[Gesellschaft/Internet-Aufreger/Laberpost/Politik] Ehe für alle!

Charlie | Sonntag, 22. Januar 2017 |

Vor etwa einem Jahr hatte ich bereits einen Post zu diesem Thema geplant und es macht mich sehr traurig, dass er noch immer aktuell ist.

Anlässlich der von der Antidiskriminierungsstelle des Bundes herausgegebenen Ergebnisse einer Umfrage, in der sich über 80% der Befragten für bzw. "eher für" die gleichgeschlechtliche Ehe aussprachen, war das Thema auch auf Facebook wieder sehr aktuell. Unter anderem von campact und Bündnis90/Die Grünen wurden Posts veröffentlicht, die die Bundesregierung bzw. -kanzlerin dazu aufforderten, entsprechend der Umfrageergebnisse zu handeln.
Während ich mich über die Umfrageergebnisse sehr gefreut habe, haben mich einige der Kommentare unter besagten Posts sehr entsetzt und enttäuscht. Noch immer werden viele Stimmen gegen eine Gleichberechtigung nicht-heterosexueller Menschen laut, was ich einfach nicht nachvollziehen kann.


Für mich ist es selbstverständlich, dass alle Menschen in Deutschland die gleichen Rechte haben sollten, unabhängig von Herkunft, Geschlecht, sexueller Orientierung, Glauben, etc. Und Gleichberechtigung schließt für mich jegliche Art von rechtlichen "Verträgen" zwischen zwei volljährigen und mündigen Menschen ein, auch die Ehe.
Soweit ich das überblicken kann, gibt es zwei Hauptgründe zu heiraten. Der romantischere von beiden ist der, dass zwei Menschen sich lieben und dies und ihre Zusammengehörigkeit durch die Ehe offiziell machen wollen. Der unromantischere sind Steuervorteile, beispielsweise beim Ehegattensplitting.
Niemand ist gezwungen zu heiraten, da man seine Liebe auch ohne Ehe ausleben und eine Familie gründen kann, aber ich verstehe auch nicht, wieso einigen Menschen die reine Möglichkeit zur Ehe vorenthalten werden sollte, nur, weil sie eine Person des gleichen Geschlechts lieben.
Ich sehe nicht, wie das Geschlecht zweier Menschen Einfluss darauf haben sollte, ob sie ihre Liebe "offiziell machen" dürfen und ob sie bestimmte Steuervorteile (die eh umstritten sind) bekommen dürfen. Menschen diese Dinge aufgrund ihrer Sexualität zu verwehren bedeutet für mich schlicht sie zu diskriminieren.


Wie bereits erwähnt, sehen das nicht alle Menschen so und obwohl ich mich in den vergangen Wochen und Monaten sehr viel mit Argumenten gegen die "Ehe für alle" befasst habe und es viele Menschen gibt, die gerne auf (vermeintlich) intelektuellem Niveau dagegen argumentieren, kann ich nach wie vor keines davon nachvollziehen und bleibe bei meiner Meinung.
Daher habe ich für diesen Post eine Sammlung aller Argumente gegen die gleichgeschlechtliche Ehe gesammelt, die mir bisher untergekommen sind, und dazu erläutert, weshalb ich sie für nicht stichhaltig und nicht überzeugend halte.
Falls euch noch weitere einfallen -ob sie nun eurer Meinung entsprechen oder nicht -, könnt ihr sie gerne ergänzen.
Ich entschuldige mich im Voraus für diesen leider äußerst negativen Post, aber ich musste mir da einfach mal etwas von der Seele argumentieren.



Anmerkung: Die meisten der zitierten Argumente beziehen sich auf Homosexualität, weil in den zitierten Fällen meist nur davon die Rede war. Im Grunde bezieht sich die ganze Diskussion aber natürlich auch auf alle anderen sexuellen Orientierungen, die nicht heterosexuell sind, also z.B. auch auf Bi- oder Pansexualität.




"Die Ehe ist nur für Mann und Frau; so steht es im Gesetz."

Manche Menschen brauchen dringend einen Grundkurs im Argumentieren.
Bei der "Ehe für alle" geht es um den Wunsch bzw. die Forderung nach einer Gesetzesänderung. Das bestehende Gesetz als Argument dagegen zu benutzen, ist somit ziemlich sinnlos. Etwa so, als würde man sagen "Ich würde gerne nach Hamburg ziehen, aber das geht nicht, weil ich ja gerade in München wohne".
"Homosexuelle sollten nicht heiraten dürfen, weil in Deutschland nur Männer und Frauen heiraten dürfen." ist kein logischer Schluss.



"Homosexualität ist eine Sünde."

Aha, und schon kommen neue Gesetze ins Spiel, diesmal die der Religion.
Nun wird es einige Menschen überraschen, aber obwohl wir große Parteien mit dem Begriff "christlich" im Namen haben, sind in Deutschland Staat und Religion immer noch getrennt. Einige unserer Gesetze mögen auf christlichen Werten basieren, doch die Bibel ist keineswegs mit dem Gesetz und noch nicht einmal mit einer moralischen Richtlinie für jeden Menschen gleichzusetzen. Es steht in Deutschland jedem Menschen frei, seinen Glauben frei zu wählen und frei auszuleben, und dementsprechend steht es dem Gesetzgeber auch nicht zu, Menschen zu benachteiligen und bestimmte Handlungen zu verbieten, nur weil sie den religiösen Grundsätzen einiger anderer Menschen widersprechen. Zumal es durchaus möglich ist, Texte, die vor mehreren tausend Jahren verfasst wurden, nicht mehr Wort für Wort so sondern moderner auszulegen.



"Homosexualität ist eine psychische Störung."

Perfekt, ein sehr einfach zu widerlegendes Argument. Kann mir irgendjemand den Eintrag im ICD-10 oder  irgendeinem anderen offiziellen und seriösen Diagnostik-Verzeichnis nennen, in dem das steht?
Und für diejenigen, die ihre Theorie lieber falsifiziert haben wollen: Seit 1990 wird Homosexualität von der WHO nicht mehr als Krankheit angesehen, da es dann aus dem ICD-10 gestrichen wurde.. Auch das Royal Collage of Psychiatrists und die American Psychological Association bestätigen, dass es sich bei Homosexualität nicht um eine psychische Erkrankung handelt.



