[Erfahrungsbericht] FSJ (Freiwilliges Soziales Jahr) - Teil 1

Charlie | Mittwoch, 14. September 2016 |
Na toll, da habe ich endlich meine lang ersehten freien Wochen vor der Uni und blogge plötzlich weniger als vorher, als ich noch gearbeitet habe.
Aber immerhin habe ich in dieser Zeit an einem sehr langen und ausführlichen Post gearbeitet, und zwar über mein FSJ, das ich, wie die meisten von euch sicher wissen, vom September letzten bis August diesen Jahres abgeleistet habe.


FSJ - Was ist das?

 

  • Man arbeitet zwischen 6-18 Monate (üblich sind 12) freiwillig, sprich: ohne ein Gehalt dafür zu bekommen.
  • Die möglichen Einsatzgebiete siedeln sich im sozialen Bereich an (zB. Kindergärten, Altenheime, Arbeit mit Menschen mit Behinderungen, mit Blinden, mit Alzheimerpatienten, ...).
  • Es gibt jedoch auch andere FSJ-Richtungen wie zB. das Freiwillige Ökologische Jahr (FÖJ), das FSJ Politik, das FSJ Kultur, das FSJ in der Denkmalpflege, das FSJ Technik und alternativ den Bundesfreiwilligendienst.
  • Während des FSJ erhält man ein sogenanntes Taschengeld, das je nach Bundesland und FSJ-Träger unterschiedlich ist. In meinem Fall waren es 300€ monatlich.
  • Die Versicherung übernimmt die Einsatzstelle, eine Monatskarte oder eine Unterkunft muss man jedoch ggf. selbst bezahlen.
  • Während des FSJ stehen einem 26 Tage Urlaub und zusätzlich 26 Seminartage zu, welche vom Träger organisiert werden.
 
Wichtiger Unterschied: Träger - Einsatzstelle. Der Träger wirkt vor allem organisatorisch und vermittelnd. Er kooperiert mit verschiedenen Einsatzstellen, bearbeitet die Bewerbungen der Freiwilligen, vermittelt sie an die Einsatzstellen, kümmert sich um die Formalitäten, organisiert in regelmäßigen Abständen Seminare und dient als Vermittler zwischen den Freiwilligen und den Einsatzstellen. Die Einsatzstelle wiederum ist der Ort, an dem der/die FSJler_in arbeitet.
 
 
 

Mögliche Gründe für ein FSJ

 

  • Sinnvolle Tätigkeit in der Orientierungsphase (sieht gut im Lebenslauf aus, weil man sich quasi ehrenamtlich engagiert hat, während man noch überlegt, was man studieren bzw. wo man eine Ausbildung machen möchte)
  • Wartesemester (falls es sich lohnt) oder teilweise andere Vorteile bei der Bewerbung für die Uni
  • Einblick in ein bestimmtes Berufsfeld
  • Einblick ins "richtige" Arbeitsleben, bevor man eventuell an der Uni gleich wieder nur Theorie paukt
  • Fachabi: Ich weiß nicht, wie es in anderen Bundesländern ist, aber in Berlin kann man an bestimmten Schulen nach der 11. Klasse (also dem 2. Semester) statt des letzten Schuljahres ein FSJ absolvieren und erhält dann unter bestimmten Auflagen das Fachabitur, also ein Abi, mit dem man nur an bestimmten Hochschulen bestimmte Fächer studieren kann.
 
 
 
 

Mein FSJ

 

 

Meine Gründe für ein FSJ

 
Ursprünglich hatte ich unbedingt ins Ausland gewollt. Erstens, weil ich gerne neue Orte und ihre Kultur kennenlernen und meine Sprachkenntnisse verbessern wollte, und zweitens, weil ich die Entscheidung, was ich studieren will, noch etwas aufschieben wollte. Ich bewarb mich für viele Stellen beim Europäischen Freiwillgendienst, wurde jedoch von keiner angenommen, möglicherweise weil ich mich in den "beliebten" Ländern England und Frankreich beworben hatte und auch, weil ich zum Zeitpunkt der Ausreise noch nicht 18 gewesen wäre, was es für viele Einsatzstellen erschwert hätte, weil sie dann noch die Aufsichtspflicht für mich gehabt hätten.
An der Idee, nach der Schule nicht gleich zur Uni zu gehen, wo ich weiter rumgesessen und anderen zugehört und mitgeschrieben hätte, statt praktisch zu arbeiten, hielt ich aber fest und bewarb mich daher fürs FSJ Kultur, FSJ Politik und das "normale" FSJ. Ich erwartete mir von einem Jahr, in dem ich wirklich etwas nützliches tun statt nur Theorie pauken würde, viele neue und interessante Erfahrungen, die ich in der Schule oder Uni so nicht machen konnte/könnte. Da ich beim FSJ Kultur, das in Berlin deutlich mehr Bewerber als Plätze hat, nicht angenommen wurde und meine Bewerbung beim FSJ Politik wohl irgendwie verschwand, wurde es letztendlich ein "normales" FSJ, was insofern gut war, dass sich mittlerweile mein Wunsch, Psychologie zu studieren, herauskristallisiert hatte, und ich mir jetzt extra eine Einsatzstelle in dem Bereich suchen konnte.
 
