[Laberpost] Über Lebenseinstellungen und die Schwierigkeit, sie anderen nicht aufzuzwingen

Charlie | Dienstag, 30. August 2016 |

Das einzige, was noch schwerer ist, als ein geordnetes Leben zu führen: es anderen nicht aufzuzwingen.
- Marcel Proust
 
 
Es gibt viele Entscheidungen, die man für sich und sein Leben treffen kann. Man kann sich entscheiden Veganer zu sein oder ein Kopftuch zu tragen oder nur noch Bio- und Fairtrade-Produkte zu kaufen oder eine bestimmte Firma oder ein bestimmtes Produkt zu boykottieren oder monatlich etwas an Waisenkinder in Afrika zu spenden oder dreimal die Woche Sport zu machen oder in jeder Situation das Positive zu sehen, um das Leben besser genießen zu können oder...
Heute soll es speziell um die Lebenseinstellungen gehen, die aus dem Vorsatz entstehen, der Welt im Allgemeinen oder bestimmten Gruppen im Speziellen etwas Gutes zu tun. Denn je nach dem, wie man diese Lebenseinstellung nach außen trägt, kann man damit anderen gehörig auf die Nerven gehen.

Vorweg: Ich möchte hier niemanden persönlich angreifen und keine Gruppen von Menschen über einen Kamm scheren. Ich schreibe hier, nur mal ganz theoretisch, über bestimmte Personen, die es meiner Erfahrung nach in jeder Gruppe irgendwo gibt, ohne Namen zu nennen.


 
Respekt vor den Entscheigungen anderer
 
Jeder hat die Freiheit, seine eigenen Entscheidungen zu treffen und seine Lebenseinstellung zu wählen, solange er damit niemand anderem schadet. Und selbst, wenn ich diese Entscheidung nicht nachvollziehen können sollte, so respektiere ich sie doch; vor allem, wenn sie gut begründet wird.
Genauso respektiere ich auch, wenn jemand meine Lebenseinstellungen nicht nachvollziehen kann, beispielsweise die Tatsache, dass ich Vegetariern bin. Ich habe absolut kein Problem damit, wenn mir jemand erzählt, er könnte einfach nicht auf Fleisch verzichten. Ich kann es und tue es, aber wer es nicht kann, ist ja auch nicht gezwungen, es zu tun. Dafür tue ich viele andere "gute" Dinge nicht, die andere Menschen tun.
Jeder sollte nach seinen Ermessen und seinen Möglichkeiten versuchen, die Welt zu einem besseren Ort zu machen. Und jeder, der etwas Gutes tut, sollte sich darüber freuen, statt wütend zu werden, dass andere nicht das Gleiche tun.


Vorsicht beim Vertreten der eigenen Meinung

Genau deshalb kann ich es absolut nicht nachvollziehen, wenn Menschen meinen, ihre Einstellung zum Leben sei die einzig richtige, und einem vorwurfsvoll zu erklären versuchen, was für ein schlechter Mensch man sei, wenn man sich ihnen nicht anschließt. Am besten werden dann noch die eigenen Argumente gegen ihren Standpunkt abgeschmettert, ohne dass sie sie mit Fakten widerlegen, und dann wird einem vorgeworfen, man würde ihnen ja nicht zuhören, sei nicht gut informiert und würde dickköpfig nur auf dem eigenen Standpunkt bestehen.
Natürlich kann man anderen von seiner eigenen Lebenseinstellung und ihren Vorteilen erzählen, um sie so vielleicht davon überzeugen, aber genau das ist mit Vorsicht zu genießen, da man dabei viel falsch machen kann, wodurch der Gegenüber vielleicht angegriffen fühlt.


 

 

Beispiel Veganismus

 
 
Mein Lieblingsbeispiel ist da aktuell der Veganismus.
Wohlgemerkt ist das im Folgenden nur ein Beispiel, weil ich solche Situationen schon mit Veganern erlebt habe. Selbstverständlich verhalten sich nicht alle Veganer so und genauso findet man solche Personen auch in anderen Gruppen. Es könnte hier genauso gut um ein anderes Thema gehen.
Zudem will ich mich hier nicht inhaltlich zum Thema Veganismus äußern, da ich mich damit nicht genug befasst habe, um eine fundierte Meinung äußern zu können. Das Thema bietet lediglich ein Beispiel für eine bestimmte Art der Diskussion.


