[Serien-Kurzrezensionen] "Brookly Nine-Nine" - Staffel 1-2, "Lucifer" - Staffel 1 und "UnREAL" - Staffel 1

Charlie | Dienstag, 20. September 2016 |


"Brooklyn Nine-Nine" - Staffel 1-2





Genre: Sitcom
Basiert auf: -
Länge: 22 bzw. 23 Folgen à 22min
Altersfreigabe: ab 12
Produktionsland: USA
Erstausstrahlung: September 2013 - März 2014 bzw. September 2014 - Mai 2015 (auf Fox) 
Deutssprachige Erstausstrahlung: 1. August 2015 (auf Netflix) bzw. von März - August 2016 (auf ORF und Netflix)
Darsteller: Andy Samberg, Melissa Fumero, Joe Lo Truglio, Chelsea Peretti, Andre Braugher, Steühanie Beatriz, Terry Crews, ...
 Quelle




Inhalt
 
"Brooklyn Nine-Nine" zeigt im Stil einer Sitcom die Arbeit einiger Polizisten des NYPD. 



Meinung

"Brooklyn Nine-Nine" besticht alleine durch die ungewöhnliche Kombination aus Comedy (fast schon in Richtung Sitcom) und Polizeiserie, denn das Umfeld der letzteren bietet neuen, frischen Stoff für das Konzept des Comedygenres.
Selbstverständlich stehen hier nicht die Ermittlungen, sondern die Dynamik zwischen den Charakteren im Fokus. Die Fälle kommen zwar am Rande vor, dienen jedoch meist nur als Vorlage für diverse Pointen.
Die Charaktere sind weitestgehend völlig überzeichnet, sind aber gerade dadurch extrem unterhaltsam, da man von dieser Serie ohnehin nicht unbedingt viel Tiefgang und Authentizität erwartet. Zwar sind hier Stereotype wie die beflissene, schleimende Streberin oder der gutmütige, aber irgendwie zum Fremdschämen anregende Kumpel vorhanden, doch Figuren wie beispielswiese die narzisstische Gina amüsieren auch deshalb, weil sie im Grunde nur ein übertriebenes Bild einem Menschentypus sind, der einem tatsächlich öfters im Alltag begegnet:
Eine wirkliche Entwicklung der Figuren oder eine Botschaft, aus der der Zuschauer etwas lernen kann, gibt es selten, aber dafür - obwohl das sicher Geschmackssache ist - ist die Dynamik zwisichen den Figuren, insbesondere dem übermütigen und albernen Jake und dem auf den ersten Blick emotionslosen Captain Holt, der allerdings einen fantastischen, wenn auch versteckten Humor hat, einfach super. Holt ist mit seinem beabsichtigt widersprüchlichen Verhalten, das einen immer wieder überrascht, weil man so viel Witz von ihm nicht erwartet, eine meiner Lieblingsfiguren.
Um ein bisschen Drama und Konstanz hinzuzufügen gibt es natürlich auch Dramen von Beziehungen bis hin zu Rivalitäten in Jobs und wie es sich für eine Comedyserie gehört, fehlen auch die Running Gags natürlich nicht.
"Brooklin Nine-Nine" ist vielleicht kein hochwertiges Fernsehen und, wie viele Comedyserien, etwas albern, jedoch auch unfassbar unterhaltsam und super, wenn man einfach mal abschalten und nicht nachdenken will. Man wird die Figuren, so schräg sie auch sind, schnell liebgewinnen. Ich verbe 4 Sterne.


________________________________________________



"Lucifer" - Staffel 1




Genre: Fantasy, Krimi
Basiert auf: den gleichnamigen Comics von Mike Carey und Neil Gaiman
Länge: 13 Folgen à 43min
Altersfreigabe: ab ?
Produktionsland: USA
Erstausstrahlung: Januar - April 2016 (auf Fox)
Deutssprachige Erstausstrahlung: 15. Juli 2016 (auf Amazon Video)
Darsteller: Tom Ellis, Lauren German, David Alejandro, Lesley-Ann Brandt, D. B. Woodside, Rachael Harris, ...
 Quelle




​Inhalt

Der gefallene Engel Luzifer, ehemals Wächter über die Hölle, lebt unter dem Namen Lucifer Morningstar in L.A., wo er einen luxuriösen Nachtclub besitzt.
Als eine seiner Bekannten erschossen wird, er den Kugelhagel aber unbeschadet übersteht, gerät er ins Visier der Polizistin Chloe Decker, der er von nun an - sehr zu ihrem Missfallen - bei den Ermittlungen zur Hand geht - mit seinen eigenen, sehr unkonventionellen Methoden.