 

Täger und Einsatzstelle

 
Mein FSJ habe ich über den Träger ijgd (internationale Jugendgemeinschaftsdienste) in meiner Heimatstadt Berlin abgeleistet. 
 
Gearbeitet habe ich in einer Tagesgruppe für Kinder, die aus unterschiedlichen Gründen Schwierigkeiten in Schule und im Hort haben, beispielsweise aufgrund von AD(H)S, Lernbehinderungen oder anderen, durch Traumata oder ein schwieriges soziales Umfeld bedingten Verhaltensauffälligkeiten.
Das Ziel unserer Maßnahme war, die Kinder in der Schule bzw. ihrem sozialen Umfeld und somit in verschiedenen sozialen und intellektuellen Kompetenzen zu stärken und den Eltern Wege aufzuzeigen, wie sie ihre Kinder dabei unterstützen können.
Etwas die Hälfte der 16 Kinder, bei deren Betreuung ich meine fünf Kollegen unterstütze, gingen dafür zunächst auch bei uns in das sogenannte Schulprojekt, wo sie - mit dem Ziel einer Integration in eine Regelschule - in kleinen Klassen von maximal fünf Schülern an den Schulalltag gewöhnt werden sollten.
 
Diese Einsatzstelle war zusammen mit einer WG für psychisch kranke Erwachsene die erste Einsatzstelle, die mir vorgeschlagen wurde, und da ich sie mir als erstes anguckte und sie mir auf Anhieb zusagte, entschied ich mich dafür, mein FSJ dort zu absolvieren. 
 
 

Meine Aufgaben

 
Was mich wohl am meisten überrascht und anfangs auch enttäuscht hat, war, dass man als FSJler_in nicht unbedingt die ganze Zeit mit den zu betreuenden Menschen zu tun hat - auch, wenn das wohl von den Einsatzstellen abhängig ist. Stattdessen war ich mehr eine helfende Hand für meine Kollegen, in jeder Hinsicht.
Die Kinderbetreuung stand für sie an oberster Stelle, sodass dafür meist genügend pädagogische Fachkräfte zur Verfügung standen, auch wenn es durch Urlaub und Krankheit mal zu personellen Ausfällen kam. Alleine hätte ich mit den Kindern ohnehin nicht sein dürfen, da ich keine pädagogische und auch keinen Erste-Hilfe-Ausbildung hatte. Ich war allerdings natürlich mit im Raum und half z.B. bei den Hausaufgaben, spielte mit den Kindern oder hatte im Garten mit ein Auge auf sie. Gerade bei den von uns betreuten Kindern war es nötig, dass auch bei wenigen Kindern mindestens zwei Betreuer in der Nähe waren, da häufig Streitigkeiten geklärt werden und Kinder von Gewalttätigkeiten oder dem Weglaufen abgehalten werden mussten.
 
Der weitaus größere Teil meiner Aufgaben bestand aus Dingen, die erledigt werden mussten, für die die Kollegen neben der Kinderbetreuung und dem vielen Papierkram aber keine Zeit hatten. So ging ich z.B. jede Woche Lebensmittel einkaufen und wurde generell häufig für Besorgungen losgeschickt (Büroartikel, Geburtstagsgeschenke für die Kinder, ...). Ich war dafür zuständig wöchentlich Handtücher zu waschen, die Zahnbürsten der Kinder regelmäßig auszutauschen, Wasserkocher, Öfen, Zahnputzbecher, Schränke und Schubladen und das Büro zu reinigen, den Müll rauszubringen, Blumen zu gießen, Klopapier, Papierhandtücher, Seife, Taschentücher, etc. aufzufüllen und im Büro beim Kopieren, Laminieren und Faxen zur Hand zu gehen. Ich war sozusagen Mädchen für alles.
 