Bewundernswerte Lebenseinstellung

Ich habe absolut nichts gegen Veganer, im Gegenteil: Ich finde sie bewundernswert. Für die Tiere und auch für die Umwelt (allein was man an Platz für das Viehfutter spart!) ist es sicherlich ein toller Schritt, wenn sich jemand entscheidet, keine tierischen Produkte mehr zu sich zu nehmen.
Doch ich persönlich muss sagen, dass ich das für mich nicht konsequent durchziehen könnte, jedenfalls nicht von jetzt auf gleich, und es auch nicht oberste Priorität hat auf meiner Liste der Dinge, die ich an meinem Leben ändern will. Fürs erste reicht es mir, die meisten Produkte nur noch in Bio zu holen.


Verschiedene Arten, eine Lebenseinstellung nach außen hin zu leben

Ich kenne einige Veganer, die wirklich tolle Menschen sind, ihre Einstellung nicht jedem aggressiv aufzwingen wollen und ihre Beweggründe ruhig und sachlich erklären, wenn sie danach gefragt werden.
Aber ich kenne auch Veganer, die überall ungefragt laut betonen, dass sie vegan leben und dabei einen Unterton haben, der einem deutlich mitteilt, dass sie es für unhaltbar halten, dass man selbst nicht so ein toller Mensch ist wie sie.
Teilweise fragen sie nach, wieso man selbst kein Veganer ist, um dann mit altklugen Kommentaren und irgendwelchen radikalen Aussagen von "Veganer-Gurus" die eigenen Argumente abzuschmettern. Dabei ist ein sehr beliebter Vorwurf, man habe sich ja noch gar nicht genau mit dem Thema auseinandergesetzt.
Letztendlich ist man der ignorante und schlechte Mensch, der zu engstirnig ist, um andere Möglichkeiten zu sehen, egal, ob man seinen eigenen Standpunkt begründet hat oder nicht.


Meine Fragen, an Menschen mit einer radikal-missionarischen Einstellung zu bestimmten Themen

Es gibt einige Dinge, die ich an solchen Verhaltensweisen nicht verstehe:



1.) Warum ist es so wichtig, jedem ungefragt seine Lebenseinstellung mitzuteilen?
 
Versteht mich nicht falsch, es gibt natürlich bestimmte Situationen, in denen es für Veganer wichtig ist, anderen ihre Essgewohnheiten zu erklären, z.B. wenn sie zum Essen eingeladen sind.
Aber so, wie ich nicht jedem, den ich kennenlerne, erzähle, dass ich die Farbe pink nicht leiden kann oder dass ich zwar getauft wurde, aber mittlerweile Agnostikerin bin, binde ich auch nicht jedem, den ich treffe oder mit dem ich in sozialen Netzwerken befreundet bin, penetrant meinen Vegetarismus (oder eben Veganismus) auf die Nase. 
Und deshalb nervt es mich, wenn jemand, während ich gerade meine Eisschokolade oder einen leckeren Käsekuchen genieße, neben mir sitzt und mir etwas über Massentierhaltung und die gesundheitsschädlichen Aspekte von Milchprodukten erzählt und mit unverhohlenem Stolz anmerkt, dass er/sie sowas ja nicht mache, weil er/sie ja Veganer_in sei. Das ist schön für diese Person und - wie bereits oben angemerkt - bewundernswert. Das heißt aber nicht, dass ich ungefragt darüber belehrt werden will, denn nur, weil ich keine Veganerin bin, heißt es nicht, dass ich mich nicht mit dem, was ich esse, befasse. 
Generell gilt für solche Lebenseinstellungen in Sachen mitteilen meiner Meinung nach: Weniger ist mehr, sonst wirkt es schnell missionarisch.


2.) Warum fällt es vielen Menschen so schwer zu akzeptieren, dass man, auch wenn man sich mit dem Thema befasst hat, immer noch nicht ihre Meinung teilt?