"Homosexualität ist unnatürlich. Das setzt sich über Naturgesetze und Evolution hinweg."

Diese Aussage hat vor allem zwei Schwachstellen:

Zum einen wird der Begriff "natürlich" meist nicht konkret definiert.
Ist "natürlich" etwas, was von der Natur so hervorgebracht wurde? In diesem Fall müsste man erstmal einwandfrei nachweisen, dass sexuelle Orientierungen etwas sind, was vollständig anerzogen wurde und keine natürliche Ursache hat. Und soweit es mir bekannt ist, gibt es solche Beweise noch nicht. Immerhin kommt Homosexualität auch in Kulturkreisen, Ländern und Familien vor, in denen sie als negativ bewertet wird oder sogar unter Strafe steht - Gesellschaften also, in denen sie ziemlich sicher nicht anerzogen wird. Und Sexualverhalten hat erwiesenermaßen biologische Ursachen.
Oder ist mit "natürlich" das gemeint, was "normalerweise" in der Natur vorkommt, also im größten Teil der Fälle; das, was evolutionstechnisch Sinn ergibt? Dann sei dazu gesagt, dass es auch viele andere als "normal" angesehen Verhaltensweisen gibt, die keineswegs "evolutionsbiologisch sinnvoll" sind, beispielswiese Monogamie - oder das Konzept der Ehe. Dass diese trotzdem von den meisten Menschen akzeptiert oder sogar als positiv angesehen werden, zeigt, dass "Natürlichkeit" als Maßstab für menschliches Verhalten vielleicht nicht allzu sinnvoll ist.

Mal ganz abgesehen davon, dass die Aussage alleine noch keine Argumente dafür enthält, was an "unnatürlichem Verhalten" schlecht sein und einen Grund dafür liefern sollte, diese Menschen zu diskriminieren. Menschen, die beispielsweise mit nicht funktionsfähigen inneren Geschlechtsorganen geboren werden, sind in diesem Sinne auch eine Abweichung von der biologischen Norm und haben selbstverständlich trotzdem die gleichen Rechte wie alle anderen Menschen auch.
Solange Abweichungen von der angeblichen biologischen und psychologischen Norm nicht das Leben der Person oder ihrer Mitmenschen beeinträchtigen, rechtfertigen sie für mich keine Einschränkung der Rechte einer Person. Und die einzigen mir bekannten Beeinträchtigungen für nicht-heterosexuelle Menschen entspringen der Diskriminierung und Stigmatisierung durch die Gesellschaft und keiner natürlichen Ursache.

Wenn man in unserer Gesellschaft lebt, finde ich es schon erstaunlich arrogant, ein bestimmtes Sexualverhalten als "sich über Naturgesetze und Evolution hinwegsetzen" zu bezeichnen. Wie oft setzen wir uns nicht ohnehin schon über Naturgesetze hinweg? Oft sind wir ja sogar stolz darauf, denn zum Teil macht das unsere Spezies auch aus.
Und das gilt nicht nur für häufig umstrittene Methoden wie z.B. genmanipulierte Pflanzen sondern auch durch einfache medizinische Eingriffe und Behandlungen. "Verstößt" es etwa nicht gegen die Naturgesetze, eine Krebskranke Person mit Chemikalien vollzupumpen, damit sie länger lebt? Ist es etwa "natürlich" einem Todkranken ein Organ zu transplantieren oder einem Sterbenden eine Bluttransfusion zu geben?
Wenn es darum geht, die Angst vor dem eigenen Tod - der auch etwas Natürliches ist - zu besiegen, ist es plötzlich erlaubt "sich über Naturgesetze hinwegzusetzen". Aber Menschen das Heiraten verbieten, weil ihre Liebe evolutionsbiologisch keinen Sinn ergibt, ist scheinbar akzeptabel. Das muss ich wohl nicht verstehen.



"Die Ehe dient der Gründung einer Familie und das geht nur in einer Mann-Frau-Beziehung."

Ja, so einen ähnlichen Kommentar habe ich erst neulich auf Facebook gefunden und er hat natürlich zwei offensichtliche Schwachstellen.

Zum einen die Aussage, die Ehe diene dem Gründen einer Familie. Wenn überhaupt Belege für diese Behauptung angegeben werden, dann meist Artikel 6 des Grundgesetzes, welcher regelt, dass Ehe und Familie "unter dem besonderen Schutz der staatlichen Ordnung" stehen. Allerdings wird der Begriff Familie in diesem Artikel (und wenn man diesem Beitrag hier glauben darf, auch in keinem anderen Gesetz) nicht definiert und zudem zusätzlich zum Begriff "Ehe" genannt und nicht damit gleichgesetzt. Artikel 6 Absatz 5 des Grundgesetzes fordert sogar, dass uneheliche Kinder die "gleichen Bedingungen für ihre leibliche und seelische Entwicklung und ihre Stellung in der Gesellschaft" erhalten wie eheliche Kinder.
Das Grundgesetz erkennt also an, dass Ehe und Familie bzw. Fortpflanzung nicht zwangsläufig zusammengehören.  Keinerlei gesetzliche Grundlage zwingt Ehepaare dazu, Kinder zu bekommen, und Menschen mit Kindern erhalten auch ohne die Ehe Fürsorge vom Staat (z.B. in Form von Kindergeld). Und das Bundesverfassungsgericht hat in seinem Urteil vom 19.2.2013 sogar bestimmt, dass Menschen, die mit dem Kind ihres*ihrer Partner*in "sozial-familärer Gemeinschaft" leben, eine schützenswerte Familie nach Artikel 6 Absatz 1 des Grundgesetzes bilden.

