[Serienrezension] "Suits" - Staffel 1

Charlie | Samstag, 27. August 2016 |


Viel Witz, charmante Figuren und eine Spurt Ernsthaftigkeit - Sehr zu empfehlen





Genre: Dramedy
Basiert auf: -
Länge: 13 Folgen à 42 min (bzw. 12 Folgen, Pilotfolge ca. 80 min)
Altersfreigabe: ab 6
Produktionsland: USA
Erstausstrahlung: Juni - August 2011 (auf USA Network)
Deutssprachige Erstausstrahlung: Januar bis Februar 2013 (auf FOX)
Darsteller: Gabriel Macht, Patrick J. Adams, Rock Hoffman, Meghan Markle, Sarah Rafferty, Gina Torres, u.a.
Quelle




Inhalt

Nach einem schiefgelaufenen Drogentransport auf der Flucht stolpert der hochintelligente Mike mitten in das Bewerbungsgespräch für einen neuen Anwalt in der Kanzlei "Pearson & Hardman". Dort überzeugt er Harvey Spector, einen der besten Anwälte der renommierten Kanzlei, durch sein großes Wissen in juristischen Dingen und wird eingestellt, obwohl er seine Juraprüfung damals an der Universität nicht ablegen durfte, wovon Harvey jedoch nichts weiß. 
Bald lernt der ehrgeizige, aber auch emotionale Mike das teilweise harte und stressige Leben als Anwalt kennen und muss gleichzeitig verhindern, dass jemand erfährt, dass er in Wahrheit gar kein Anwalt ist.





Meinung

Ich weiß nicht mehr, was mich dazu gebracht hat, diese Serie schauen zu wollen. Die unglaublich kreativen Werbesprüche von VOX ("Da ist etwas im Anzug." haha) waren es sicher nicht.  Vielleicht war es einfach meine Vorliebe für Anzüge. Was auch immer es war, ich bin froh, in "Suits" reingeschaut zu haben, denn diese Serie ist eine der unterhaltsamsten, die ich seit langem gesehen habe.

Die Fälle an sich waren für mich persönlich nicht besonders aufregend. Von Firmenzusammenschlüssen über Mordklagen bis hin zu Sachbeschädigung und sexueller Belästigung ist alles dabei, jedoch kann man bei einer Anwaltsserie natürlich nicht so gut miträtseln wie bei einer Krimiserie und es wird auch nicht im herkömmlichen Sinne spannend. Interessant ist eher der Konflikt zwischen beruflichem Interesse (den Fall gewinnen) und dem eigenen Gewissen, dem vor allem Mike des Öfteren ausgesetzt ist und der immer eine gewisse Portion Ernsthaftigkeit in die Serie bringt.

Was mir "Suits" aber wirklich schmackhaft gemacht und dafür gesorgt hat, dass ich die erste Staffel in wenigen Tagen geschaut habe, waren die Figuren und die Dialoge.
Harvey hat mich mit seiner arroganten aber trotz allem charmanten Art und seiner Schlagfertigkeit von Anfang an zum Lächeln gebracht. In der Realität wäre er sicher kein angenehmer Zeitgenosse, wenn man gegen ihn einen Prozess führen müsste, doch im Fernsehen ist er einfach große Klasse. Er weiß, dass er gut ist - sehr gut sogar - und zeigt das auch gerne, aber auf eine so humorvolle Art und Weise, dass man ihn trotzdem einfach mögen muss.
Mike ist da trotz seiner unglaublichen Intelligenz, insbesondere seines Gedächtnisses, eher für den emotionalen Part der Serie zuständig, denn im Gegensatz zu Harvey zeigt er oft Gefühle (die über die Wut über einen gefährdeten Sieg in einem Prozess oder Eigenlob hinausgehen), vor allem Mitgefühl mit den Mandanten oder deren Gegnern, was zu einigen Komplikationen führen kann, die ihn jedoch sehr menschlich und sympathisch erscheinen lassen. Mike ist auch für den Freundschafts- und Beziehungsteil der Serie zuständig, der jedoch in der ersten Staffel noch nicht allzu viel Raum einnimmt.

Doch auch die Nebenfiguren sind originell, unterhaltsam und teilweise herrlich schräg.
Einer meiner Lieblinge ist Donna, Harveys Sekretärin mit einem genialen trockenen Humor, die abgesehen von Harvey mit für die besten Dialoge in dieser Staffel sorgt.
Ganz anders wenn auch nicht weniger schräg ist Louis, Harveys Konkurrent in der Kanzlei, dessen Lieblingsbeschäftigung das Herumkommandieren von Angestellten und das Schmieden von Plänen, die Harvey zu Fall bringen sollen, ist. Louis ist zwar nicht sympathisch, aber mit seiner teilweise fast schon lächerlichen aber nicht unintelligenten Art umso unterhaltsamer.
Den Gegenpol zu diesen beiden eher unterhaltsamen Figuren bilden Jessica Pearson, Harveys Chefin Namenspartnerin der Kanzlei, und die Rechtsanwaltsgehilfin Rachel, die sich schnell mit Mike anfreundet. Jessica ist definitiv eine starke Frauenfigur, die sich durchzusetzen weiß - man denke nur an Sätze wie "Ich nehme keine Drohungen entgegen. Ich spreche sie aus." (oder so ähnlich). Rachel ist zumindest teilweise eine weitere Sympathieträgerin der Serie.

