[Erfahrungsbericht] FSJ (Freiwilliges Soziales Jahr) - Teil 2

Charlie | Donnerstag, 6. Oktober 2016 |
Heute geht es weiter mit meinem Erfahrungsbericht über mein FSJ. Nachdem ich euch im letzten Post allgemeine Informationen zum FSJ gegeben und erzählt habe, wo ich meines abgeleistet habe und wie meine Aufgaben aussahen, möchte ich mich heute der Frage widmen, ob meine Erwartungen, im FSJ Dinge zu lernen, die mich die Schule nie hatte lehren können, erfüllt wurden und ob ich, stünde ich nochmal vor der Wahl, mich wieder für ein FSJ entscheiden würde.





Was ich alles gelernt habe



Trotz oder gerade wegen der vielen Veränderungen und neuen Herausforderungen habe ich während meines FSJ viel gelernt, vor allem Dinge, die mir in der Schule nie jemand hatte beibringen können. Insofern wurden meine Erwartungen also erfüllt, aber das hat, glaube ich, auch niemand anders erwartet.



Arbeitsleben allgemein

Bis auf einen kleinen Nebenjob war das FSJ meine erste richtige Form von Arbeit. Daher lernte ich alleine über alle Formalitäten und Herausforderungen des Arbeitslebens eine ganze Menge.

Zu Beginn des FSJs musste ich mich beispielsweise mit einer Menge Papierkram herumschlagen wie z.B. einer Ummeldung bei der Krankenkasse (von familienversichert auf selbst versichert), meiner Steueridentifikationsnummer, meiner Steuerklasse, einer roten Karte (Bescheinigung über die Belehrerung nach dem Infektionsschutzgesetz - oder so ähnlich), einem erweiterten Führungszeugnis und einer ärztlichen Bescheinigung, dass ich arbeitsfähig war (Die brauchte ich nur, da ich zu Beginn meines FSJs noch minderjährig war, aber in anderen Berufsgruppen gibt es ärztliche Untersuchungen auch für Erwachsene.). Meinen Post zu diesem Thema findet ihr hier.

Auch in Sachen Alltagsplanung lernte ich meine Lektionen, denn Freizeit war plötzlich für mich ein noch höheres Gut als vorher und ich lernte sie eigentlich erst dann so richtig zu schätzen, als sie mir an allen Ecken und Enden fehlte. Und ich bin mir bewusst, dass das noch Jammern auf hohem Niveau ist, denn es gibt immerhin genug Menschen, die mehr als 40h die Woche und/oder zu unbequemeren Zeiten arbeiten als ich oder die noch Teile ihrer Arbeit mit nach Hause nehmen, wohingehen ich nach der Arbeit tatsächlich meine Ruhe hatte.
Ich lernte jedenfalls, meine Wochenenden und Abende so zu planen, dass ich eine gesunde Mischung aus Unternehmungen und Entspannung zu erwarten hatte, da ich wusste, dass meine Kapazitäten irgendwann erschöpft sein würden und ich auch mal meine Ruhe brauchte. Des Weiteren lernte ich, wie wichtig ein gesunder Schlafrhythmus ist.

Und vor allem bewundere ich meine Mutter nun mehr als ohnehin schon. Ich hätte absolut keinen Bock, mich nach der Arbeit noch an den Herd zu stellen, den Alltag meiner Kinder zu organisieren, mich mit ihnen über Geld zu streiten und den Haushalt zu schmeißen. Ich kann nun mehr denn je verstehen, wieso sie abends nicht immer noch die Nerven hatte, mit uns zu diskutieren, und wieso sie meinen Bruder und mich immer mehr in die Haushaltsführung mit einbezieht.



