[Buchrezension] "Blutsschwestern" (Vampire Academy 1) von Richelle Mead

Charlie | Freitag, 26. Mai 2017 |
Recht durchschittlicher Auftakt; für Fans von Romantasy und Vampiren



©Lyx (Lübbe)






Originaltitel: Vampire Academy
Autorin: Richelle Mead
Verlag: Lyx
Genre: Jugendbuch, Romantasy, Urban Fantasy
Reihe: 1. Band einer Hexalogie
Erscheinungsdatum: Januar 2009
Seitenzahl: 304 (Paperback)
Verlagsseite










Inhalt


Rose und Lissa sind seit Jahren beste Freundinnen, doch sie verbindet noch etwas anderes. Lissa gehört zu den Moroi, ein altes Vampirgeschlecht, dessen Existenz bedroht ist, da sie von den untoten Vampiren Strigoi gejagt werden. Um sie zu schützen, werden ihnen Wächter zur Seite gestellt, die zu den Dhampiren - halb Mensch, halb Moroi - gehören. Rose ist eine von ihnen und Lissas Wächterin.
Vor zwei Jahren floh sie mit Lissa aus ihrer gemeinsamen Schule und beide lebten lange unerkannt unter Menschen. Doch dann werden sie von den Wächtern der Schule gefunden und zurückgebracht.
Und dort beginnt Lissa ihre Vergangenheit wieder einzuholen. Das Ereignis, das sie damals zur Flucht bewegte, kann nicht einfach vergessen werden.



Meinung


"Vampire Academy" war vor Jahren, als ich mit dem Bloggen begann, der absolute Renner und ich habe mir schon vor Jahren vorgenommen, einmal in die Reihe reinzulesen. Nun bin ich endlich zumindest dazu gekommen, mir den ersten Band zu Gemüte zu führen.


Die Idee(n) hinter "Vampire Academy" hebt sich ein wenig, wenn auch nicht großartig, von anderen Jugendbüchern desselben Genres ab.
Die vampirische Klassengesellschaft fand ich hier ganz interessant, genau wie das Prinzip des Bandes und die Gaben, die die Moroi haben.
Erfrischend war auch, dass die "Auserwählte", die besonders Wichtige mit den besonderen Kräften, nicht die Hauptfigur ist, sondern deren beste Freundin.
Trotzdem bekommt man gut mit, wie sehr ihre gesellschaftliche Stellung und ihre Kräfte Lissa belasten, was ebenfalls angenehm ungewöhnlich zu lesen war und mir sehr realistisch erschien.
Zum Teil überrascht auch die Auflösung des Buches und einige seiner Charaktere.


In andere Hinsicht ist der erste Band der "Vampire Academy" dann aber absolut durchschnittlich.
Neben der Handlung gibt es viel Highschool-Drama mit einer Schulzicke, Gerede darüber, welche Typen am heißesten und begehrenswertesten sind, und viel Geknutsche und Gedanken an Sex. Typisch Teenager vielleicht, zum Teil aber auch sehr klischeehaft, oberflächlich und für mich nicht interessant, da mir die Figuren nicht sympathisch genug waren, um mich für ihr Privatleben zu begeistern.
Auch die beiden Liebesgeschichten sind von der ersten Minute an vorhersehbar und konnten mich aufgrund der flachen Figuren und ausgelutschten Storyelemente nicht berühren.
Das Konzept einer Art Auserwählten mit seltenen, besonderen Fähigkeiten ist ebenfalls nicht gerade neu und auf dem Geheimnis in dieser Richtung wurde zu sehr rumgeritten, als dass man es nicht sofort hätte erraten können.