Und zum anderen ist es natürlich völliger Unsinn, dass gleichgeschlechtliche Paare keine "Familie gründen" könnten. Immerhin gibt es heutzutage Samenspenden und Leihmutterschaft und die Möglichkeit zur Adoption (letztes bisher allerdings nicht für gleichgeschlechtliche Paare, auch wenn es theoretisch möglich wäre).



"Das ist doch keine natürliche Fortpflanzung, was die da machen. Denen die Ehe zu erlauben, würde ja bedeuten, dieses abartige Verhalten gutzuheißen."

Dieses Argument ist im Grunde eine Zusammenfassung einiger anderer, unter anderem des Natürlichkeitsargumentes und des Problems der Verwechslung von Ehe und Fortpflanzung.
Aber gerne nochmal: Ehe und Fortpflanzung haben nicht zwingend etwas mit einander zu tun. Gleichgeschlechtliche Paare, die gerne Kinder haben möchten, dürfen das auch heute schon tun und tun es bereits. Ich bezweifle sehr stark, dass eine Öffnung der Ehe für alle Paare auf einmal zu einem Boom "unnatürlich gezeugter" Babys führen würde.
Abgesehen davon ist die Zeugung eines Babys per Samenspende & Co nicht nur gleichgeschlechtlichen Paaren vorbehalten. Wenn man dies generell verbieten möchte, weil man es für unnatürlich hält (siehe oben), hat das nichts mit der "Ehe für alle" zu tun sondern würde genauso heterosexuelle Paare betreffen. Und eventuell sollte man sich, wie bereits erwähnt, fragen, was man dann noch alles konsequenterweise ablehnen muss...



"Die sollten keine Kinder adoptieren dürfen, sonst werden die alle auch noch schwul oder lesbisch."

Es tut richtig weh, so etwas auzuschreiben, selbst in Anführungszeichen. 
Das Adoptionsrecht hat zwar nicht unbedingt etwas mit der Ehe zu tun, ist momentan aber einer der größten rechtlichen Unterschiede zwischen der Ehe und der eingetragenen Lebenspartnerschaft. Während es Ehepaaren erlaubt ist, gemeinsam ein Kind zu adoptieren, dürfen Lebenspartner*innen nur die Kinder des*der Partner*in adoptieren.

Wie bereits erwähnt habe ich noch nie von auch nur einer Studie gehört, die beweisen würde, dass Kinder, die von gleichgeschlechtlichen Elternpaaren aufgezogen werden, deshalb schwul oder lesbisch werden. Auch dazu gibt es von der APA einen Bericht.



"Kinder brauchen Mutter und Vater."

 Ein weiteres Argument gegen die Adoption von Kindern durch gleichgeschlechtliche Paare, das mich vor allem deshalb noch nie überzeugen konnte, weil die Personen, von denen solche Aussagen kommen, dafür keinerlei Belege angeben. Weder benennen sie Prinzipien der kindlichen Entwicklung, für die das Geschlecht eines Elternteils wichtig ist, noch verweisen sie auf Studien, die bei Kindern von gleichgeschlechtlichen Eltern Entwicklungsdefizite irgendeiner Art nachweisen (sie den oben verlinkten Bericht der APA).

Faszinierend ist auch, dass dasselbe Argument für alleinerziehende Elternteile auf einmal nicht mehr zu gelten scheint. Einem Kind, dessen Vater oder Mutter gestorben ist, fehlt genauso eine Bezugsperson des anderen Geschlechts wie einem Kind von gleichgeschlechtlichen Eltern. Sollte man nun etwa das Aufziehen von Kindern durch einen einzelnen Elternteil verbieten?
Die meisten Menschen würden wohl sagen, dass hier auch Onkels/Tanten, Großeltern oder Freunde der Familie eine Bezugsperson des anderen Geschlechts darstellen können und - Überraschung! - selbiges gilt für die Verwandten und Freunde gleichgeschlechtlicher Paare.



"Ehe für alle, ja, super! Dann lasst doch gleich auch Menschen Kinder heiraten. Oder Tiere. Oder Möbelstücke."

Einige Menschen finden sich offenbar besonders witzig. Vielleicht ist der Name nicht besonders ideal und anders interpretierbar, aber eine Person, die sich so über die gleichgeschlechtliche Ehe äußert, macht deutlich, dass sie kein Interesse an einer ernsthaften und niveauvollen Diskussion hat und offenbar auch keine wirklichen Argumente vorbringen kann.
Wenn man sich auch nur ansatzweise mit den Forderungen befasst, die hinter diesem Konzept stecken, weiß man, dass es bei der "Ehe für alle" nur um das Recht mündiger Volljähriger geht, ihre*n (ebenfalls mündigen und volljährigen) Ehepartner*in unabhängig vom Geschlecht zu wählen. In keinster Weise würde dadurch Pädophilie oder Sodomie gerechtfertigt. Und Pädophilie mit sexuellen Orientierungen wie Homo-, Bi- oder Pansexualität gleichzusetzen ist einfach unverschämt und verkennt völlig den Umstand, dass es bei der "Ehe für alle" stets um eine einvernehmliche Beziehung geht, die keiner der beiden Personen schaden kann (Und eine psychiche Schädigung kann man bei Pädophilie so gut wie voraussetzen). Aber ich denke, das wissen Menschen, von denen dieses "Argument" kommt, auch selbst gut genug. Sie provozieren vermutlich nur gerne.



"Es gibt doch die eingetragene Lebenspartnerschaft. Warum muss man das denn jetzt ändern, das reicht doch."

Die eingetragene Lebenspartnerschaft ist der Ehe zwar in den meisten Dingen gleichgestellt, allerdings noch nicht in allen, beispielsweise im Adoptionsrecht.
Zudem würde eine gesonderte Form der Partnerschaft für gleichgeschlechtliche Paare immer noch bedeuten, sie von heterosexuellen Paaren abzugrenzen, was mit dem Konzept der Gleichbehandlung nicht wirklich vereinbar ist.
Und sollte man Lebenspartnerschaften und Ehen rechtlich wirklich komplett gleichsetzen, warum dann noch eine Unterscheidung machen?