 
 

Erstmal eingewöhnen...

 
Über diese Enttäuschung musste ich erstmal hinwegkommen, denn ich hatte ja Kindern helfen und nicht Mädchen für alles für Erwachsene sein wollen, aber mit der Zeit lernte ich meine ruhigen Vormittags- bzw. in den Ferien Nachmittagsstunden ohne die Kinder zu schätzen. Ich konnte oft für mich alleine arbeiten und mir meine Aufgaben für mich allein einteilen und ohne Aufsicht meiner Kollegen ausführen. Auch lernte ich, wie wichtig meine Arbeit für meine Kollegen war und wie sehr diese sie wertschätzten.
Ich erschuf Routinen, legte bestimmte Aufgaben auf bestimmte Wochentage und legte mir eine To-Do-Liste für Zeiten an, wenn es nicht zu viel zu tun gab.
 
 
Die Kinder
 
Auch das Gewöhnen an die Kinder brauchte seine Zeit, denn vor allem musste ich an meinem Verhalten ihnen gegenüber arbeiten. Ich hatte nicht mehr mit Kindern im Grundschulalter zu tun gehabt, seit ich selbst in diesem Alter war, was ja nun auch schon 15, 16 Jahre her war. Altersgerecht und nicht zu kompliziert mit ihnen zu reden war eines der Dinge, die ich lernen musste.
Zudem gab es bei Kindern mit Verhaltensauffälligkeiten noch viele andere Regeln zu beachten. Gerade bei Kindern mit kurzer Aufmerksamkeitsspanne musste ich lernen, klare, knappe Ansagen zu machen und mein Bedürfnis zu unterdrücken, jede meiner Anweisungen zu begründen, da sie dann meist gar nicht mehr zuhörten.
Streng und konsequent sein, egal wie traurig die Kinder guckten, wenn sie beispielsweise zur Strafe auf der Bank sitzen mussten, während die anderen spielten, fiel mir anfangs auch schwer, bis ich mit der Zeit merkte, dass man nur mit einem konsequenten System aus Regeln und (positiven wie negativen) Konsequenzen eine Verhaltensänderung erreichen konnte.
Anfangs kamen mir viele Regeln meiner Kollegen übertrieben streng vor und ich war meist zu nachsichtig mit den Kindern, weil ich Angst hatte, zu streng zu sein, aber wenn man oft genug pampige Antworten bekommt und schreiende, um sich schlagende und Hefte, Stifte und Stühle werfende Kinder sieht, kommt man schnell zu dem Schluss, dass diese auch mal eine scharfe Ansage vertragen.
Aber die größte Herausforderung für mich war wohl, wenn die Kinder gerade schweigen sollten und eines trotzdem eine Frage stellte, nicht automatisch darauf zu antworten ;).


Kolleg(inn)en
 
Doch nicht nur die Kinder, auch die Kolleg(inn)en waren neu für mich - und ich genauso für sie.
Meine Chefin und ich gerieten über das ganze Jahr mehr als einmal aneinander, da ich sehr gerne rede und sie am liebsten alle Antworten in so wenig Worten wie möglich verpackt bekommt. Zudem war sie, wenn sie mal da war, selten ansprechbar, weil sie so viel zu tun hattem und es war schwer, einen guten Moment abzupassen, um sie nach Urlaubstagen oder der Erlaubnis, wegen eines Arzttermins später zu kommen, zu fragen. Auch wenn sie über mein Generve manchmal ungehalten war, hatte ich jedoch bald den Dreh raus, wie man ihr am besten eine Freude machen und den Tag erleichtern konnte (Tee und Kaffee), und wir hatten stets einen respektvollen Umgang miteinander. Sie ist eine extrem kompetente Frau im für sie perfekten Job und ein Kompliment von ihr war mir immer sehr viel wert.
 
Mit meinen anderen Kolleg(inn)en hatte ich in stressigen Zeiten zwar mal kleinere Reibereien, doch insgesamt hatten wir ein respektvolles bis sogar herzliches Verhältnis. Wir redeten auch viel über Privates und ich war bei gemeinsamen Essen und Kinobesuchen außerhalb der Arbeitszeiten ebenfalls eingeladen. Trotzdem fühlte ich mich als viel Jüngere und Unerfahrenere nie wohl genug, um unter meinen Kolleg(inn)en wirklich voll und ganz ich selbst sein zu können.
 
