (von der ich gar nicht wusste, dass sie singen kann) und Cee-Lo Green, der eine unterhaltsame Nebenrolle spielt. Der Soundtrack ist eine Mischung aus fröhlichen und melancholischen Songs über die Liebe und das Leben und der oscar-nominierte Song "Lost Stars", der in mehreren Variationen vorkommt, mittlerweile eines meiner Lieblingslieder.
Ich kann diesen Film Freunden guter Indie-Musik und romantischer Komödien zum Wohlfühlen nur empfehlen und vergebe sehr gute vier Sterne.


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"Die Entdeckung der Unendlichkeit"



Originaltitel: The Theory of Everything
Genre: Biografischer Film
Länge: 123 Min
Altersfreigabe: ab 0
Deutscher Kinostart: 25.12.14
Produktionsland: Großbritannien
Darsteller: Eddie Redmayne, Felicity Jones, Charlie Cox, ...
Regie: James Marsh
Drehbuch: Anthony McCarten (basierend auf einer Autobiografie Jane Hawkings)
Nominiert für den Oscar in der Kategorie: Bester Film, Bester Hauptdarsteller, Beste Hauptdarstellerin, Bestes adaptiertes Drehbuch, Beste Filmmusik
Quelle
Trailer



Inhalt

Der Film erzählt vom Leben Stephen Hawkings - seiner Arbeit als Wissenschaftler, seiner Krankheit und seinem Familienleben - seit seiner Studienzeit. 


Meinung

Vielleicht hatte ich zu hohe Erwartungen, doch dieser Film hat mich ein wenig enttäuscht.
Ohne Zweifel sind die Darsteller auch hier wieder große Klasse. Stephen Hawking zu spielen ist sicher eine der größten Herausforderungen, denen ein Schauspieler sich stellen kann, und Eddie Redmayne, den ich seit "Les Misérables" sehr schätze, bewältigt sie meisterhaft. Die Nominierung für den Oscar als Bester Hauptdarsteller hat er mehr als verdient und ich würde ihm die Auszeichnung vermutlich sogar mehr gönnen als Michael Keaton und Benedict Cumberbatch, weil seine Rolle einfach unglaublich schwer zu spielen gewesen sein muss. Da ist es schon bewundernswert, dass Felicity Jones als Jane ihm in Sachen Leistung in diesem Film in nichts nachsteht, denn auch sie spielt ihre Rolle der treu sorgenden Ehefrau und Mutter, die bereit ist für ihren Mann zu kämpfen und trotz der zeitintensiven Pflege Stephens noch ein eigenes Leben hat, mehr als überzeugend und hatte mein ganzes Mitgefühl und meine ganze Sympathie. Auch hier halte ich die Oscarnominierung für gerechtfertigt. Diverse Nebendarsteller wie Charlie Cox, David Thewlis und Harry Lloyd machen ihre Sache ebenfalls wunderbar.
Desweiteren ist der ebenfalls oscarnominierte Soundtrack von Jòhann Jóhannson zuckersüß und wunderbar passend, wenn auch nicht ganz so intensiv wie der von "The Imitation Game", weshalb ich ihm in dieser Kategorie den Oscar nicht unbedingt gönnen würde.
Schade fand ich jedoch, dass man in den zwei Stunden Film öfter das Gefühl hatte, dass so gut wie nichts passiert beziehungsweise dass man das, was passieren wird, schon früh erahnen kann (und damit meine ich natürlich nicht Stephens Krankheit). Ich sage es nicht gerne, aber ich habe mich teilweise gelangweilt und würde für diesen Film nicht noch einmal ins Kino gehen und das auch nicht unbedingt empfehlen. Vielleicht liegt es daran, dass Stephen Hawking bis jetzt einfach ein eher ruhiges Leben hatte (in Bezug auf Action; nicht, dass es für ihn langweilig gewesen wäre) und ich sollte mich nicht beschweren, vielleicht hätte man den Film aber auch spannender gestalten können.
Ich kann jedenfalls trotz des schönen Soundtracks und der sehr guten Schauspielleistung nur 3,5 Sterne geben. Der Film ist süß, aber eben auch nicht viel mehr.


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"Gone Girl - Das perfekte Opfer"

 


Originaltitel: Gone Girl
Genre: Drama, Krimi
Länge: 149 Min
Altersfreigabe: ab16
Deutscher Kinostart: 02.10.14
Produktionsland:  USA
Darsteller: Ben Affleck, Rosamune Pike, Neil Patrick Harris, Missi Pyle, ...
Regie: David Fincher
Drehbuch: Gillian Flynn (basierend auf ihrem gleichnamigen Roman)
Nominiert für den Oscar in der Kategorie: Beste Hauptdarstellerin
Quelle
Trailer



Inhalt

Nick Dunnes Frau Amy wird entführt und je tiefer die Ermittler in das Privatleben der beiden eindringen, desto mehr Risse bekommt das Bild der perfekten Ehe und desto verdächtiger wird Nick selbst. Hat er vielleicht seine Frau umgebracht?