Das beste an der Serie sind mit Sicherheit die Dialoge. Schlagfertigkeit, trockener Humor, Harveys selbstverliebte Art, Jessicas unbeeindruckte Reaktionen, die Streitgespräche zwischen Harvey und Louis - Bei manchen Folgen war ich konsequent am Durchlachen. Die Dialoge sorgen dafür, dass die Serie trotz ernster Momente in erste Linie humorvolle Unterhaltung ist.
Und es muss einfach kurz festgehalten werden: Das Intro bzw. das Lied "Greenback Boogie" aus dem Intro machen einfach sofort gute Laune.


Fazit

Wer Serien mit einer großen Portion Humor aber auch ein wenig Ernsthaftigkeit mag, der sollte definitiv zu "Suits" greifen. Insbesondere die Dialoge der bunt gemischten, humorvollen und schlagfertigen Charaktere bieten fantastische Unterhaltung, doch die Thematisierung des Gewissenskonflikts, dem Anwälte mitunter ausgesetzt sind, liefert auch eine gewisse Ernsthaftigkeit. Ich vergebe 4,5 Sterne.




Kommentare:

  1. Gefällt mir sehr gut! Vielen Dank für diesen Eintrag!

    Allerliebste Grüße,
    HOLYKATTA || INSTAGRAM

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  2. Ahhhh, ich liebe Suits aus genau den Gründen, die du hier nennst! Die Dialoge und überhaupt die Beziehungen zwischen den Personen sind so toll und werden meiner Meinung nach auch von Staffel zu Staffel noch besser! Richtig tolle Serie einfach nur, ich habe neulich erst die alten Folgen nochmal geschaut und mich gleich wieder verliebt. <3

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    1. Hm, ich weiß noch nicht, ob ich finde, dass die Beziehungen vom Staffel zu Staffel besser werden. Ich hänge grad am Anfang von Staffel 3, weil mich eine ganz bestimmte Beziehung irgendwie nervt, weil ich fürchte, dass da noch viel mehr unnötiges Drama kommen wird. Ich shippe ja Harvey und Donna :D.

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  3. Irgendwie wurde ich mit Suits nie warm. Habe mal reingeschaut, es hat mich aber einfach nicht gefesselt. Ist aber wohl einfach Geschmackssache und man muss auf die Thematik stehen. Ich finde es toll, dass sie dich so fesselt und habe natürlich auch schon viel positives über die Serie gehört ;). Aber wie gesagt, meines ist es einfach nicht.

    Danke auch für dein liebes Kommentar zu meinem Studienpost.
    Aww Dankeschön für das liebe Kompliment <3.

    Jap das ist Uni definitiv, wenn du sie ernst nimmst, dann ist das wirklich ein Vollzeitjob der dich richtig auslastest. Vor allem dann, wenn das Semester dann so richtig angelaufen ist, am Anfang kannst du noch gut die Seele baumeln lassen, aber geht dann ziemlich schnell los und dann hat man ganz schön viel Stress.

    Genau gerade diejenigen, die irgendeine Förderung in Anspruch nehmen können es sich gar nicht leisten, ewig zu studieren bzw. werden ja auch nur die Regelstudienzeit über gefördert, aber über diese Regelungen wissen die meisten ja gar nichts, also ist es einfach zu urteilen, dass man ja ewig studiert. Natürlich gibt es die Negativbeispiele, aber mir begegnen die sehr selten. Zumal viele die studieren und älter sind, vorher auch oftmals schon einige Jahre im Beruf gearbeitet haben. Wir haben auch immer mal wieder Leute an der Uni, die diesen Weg gegannen sind und sich dann noch mal zum Studium entschieden haben. Warum auch nicht, wenn es einen beruflich dann nochmal weiterbringt, ist das doch vollkommen legitim und die nehmen ihr Studium natürlich auch sehr ernst und wollen fertig werden. Und wenn man dann natürlich hört jemand ist 30 und studiert noch, dann denkt man immer gleich: Langzeitstudent, ohne wirklich nachzufragen.

    Das stimmt, es gibt natürlich Dinge, die interesieren einen selbst nicht, aber das hießt ja nicht, dass ein Studiengang langweilig ist. Persönlich ist es bei mir dann eher so, dass ich es sehr interessant finde zu hören, was andere in ihrem Studiengang machen, aber es halt nichts für mich selbst wäre. Deshalb ist er aber nicht langweilig oder viel schlimmer noch eh total unnötig und einfach.

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    1. Das stimmt, die Thematik ist sehr speziell und ich hab die ganzen juristischen Details auch nicht immer verstanden bzw. sie haben mich nicht immer interessiert.

      Stimmt, es gibt ja auch viele, die aus dem Beruf nochmal ins Studium gehen und die dann auch gleich unfairerweise als Langzeitstudenten abgestempelt werden.

      Ja eben, "langweilig" ist generell ein total relativer Begriff. Ich find es auch immer wieder interessant, was andere studieren und warum.

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