 
Zeiten
 
Meine größten Probleme hatte ich wohl mit den Arbeitszeiten und meinem Fahrtweg. Ich hatte mir eine Einsatzstelle ausgesucht, die 1,5h Fahrt mit den Öffentlichen Verkehrsmitteln weit von meinem Zuhause lag. In Kombination mit der Arbeitszeit von 40h die Woche plus einer halben Stunde Pause pro Tag hatte ich so plötzlich in der Woche deutlich mehr zu tun als noch zu Schulzeiten, wo ich im letzten Jahr 30 Schulstunden und einen Weg von 15min hatte.
Das war natürlich vor allem für mein Privatleben extrem nervig, denn ich konnte, wenn sich meine Freunde nachmittags oder in den Ferien unter der Woche tagsüber trafen, eigentlich nie dabei sein, da ich meist frühestens um 18 Uhr in der Innenstadt, noch später in meinem Heimatbezirk gewesen wäre. Abends war die einzige Möglichkeit für Treffen mit Freunden, doch ich konnte nicht oft lange wegbleiben, da ich am nächsten morgen wieder früh aufstehen musste.
Auch Hobbys wie lesen, Fernsehen oder generell ein bisschen Zeit für mich kamen viel kürzer als früher, denn ich kam abends zum Abendessen nach Hause und hatte dann kaum 2h für mich, bevor ich wieder schlafen gehen musste.
 
Eine Zeitlang tat ich mich schwer damit, rechtzeitig schlafen zu gehen, weil ich die Zeit lieber mit Freunden oder mit Dingen, zu denen ich sonst nicht kam, verbringen wollte, doch bald stellte ich fest, dass dauerhaft zu wenig Schlaf meinem sonst recht guten Immunsystem enorm schadete. Ich kann mich nicht erinnern, je so oft und lange krank gewesen zu sein, wie in meinem FSJ, und nachdem ich im Februar nur drei Tage gearbeitet hatte, weil ich den Rest der Zeit mit einer Seitenstrangangina flachlag, beschloss ich, dass Schlaf doch wichtiger war, als andere Dinge. Der Vorteil daran, ausgeschlafen in der Bahn zu sitzen, war zumindest, dass ich so auf dem Weg zur und von der Arbeit lesen konnte, statt immer wieder einzuschlafen.
 
Arzttermine waren auch so eine Sache, denn die meisten Arztpraxen sind irgendwann zwischen 9-18 Uhr geöffnet und genau dann musste ich auch arbeiten. Es hieß also entweder die Chefin um Erlaubnis bitten oder die Termine so früh oder spät wie möglich zu legen, was auf Dauer sehr anstrengend war und dazu führte, dass ich viele Arzttermine lieber erst jetzt im September wahrnehme.
 
 
 
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Nun wisst ihr, wie mein FSJ in etwa abgelaufen ist. Und da ich schon jeden bewundere, der bis hierhin komplett mitgelesen hat, habe ich beschlossen, den Abschnitt über das, was ich im FSJ gelernt habe, und die Frage, was ich im Nachhinein zu meiner  Entscheidung für ein FSJ sage, auf einen späteren Post zu verschieben.

Und nun interessieren mich wie immer eure Erfahrungen:
Habt ihr ein FSJ oder etwas ähnliches abgeleistet oder habt ihr es vor? Wo habt ihr gearbeitet und was waren eure Aufgaben? Was war für euch zunächst ungewohnt?
Und was haltet ihr eigentlich von solchen persönlichen Posts und dem Thema FSJ?

Ich freue mich, von euch zu hören!


Kommentare:

  1. Sehr interessanter Post, denn ich habe bisher noch keines gemacht, wusste aber auch nicht das es das auch im kulturellen und politischen Bereich gibt. Nach dem FSJ Politik habe ich sogar gleich mal gegooglet, das gibt es aber leider nur in drei Bundesländern und Bayern ist da leider nicht mit dabei, somit wird das wohl nichts werden, weil es da am finanziellen scheitert. Studiere ja Politik und somit wäre das nach dem Studium auch eine super Alternative gewesen, um vielleicht einen Job zu ergattern ;). Schade also. Aber das wäre für mich wie gesagt ziemlich interessant gewesen.