Ich habe schon so oft gehört, natürlich könne ich Veganerin werden, das sei für jeden möglich und jeder, der sich dagegen entscheidet, sei ignorant oder uninformiert.
Zugegeben, mit den gesundheitlichen Vor- und Nachteilen von Veganismus habe ich mich noch nicht befasst, aber mit den moralischen sehr wohl und ich bewundere Veganer für ihre hehren Motive und ihre Disziplin - sage aber dennoch, dass ich in naher Zukunft keine Veganerin sein werde. Weil ich weiß, dass ich es nicht konsequent durchhalten könnte, und weil ich es wichtiger finde, mit kleinen Schritten anzufangen, die ich auch durchsetzen kann, z.B. tierische Produkte nur noch in Bio zu kaufen.
Und dann möchte ich mir ehrlich gesagt auch keine beleidigenden Kommentare anhören, da ich, wie gesagt, der Meinung bin, dass jeder für sich selbst entscheiden sollte, welchen Beitrag er für eine bessere Welt leisten kann und vielleicht leiste ich meinen ja auf eine andere Art. Dafür tue ich vielleicht andere Sachen für eine bessere Welt, die mein_e Diskussionspartner_in nicht tut, was der/die Andere ja gar nicht wissen kann, währen der mich bereits kritisiert.
Des Weiteren gibt es sehr wohl Menschen, für die Veganismus gesundheitliche Komplikationen bedeutet und selbst, wenn es dann auch für sie nicht unmöglich wäre, vegan zu leben, finde ich es durchaus legitim, wenn sie es nicht tun, weil sie statt 20 Tabletten am Tag zu schlucken lieber einmal die Woche Fisch essen (völlig faktenloses Beispiel, aber so ähnlich habe ich das bei einer Freundin schon erlebt). Da gibt es andere Menschen mit viel schlechteren Argumenten für ihr ökologisch und moralisch schlechtes Verhalten. 
 
Und, nicht auf Veganer bezogen aber so ganz allgemein: Besteht nicht auch immer die Möglichkeit, dass man selbst nicht alles über ein Thema weiß und jemand anderes sinnvolle Gegenargumente haben könnte, über die man zumindest mal nachdenken könnte?
Viele Menschen, habe ich das Gefühl, übernehmen eine Lebenseinstellung von anderen, ohne sie genau zu reflektieren, und wenn man immer nur nach den Vorteilen eines bestimmten Themas sucht, wird man auch selten mit den Nachteilen konfrontiert, die die Meinung eventuell ins Wanken bringen könnten.

Generell heißt es nicht, dass man das, was man nicht mag, automatisch nicht kennt. Ich war z.B. viele Jahre lang Mitglied der katholischen Kirche, die ich während meines Religionsunterrichts und meines Erstkommunionskurses kennengelernt habe, und habe mich bewusst entschieden auszutreten.


3.) Halten es manche tatsächlich für sinnvoll, andere von ihrem Standpunkt zu überzeugen, indem sie auf ihnen rumhacken, ihnen Vorwürfe machen und ihnen Uninformiertheit vorwerfen?

Unabhängig davon, ob die Gegenargumente gegen eine bestimmte Lebenseinstellung sinnvoll, gut durchdacht und begründet sind, stelle ich mir allgemein die Frage, wozu man als Veganer, Christ oder was auch immer solche Diskussionen überhaupt führt: Um seinen Standpunkt zu erklären? Dann müsste man ja damit leben können, wenn jemand eine andere Meinung hat. Oder will man denjenigen vom eigenen Standpunkt überzeugen? Dann sollte man vielleicht nicht gleich persönlich werden und demjenigen Vorwürfe oder ein schlechtes Gewissen machen, denn das ist in der Regel eine schlechte Motivation für irgendeine Änderung der Lebenseinstellung, da sich der/die andere dann meistens eher angegriffen fühlt. Stattdessen könnte man demjenigen einfach positiv vorleben, was die Vorteile an der eigenen Lebenseinstellung sind.


4.) Warum fühlen sich viele Menschen persönlich angegriffen, wenn sie einen nicht von ihrer Meinung überzeugen können?
 