"Die Ehe ist doch sowieso ein längst veraltetes Konzept, das heute keiner mehr braucht. Ich wette, die meisten Homosexuellen wollen gar nicht heiraten."

 Das mag ja die Ansicht einiger Personen sein und niemand ist in unserem Land gezwungen zu heiraten, aber das rechtfertigt nicht, die Ehe, solange es sie noch gibt, einigen Menschen vorzuenthalten, die sich gerne dafür entscheiden würden.






Falls irgendjemand von euch bis hierhin durchgehalten hat, bin ich beeindruckt. Mir selbst viel das Schreiben zum Teil schwer, weil ich mich über einige der zitierten Bemerkungen so aufgeregt habe und ab und zu sogar noch unter entsprechenden Facebook-Posts nachlesen musste, was mich nur noch weiter aufgewüht hat.
Nun, da ich mir endlich mal meinen Frust über engstirnige, diskriminierende Menschen voller Vorurteile und Doppelmoral, von denen die meisten einfach nur zu versuchen scheinen, ihre Homophobie hinter vermeintlichen Argumenten zu verstecken, von der Seele geschrieben habe, geht es mir schon besser.

Natürlich wird man vollkommen überzeugte Homophobe mit Argumenten kaum umstimmen können. Mir wäre es aber allein schon wichtig, dass Menschen aufhören, ihre unbegründete und vermutlich eher durch die Gesellschaft anerzogene Ablehnung mit vermeintlichen Fakten und unschlüssigen Argumentationen zu begründen, statt einfach zuzugeben, dass sie ihnen Fremdes mehr aus einem Bauchgefühl heraus ablehnen. Nichts macht mich wütender als scheinbar wissenschaftliche Argumentationen, die nur verstaubte, vom Menschen geschaffene soziale Konzepte rechtfertigen sollen. 

Wie immer gilt natürlich, dass ich mich gerne durch stichhaltige, von Fakten gestützte Argumente korrigieren lasse, sofern diese in freundlichem Umgangston vorgebracht werden.



Was sagt ihr zur "Ehe für alle"? Habt ihr auch schon Diskussionen zu dem Thema mitbekommen und ähnliche Argumente gehört? Oder haltet ihr euch aus so heiß diskutierten Themen lieber raus?


Kommentare:

  1. Hallo Charlie,

    mich macht es auch fassungslos, dass es in Deutschland immer noch keine Ehe für alle gibt. Das ist meiner Meinung nach einfach überfällig und das Fehlen nicht mehr zeitgemäß.

    Leider gibt es auch immer solche Kommentare, wie die, die du gelungen entkräftest, aber traurigerweise gibt es die ja bei fast allen Themen der Gleichberechtigung. Von daher finde ich diese Statistik schon durchaus beeindruckend.
    Wann Menschen aufhören werden, sinnfreie, von Vorurteilen geprägte Kommentare abzulassen, bleibt wohl ungeklärt. Zumal viele einfach zeigen, dass sie sich weigern, sich überhaupt mit dem Thema auseinanderzusetzen. (Was bei vielen Dingen so ist, wie Massentierhaltung und Nachhaltigkeit, aber das sind andere Themen.)
    Viele dieser Argumente sind daher auch einfach lächerlich.

    Zum Beispiel, dass Homosexualität unnatürlich sei, dabei ist das durchaus auch in der Tierwelt zu beobachten.
    Ganz abgesehen davon, warum sollte Liebe unnatürlich sein?

    Und wie viele kinderlose Ehen gibt es mittlerweile auch unter heterosexuellen Partnern? Wie viele uneheliche Kinder? Wir sind ja schließlich nicht mehr im 16. Jahrhundert.
    Abgesehen davon bin ich auch eindeutig dafür, dass die Adoption auch gleichgeschlechtlichen Partnern ermöglicht wird, denn warum sollten die schlechtere Eltern sein? Es gibt so viele Pflegekinder und Waisen, die ohne jede Liebe aufwachsen, warum sollte man diesen diese Möglichkeit nehmen?
    Okay, es mag sein, dass vielleicht einer Tochter zweier Männer dann eine Frau fehlen würde oder umgekehrt, jemand des gleichen Geschlechts, der gerade pubertäre Probleme versteht. Aber viele Kinder haben auch das nicht, haben gar keine Eltern, und viele Alleinerziehende bewältigen solche Probleme ebenfalls, und gerade in unserer offenen Gesellschaft wird man ja quasi automatisch aufgeklärt in allen entsprechenden körperlichen Fragen. Vielleicht würden gleichgeschlechtliche Eltern da auch helfen, falschen Scham zu überwinden.
    Aber solange es keine Ehe gibt, wäre das leider auch erst der zweite Ansatzpunkt. Obwohl es schade ist, dass so vielen potenziellen tollen Eltern die Chance genommen wird.

    Liebe Grüße
    Dana

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    1. Hi Dana,

      es freut mich, dass du es auch so siehst wie ich.

      Ja, da hast du leider recht. Ähnliche, angeblich wissenschaftlich fundierte Kommentare gibt es genauso für die Diskriminierung von Frauen, Moslems, Transgender-Menschen, etc.
      Und das Misstrauen gegenüber Fremden und Neuerungen, das zum Teil wohl auch natürlich ist, wird wohl nie gänzlich aufhören.
      Da hast du recht und das ist eigentlich das Schlimmste: Dass viele sich nicht einmal mit dem beschäftigen wollen, was sie instinktiv ablehnen. Der Mensch ist immer so stolz darauf, ein vernunftbegabtes Wesen zu sein, doch dann benutzen Menschen ihre Vernunft wieder viel zu selten.