Soziale Berufe

Auch in soziale Berufe im Speziellen bekam ich durch mein FSJ gute Einblicke.
Das find schon damit an, dass ich zuvor nicht einmal gewusst hatte, dass Tagesgruppen wie die, in der ich später arbeitete, überhaupt existierten. Ich hatte von Sonderschulen gehört und von Kindern, die in Therapie waren, aber dass man als Erzieher_in oder Sozialarbeiter_in auch in einer Tagesgruppe mit dem Ziel, auffällige und nicht beschulbare Kinder auf den "normalen" Schulalltag vorzubereiten, arbeiten kann, wusste ich nicht - obwohl mir das Konzept jetzt, wo ich es kenne, natürlich sehr logisch vorkommt.
 Ich lernte die Abläufe einer solchen Maßnahme kennen, beispielsweise von wem die Empfehlung, ein Kind in einer Tagesgruppe zu betreuen, kommt, wer die Maßnahme bezahlt und wie sie dokumentiert wird. Ich durfte die Akten mit Diagnosen, Berichten für das Jugendamt und von den Eltern ausgefüllten Formularen durchstöbern und half auch bei der Aktenführung mit.
Ich lernte dadurch aber auch, was für ein entsetzlicher Aufwand in Sachen Papierkram eine Erzieher_innenstelle mit sich bringen kann, womit ich in meiner Naivität vorher gar nicht gerechnet hätte.

Ob dieser Beruf etwas für mich ist? Ich glaube nicht. Zumindest kann ich es mir heute noch nicht vorstellen, mal in so einer Tagesgruppe zu arbeiten. Dafür gehen mir die Schicksale vieler Kinder zu nahe und dafür gab es zu viele Kinder, bei denen ich aufgrund der familiären Situation keine großen Hoffnungen habe, dass es ihnen später einmal viel besser geht als ihren Eltern.
Meine Kolleg_innen warne in dieser Hinsicht schon abgehärtet und auch optimistischer und vielleicht würde ich ja auch so eine Einstellung entwickeln, wenn ich lange genug in einer solchen Einrichtung arbeiten würde.



Umgang mit Kindern

Hierbei handelt es sich um den wohl wichtigsten Punkt. Wie bereits erwähnt, hatte ich mit Kindern im Alter von 6-12 nichts mehr zu tun gehabt, seit ich selbst in dem Alter gewesen war, was bedeutete, dass ich den Umgang mit ihnen aus der Sicht einer erwachsenen Person erst lernen musste.  Dabei war ich anfangs sehr unsicher, orientierte mich viel am Verhalten meiner Kolleg_innen und ließ sie, wenn ich unsicher war, die entsprechenden Situationen klären. 
Mit der Zeit lernte ich aber nicht nur, welche sozialen Regeln und Strukturen an meinem Arbeitsplatz herrschten, sondern auch, welchen Handlungen meinerseits welche Reaktionen der Kinder folgten und was ich tun musste, um bei ihnen die erwünschte Reaktion hervorzurufen.
Das bedeutete vor allem, jedes Kind einzeln kennenzulernen und herauszufinden, wie man mit ihm am besten umzugehen hatte. Denn - und das war meine wichtigste Lektion - es gibt nicht die eine Verhaltensregel für den Umgang mit Kindern. Es helfen nicht immer der gleiche Tonfall oder die gleichen Konsequenzen. Mal hilft es, mit dem Kind zu reden, wenn es bockig wird; mal ist es sinnvoller, es sich erst abreagieren zu lassen.
Ich eignete mir ein gewisses Feingefühl aber auch Durchsetzungsvermögen an und konnte mich so am Ende bei den Kindern, die ich schon etwas besser kannte, sehr gut durchsetzen. Mit einigen Kindern - den neuen und denen, die ich noch nicht ganz durchschaut hatte - konnte ich jedoch auch nach einem Jahr noch nicht wirklich umgehen.



Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen

... eignete ich mir in verschiedener Hinsicht an.
Je sicherer ich im Umgang mit den Kindern wurde, desto selbstbewusster wurde ich auch ihnen gegenüber.
Auch musste ich oft für meine Kolleg_innen Anrufe entgegennehmen oder tätigen und mit den Eltern sprechen, was mir etwas in Sachen Umgang mit Fremden half, obwohl ich nach wie vor nicht gerne mit Fremden telefoniere.
Ein wichtiger Punkt war auch die Arbeit in einem Team.
Während die Schule mit ihrem Notensystem oft eher ein Ort für Einzekämpfer gewesen war und ich Gruppenarbeiten mit desinteressierten Mitschülern oft alleine machte, war mein FSJ in jeder Hinsicht eine soziale Sache. Ich arbeitete nun in einem Team, in dem ich anfangs etwas eingeschüchtert und still war, weil meine Kolleg_innen alle schon erfahren und älter als ich waren, wodurch ich das Gefühl hatte, meine Meinung zähle nicht so viel. Auch meine Gedanken einzubringen und vor allem nachzufragen, musste ich zunächst einmal lernen, obwohl das als Mitglied des Teams ja mein gutes Recht war.
Des Weiteren musste ich lernen, mehr Vertrauen in meine Fähigkeiten zu haben, denn ich bekam für das, was ich tat, vor allem in stressigen Zeiten oft nicht sofort eine Rückmeldung oder gar Wertschätzung und die Arbeit wäre mir wohl sehr schwer gefallen, wäre ich nicht selbst auch mal davon überzeugt gewesen, etwas richtig oder gut gemacht zu haben.
Dazu muss man aber sagen, dass meine Kolleg_innen sehr freundlich und geduldig waren und sich nach einer stressigen Woche dann auch mal entschuldigten, dass sie sich hier und da nicht immer für etwas bedankt hatten, was ich für sie getan hatte. Meine Meinung und meine Vorschläge hörten sie sich auch immer sehr interessiert an.



