[Buchrezension] "Book of Lies" von Teri Terry

Charlie | Montag, 3. Oktober 2016 |

Faszinierend, aber gleichzeitig auch anstrengend



© Coppenrath






Originaltitel: Book of Lies
Autorin: Teri Terry
Verlag: Coppenrath
Genre: Jugendbuch, Urban Fantasy
Reihe: /
Erscheinungsdatum: Juli 2016
Seitenzahl: 400 (Gebunden mit Schutzumschlag)
Verlagsseite









Inhalt

Auf der Beerdigung ihrer Mutter treffen Piper und Quinn das erste mal auf einander: Zwillingsschwestern, die sich noch nie gesehen haben. Eine von ihnen ist in einem behüteten Umfeld von ihrer liebenden Mutter aufgezogen worden, die andere von ihrer Großmutter in einem kleinen Haus in Dartmoor vor der Welt versteckt worden, in dem Glauben, gefährlich zu sein.
Doch als die Schwestern sich gemeinsam auf die Suche nach ihren Familiengeheimnissen machen, wird schnell klar, dass nichts ist, wie es scheint, und dass in ihnen ein düsteres Erbe schlummert.



Meinung


Da ich ein großer Fan von Teri Terrys "Gelöscht"-Trilogie bin, habe ich mir ihren neuen Roman "Book of Lies" relativ schnell bestellt, dann aber enttäuschend lange gebraucht, um ihn endlich auszulesen. Und das hat seinen Grund fast ausschließlich bei den Protagonistinnen, mit denen ich so meine Probleme hatte.

Als erstes sollte man sich, sofern man die anderen Bücher der Autorin kennt, bewusst machen, dass es sich bei "Book of Lies" um einen anderen Typ Buch handelt: Zwar ist es auch ein Jugendbuch, jedoch keine Dystopie, sondern eine Art Fantasy-Mystery-Thriller.
Während ich die dystopische Gesellschaftsstruktur in "Gelöscht" beeindruckend gut durchdacht und nachvollziehbar fand, hatte ich mit den Erklärungen zu den Geheimnissen in "Book of Lies" so meine Probleme. Zum Beispiel fielen bei der Auflösung am Ende viele Erklärungen weg, die nötig gewesen wären, um die Handlungen der Figuren nachzuvollziehen, und auch anfangs kam es schon zu Erklärungen, die ich nicht völlig nachvollziehbar fand. So erfährt Piper zum Beispiel von ihrem Vater, dass sie nie offiziell den Namen Hughes, unter dem ihre Mutter lebte, erhalten hat, was für die Geschichte wichtig war, für mich aber die Frage aufwarf, wie ein Mensch nicht wissen kann, welchen Nachnamen er auf offiziellen Dokumenten trägt. Hat Piper etwa bis zu ihrem 18. Lebensjahr nie ihren Ausweis gesehen?

Die Hintergrundgeschichte von "Book of Lies" ist wirklich faszinierend und weicht vom altbekannten Konzept der kryptischen Prophezeiungen und jahrhundertealten Flüche, deren Entstehungsgeschichte niemand mehr kennt, ab. Der Grund und die Art wie die beiden Hauptfiguren hier durch ihrer Familiengeschichte in etwas hineingezogen werden, an dem sie selbst keine Schuld tragen, ist kreativ und die Geschichte dazu und die Moral, die man daraus ziehen kann, recht spannend.

Spannend ist auch, dass man Piper und Quinn das ganze Buch hindurch kaum je richtig zu durchschauen vermag, obwohl die Geschichte abwechselnd aus der Perspektive der beiden erzählt wird. Zunächst erscheint Quinn als die Fremde, der Eindringling in Pipers behütetem Leben und man ist ihr gegenüber misstrauisch eingestellt. Doch dann zeigt auch Piper nach und nach ihre unsympathische und manipulative Seite und man bekommt mehr und mehr Mitleid mit Quinn, die als Kind nie wirkliche Wärme, Nähe und Liebe erfahren hat.
Der Roman bietet definitiv so einige Überraschungen in Bezug auf die Geschichte und die Intentionen der Figuren, sowohl der Protagonistinnen als auch der Nebenfiguren.

Genau das hat es für mich aber teilweise auch sehr anstrengend gemacht, "Book of Lies" am Stück durchzulesen, denn ich hatte so meine Probleme mit beiden Hauptfiguren, sei es, weil ich sie teilweise als Störfaktor, als zu naiv oder als hinterhältig empfunden habe. Da die Nebenfiguren bis auf zwei auch eher zu kurz kamen, hatte ich von meiner schwankenden Einstellung zu den Protagonistinnen wenig Ablenkung, weshalb ich beim Lesen öfter eine Pause brauchte.