      Stimmt, dass Homosexualität auch unter Tieren vorkommt, wollte ich eigentlich auch noch anbringen, hatte aber gerade keine Beispiele dafür zur Hand.
      Eben, unsere modernen Konzepte von Liebe sind sowieso etwas, was man mit der Natur von Tieren gar nicht vergleichen kann. Somit ist jede Liebe, die unter Menschne vorkommt, für Menschen natürlich. (Natürlich wieder mit der Einschränkung, dass beispielsweise Pädophilie selbstverständlich trotzdem nicht ausgelebt werden sollte.)

      Das ist auch so ein Punkt: Als ob das reine Legalisieren der Ehe etwas daran ändern würde, dass Menschen, die Kinder haben wollen, Kinder bekommen, und Menschen, die keine wollen, auch keine bekommen. Es würde nur einiges leichter für gleichgeschlechtliche Paare machen und endlich zeigen, dass sie akzeptiert werden.

      Das ist ja das Verrückte: Es wird teilweise argumentiert mit "Erstmal sollten alle gleichgeschlechtlichen Paare, die adoptieren wollen, Kinder zur Adoption bekommen", dabei gibt es sicher immer noch etliche Kinder, die für viele Paare "zu alt" zur Adoption sind und die eine liebende Familie bräuchten. Viele Eltern wollen scheinbar nur sehr sehr junge Kinder adoptieren.

      Eben, und bei alleinerziehenden Familien verlangt auch keiner, dass denen die Kinder weggenommen werden oder ihnen ein neuer Partner aufgezwungen wird, damit die Kinder sich "gesund entwickeln" können.

      Bei diesem Thema wird leider so oft mit zweierlei Maß gemessen.

      Liebe Grüße

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  2. Huhu,

    ich bin wirklich begeistert wie sachlich du da noch argumentieren kannst. Ich wäre da vermutlich schon längst an die Decke gegangen. Ich sehe es genauso wie du und kann diese ganzen 'Argumente' einfach nicht verstehen. Soll doch jeder denjenigen lieben dürfen, den er liebt, solange dabei keinem zu Schaden kommt!

    Wobei ich ja leider immer mehr das Gefühl bekomme, dass die Welt an Toleranz abnimmt, beachtet man nur mal die ganze fremdenfeindliche Stimmung *seuftz* :(. Das macht mich echt traurig, weswegen ich mir die ganzen Kommentare lieber gar nicht erst durchlese. Meist liest man wirklich Kommentare, welche einen an der Menschheit zweifeln lassen.

    Liebe Grüße und Danke für diesen Post. Hoffentlich erreicht es irgendeinen verquerten Kopf und löst darin etwas aus.
    Conny ♥

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    1. Hi Conny,

      danke für das Kompliment. Tatsächlich habe ich mich auch erstmal stundenlang bei Menschen in meinem Umfeld über die Kommentare aufgeregt, bevor ich beschlossen habe, sie produktiv in diesem Post zu verarbeiten.
      Ich verstehe auch nicht, wieso sich Menschen so oft über etwas aufregen, was weder ihnen persönlich noch jemand anderem schadet.

      Da hast du leider recht und ich habe mir auch vorgenommen, mich weniger mit dem vielen Hass und der Hetze in den sozialen Netzwerken zu befassen.

      Liebe Grüße

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  3. Ich bin der Meinung, das jeder jeden egal welches Geschlecht heiraten dürfen sollte und das auch alles gleichwertig anerkannt wird, da wir doch alles Menschen sind und Liebe ist schließlich Liebe und da sollte man keine Unterschiede machen.

    Liebe Grüße Lydia

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    1. Hallo Lydia,

      das sehe ich genauso und es freut much, dass du es auch so siehst.

      Liebe Grüße

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  4. Jassu, Charlie.

    "Mit ein Merkmal patriarchaler Denke ist, daß eine Obrigkeit sich in jeden Belang menschlichen Sein einmischt, um dadurch Kontrolle wie Macht zu erhalten. Keine Ideologie funktionert ohne Gleichschaltung, die Eliminierung eigenen Denkens & Fühlens."
    (Myrelle Minotier)

    Fast amüsierend wirkt auf mich die unterschwellige Furcht mancher konservativer Mitläufer (der Homophobie), eine Anerkennung von selbstverständlichen Rechten würde ein Yota ihrer eigenen Rechtssicherheit schmälern. Die wohl als hirnrissig zu bezeichnende Phobie selbst zur Homosexualität genötigt zu werden.
    Könnte man/frau drüber lachen, wäre es nicht so ernst!

    Goldig, wenn in einer Diskussion das gern gezückte Argument des "gefährdeten Kindeswohls" anbeizitiert wird, damit unterstellend daß zwei Väter oder zwei Mütter dazu per naturam nicht (!) in der Lage wären. Durch nichts zu beweisen & doch gern wiederholt.
    Absurdistan ist dann immer, wenn keck in den Raum gestellt wird "ein Kind braucht Vater & Mutter zu einer gesunden Entwicklung"...demzufolge Alleinerziehende, Witwen & Witwer zwangsverheiratet werden müßten?!
    Die Waisenkinder, die in Heimen verschiedenster Konvinienz, bis noch vor wenigen Jahrzehnten, ausgebeutet & mißhandelt würden - wie paßen diese Erfahrungen in das konservative Heile Welt-Bild!?!

    Die "Argumentations"-Gruppe um Sünde, Krankheit & Wider die Natur gilt als Keule der gesellschaftlichen Kreise, die individuelle Freiheit als Bedrohung der eigenen Einflußmöglichkeiten sehen. Ohne Hinterfragungen eines status quo kann Macht leichter ausgeübt & fortgeschrieben werden.
    Es genügt ein Blick auf was von Kirchen schon alles als "Sünde" deklariert wurde!

    Die Verfechter des "unnatürlich Seins" sollten Vorsicht walten laßen, gibt es in der Natur nicht nur eieraustragende Männchen, sondern defacto auch gleichgeschlechtliche Paare.
    Die natürliche Vorgegebenheit einer anderen sexuellen Orientierung ergibt sich auch aus dem Umstand, daß sie bis dato existiert.