    Ansonsten kann ich mir vorstellen ,dass du erstmal enttäuschst wars, dass du eher ein Mädchen für alles wars, freut mich aber, dass dir das dann auch bald gefallen hat und du auch aktiv deine Kollegen entlasten konntest. Das mit der langen Anfahrt kenne ich. Zu meiner Ausbildung bin ich auch immer ca. 1 1/2 Stunden hin und noch mal 1 1/2 zurück gefahren und da bleibt dann einfach echt nicht mehr viel Zeit für Freunde. Am Anfang war das auch ziemlich anstregend, aber irgendwann gewöhnt man sich daran und legt die Dinge halt einfach auf das Wochenende. Mit Arztterminen erging es mir aber ähnlich, die habe ich halt dann immer in meine Urlaube gepackt.

    Danke auch für dein liebes Kommentar.
    Jaa ich glaube da bist du echt eine Ausnahme, finde ich aber nicht schlimm, jeder hat da ja einen eigenen Geschmack. Schlimm finde ich ja immer, wenn im Fandom dann wegen sowas Streit entbrennt. Ich bin mir aber auch gar nicht sicher, ob die jemals als Paar enden werden. Könnte mir gut vorstellen, das man es bei diesen Neckereien belässt und es eher Freundschaft ist. Trixie ist soo putzig.

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    1. Hm, schade, dass es das FSJ Politik nicht in allen Bundesländern gibt. Das wusste ich nicht. Aber klar, mit dem Taschengeld kann man sich dann keinen Umzug oder so leisten. Deswegen konnte ich mein FSJ auch nicht, wie ich überlegt hatte, in einer anderen Stadt machen.

      In meinen Urlauben lag ich dann immer total platt rum und hatte keine Lust auf Arzttermine ^^. Aber mir dafür freizunehmen hieß halt Minusstunden zu haben.

      Ja, das stimmt, es ist echt unnötig, sich über sowas zu streiten. Immerhin sind Meinungen ja verschieden und man wird ja sehen, wie es für die Figuren ausgeht.

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  2. Ich finde solche Erfahrungsberichte echt interessant und ich mags auch immer, etwas über die Person hinter dem Blog zu erfahren. Ich habe selbst kein FSJ gemacht, weil das leider einfach nicht mein Ding ist. Mir fällt es generell sehr schwer, auf Leute zuzugehen und generell Gespräche zu führen etc., deshalb ist der soziale Bereich wohl nicht gerade für mich geschaffen. Zur Überbrückung während der Entscheidungsfindung hätte mir das vielleicht echt geholfen, aber naja, es sollte wohl nicht sein :D
    Ich stelle es mir aber verdammt anstrengend vor, den ganzen Tag unterwegs zu sein. Nach halbwegs langen Tagen in der Uni habe ich schon nur wenig Motivation, noch mehr zu machen, als mich hinzulegen und fernzusehen und würde ich Vollzeit arbeiten, würde wohl gar nichts mehr funktionieren. Mich daran zu gewöhnen wird mir sicher auch verdammt schwer fallen. Und frühes Schlafen ist auch so gar nicht mein Ding, den Fehler mache ich auch immer wieder. Die Fahrtzeiten weiß ich als Lesezeit aber auch sehr zu schätzen. :D
    Ich bin gespannt auf deinen Fortsetzungspost :)

    Liebe Grüße!

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    1. Freut mich, dass dich das Thema interessiert :).
      Klar, ich verstehe, dass das nicht für jeden was ist. Aber das Schöne ist ja, dass uns viele verschiedene Möglichkeiten offenstehen :).

      Das war auch echt anstrengend, aber man gewöhnt sich an alles ^^.

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  3. Hey :)

    Wie schön, dass du noch mal ausführlich über dein FSJ berichtest (den allgemeinen Teil, was das genau ist, hab ich mal übersprungen, hab ja selbst eines gemacht :D).

    Ich war ein Jahr in einer Grundschule mit anschließender Nachmittagsbetreuung und ich fand das Jahr super lehrreich, hatte total viel Spaß und muss auch sagen, ich hab mich in diesem einen Jahr noch mal ziemlich in meiner Persönlichkeit weiterentwickelt.