Meinung 

Wenn man - wie ich - eine Schwäche für Krimiserien, Briten und leicht arrogante, aber charmante Hauptfiguren hat, sollte man definitiv zu "Lucifer" greifen.
Zwar strotzt die Serie nicht gerade vor Spannung, kann aber gerade am Ende auch mit zwei interessanten und konfliktreichen, sich durch mehrere Folgen hinziehenden Geschichten aufwarten, die sogar die eine oder andere kleine Überraschung bieten.
Interessant ist auch Lucifers innerer Konflikt über seine Rolle auf der Erde, die Beziehung zu seinem Vater (Gott) und zu seinem Bruder, dem Engel Amenadiel,  der ihn immer dazu bewegen will, in die Hölle zurückzukehren. Während es sich bei der Handlung der einzelnen Folgen meist um "normale" Kriminalfälle handelt, rückt hier mehr der Fantasy-Aspekt in den Vordergrund. 
Vor allem aber hat die Serie einigen Stoff für Lacher und einen tollen Hauptdarsteller zu bieten. Nicht nur hat Tom Ellis, der laut Wikipedia aus Wales stammt, einen tollen britischen Akzent, der perfekt zu zu seiner Rolle passt, er kann auch wunderbar charmant lächeln, hat aber gleichzeitig auch einen beeindruckenden Psycho-Blick perfektioniert, den er als der Teufel gut gebrauchen kann. 
Die anderen Darsteller und Rollen bleiben für meinen Geschmack etwas zu blass und/oder stereotyp, ebenso wie die Beziehungen der Figuren untereinander, was mich aber kaum gestört hat, da "Lucifer" generell keine sehr tiefgründige, sondern eher eine rein unterhaltsame Serie ist. Lediglich Chloes Tochter Trixie konnte noch mein Herz gewinnen, denn die Kleine hat es faustdick hinter den Ohren und ist fast so frech und charmant wie Lucifer selbst, nur ohne seine Arrogsnz.
Für gute Unterhaltung mit einer charmanten Hauptfigur, wenn auch wenig Überraschungen, vergebe ich 3,5 Sterne.





______________________________________________ 


"UnREAL" - Staffel 1




Genre: Drama
Basiert auf: -
Länge: 10 Folgen à 42min
Altersfreigabe: ?
Produktionsland: USA
Erstausstrahlung: Juni - August 2015 (auf Lifetime)
Deutssprachige Erstausstrahlung: 10. Juni 2016 (auf Amazon Video)
Darsteller: Shiri Appleby, Freddie Stroma, Constance Zimmer, Josh Kelly, Craig Bierko, ...
 Quelle






Inhalt 

"UnREAL" zeigt die Arbeit am Set der fiktiven Reality-Show "Everlasting", die dem "Bachelor" ähnelt. Die Hauptfigur Rachel ist als Producerin dafür zuständig, die Kandidatinnen durch Manipulation in für die Zuschauer interessante Situationen zu bringen (Ausraster, nackte Haut, etc.).
Neben der Produktion der Show zeigt "UnREAL" außerdem die Beziehungen zwischen den einzelnen Crewmitgliedern, seien es Konkurrenz oder auch Affären.