Selbstorganisation

Der Punkt Selbstorganisation knüpft ein bisschen daran  an, denn im Gegensatz zur Schule bekam ich auf Arbeit nicht immer klare Anweisungen und hatte niemanden in der Nähe, der mir immer genau sagen konnte, was ich wie zu tun hatte. "Kümmerst du dich darum?" und "Überleg dir mal bitte, wie..." bekam ich öfters zu hören und da ich meine Kolleg_innen nicht ständig mit Rückfragen nerven konnte (oder wollte), musste ich mir bald meine eigenen Pläne zurechtlegen, wie ich welche Aufgabe am besten bewältigen konnte, wann ich dies am besten tun sollte und welcher der ausstehenden Punkte auf meiner To-Do-Liste nun wichtiger war als die anderen.



Geduld

... ist eine Tugend, die ich während meines FSJ auf jeden Fall erworben habe. Zugegeben, ich lasse mich von bestimmten Leuten noch immer provozieren,  doch ich habe gelernt, im professionellen Kontext eine unerschütterliche Ruhe zu bewahren, egal ob gerade jeder um mich herum genervt ist und mich anranzt, ob ich ewig warten muss, bis ich meine Chefin endlich etwas wichtiges fragen kann, oder ob ein Kind gerade wie am Spieß schreit oder mit Sachen um sich wirft.
Gerade bei den Kindern habe ich schnell gelernt zu differenzieren zwischen Situationen, in denen ich einschreiten muss, und Situationen, die die Kinder selbst klären konnten oder in denen es besser war zu warten, bis das Kind sich abreagiert hatte.



Supervision

Eines der größten Komplimente, das ich von meinen Kolleg_innen bekam, war wohl, dass ich zur monatlichen Supervision mitkommen und somit dieses Konzept kennenlernen durfte.
Einfach gesagt ist Supervision eine Art Beratung für Menschen, entweder Einzelpersonen oder auch ganze Teams, durch eine_n außenstehende_n Berater_in, eine_n Supervisor_in. Diese_r hilft den Klient_innen bei der Reflektion und Verbesserung ihrer Arbeit.

Unser Supervisor ist mit uns z.B. häufig die Fälle von Kindern durchgegangen, mit denen wir momentan so unsere Schwierigkeiten hatten. Wir berichteten von dem Fall und er stellte sehr konkrete  Fragen, über die wir teilweise noch gar nicht nachgedacht hatten, und brachte uns dazu, das Kind und seien Situation aus einem anderen Blickwinkel zu sehen. Manchmal wendeten wir auch andere Methoden an, machten z.B. eine Aufstellung, bei der jeder von uns eine bestimmte Rolle zugewiesen bekam (Kind, Mutter, Betreuer_in, ...) und eine Person uns zu einem Bild anordnete, das z.B. zeigte, wie eingeengt sich das Kind zwischen Eltern und Tagesgruppe vorkam. Dann sollten wir jeweils sagen, wie wir uns in der Rolle fühlten, und so versuchen, alle Beteiligten besser zu verstehen. 
Jede Sitzung stand dabei unter einer bestimmten Fragestellung, z.B. wie wir eine bessere emotionale Bindung zu dem Kind aufbauen können.

Einige Methoden und Fragen kamen mir anfangs etwas schräg vor, doch insgesamt habe ich die Supervision als überaus hilfreich und interessant empfunden.
Dass ich mitkommen durfte, wie ein vollwertiger Teil des Teams, und genauso oft Fragen an mich gerichtet wurden und meine Meinung genauso geschätzt wurde wie die der "richtigen" Mitarbeiter_innen, habe ich als großes Kompliment wahrgenommen.