    Religionen setzen gernst das Gebot der Fortpflanzung in das Zentrum der, natürlich nur von ihr legitimierbaren, Ehe. Entsprechend des Gedankens, damit weitere formbare Menschen zu erhalten, die wiederum in der Vergrößerung der eigenen Gemeinschaft einen Machtzuwachs anstrebt.
    Wobei wir wieder bei den patraiarchalen Strukturen angekommen sind!

    "Unfreiheit ist die Grundfeste jeder Diktatur."
    (Florance Ippdit)

    Schön, daß Du Dich in diesem Sinne freigeschrieben hast!

    Merci pour votre passion et

    bonté

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    1. Hi RoM,

      das Gefühl habe ich auch; dass es bei vielen politischen Entscheidungen mehr um Machtausübung geht als darum, dass man sich wirklich Sorgen um Menschen machen würde (was man mit Sorge um den Fortbestand der Menschheit usw. ja immer vorgibt). Selbiges gilt für viele Abtreibungsgegner, die dann zur gleichen Zeit die Finanzierung kostenloser Verhütungsmittel oder Sozialhilfe kürzen...
      Wobei Homophobie nicht unbedingt eine Folge des "Patriarchats" ist.

      Solche Argumente sind oft ja ohnehin nur Ausreden, um sich nicht mit dem Thema beschäftigen oder nicht zugeben zu müssen, dass man keine begründeten Argumente dagegen hat.

      Das regt mich am meisten auf: Wenn unbewiesene Behauptungen als Fakten dargestellt werden, wo eine kurze Recherche reichen würde, um herauszufinden, dass es dafür keinerlei Beweise gibt. Leider machen sich viele Menschen nicht die Mühe, diese Behauptungen zu überprüfen, sondern übernehmen diese "Fakten" dann einfach an anderer Stelle.

      Und deswegen ist es ja so wichtig, dass Menschen lernen, anderer Menschen Meinungen zu hinterfragen und sich ihre eigene Meinung zu bilden. Daher finde ich es auch wichtig, auf die Schwachstellen beliebter Argumentationen aufmerksam zu machen, damit sie nicht einfach so "nachgeplappert werden".

      In der Natur gibt es ja z.B. auch Männchen, die Kinder aufziehen ;). Trotzdem wird auch das von vielen Menschen als "nicht normal" angesehen.

      Man darf nicht vergessen, dass Religion zum Teil auch dafür genutzt wurde, den Menschen Dinge zu erklären, die sie noch nicht wissenschaftlich erklären konnten, und ihnen eine Richtlinie fürs Leben zu geben. Für mich ist es daher eigentlich naheliegend, Religion an die Zeit anzupassen. Aber nun ja, Religionen sind ein heikles Thema, über das ich hier lieber nicht schreiben möchte. Festzuhalten ist, dass Religion in Deutschland nicht die Basis der Gesetzgebung ist und daher mit einer Rechtsfrage nichts zu tun hat.

      Merci pour le compliment ;)

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    2. ...Du weilst wieder in heimischen Gefilden, offensichtlich; bienvenu! :-)

      Ein Paradebeispiel für Entscheidungen aus Machtkalkül wäre wohl David Camerons einsamer Entschluß, ein Referendum über den Verbleib GB in der EU in die Gänge zu werfen; damals einzig aus dem Grund, um die eigene (!) Partei auf Einheit zu trimmen. Die möglichen Konsequenzen dabei weit verdrängend.

      Ich denke, gesellschaftliche Phobien aller Art finde in Patriarchaten einen soliden Nährboden. Aber ja, ein Matriarchat ist auch nur ein von Menschen bestimmtes Konstrukt.
      Du weißt ja, daß mir Ideologien per se fremd sind. :-)

      Das Stoppelfeld propagierter Gerüchte (respektive Lügen) wird ja seit Anfang des Jahres allen Ernstes als "alternative Fakten" gehandelt. Hier hat wohl jemand ihren Orwell gelesen (und aus "1984" die falschesten Schlüße gezogen!).

      Wann immmer Eiferer sich mit Gegenbeispielen aus der Natur konfrontiert sehen, wechslen sie schlicht die Argumentationebene & behaupten in den Raum hinein "ein Gott habe dies oder jenes befohlen".
      Wobei seltsamerweise immer Menschen interpretieren (!) was dieser denn nun so genau angeordnet haben mag.

      Der Mensch hat sich seit Beginn seiner Zeit Geschichten zurechtgelegt, um sich mit dem ihm Unverständlichen arangieren zu können. Sagen, Mythen, Götterglauben. Erdachtes eben!

      bonté

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    3. "Alternative Fakten" sind wirklich der größte Witz überhaupt. Ich denke bzw. hoffe, dass Erfinderin dieser glorreichen Bezeichnung auch irgendwann gemerkt hat, dass die Bezeichnung alleine lächerlich ist.
      Tja, nicht umsonst fällt in diesem Zusammenhang momentan oft das Wort Newspeak und es wird erinnert an das altbekannte Mantra "Krieg ist Frieden, Freiheit ist Sklaverei, Unwissenheit ist Stärke."
      Besonders letzteres wird von Politikern ja gerne genutzt, denn Unwissenheit IST Stärke, nur eben die der Mächtigen.

      Also mit religiösen Argumenten weigere ich mich ohnehin zu arbeiten, wenn es um eine politische Debatte geht. Politik und Religion bleiben bei uns zumindest getrennt.

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    4. ...Religion wird in solchen Fällen dann immer als ultimates Totschlagargument mißbraucht.

      Beruhigend irgendwo, daß Orwells "1984" wieder gelesen wird!
      "Doppelplus super gut" :-D

      bonté

      post scriptum:
      Meine bon voyage-Mail bei Dir angekommen?

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    5. Ist sie! Ich bin nur furchtbar schlecht im Antworten und nach wie vor nicht dazu gekommen, sie genau zu lesen.
      Tut mir leid! Wird nach den Klausuren endlich nachgeholt.

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    6. ...pas de probleme, Madame. Klausuren haben hier definiten Vorrang!
      Das mit dem Antworten hast Du mit Sonne gemein. ;-)

      bonté

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    7. Noch eine Gemeinsamkeit :D.