Auf die Gefahr hin, mich zu wiederholen: Ich habe nichts gegen Veganer. Und ich bilde mir auch ein, dass ich meine Meinung immer so rüberbringe, dass ich niemanden persönlich angreife.
Dennoch scheint es Leute zu geben, die es als persönlichen Affront auffassen, wenn man ihre Meinung nicht teilt, und ich kann gar nicht nachvollziehen, woher diese Einstellung kommt. Nur, weil man selbst nicht Veganer sein will, heißt das ja nicht, dass man ihre Einstellung nicht versteht und selbst wenn man sie nicht verstehen sollte (was ich mir bei Veganismus kaum vorstellen kann, bei anderen Themen dagegen schon), heißt das nicht automatisch, dass man den Menschen persönlich nicht mag.
Fühlen sich die Fans von "One Direction" etwa auch angegriffen, wenn man sagt, dass man mit Boygroups nichts anfangen kann?
Wenn das bei jedem Thema der Fall wäre, wäre es ein Wunder, wenn überhaupt noch Freundschaften zustandekämen. 
 
 
 
Diese Punkte kann man, wie gesagt, auch auf viele andere Themen anwenden. Ich habe lediglich Veganismus gewählt, weil ich mit einigen Veganern schon solche Diskussionen hatte.
Hattet ihr schon ähnliche Situationen, in denen ihr plötzlich unbeabsichtigt mit jemandem in einen Streit über Lebenseinstellungen geraten seid? Mit welchen Themen hattet ihr solche Erlebnisse?
Oder seht ihr das alles ganz anders als ich?

Kommentare:

  1. Ich finde den Post echt toll Charles. Wie du schon sagtest, jeder darf seine Meinung haben und es ist auch völlig okay, wenn er nicht die gleiche hat wie man selbst. Aber sie jemand anderem aufzuzwingen oder sich deren Argumente anzuhören ist echt ätzend und einfach nur nervig, denn man zwingt diesen Personen ja auch nicht seine Sicht der Dinge auf.
    Meinungsfreiheit ist was schönes - aber sie gilt dann auch JEDEM und nicht nur einer Person, die sie anderne aufzwingt. Diese Superveganer nerven mich übrigens auch total, haha. Oder diese Leute die sobald sie angesprochen werden auf einer Party oder so direkt aufschreien das sie in einer Beziehung sind, obwohl man nur nach dem Weg fragen wollte oder sowas ^^

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    1. Danke sehr :).
      Du sagst es! Irgendwie scheinen zu viele Menschen zu denken, Meinungsfreiheit gelte nur für sie -.-
      Generell Leute, die immer gleich mit Informationen um sich werfen, um die man sie nicht gebeten hat und um die es auch gar nicht geht ^^.

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  2. Bore da, Charlie.
    Zum besagten Thema springt mir glattweg die Zitate-Truhe passend auf...

    "Einstellungen könne wie eine Vignette ethischer Gedanken getragen sein - oder als blutige Waffen."
    (Evangeline Dahrtóbe)

    Stimmt! Anrennende Dogmatiker sind mir noch immer die Liebsten, weil ihnen "die alleinige Wahrheit" an den Hacken klebt & sie ALLE damit beglücken müssen. Was in der extremistischen Ausführung in Massenmorden enden mag.
    Vermutlich ist deshalb die Hinterfragung jeder Idee auch ein Anker für den Humanismus. Denke ich.

    Grundsätzlich formuliere ich gerne, daß ein Depp ein Depp ist - egal welcher Gruppe er/sie sich nun zugehörig fühlen mag (oder zugeordnet wird!). Die "hehren Ziele" sind dann nicht selten einzig ein Banner, hinter dem hergelaufen oder ein eigenes Süppchen gekocht wird.

    Wann immer sich jemand für einen "besseren Menschen" hält, ist es Zeit für die persönliche Alarmglocke; nope, dein divide et impera behalte für dich.

    Das Missionieren liegt allen Dogmen intus, weil sie den selbst definierten Alleinvertretungsanspruch jeweils reklamieren. Vermutbar geht es deswegen auch in der Historie des Menschen immer wieder wie im Kindergarten zu.

    Deine Aufzählungen in der Frage 3 laßen sich mit den psychologischen Spielchen erklären, die alle Formen der Manipulation anwenden. Im Grunde genommen als Taktik armselig & billig. Verfängt aber immer noch als erprobtes Machtspiel. "Ich bin, weil ich manipuliere!", sozusagen.