Meinung

"Gone Girl" ist wohl einer der verstörendsten Filme, die ich je gesehen habe, und trotzdem ziemlich genial und vor allem: spannend.
Die Geschichte konzentriert sich größtenteils auf Nick, der, im Fokus der Ermittlungen, selbst versucht herauszufinden, was seiner Frau Amy zugestoßen ist. Gleichzeitig gibt es Rückblenden aus der Sicht von Amy, die von Nicks und ihrer Beziehung erzählt, vom ersten Treffen über die Hochzeit bis hin zu den Problemen, mit denen sie jetzt, in ihrem sechsten Ehejahr, zu kämpfen haben. Dadurch wird dem Zuschauer erst Stück für Stück klar, was wirklich hinter Amys Verschwinden steckt, was den Film extrem spannend macht. Im Laufe der zweieinhalb Stunden Film, die nie auch nur eine Sekunde langweilig werden, kommt es zu mehreren Enthüllungen, die den Zusschauer sprachlos zurücklassen.
Dabei ist vor allem die öfter überraschende Entwicklung der Charaktere, sowohl in den Rückblicken als auch in der Gegenwart, extrem faszinierend und für einen Film außergewöhnlich stark. Beide Hauptdarsteller und auch Miss Pyle als Nicks Schwester beeindrucken durch ihr emotionsgeladenes, intensives Schauspiel, dass mich mitgerissen und auch erschreckt hat. Rosamunde Pike brilliert in ihrer - man kann es nicht anders bezeichnen - krassen Rolle der Amy und hat die Oscarnominierung meiner Meinung nach auf jeden Fall verdient.
Das Ende des Films war es, das mich am meisten aus der Bahn geworfen und verstört hat. Ich möchte nicht zu viel verraten, doch es überrascht auf jeden Fall und lässt einen ein Stück weit den Glauben an die Menschheit verlieren. Ich bin mir nicht sicher, ob ich de Film noch einmal sehen werde, doch ich kann ihn nur jedem Fan des Psychothrillers, Krimis und Dramas empfehlen und vergebe 4,5 Sterne

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Soweit also zu meiner Meinung zu diversen oscarnominierten Filmen. Zusätzlich habe ich auch noch "X-Men: Zukunft ist Vergangenheit" gesehen, der für Beste visuelle Effekte nominiert ist und den ich wieder sehr gut fand (Michael Fassbender und James McAvoy <3), aber vor so langer Zeit gesehen habe, dass ich ihn nicht mehr wirklich beurteilen kann.
Welche Filme, die für die Oscars nominiert sind, habt ihr gesehen? Welche sind eure Favoriten? Interessieren euch die Filme, die ich hier rezensiert habe?

 

Kommentare:

  1. Hyvää iltaa, Charlie.
    Madame schreibt ausführlich, lange "Kurz"-rezis... ;-)

    So rein aus gesellschaftlichen Gründen frage ich mich heute noch, warum solche Preis-Gala-Events eigentlich auf Sonntage gelegt werden. Rein vom Rythmus eines Wochenendes würde sich der Samstag weit eher anbieten. Ob es daran liegt, daß den Filmbizz-Leuten ein Weekend eher schnurz ist!? Wäre jetzt aber ein eher normales Mysterium - speziel der Oscars...

    Vorbildliche Einstellung. Klausuren versemmelt man/frau nicht leichtfertig. :-)

    Wenn ein Film wie 'Birdman' die Grauzellen zwischen den Lauschern stimmuliert, kann das nicht die schlechteste Eigenschaft dessen sein.
    Beliebtheit ist in der Tat wie ein Fähnchen im Wind, während eine persönlihche Wertschätzung auf einem Fundament aufbaut.
    Möglicherweise - ich theoretisiere jetzt heftigst - spielt der Film mit der Scheinbarkeit von Film oder Kunst allgemein. Nichts wirkt sicher - vor allem angesichts jeder Schnellebigkeit.

    Jetzt abgesehen davon, daß Iñárritus 'Babel' nicht minder schwerwiegende Kost ist.

    Manchmal sind einem Filmthema auch schlichte 90 Minuten genug. Weil Produzenten bei Biopics fürs Oscar-Rennen gern in die - zumindest zeitlichen - Vollen gehen, sind es bei 'Die Entdeckung Der Unendlichkeit' eben deren 123 Minuten.
    Wobei ich bei den Urteilkriterien der Academy-Mitglieder vermute, daß dem Projekt einige Trophäen zugehen werden.

    Den Nachteulen & Live-Junkies empfehle auch dieses Jahr wieder die Schalte der Österreicher, die die qualenden Werbeblocks der Show nicht mit dem Hirntod des hiesigen Privaten füllen.
    Ach ja - der rote Teppich; wirklich schöne Kleider werden auch dieses Jahr wieder durch Seltenheit glänzen, fürchte ich.