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  5. Erev tov, Charlie.
    Nesi’á tová!
    Lehitraot... :-)

    bonte

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  6. Hey :)

    ich lesen gerade gerade ganz viele Posts und drücke mich damit vorm Lernen :( Bist du auch schon kurz vor der Klausurenphase oder wann schreibst du? :)

    Das ist echt ein wichtiges Thema und immer wieder hört man "Heute ist das ja alles schon akzeptiert". Viele scheinen nicht zu verstehen, dass hinter verschlossen Türen immer noch oft Ansichten herrschen, die Freud vielleicht mal als wahr angesehen hat (ich sage nur, Ödipuskomplex und homosexuelle haben eine gestörte Entwicklung durchlaufen). Umso trauriger, dass viele Scheinargumente einfach keinen Abbruch finden.
    Deine Argumentation ist wirklich sehr beeindruckend - stichhaltig, anschaulich und auftüttelnd. Ich hoffe, ganz viele lesen diesen tollen Post!

    Liebe Grüße
    Fina

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    1. Hi :),

      das kenne ich absolut :D.

      Die Leute sagen ja auch, Frauen wären heute gleichberechtigt. Dass juristische Gleichberechtigung nicht unbedingt sozialer Gleichberechtigung entspricht, wird dann meistens ignoriert. Selbst wenn die gleichgeschlechtliche Ehe eingeführt würde, wäre es sicher noch ein langer Weg, bis andere sexuelle Orientierungen genauso anerkannt sind wie Heterosexualität.

      Dankeschön!

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  7. Klasse das du dieses wichtige Thema aufgreifst. Ich selbst habe Freunde die schwul oder lesbisch sind und habe damit somit ein Problem. Vielmehr würde ich mir wünschen, dass auch sie endlich heiraten dürfen und kann nicht nachvollziehen, wie man im 21 Jahrhundert ihnen dieses Recht immer noch verweigert. Es ist traurig und schade.

    Bei den Argumenten wurde ich auch ab und an echt innerlich sauer, aber wie du schon sagtest, die Ansichten dieser Leute wird man auch mit richtigen Fakten nicht mehr ändern. Ich finde es nur schrecklich, dass man Menschen aufgrund ihrer sexuellen Orientierung angreift und diskriminiert. Ich kenne da leider auch viele Geschichte von meinen Freunden und finde das echt schockierend. Kann das gar nicht verstehen.

    Danke auch für dein liebes Kommentar.
    Dankeschön <3.
    Mir ist ja zum Glück noch Niemand begegnet, der in einer Diskussion die Fake News als Fakt dargelegt hat, aber ich kann mir gut vorstellen, wie das dann abläuft. Auch das von dir genannte Beispiel wo echte Meldungen als Fake News deklariert werden, nur weil sie nicht zur eigenen Meinung passen, ist mir bisher nur im Netz begegnet. Mittlerweile habe ich mir aber auch angewöht, die Kommentare zu vielen Dingen gar nicht mehr zu lesen, sodass mir auch sowas nicht mehr begegnet, weil mich das echt tierisch aufregt.

    Der Us Wahlkampf war ja schon immer sehr extrem, aber ich finde in diesem Jahr hat das mit den ganzen Fake News noch mal eine ganz andere Dimension angenommen und leider hat davon ja Trump profitiert. Was der die Fakten verdreht hat, war echt schrecklich, aber bei den Leuten ist halt dann das Negative hängen geblieben. Man sieht ja leider jetzt, was dabei herauskommt.

    Definitiv. Solche Seiten ignoriere ich bzw. wenn ich was in Facebook lese, dann glaube ich das eh meistens nicht und dazu kommt noch, dass ich auch kaum noch auf Facebook unterwegs bin.

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    1. Es freut mich, dass dir mein Post gefällt und dass du auch dieser Meinung bist! Zum Glück gibt es ja viele Menschen, die da so sehen wie wir. Ich kann auch gar nicht nachvollziehen, wie man das anders sehen kann.

      Das finde ich fast am schlimmsten: Dass gerade Menschen, die so extreme Positionen vertreten, nicht mit sich reden lassen.
      Und nachvollziehen kann ich auch nicht, wieso man Menschen wegen ihrer sexuellen Orientierung angreift.

      Das ist halt wirklich das Problem, dass gerade einfach formulierte, negative Anschuldigungen bei den Menschen hängen bleiben und sie sich dann oftmals nicht darum kümmern, die Fakten zu überprüfen.



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  8. Da hast du dir ganz viel Arbeit gemacht, die 'Argumente' zusammenzutragen und zu widerlegen. Und ich habe heute endlich Zeit, deinen engagierten Beitrag zu lesen. Bravo! Da wir in unserer Verwandtschaft ein schwules Pärchen haben, ist das für mich eine ganz normale Sache und ich merke schon gar nicht mehr, dass es zwei Männer sind, die sich lieben. Jawoll! Liebe! Hauptsache Liebe. Da gibt es in so mancher Hetero-Ehe weniger. Für mich ist es eine Selbstverständlichkeit, wenn zwei Menschen - egal welchen Geschlechts - ihre Liebe in einer Ehe besiegeln wollen. Das muss jedem freigestellt sein. Anderes verstößt gegen das Grundgesetz.
    LG, Ingrid

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    1. Danke sehr! Ja, es war Arbeit, aber ich hatte mich ohnehin so viel aufgeregt, dass ich dachte, ich kann die Zeit auch produktiv nutzen.
      Tja, bisher tut es das offenbar nicht, obwohl zum Glück schon bestimmte, sehr diskriminierende Regelungen für verfassungswidrig erklärt wurden.