Probleme hatte ich auch mit der Hauptfigur Rose und ihrer Art, die Geschichte zu erzählen.
Rose ist tough und hat immer einen coolen Spruch auf den Lippen, was Spaß macht zu lesen, und ist gleichzeitig authentisch, da sie ihr Temperament nicht immer kontrollieren kann.
Manchmal findet sie sich selbst aber auch zu toll und ihre Reaktionen und Antworten wirken einfach zu gezwungen, zu gewollt "cool", rebellisch und jugendlich. Zudem ist sie extrem oberflächlich und beschäftigt sich fast ständig damit, welche Jungs und Männer in ihrer Nähe gut aussehen und welche nicht. Auch ihrer besten Freundin Lissa gegenüber verhält sie sich nicht immer korrekt und meint oft, obwohl sie im selben Alter sind, besser zu wissen, was gut für Lissa ist.
Lissa ist da schon ein wenig spannender mit ihrer ruhigen, zunächst recht farblosen Art, über die man im Laufe des Buches mehr erfährt und die eine interessante, teils seltsam anmutende Wandlung durchmacht.
Wirklich sympathisch war allerdings auch sie mir nicht, was auch für die anderen, zum Großteil sehr durchschnittlichen und wenig originellen Figuren gilt.
Tatsächlich können sogar vor allem die Antagonist*innen am ehesten ein wenig überraschen.
Was die Entwicklung der Figuren angeht, erwarte ich von den Folgebänden auf jeden Fall mehr.


Fazit


Der erste Band der "Vampire Academy"-Reihe kann mit einigen interessanten Ideen und Figuren aufwarten, nutzt sein Potential aber nicht allzu gut und langweilt zum Teil mit gewollter "Jugendlichkeit", Oberflächlichkeit, Klischees und vorhersehbaren Entwicklungen. Ich vergebe 3 Sterne und weiß noch nicht, ob ich weiterlesen werde.

Kommentare:

  1. Ich hatte ja vor einiger Zeit den Film angeschaut und fand den ganz unterhaltsam. Klar er hatte einige Klischees, aber die Idee mit der Academy fand ich eigentlich ganz lustig. In der Filmvariante hat mir Rose als Figur aber auch richtig gut gefallen, weil sie dort lustig und schlagfertig war. Ich mag toughe Frauen in Filmen und Serien ja sehr. Deshalb hatte ich auch überlegt, ob ich mal mit dem Buch anfange. Da ist mir aber auch klar, dass mir die Liebesgeschichten auf die Nerven gehen werden. Im Film war die ganz angenehm, aber im Buch nervt mich sowas schnell.

    Da du jetzt auch meintest, du weißt nicht, ob du weiterliest, bin ich mir unsicher, ob ich die Reihe anfange. Sicherlich nicht so bald, weil mein Bücherregal ja voll steht.

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    1. Ja, ganz unterhaltsam fand ich das Buch auch, was Schönes für nebenbei. Und toughe weibliche Hauptfiguren sind mir auch auf jeden Fall lieber, als diese Figuren, die die ganze Zeit nur rumheulen, wie hässlich oder fett sie seien, obwohl sie es nicht sind.
      Die Liebesgeschichte ist unter anderem der Grund, wieso ich nicht weiß, ob ich weiterlesen will. Die wird sicherlich noch kitschiger und dramatischer.

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  2. Bei mir sind die ersten drei Bände ja ewig her, aber ich weiß noch, dass ich die ersten zwei Teile großartig fand und den 3. dann plötzlich sehr langweilig. Eigentlich wollte ich immer mal weiterlesen, aber man weiß ja, wie das ist...

    An Roses Oberflächlichkeit kann ich mich überhaupt nicht erinnern (und wahrscheinlich habe ich das mit 14 Jahren oder wie alt ich war, auch nicht so gesehen). Lissa fand ich aber auch immer toll - sie ist so stark und trotz ihrer Kräfte wunderbar bodenständig. Und ich weiß zwar nicht mehr, mit wem sie zusammen ist, aber die beiden fand ich auf jeden Fall total putzig :D

    Ich hoffe, du gibst der Reihe eine weitere Chance. Sollte sie dir im Verlaufe besser gefallen, würdest du mich ja eventuell auch anfixen :P

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    1. Ich glaube, sie hätte mir auch deutlich besser gefallen, wenn ich sie früher begonnen hätte :D. Es gab mal eine Zeit, da hätte ich Bücher wie dieses super gefunden.
      Vielleicht werde ich die Reihe einfach weiter nebenbei als Hörbuch hören wie jetzt den ersten. Das war eigentlich ganz angenehm.

      Christian hieß der Typ von Lisa ^^. Die beiden fand ich ein wenig klischeehaft (Außenseiter und cooles Mädchen), aber auch ganz süß. Bisher besser als Rose und Dimitri.

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