Meinung

"UnREAL" ist wie ein Autounfall. Man will eigentlich nicht hinsehen, aber irgendwie muss man es trotzdem.
Diese Serie ist böse, schrecklich böse, denn sie handelt von Intrigen, Manipulation, Betrug und Menschen, die mehr als einmal für ihren Job zu weit gehen. Am Set tut man alles für gute Quoten, auch wenn man dafür Kandidatinnen gegen einander aufhetzen, alkoholisieren oder mit ihren Ängsten spielen muss. In dieser Hinsicht ist "UnREAL" vielleicht etwas überspitzt, zeigt vielleicht aber auch nur einfach ehrlich, was hinter den Kulissen einer Reality-Show wirklich abläuft - und das nicht immer alles, was man im Fernsehen sieht, auch genauso passiert ist, ahnt man ja ohnehin schon. Trotzdem schwankt man als Zuschauer hier öfters zwischen Fremdschämen und Mitleid.
Doch auch das Privatleben der Figuren ist das pure Drama und hier fand ich es des Öfteren schmerzhaft und auch unverständlich, dass die Figuren bestimmte Fehler immer wieder machen und einander und sich selbst immer wieder verletzen. So gibt beispielsweise eine Figur für eine andere ihr halbes Leben auf, nur um sie kurz darauf zu betrügen. Man hat sich Mühe gegeben, mit den Mitarbeitern am Set viele verschiedene Charaktere zu schaffen, und das ist auch gelungen, doch einige erschienen mir nicht konsequent ausgearbeitet, als wüssten die Drehbuchautoren selbst nicht, wie sich die Figur entwickeln sollte. Wobei das natürlich auch Absicht sein könnte; immerhin kommt es auch im wahren Leben oft genug vor, dass man selbst nicht weiß, was man eigentlich will. Zumindest ist das Beziehungsgeflecht der Charaktere auf diese Weise irritierend unbeständig und unvorhersehbar.
Während einige der Darsteller mich - auch wenn ich ihre Rolle nicht immer verstanden habe - bereits überzeugt haben (Freddie Stroma als Adam, Craig Bierko als Chet, Aline Elasmar als Shia), bin ich mir noch unsicher, ob ich Shiri Appleby in der Hauptrolle der Rachel für eine gute Wahl halte. Vielleicht gehört es zu ihrer Figur, dass sie die meiste Zeit wie ein depressives Schoßhündchen mit großen Augen durch die Gegend starrt, aber ich empfand das oft als nervig und zu emotionslos. In anderen Szenen wiederum beweist sie ihr schauspielerisches Talent und kann überzeugen. 
"UnREAL" hat definitiv etwas Faszinierendes, gerade durch die psychische Grausamkeit, die die Figuren sich und anderen zufügen. Gleichzeitig irritieren und schmerzen die Geschehnisse aber auch, doch man muss trotzdem weitergucken, weil man die Hoffnung auf ein Happy End für wenigstens eine der Figuren nicht aufgeben kann. Ich vergebe 3,5 Sterne.



Kommentare:

  1. Zu UnReal muss ich auch noch meine Kritik schreiben, da bin ich nun auch mit den ersten zwei Staffeln durch. Finde deine Aussage, dass es wie ein Autounfall ist, aber sehr passend. An vielen Stellen habe ich mich wirklich fremdgeschämt, konnte aber auch nicht aufhören, weil es dann doch viele interessante und schockierende Wendung gab. Fredie Stroma habe ich ja auch gleich ins Herz geschlossen, hatte vorher noch gar nicht so viel mit ihm gesehen. Er hat ja in der Mid Season auch eine Hauptrolle in einer sehr interessanten Serie, auf die ich schon gespannt bin. Freut mich sehr, dass er sich da gleich ein neues Projekt angeln konnte. Was die Hauptdarstellerin anbelangt ging es mir ähnlich, mal war ich genervt, aber es gibt viele Szenen, in denen sie glänzt. Ich glaube aber, dass das wirklich dem Charakter Rachel geschuldet ist, der ja generell instabil ist und somit passt das auf der anderen Seite auch wieder.

    Bei Lucifer weißt du ja da ich die Serie liebe. Was die Storylines angeht, glaube ich, dass das die zweite Staffel mit der Ankunft der Mutter etwas intensiver werden wird. Die erste Staffel hat in meinen Augen einfach so ein bisschen das Grundsetting gelegt und ich kann mir gut vorstellen, dass man nun schon einen roten Faden hat der sich durch die gesamte Staffel zieht.

    Danke auch für dein liebes Kommentar.
    Genau das ist bei mir auch der Grund, über Religion wird man hier auch nie was lesen, das sind einfach so Themen, mit denen man sich schnell angreifbar macht bzw. sich schnell jemand angegriffen fühlt. Und gerade bei solchen Themen sieht man ja in den sozialen Netzwerken das da letzteres was du genannt hast, sehr oft der Fall ist.

    So eine Aussage würde mich auch echt verärgern, nur weil man etwas nicht teilt, heißt das ja nicht, dass man jetzt dumm ist und manipuliert wurde, das ist quatsch. Würde ich mir auch wünschen, das der Umgang in den Netzwerken genauso wie im Realen Leben ist, aber ich glaube, dass das alles nur noch schlimmer werden wird.

    Dankeschön für dein liebes Kompliment ;).

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ich halte Freddie Stroma auf jeden Fall für einen sehr guten Schauspieler, aber ob ich seine Figur mochte, weiß ich nicht so ganz. Mal hatte ich den Eindruck, er hat Gefühle, mal war er wieder vollkommen oberflächlich.
      Da hast du recht, das hat vermutlich viel mit Rachels Charakter zu tun. Manchmal guckt sie vielleicht einfach so abwesend, weil es einfach zu anstrengend für sie ist, immer alle Emotionen zu zeigen. Einige verdrängt sie bestimmt auch einfach, sonst würde sie da am Set ja noch schneller irre werden.