Fazit

Hinter "Book of Lies" steckt eine interessante und originelle Grundidee, die die beiden Hauptfiguren des Romans teilweise unberechenbar macht, was zu einem sehr gelungenen Spannungsaufbau beiträgt. Leider hatte ich mit den teilweise unausstehlichen Figuren sowie einigen in meinen Augen nicht zufriedenstellend erklärten Punkten so meine Probleme, sodass ich nur 3,5 Sterne vergeben kann.

Kommentare:

  1. Ich hatte es auf meiner Liste, aber nach deiner Rezension streiche ich es wieder. Unsympathische Personen sind OK, nicht aber, wenn keine Antworten da kommen, wo vorher Fragen aufgeworfen wurden.
    LG, Ingrid

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Hallo Ingrid,
      nun ja, zumindest die Handlungen von einer der beiden Protagonistinnen fand ich recht nachvollziehbar, doch die andere - die ich weniger leiden konnte, überrascht zum Ende des Buches hin mit für meinen Geschmack zu vielen Dingen, die zu hastig erklärt werden.
      Ist aber sicher Geschmackssache. Ich habe schon viele positive Rezensionen zu dem Buch gelesen.

      LG,
      Charlie

      Löschen
  2. Eigentlich hatte mich das Buch von der Storyline wirklich neugierig gemacht, aber nach deiner Kritik werde ich mit dem Lesen bzw. dem Kauf wohl noch etwas warten, denn ich mag es nicht, wenn Dinge nicht richtig erklärt werden. Zudem bin ich auch jemand, der einfach Symphatien für die Hauptfiguren empfinden muss, um wirklich an einem Buch dran zu bleiben, da bin ich echt wie du, ansonsten bleibt ein Buch bei mir wirklich auch liegen.

    Danke auch für dein liebes Kommentar.
    Ja etwas unappetitlich sieht es wirklich aus, aber ich fand es auch richtig lecker ;). War auch sehr schnell gemacht, innerhalb von 10 Minuten hatte ich ein leckeres, sättigendes Frühstück.

    Die Szene war echt heftig, stimmt. Finde generell das Daredevil oftmals ziemlich brutal ist. Kann dir die Serie aber trotzdem empfehlen, das Staffelfinale der 1.Staffel war wirklich super und Staffel 2 gefällt mir persönlich wesentlich besser als die erste.

    Ich habe bei der Filmreihe die Bücher ehrlich gesagt nicht gelesen, somit kann ich da keinen Vergleich ziehen. Ist in Buchform einfach nicht unbedingt meines, somit gefallen mir die Filme ganz gut, wobei ich aber sagen muss, dass der erste Teil definitiv besser als der Zweite war. Da gab es dann doch einige Szenen, die fand ich dann doch zu lächerlich.

    Uih wünsche dir viel Spaß bei der Orientierungswoche ;). Aber gerade die Anfangszeit ist an der Uni wirklich sehr schön, da ist auch alles noch ziemlich locker und gar nicht soo viel los. Ist aber extra so, damit diejenigen die neu in einer Stadt sind, auch die Zeit haben sich einzuleben. Stressig wirds dann erst wenn es auf das Ende des ersten Semesters los geht ;). Ich wünsche dir aber einen schönen Start.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Oh je, ich verderbe hier wirklich vielen die Lust auf das Buch :D. Für mich haben aber leider auch die Charaktere den Ausschlag gegeben, dass ich das Buch etwas anstrengend fand.

      Ich werde Daredevil auch sicher noch weitergucken, aber ich habe so viele Serien angefangen, dass ich gar nicht weiß, wann ich dazu komme, sie alle weiterzusehen.

      Danke sehr :). Ich bin auch schon sehr gespannt auf die Uni :).

      Löschen

Du willst einen Kommentar hinterlassen?
Super, ich freue mich immer über Meinungen und (konstruktive!) Kritik ;).
Bitte nicht wundern, falls Deine Nachricht nicht sofort angezeigt wird! Ich habe meinen Blog so eingestellt, dass ich alle Kommentare zuerst freischalten muss. So kann ich sicherstellen, dass ich nicht vergesse, auf einen zu antworten.
Liebe Grüße und hau in die Tasten :D!
Charlie