    Für mich war es am Anfang echt anstrengend, dass ich mit meinen 19 Jahren und keinerlei Erfahrung die Vertretungskraft in der Schule wurde (ja ich weiß, ich hätte das nicht gedurft^^), aber nachdem ich dann mal den Dreh raus hatte, wie man am besten mit den Kindern als alleinige Aufsichtsperson umzugehen hat, hat es mir richtig Spaß gemacht. Rückblickend bin ich sogar sehr dankbar dafür, dass ich teilweise Klassen über eine Woche alleine unterrichtet hab (mit Anweisungen und ABs der Lehrer), einfach weil mir diese Erfahrungen im Studium und sicher auch im Referendariat weiterhelfen werden (ich hab wegen meinem FSJ Lehramt studiert).

    Den organisatorischen Kram, den du machen musstest, musste ich gar nicht machen, hätte ich aber gerne :D Gerade, wenn man 4 Stunden Vertretung gemacht und dann noch 5 Stunden in die Nachmittagsbetreuung muss, war so ein Tag wirklich anstrengend. Da hätt ich mich gerne mal in ein Kämmerchen gesetzt und Papierkram erledigt^^

    Generell habe ich aber die gleichen Erfahrungen gemacht, wie du. Die Kollegen waren alle sehr dankbar für meine Hilfe und obwohl ich die "ungelernte Praktikantin" war, hat man mich das nicht spüren lassen. Auf jeden Fall ist ein FSJ oder irgendetwas anderes in die Richtung, eine Erfahrung, die ich jedem ans Herz legen kann. Man lernt den Beruf kennen, man sammelt Erfahrungen in der Arbeitswelt und man wächst an seinen Aufgaben.

    Eine Frage an dich noch zum Ende (hoffentlich hab ich das nicht überlesen): Ist der Bereich denn etwas für dich? Bzw. was studierst du denn jetzt? :)

    Und hast du wirklich gar keinen Lohn bekommen? Wir hatten "Taschengeld", weil es ja eine freiwillige Arbeit war, aber immerhin 400€, was gar nicht so schlecht ist, wenn man noch zu Hause wohnt und sonst keine Kosten hat^^

    Liebe Grüße
    Lena

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    1. Oh ja, meine Persönlichkeit hat sich in dem Jahr auch auf jeden Fall entwickelt. Darüber möchte ich gerne noch im zweiten Teil schreiben.

      Haha, ich glaub, viele FSJler mussten irgendwann mal Dinge machen, die eigentlich ihre Kompetenzen überschritten haben ^^. ZB mit den Kindern allein sein, obwohl man keine Erste-Hilfe-Ausbildung hat.
      Aber wenn es einem wirklich zu viel wird, sollte man auch die Möglichkeit haben, das anzusprechen.
      Allerdings wächst man ja eben an Herausforderungen auch.
      Na dann hat dir dein FSJ ja sogar noch mehr für die Zukunft gebracht, wenn du dadurch sogar deinen Traumberuf kennengelernt hast.

      Wie gesagt, später habe ich dann die Zeiten, in denen ich im Büro geschreddert oder laminiert hab, auch wirklich genossen :D.
      Der Papierkram VOR dem FSJ war nur nervig.

      Ich glaube, zu dem Bereich, in dem ich gearbeitet habe, wollte ich im nächsten Posts was sagen ^^.
      Also nein, ich glaube Erzieherin für diese Art von Kindern wäre echt nichts für mich. Die Mischung aus Arbeit mit Menschen und Papierkram mag ich zwar, aber auf Dauer weiß ich nicht, ob es mir nicht zu anstrengend und frustrierend wäre. Ich habe viele Kinder gehen sehen, von denen ich genau wusste, dass ihr Leben wieder Chaos wird und die Eltern alles zunichtemachen, sobald die Kinder aus der Maßnahme raus sind. So vieles an der Arbeit hat mich traurig und wütend gemacht.
      Aber vielleicht denke ich ja anders darüber, wenn ich älter und psychisch stärker bin.

      Studieren werde ich jetzt Psychologie, wie ich es auch vorher wollte. Allerdings überlege ich jetzt, vielleicht mal in Richtung Kinder- und Jugendtherapie zu gehen. Mal sehen, was die Zukunft bringt :).

      Doch, ich hab 300€ bekommen (steht oben in dem Teil, den du übersprungen hast ^^).
      Und das war mehr Geld, als ich je bekommen habe.
      Jetzt, wo es weg ist, vermisse ich es auch XD.

      Danke für deinen langen und ausführlichen Kommentar :).

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