Würde ich nochmal ein FSJ machen?



Nochmal im Sinne von ein zweites Mal im Leben?
Vielleicht, aber dann lieber im Ausland und vielleicht in einem anderen Bereich, um noch einmal etwas Neues kennenzulernen. Solange ich noch jung und nicht durch einen festen Job oder eine Familie an einen Ort und einen Beruf gebunden bin, möchte ich lieber noch so viel ausprobieren wie möglich.

Würde ich die Entscheidung, nach dem Abitur ein FSJ zu machen, nochmal treffen?
Auf jeden Fall!
Ich will nicht lügen; es war eine verdammt anstrengende Zeit und es gab Tage, da habe ich das Arbeitsleben, einzelne Kinder oder meine Kolleg_innen verflucht und mir nichts sehnlicher gewünscht, als dass mein FSJ endlich vorbei wäre. Aber solche Tage hatte ich auch in der Schule schon, wenn mir gerade alles zu viel wurde, und das wird an der Uni sicherlich nicht anders sein. Ich musste mich an viel Neues gewöhnen und gerade die Einschränkung meiner Freizeit (an der ich aber, da ich mir eine Einsatzstelle ausgesucht hatte, die so weit weg lag, auch selbst ein bisschen schuld war) hat mir bis zum Ende zu schaffen gemacht.
Aber dafür habe ich auch unglaublich viel gelernt, was mir die Schule nie bieten konnte und die Uni mir vermutlich nicht wird bieten können. Ich bin an allen Herausforderungen, die mir gestellt wurden, persönlich gewachsen, habe einige Fähigkeiten weiterentwickeln können, ein besseres Gespür für Menschen erlangt und viel über das Berufsfeld, in dem ich gearbeitet habe, aber auch andere, allgemeinere Tätigkeiten gelernt. 
Außerdem haben mir meine Seminare, die mehr an Jugendfreizeiten als an wirkliche Bildungstage erinnerten, sehr viel Spaß gemacht, ich habe viele tolle Menschen kennengelernt und habe vor, meinen Träger auch in Zukunft zu unterstützen, indem ich z.B. ehrenamtlich FSJ-Gruppen co-teame oder in Schulen und auf Messen Werbung fürs FSJ mache.
Ich kann ein FSJ also nur jedem empfehlen, der genug vom trockenen Lernen hat und gerne einmal das "richtige Leben" kennenlernen und neue Erfahrungen sammeln will.



Falls ihr ein FSJ gemacht habt, welche Erfahrungen habt ihr daraus mitnehmen können und habt ihr das Gefühl, persönlich daran gewachsen zu sein? Würdet ihr nochmal ein FSJ machen? Oder habt ihr es vielleicht vor oder seid gerade dabei?


PS: Über meine Seminare habe ich jetzt leider gar nichts berichtet, da ich das total vergessen habe und es eher in den ersten als in diesen Post gepasst hätte. Daher wurden sie nur in einem kleinen Satz im Fazit erwähnt.

Kommentare:

  1. Finde ich wirklich interessant, was du alles machen durftest ;). Hört sich spannend an. Das mit der Freizeit und Umstellung die einen erstmal schwer fällt ist ganz normal, das ist ja nach der Schule ungewohnt, weil man vorher einen komplett anderen Rhytmus hatte und da braucht der Körper wieder etwas Zeit, sich daran zu gewöhnen. Als ich mit meiner Ausbildung loslegte, erging es mir genauso, ich habe da ehrlich gesagt dann immer früh geschlafen in den ersten Wochen, weil ich nach der Arbeit so müde war. Aber irgedwann hat sich das dann eingespielt.

    Ich finde es aber schön, dass deine Kolleginnen sich auch immer bei dir bedankt haben und sich auch mal entschuldigt haben, wenn sie nicht so viel Zeit hatten. Das zeigt, dass man deine Arbeit geschätzt hat und glaube mir, so ein Verhalten begegnet dir leider nicht überall. Ich habe da leider andere Erfahrungen machen müssen. Jedoch bin ich der Meinung, dass man sich viel mehr reinhängt und mit einem Unternehmen identifiziert, wenn man spürt das man geschätzt wird.