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  9. Ich hatte hier übrigens auch kommentiert, aber entweder habe ich einen Fehler beim Hochladen gemacht oder der Kommentar ist von Blogspot verschluckt worden ;-)

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    1. Ja, alles da :). Ich hab nur wieder schrecklich lange gebraucht, um alle Kommentare freizuschalten und zu beantworten. Alles meine Schuld! ;)

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  10. Hallo Charlie,
    dieser Post ist über aus interessnat- und etwas, was ich mir schon lange gewünscht habe. Zwar habe ich eindeutig im Gefühl, dass es richtig ist, eine Ehe für alle einzuführen, aber manchmal ist es schwierig, dafür zu agumentieren- oder Argumente, die dagegen sprechen, zu widerlegen. Ich mag deine Art zu denken und bei den meisten Dingen stimme ich dir auch zu, aber bei ein paar Punkten muss ich dir widersprechen oder aber will noch etwas ergänzen.
    Punkt: "Homosexualität ist eine psychische Störung". Nein, abe´solut nicht, warum sollte es auch? Nur zu sagen, dass das ganze keine ist, weil es in diesem Buch steht, ist schwierig. Schön, dass es jetzt darin steht, aber ich glaube, dass war nicht immer so, oder? Dennoch ist Homosexualität ja nicht früher einer Störung gewesen und hat sich jetzt entstört. Leider fallen mir jedoch selbst auch keine besseren Argumente ein. Das geht vielleicht auch nicht, was man widerlegen muss, sondern es ist einfach eine falsche Annahme, zu sagen es sei eine psychische Störung.
    Ounkt: Evolutionsargument, ein harter Brocken. Daran habe ich mir schon oft die Zähne rausgebrochen. Warum ist die Nicht-Heterosexualität nicht ausgestorben, wenn es evolutionsbiologisch keinen Sinn ergibt? Es muss also irgendwie Sinn ergeben; wir Menschen sind nur noch nicht weit genug, um zu erkennen, welchen SInn des habt. Und überhaupt haben wir kein Anrecht darauf, die Evolution selbst zu vervollstädnigen; sonst landen wir wieder beim Sozialdarwinismus und das wäre keine gute Idee. Auch sind wir Menschen ja fähig menschlich zu sein und das heißt, dass wir uns um alle Menschen kümmern können. (Das dreht sich jetzt nicht mehr nur um Homosexualität,s ondern einfach so allgemein, irgendwie. Wirr)
    Interessant diese Frage anch der Natürlichkeit.. Und wie sehr wir uns sonst darauf berufen; eben auch das mit dem Tod. Aber ist nicht am Ende alles menschliche Verhalten natürlich? Können wir aus unserer Natur herausgehen?
    Oder zählt als natürlich nur der Steinzeitmensch? Aber von dem haben wir uns ja auch auf natürliche Weise entfernt durch Weiterentwicklung.
    "Die sollten keine Kinder adoptieren dürfen, sonst werden die alle auch noch schwul oder lesbisch."- Das tut wirklich weh. Ich habe nämlich das Gefühl, so etwas hört man häufig von Menschen, die sich tolerant geben; selbst wenn es so wäre würde man - als echter Toleranter- auch die 2. Generation akzeptieren.
    Bravo für das nächste Argument bei "Kinder brauchen...". Besser hätte man das nicht machen können :)
    Also allgemein vielen Dank, dass du dich an sowas ranwagst. Ich kenne deinen Blog zwar erst seit gestern, bin aber jetzt schon ein Riesenfan.
    Liebe Grüße,
    Kat

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    1. Hi Kat,

      vielen Dank für diesen ausführlichen Kommentar und die spannenden Gedanken!
      Es freut mich, dass du mir in vielen Punkten zustimmt, und umso mehr, dass du ein paar Dinge ergänzt bzw. korrigierst :).

      Zu dem Punkt mit der psychischen Störung:
      Du hast natürlich absolut recht damit, dass es nicht früher eine war und dann mit dem neuen ICD keine mehr wurde. Vielmehr meinte ich, dass auch im international anerkannte Verzeichnis von Krankheitsbildern endlich anerkannt wurde, dass es keine ist. Es war natürlich nie eine.
      Erwähnt habe ich das deshalb, weil psychische Störungen ja generell etwas von Menschend Definiertes sind. Menschen haben bestimmt, wie Menschen allgemein zu sein haben und dass alles, was davon abweicht, eine Störung ist. Dementsprechend kann man hier nicht gut mit irgendetwas anderen argumentieren als mit von Menschen geschaffenen Definitionen und von Menschen aufgestellten Regeln, wie zB dem ICD-10.
      Was es wohl ziemlich gut trifft ist deine Aussage, dass man diesen Punkt eigentlich gar nicht widerlegen muss, weil es eine grundlegend falsche Annahme ist.
      Was ansonsten vielleicht noch ginge, wäre eine anerkannte Definiton von psychischer Störung suchen (wobei ich stark bezweifle, dass es die in der Psychologie gibt) und anhand derer erklären, wieso Homosexualität keine ist. So oder so müsste man sich auf die Meinungen von Psychologen und Psychiatern stützen, denn mit der Natur kann man hier nicht gut argumentieren,
      Schwieriger Punkt auf jeden Fall. Ich denke, den werde ich nochmal überarbeiten.

      Was die Evolution angeht:
      Wieso Homosexualität immer noch vorkommt (wenn man mal davon ausgeht, dass sie mindestens zum Teil biologischen Ursachen entspringt), obwohl sie scheinbar evolutionsbiologisch keinen Sinn ergibt, kann ich leider auch nicht sagen. Ich sehe das auch so wie du, dass es da offenbar irgendeinen Sinn gibt. Überhaupt wäre es von Menschen ja auch ziemlich arrogant zu behaupten, sie wüssten schon alles über die Natur und de Welt. Deswegen fänd ich es auch gefährlich, wenn die Evolution wieder genutzt würde, um Menschen und ihr Verhalten zu "bewerten".

      Ob alles menschliche Verhalten natürlich ist, ist eine spannende Frage. Kann man sicher so sehen. Auch unter dieser Betrachtungsweise wäre Homosexualität dann ja etwas Natürliches,

      Vielen Dank für das liebe Kompliment!
      Liebe Grüße,
      Charlie

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