      Die erste Staffel als Grundsetting, das klingt einleuchtend. Ich bin auf jeden Fall gespannt auf Staffel 2.

      Löschen
    2. Ich glaube aber das war auch das Ziel bei Freddies Charakter, er war ja doch stellenweiße auch etwas Arrogant, aber letzten Endes habe ich ihn dann doch gemocht.

      Ich hoffe ja, dass es Staffel 2 von Lucifer dann auch bald bei Amazon Prime gibt, hatte mir gestern ein Featurette zur zweiten Staffel auf Youtube angehört und das was die Darsteller da zu sagen hatten, klang wirklich spannend.

      Danke auch für dein liebes Kommentar.
      Ich bin eigentlich ja abseits von Doctors Diary kein großer Fan des Genres, deshalb hat es mich echt überrascht das ich Greys Anatomy so mag, aber das liegt glaube ich am Beziehungsdrama xD. Ich habe damit nicht so die Probleme, aber weiß, dass das echt nicht jedem Seins ist ;). Kann ich also nachvollziehen, ab und an ist es mir auch zu viel, aber ich habe Paare und Figuren jetzt so in mein Herz geschlossen, dass ich darüber hinwegsehe. Ich liebe ja persönlich gerade diese emotionale Achterbahn, denn ich bin auch ziemlich emotional bei Serien und du glaubst nicht, wie oft ich schon Rotz und Wasser geheult habe bei dieser Sendung. Ich kann dir die Serie wie gesagt empfehlen, wenn du also mal Langweile hast und nichts ansteht, musst du echt mal reinschauen. Die Serie gibt es ab Oktober auch wieder bei Amazon Prime im Abo inklusive ;).

      Löschen
    3. Dass es Serien auf Netflix oder Prime gibt, ist meist schon mal die Hauptvoraussetzung dafür, dass ich eine Serie gucke ^^. Vielleicht schaue ich wirklich mal rein. Aber erstmal sehen, wie viel Zeit ich noch habe, wenn die Uni erstmal angefangen hat :).

      Löschen
  2. Hi!
    Ich finde es immer super, wenn es auf Blogs auch mal um gesehene Serien geht. Die mag ich nämlich ebenso wie Bücher und lese da total gerne andere Meinungen zu und lasse (ungefragt) meine eigene da.

    Ich mag Brooklyn Nine-Nine auch sehr, gerade weil es mal eine Polizeiserie ist, bei der es nicht wirklich um die Ermittlungen geht. Krimis sind nämlich selten mein Ding und Sitcoms mag ich dafür umso mehr und hier ist das Setting dafür einfach außergewöhnlich und bringt frischen Wind rein. Ich finde, dass die Serie das perfekte Level an Albernheit mitbringt und damit zwar übertrieben ist, aber nicht so sehr, dass es nervig wird.
    Lucifer fand ich auch ganz okay, aber da ist mir zeitweise nicht genug passiert und meine Aufmerksamkeit war nicht immer vollständig da. Weiterschauen werde ich aber sicher trotzdem.
    UnReal steht dagegen noch auf meiner Watchlist, mal sehen wann ich dazu komme.

    Liebe Grüße!

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Das geht mir genauso! Gerade in Zeiten (wie jetzt), wo ich nicht so viel lese, freue ich mich über Posts, die mit anderen Themen zu tun haben.
      Und ich gucke gerade mehr Serien, als ich Bücher lese.
      Ungefragte Meinungen zu Rezensionen sind das beste ;).

      Genau die Tatsache, dass eine Polizeiwache ein ungewöhnliches Setting für eine Sitcom ist, finde ich auch toll.
      Und genau, ich finde sie gerade albern genug, dass sie noch lustig und nicht doof ist.

      Wirklich überdurchschnittlich fand ich "Lucifer" auch nicht.

      LG :)

      Löschen

Du willst einen Kommentar hinterlassen?
Super, ich freue mich immer über Meinungen und (konstruktive!) Kritik ;).
Bitte nicht wundern, falls Deine Nachricht nicht sofort angezeigt wird! Ich habe meinen Blog so eingestellt, dass ich alle Kommentare zuerst freischalten muss. So kann ich sicherstellen, dass ich nicht vergesse, auf einen zu antworten.
Liebe Grüße und hau in die Tasten :D!
Charlie