    Veganes Leben in freier, wilder Natur stelle ich mir etwas problembehaftet vor. Rein aus einem ironischen Standpunkt heraus... ;-)

    bonté

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    1. Hallo RoM,

      schön wieder so ausführlich von dir zu hören.

      Das ist ein sehr gutes Zitat. Es gibt da einige Menschen, die sich mal vor Augen führen sollten, dass sie diese Wahl haben und eben nicht mit ihren Einstellungen auf andere einprügeln müssen.

      Witzigerweise sind ja meist die, die meinen, die alleinige Wahrheit gepachtet zu haben, die, die am wenigsten hinterfragen und kaum etwas gut begründen können. Dabei sollte ja gerade die Wahrheit standhalten, wenn man sie hinterfragt...

      So ist es ! Eine bestimmte, egal wie lobenswerte Lebenseinstellung macht nun mal noch keinen klugen Menschen.

      Kindergarten ist da wohl die friedlichere Beschreibungen für all die Zeiten, in denen sich die Menschen die Köpfe eingeschlagen haben (oder es immer noch tun), weil jeder meint, die einzig richtige Lösung gefunden zu haben.

      In freier Wildbahn wäre das sicherlich schwierig, das stimmt. Alleine, weil Fleisch nun mal überall rumrennt ^^.

      Viele Grüße :)

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  3. Ich liebe deine Laberposts, ganz ehrlich. Du schreibst so oft von Dingen, die mich auch beschäftigen, ich bin ganz begeistert!

    Ich kenne tatsächlich nur eine Veganerin persönlich und diese ist zum Glück auch eine von den unaufdringlichen. Es ist zwar durchaus so, dass wir bei gemeinsamen Feiern alle vegane Dinge mitbringen - gibt auch da ja durchaus leckere Dinge -, sie verlangt dies aber nicht und wirft einem auch keine bösen Blicke zu, wenn man Fleisch ist. Da bin ich echt froh drum.

    Ich sehe das aber grade im Internet stark, wie Veganer einem ihren Lebensstil aufzuzwingen versuchen. Da erinnern die mich teilweise auch an die Zeugen Jehovas, die einfach mal vor der Tür stehen und dir so lange auf die Nerven fallen, bis du sie entweder anmeckerst oder einfach nur noch nickst. Ich kann, genau wie du, auch absolut nicht nachvollziehen, wie man seinen Standpunkt so angreifend und aggressiv vertreten kann. Vehement einer Meinung zu sein, okay, aber nur in Gesprächen, die auch genau darauf abzielen. Einfach ungefragt ständig seine Lebenseinstellung herumzuposaunen, ist ziemlich nervig. (Übrigens machen das viele Atheisten auch. Ist mir sogar bei mir selbst schon einmal aufgefallen, da war ich ganz erschrocken :D)

    Du sprichst mir jedenfalls aus der Seele. Ich finde auch, dass da durchaus auch die kleinen Schritte anerkannt werden können. So wie meine eine vegetarische Freundin das macht, die letztens ganz begeistert war, dass ich bei Fleisch nun vollständig auf Bio umgestiegen bin und den Konsum erheblich eingeschränkt hat. Das ist doch viel netter und bestätigt einen viel mehr, als angefeindet zu werden.

    Toller Post jedenfalls, danke dafür! Vielleicht liest ihn ja mal die richtige Person... :D

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    1. Danke für dieses tolle Kompliment, liebe Sonne :). Es freut mich immer, wenn wir einer Meinung sind, was ja erfreulich oft der Fall ist ^^.

      Ich habe auch absolut nichts dagegen, vegan zu kochen. Erstens, weil es da, wie du schon sagst, echt leckere Sachen gibt, und auch, weil ich Rücksicht auf die Essgewohnheiten anderer nehmen. Aber dann erwarte ich eben auch, dass Rücksicht auf meine genommen wird und mir nicht dauernd ein schlechtes Gewissen eingeredet wird. Du hast da eine vorbildliche Veganerin in deinem Freundeskreis ;).

      Hahahaha, der Vergleich ist böse, aber es ist ja wirklich so, dass man sich kaum dagegen wehren kann, überall etwas darüber zu lesen. Und irgendwann will man sich dann einfach nicht mehr streiten.