    Ein FSJ habe ich noch nicht gemacht, dafür aber wie oben erwähnt schon eine Ausbildung. Und ähnlich wie du bin ich an der auch sehr gewachsen, habe mich weiterentwickelt, bin selbstbewusster geworden und habe vor allem herausgefunden, was meine Stärken und Schwächen sind. Somit habe ich es nicht bereut, dass ich vor dem Studium erstmal einen Beruf erlent hat, auch wenn mir die Ausbildung leider nicht komplett zugesagt hatte, aber ich habe so einfach schon einmal einen Einblick in die Arbeitswelt erhalten und bin da auch nicht mehr ganz so blauäugig, wie nach dem Schulabschluss.

    Danke auch für dein liebes Kommentar.
    Habe ich gerne gemacht und danke für deine lieben Worte :), dann hoffe ich mal, dass auch noch welche für dich mit dabei sind.

    Oh ja die Show ist super, da gibt es echt tolle Kategorien. Ich schaue mir da regelmäßig die Hashtags an oder auch Interviews.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Spannend war es auch auf jeden Fall!
      Und das mit dem Gewöhnen an den Rhythmus, glaube ich auch. Ab morgen geht die Uni los und da werde ich mich auch erstmal wieder umgewöhnen müssen, wenn ich auch hoffentlich nicht mehr ganz so früh aufstehen muss wie während des FSJs.

      Du hast recht, das fand ich auch wirklich toll von ihnen und ich glaube, ich hätte die Arbeit auch nicht halb so gern gemacht, wenn ich mich nicht geschätzt gefühlt hätte.
      Und ich glaube dir auch, dass es da leider auch ganz andere Arten von Kollegen gibt. Tut mir leid, dass du solche Erfahrungen machen musstest.

      Mehrere Mitschüler von mir haben aus diesem Grund nach dem Abi auch erstmal eine Ausbildung angefangen, obwohl sie schon wissen, dass sie danach studieren wollen. Berufs- und Lebenserfahrung kann wirklich niemandem schaden und ist sogar sehr empfehlenswert.


      Löschen
  2. Sali, Charlie.
    Die eigene freie Zeit IST ein hohes Gut, weswegen es auch der Usus sein sollte, dass nach Arbeitsschluss auch Schluss mit der Arbeit IST. Der passiv hinterhältige Gestus, aus der Slicon Valley-Schmiede, die Grenzlinie dazwischen zu negieren ist formidabler bullshit; respektive die Einführung der Leibeigenschaft durch samtausgeschlagene Hintertüren.

    Stimmt! Ein 5-Sterne Hotel-Mama ist nicht wirklich die beste Vorbereitung auf den Alltag "Leben".
    Mum is the best, ever!

    Menschenkenntnis ist eine Fähigkeit, die man/frau sich im Leben hart erarbeiten muss. Da geht jeder durch & es liegt wohl am Charakter, wie jeder diese Einsichten nutzt. The dark side...and the light - wenn ich etwas pathetisch sein darf. 😎

    In puncto "Umgang mit Kindern" (sehr schwieriges Klientel ;-)) konntest Du Dir wohl ein paar Edelsteine in den eigenen Erfahrungsschatz legen. Chapeau.

    Yep. Madame ist noch so ungebunden wie jung & demnach kann die Welt Tore für viele Welten beinhalten.

    Als oller Knacker kann ich wohl nur anmerken, daß den (möglichen!) Erfahrungen früher Dinge wie Ferienjob, Zivildienst oder Bund nah kamen. Wobei der Wehrdienst in leicht abschüßigem Gelände agierte, weil man hier von der Menschenführung direkter Vorgesetzter abhängig war. Ein Gluteus maximus bleibt erst recht in Uniform einer.
    Kein Wunder, daß mich die Truppe nie zu Gesicht bekommen hat. :-D

    bonté

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Hallo RoM,

      das sehe ich auch so. Mitarbeiter auch über die normale Arbeitszeit hinaus arbeiten zu lassen, ist Folge diverser psychologischer Trick der Unternehmen, die ihren Mitarbeitern ein familiäres Umgeld vorgaukeln, um sie dazu zu bringen, mehr von ihrer Zeit der Arbeitsstelle zu widmen, so wie man beispielsweise Freunden und Familie seine Freizeit widmen würden. Leider sorgen diese Unternehmen dann nicht unbedingt im gleichen Maße "familiär" für ihre Angestellten. Das wurde in einem sehr interessanten Buch erwähnt, das ich neulich gelesen habe.