    Ansonsten wünsche ich Dir erfolgreiches Klausurieren!

    bonté

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    1. Bonjour :),

      ja, die Rezension zu "Birdman" ist etwas lang geworden. Da hatte ich dann doch ziemlich viel zu sagen ;). Ich wollte aber auch nicht die nächsten Posts alle zu Film-Posts machen, deswegen habe ich die Filme in diesem hier zusammengefasst.

      Ich meine, mal gelesen zu haben, dass das etwas damit zu tun hat, dass am Samstag in den Kinos sonst der Umsatz verlorengehen würde. Ich bin mir aber nicht sicher.

      Das stimmt, dass er zum Nachdenken anregt, ist einge gute Sache und hebt ihn auch von 08/15-Filmen ab. Allerdings ist er ein bisschen sehr verwirrend.
      Ja, ich würde auch sagen, dass es zum Teil darum geht, wie oberflächlich und erfolgsorientiert das Film- und Theaterbusiness ist und wie sehr das einen kaputtmachen kann.
      Der Regisseur (Ich bin immer zu faul, seinen Namen auszuschreiben) hat ja dann für seine Arbeit auch drei Oscars an einem Abend in Empfang nehmen dürfen ;).

      In diesem Fall hätten mir 90 Minuten vermutlich auch gereicht ^^. Der Oscar für Eddie Redmayne war aber definitv gerechtfertigt, er war wirklich grandios in diesem Film. Und seine Dankesrede war echt süß.

      Was haben denn die Österreicher in den Werbepausen gemacht?
      Nun ja, ich habe die Verleihung dann letztendlich auf Youtube gefunden - auch ohne Werbepausen :).
      Das ist allerdings wahr :D. Dafür gibt es viel Stoff zum Lästern ^^.

      Vielen Dank und viele Grüße :).

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    2. ...die Österreicher pflegen zur nachtdurchzogenen Stunde den Plauder-Talk, der (filmische!) Hintergründe auffährt, neue Namen portraitiert & die oft noch nicht im deutschsprachigen Raum angelaufenen Filme vorstellt. Live wohlgemerkt, weshalb das Gesehene auch kurzfristig kommentiert wird.
      Definitiv interessierender als die Dauerwerbeschleife des Privaten. Pro7 begnügt sich in der journalistischen Aufarbeitung des Geschehens mit den Platitüden eines Steven Gätjen im Vorgeplänkel - inkl. subalterner Dümpelfragen an Red-Carpet-Promis.
      "What do you expect this evening?"
      "Having a good time..."

      Ach, mit detailliert langen Rezis hatte ich noch nie ein Problem! :-)

      Die Drogen- & Suizidopfer des Filmbizz sind sprichwörtlich Legion. Wenn man/frau sich das Gewürm & die Schmeißfliegen dieser gesellschaftlichen Blase nicht nachhaltig vom Leib halten kann, ist der Crash vorprogrammiert.

      Für mexikanische Gepflogenheiten ist der Name "Iñárritu" fast kurz geraten... :-)

      Gut klausuliert?

      Spring is coming.

      bonté

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    3. Das klingt tatsächlich wesentlich sinnvoller und interessanter als die viele Werbung. Ich habe die Verleihung einfach auf Youtube gesehen, da war die Werbung rausgeschnitten und es gab nur die "normale" Youtube-Werbung.
      Aber danke für den Tipp :). Falls ich nächstes Jahr dazu komme, die Verleihung zu sehen, werde ich es bei den Österreichen versuchen.

      Oh ja, bei vielen Interviewern frage ich mich, wieso sie eigentlich immer dieselben Sachen fragen, die man bereits in tausenden anderen Interviews nachlesen kann. Ich würde mir kreative und leicht seltsame Fragen einfallen lassen, die sonst definitiv keiner fragt ;).

      Oh ja, die Klausuren sind sehr gut gelaufen :). Ich hoffe sehr, dass das auch für meine Abiturklausuren gelten wird.

      LG,
      Charlie

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    4. ...die Interviews auf DVDs gönne ich mir eigentlich nur, um Schauspieler außerhalb der gespielten Rolle zu erfahren. Inhaltlich kann man/frau die Standards der Antworten bereits selbst runterleiern... :-)
      Ausnahmen natürlich ausnehmend, denn tatsächlich gibt es auch Leute (Indi-Produktionen), die etwas zu sagen zu haben.

      Erfreut habe ich Dein Auftauchen in Sonnes Sidebar der aktuellen Posts letztens registriert!

      bonté

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    5. Bei bestimmten Schauspielern schaue ich mir auch sehr gerne die Interviews an, weil sie einfach sympathisch sind :).

      Ja, ich bin tatsächlich wieder aktiv gewesen - und habe sogar schon zwei neues Posts vorbereitet :).

      LG

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Charlie