      Ja, genau, wenn ich jemanden explizit frage, warum er einer bestimmten Ansicht ist, diskutiere ich gerne darüber, aber halt nicht ungefragt.
      Oh ja, das geht als Atheist_in genauso gut wie als Theist_in.

      Genau, so bringt man Leute nämlich eher dazu, etwas in den eigenen Augen Gutes zu tun: indem man sich schon über die kleinen Schritte freut. Und Bio-Fleisch und weniger Fleischkonsum ist ein richtig guter Schritt. Wenn das jeder so machen würde, wäre die Welt schon mal ein ganzes Stück besser.

      Oh ja, darauf hoffe ich auch ^^.

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  4. Finde ich wirklich sehr schön, dass du zu einem solchen Thema mal Stellung beziehst. Ich habe leider auch beide Seiten kennen gelernt, vor allem im Bereich Vegetarier / Veganer. Persönlich bin ich jemand, der der Meinung ist, dass jeder sein Leben so leben darf wie er möchte, wenn er anderen nicht schadet, denke da also genauso wie du und somit ist es mir relativ egal, ob nun jemand Veganer oder Vegetarier ist. Wenn das seine Auffassung ist, er sich damit besesr fühlt, dann ist das doch vollkommen okay und ich kenne wie gesagt Personen, die haben diese Lebenseinstellung für sich gefunden und schaffen es das auch ganz sachlich zu erklären, akzeptieren es aber auch, wenn man selbst Fleisch ist. Jedoch kenne ich auch die andere Seite, die immer wieder versucht zu missionieren und einem die eigene Lebensweise aufzudrücken, damit kann ich gar nichts anfangen. Tue ich doch bei anderen auch nicht, also möchte ich auch nicht, dass man das bei mir tut. Mich nervt das dann einfach nur.

    Ich bin da ganz ehrlich, ich könnte auch nie auf Fleisch verzichten, einfach weil es mir schmeckt und ich es persönlich gut vertrage. Habe ja mit Narungsunverträglichkeiten zu kämpfen und muss somit einfach auf Dinge umsteigen, die ich vertrage. Jedoch achte ich darauf, dass ich Fleisch in Maßen esse, denn täglich finde ich übertrieben und das muss auch nicht sein, dazu ist mir wichtig, dass ich in meinem eigenen Haushalt Fleisch kaufe, wo ich weiß, wo es herkommt und auch weiß, dass es den Tieren gut geht. Regional ist da ja immer das stichwort, wo man dann auch beim Metzger vor Ort nachfragen kann, wo das Tier herkommt. Finde man kann auch in der Form, darauf achten, dass man Massentierhaltung nicht unterstützt ;).

    Danke auch für dein lieben Kommentare, wie du merkst, bin ich gerade dabei euch allen zu antworten.
    Ist auch echt eine süße Geschichte, wie die beiden sich kennengelernt haben und generell sind mir die Obamas ehrlich gesagt einfach sehr symphatisch und vor allem Michelle finde ich eine sehr tolle Frau, somit finde ich es schön, dass man den Fokus auch mit auf ihre Geschichte legt :). Viele Amerikaner wünschen sich ja, dass sie irgendwann als Präsidentin antritt und das könnte ich mir bei ihr gut vorstellen.

    Das fände ich persönlich auch spannender zu sehen, wäre halt mal was anderes und vielleicht auch realistischer, denn es gibt ja auch viele die sich nicht sofort neu verlieben, sondern etwas Zeit brauchen, sowas zu verabeiten. Sogar welche, die im Anschluss nie wieder einen neuen Partner haben. Aber ich wollte den Film mehr wegen den Hauptdarstellerinnen sehen ;). Die mag ich einfach.

    Kenne ich noch gar nicht, muss ich mir aber echt mal anschauen, weil mich die ganze Geschichte doch sehr interessiert. Da hast du Recht, so eine Kinoflaute ist definitiv gut für den Geldbeutel. Meine Filme in dem Monat sind eh Dont Breathe und Nerve, da würde ich es echt gerne ins Kino schaffen und nicht warten, bis die auf Dvd raus sind. Die reizen mich gerade am meisten.