      Viele Grüße :)

      Löschen
  3. Hey,

    ich muss ja sagen, dass ich die Genderschreibweise nicht gerne lese und sie bis zum Ende meines Studiums auch in den Arbeiten boykottiert habe (ich hab immer den Satz am Anfang eingefügt: "Aus Gründen der Lesbarkeit verzichte ich auf die Genderschreibweise blabla"):D

    Ansonsten aber ein weiterer guter Post zum Thema.

    Ja,das Arbeitsleben kennnlernen ist ein wichtiger Aspekt beim FSJ. Und selbst, wenn man später in einem anderen Bereich arbeitet, lernt man doch generell einige wichtige Dinge.

    Ich war zwar nur in einer normalen Schule mit Nachmittagsbetreuung, aber wegen der sozialen Komponente wurden dort gerade die schwierigen Kinder unterbracht und auch die Flüchtlingskinder. Von daher verstehe ich trotz allem, was du meinst. Man muss eigentlich immer die Kinder "lesen" lernen und wissen, wie genau man mit jedem einzelnen umzugehen hat. Den einen kann man nur mit Argumenten überzeugen, dem anderen muss man Konsequenzen für sein Verhalten aufzeigen.

    Das mit der Geduld finde ich auch ein super Punkt. Ich habe auch gemerkt, dass man entspannter mit Trubel, Lärm und Chaos umgeht. Fällt mir aktuell immer auf, wenn ich bei meinen Neffen beim Kindergeburtstag helfe. Alle sind genervt vom Chaos und Krach und ich finds gar nicht so schlimm :D

    Und ja, die Uni kann dir solche Erfahrungen vermutlich nicht bieten. Die Tage müsste es ja bei dir auch los gegangen sein, oder? Also falls es noch nicht zu spät kommt, bei uns war Uni wie Schule, nur dass man eben nicht mehr gesagt bekommt, was wichtig ist und was man lernen soll, sondern dass man selbstständig mitschreibt und Massen an Literatur lesen und auswendig muss. Je nach Studiengang wird man echt von der Literatur erschlagen (bildlich aber durch die Masse wäre auch wörtlich möglich :D).

    Liebe Grüße
    Lena

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ach ja, das Gender-Thema. Das hat viel mit den Kreisen zu tun, in denen ich mich in letzter Zeit bewege ^^.
      Wenn ich spreche, vergesse ich es allerdings meistens.
      Was man allerdings lernt, wenn man immer "Kolleg_innen" schreibt, ist, wie oft man überhaupt Wörter benutzt, die ein Geschlecht haben. Da versteht man dann, wieso die Leute zB lieber Studierende sagen, damit sie sich keine Gedanken darüber machen müssen ^^.
      In Hausarbeiten werde ich vermutlich auch diesen Satz an den Anfang setzen. Vllt werde ich aber "aus Gründen der Lesbarkeit" auf die männliche Form verzichten :P.

      Im Prinzip hat mich dieses "Kinder lesen" dann ja gut auf meinen späteren Beruf im Bereich der Psychologie vorbereitet :D. Und als Lehrerin (Du studierst doch auf Lehramt, oder?) ist es sicher auch ganz nützlich.

      Ich hab schon überlegt, ob ich babysitten sollte, jetzt, wo ich so abgehärtet bin ^^.

      Ja, genau, diese Woche war die erste Vorlesungswoche und die Woche davor war die Orientierungswoche :).
      Wie Schule kommt es mir bisher nicht vor. Es stimmt, dass man selbstständig arbeiten muss und keine Ahnung hat, was wichtig ist, aber was ich aus der Schule vermisse, ist, dass man sich da viel mehr Zeit für die Inhalte genommen hat und diese auch selbst erarbeitet hat, in Gruppen zB, wodurch man sie besser verstanden hat, als wenn man sie einfach nur vorgesetzt bekommt.

      LG :).
      Charlie


      Löschen

Du willst einen Kommentar hinterlassen?
Super, ich freue mich immer über Meinungen und (konstruktive!) Kritik ;).
Bitte nicht wundern, falls Deine Nachricht nicht sofort angezeigt wird! Ich habe meinen Blog so eingestellt, dass ich alle Kommentare zuerst freischalten muss. So kann ich sicherstellen, dass ich nicht vergesse, auf einen zu antworten.
Liebe Grüße und hau in die Tasten :D!
Charlie