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    1. Freut mich, dass dich das Thema interessiert!
      Und es ist gut zu wissen, dass ich nicht die Einzige bin, die mit solchen Situationen zu tun hatte.
      Es wäre echt schön, wenn alle Menschen so tolerant über andere denken würden.

      Ja, das sehe ich auch so. Bewusster Fleischkonsum ist doch schon mal viel besser als dieses Zeug von Fast-Food-Ketten. Ich sehe das so, dass man z.B. auch nicht komplett auf Autofahren verzichten muss, aber überlegen könnte, wo man z.B. lieber das Fahrrad nimmt. Das wäre allein schon ein großer Schritt.

      Mir sind die Obamas auch echt sympathisch. Die Idee, dass Michelle Obama als Präsidentin kanidieren könnte, habe ich noch nicht gehört, aber interessant wäre es. Hat sie denn schon mal Interesse daran gezeigt?

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  5. Ich stimme dir da vollkommen zu. Es gibt leider sehr viele Leute, die davon ausgehen, dass alle, die nicht ihre Meinung/Lebenseinstellung teilen, nur zu dumm sind, die Wahrheit einzusehen...

    Was ich auch nicht leiden kann sind Leute, die ihre Meinung/ihren Geschmack als unumstössliche Wahrheit darstellen. Mein Ex-Freund kommentierte meinen Film- und Buchgeschmack öfters mit "das ist doch voll langweilig/doof/scheisse, wie kann man nur so blöd sein, so etwas freiwillig zu lesen/schauen", wo er auch einfach hätte sagen können, dieses Genre interessiert mich nicht/gefällt mir nicht. Einer der Gründe, warum es mein Ex ist...

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    1. Oh ja, das kenne ich auch! Solche Verallgemeinerungen nerven mich total und ich reagiere dann auch oft sehr bissig und korrigiere dir Person, sie solle doch bitte "Ich mag das nicht." statt "Das ist doch scheiße." sagen.

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  6. Huhu!

    Ich habe diesen Beitrag auf meinem Blog geteilt, im Rahmen der Aktion "Stöberrunde".

    HIER ist meine Stöberrunde!

    LG,
    Mikka

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    1. Hi Mikka,
      vielen Dank für die Erwähnung :).

      LG,
      Charlie

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  7. Guten Morgen,
    danke für die vielen Linktipps :-)
    Stricken und Hörbuch sind bestimmt eine gute Kombination, leider kann ich nicht stricken :-) Aber ich habe mittlerweile ganz gern Hörbücher auf den Ohren, wenn ich meine lästige Hausarbeit erledige, das passt auch ganz gut.
    Über das Leben und das Lesen mit Drillingen fand ich total interessant. Meine drei Kinder sind mit einem ziemlichen Abstand geboren und mittlerweile schon lange aus dem Haus in eigenen vie Wänden - aber manche Sachen wie z.B. angekaute Lesezeichen oder bemalte Buchseiten sind mir noch in lebhafter Erinnerung :-)
    Sophias Artikel über Klassiker war total interessant. Ich habe für mich festgestellt, dass ich viele "Klassiker" der Schulliteratur mittlerweile wirklich toll finde und - wie sie schon sagt - sie sind wirklich oft eine erfreuliche Abwechslung.
    Der Artikel darüber, anderen seine eigene Lebenseinstellung nicht aufzuzwingen ist wirklich sehr lesenswert. Ich kenne so manchen, der sich das echt mal zu Herzen nehmen sollte :-)

    LG
    Tina

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    1. Hi Tina,

      ich glaube, du hast aus Versehen den falschen Blogpost kommentiert. Du beziehst dich bestimmt auf diesen Post von Mikka, in dem sie mich erwähnt hat, oder?: http://mikkaliest.blogspot.de/2016/09/stoberrunde-23-september-2016.html
      Es freut mich aber natürlich, dass du meinen Post lesenswert findest :).

      LG,
      Charlie

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Super, ich freue mich immer über Meinungen und (konstruktive!) Kritik ;).
Bitte nicht wundern, falls Deine Nachricht nicht sofort angezeigt wird! Ich habe meinen Blog so eingestellt, dass ich alle Kommentare zuerst freischalten muss. So kann ich sicherstellen, dass ich nicht vergesse, auf einen zu antworten.
Liebe Grüße und hau in die Tasten :D!
Charlie