[Uni] Persönlicher Lagebericht: Überforderung und Leistungsdruck

Charlie | Montag, 31. Juli 2017 |

Wenn man mich fragen würde, wie ich mich nach meinen bald zwei ersten abgeschlossenen Hochschulsemestern fühle, wäre die spontane Antwort wohl: "Ernüchtert."

Dabei ist es - natürlich - nicht so, als hätte ich damit gerechnet, an der Uni ein Leben voll mit Party, ohne Verpflichtungen und Verantwortung zu führen. Mir war schon bewusst, dass es eine große Umstellung würde, insbesondere die viele selbstorganisierte Arbeit.
Aber trotzdem hatte ich irgendwie immer die Vorstellung, Uni würde "cooler" als Schule werden. Freier und selbstbestimmter, da ich mir das Fach, den Studienort und das Studium an sich selbst ausgesucht habe und im Gegensatz zur Schule mehr entscheiden kann, was ich wann mache. Anspruchsvoll(er), aber sinnvoller, weil man endlich etwas Konkretes macht, statt nur einen oberflächlichen Querschnitt über alles zu bekommen, was angeblich zur Allgemeinbildung gehört. Spannender, weil ich das studiere, was mich interessiert, und mich z.B. in Seminaren auf die Themen spezialisieren kann, die mir am meisten liegen.

Aber jetzt, nach knapp neun Monaten an der Uni, muss ich feststellen: Ich vermisse die Schule. Extrem. Und ich komme an der Uni (noch) überhaupt nicht klar.





Menschen, die mich nur aus dem Schulkontext kennen oder seit Unibeginn keinen regelmäßigen Kontakt zu mir haben, können meist gar nicht glauben, wenn ich offenbare, dass ich mich von der Uni gnadenlos überfordert fühle. 
Charlie, die in der Schule mal ihren Deutschkurs gewechselt hat, weil die Lehrerin nie etwas besseres als 13 Punkte gab, gibt sich in der Uni plötzlich mit einem "Hauptsache bestanden" zufrieden. Charlie, die in der Schule immer alle Hausaufgaben pünktlich abgebeben hat, gibt in der Uni ganze Module auf und verschiebt Klausuren grundsätzlich nach hinten. Charlie, die sich in der Schule teilweise gelangweilt hat, bricht in der Unizeit auf einmal heulend zusammen, weil ihr alles zu viel wird.
Aber es ist so. Ich komme in der Uni überhaupt nicht klar und ich habe noch nicht raus, ob es daran liegt, dass ich mich an das System noch nicht gewöhnt habe, oder ob ich für das System einfach nicht gemacht bin.

Das mit dem "heulend zusammenbrechen" war übrigens nicht übertrieben. Vor wenigen Wochen habe ich wirklich einmal eine Dreiviertelstunde neben meiner Mutter auf dem Sofa gelegen und geweint, weil mir alles zu viel wurde. (Und ich weine nicht oft!) Ich hatte eine stressige Zeit mit einem Referat nach dem anderen hinter mir und hätte für eine Prüfung lernen sollen, deren letzte Chance wenige Tage später war, musste aber - wenig überraschend - feststellen, dass ich den Stoff niemals mehr bis zur Klausur in meinem Kopf bekäme. Die Verzweiflung über dieses eine Modul war dann der Anlass dazu, einmal alles rauszulassen, was sich das ganze Semester über angestaut hatte.

Tatsächlich bin ich nämlich schon das ganze Semester unglaublich unzufrieden mit meinem Studium, was so weit geht, dass schon der Gedanke daran, am nächsten Tag zur Uni zu gehen, mir schlechte Laune bereitete, und Überlegungen über meine akademische Zukunft mir Tränen in die Augen trieben, weil ich mich einfach gnadenlos überfordert fühle: mit der Uni, aber auch mit meiner Lebensplanung an sich, derer ich mir plötzlich nicht mehr so sicher bin. Weil ich nicht mehr weiß, ob ich wirklich studieren will. Weil ich anderen, die nach meinem Studium fragen, nicht mehr guten Gewissens erklären kann, warum ich studiere und warum ich Psychologie gewählt habe. Weil ich selbst nicht mehr weiß, was ich eigentlich will und ob ich gerade tue, was ich wirklich will.



Nun will ich nicht alles schwarzmalen und so tun, als wäre ich nur Opfer äußerer Umstände. Zum Teil bin ich auch einfach faul, schiebe alles auf und lerne nie daraus, dass das keine gute Idee ist, und habe mich noch nicht ernsthaft mit besseren Organisations- und Motivationstechniken befasst. Einen Großteil des Stresses, den ich das Semester über hatte, hätte ich mir zum Beispiel sparen können, hätte ich mit Referaten rechtzeitig angefangen und Vorlesungsinhalte regelmäßig nachbearbeitet. 
Auch ist es fürs Lernen sicherlich nicht sehr hilfreich, wenn man dasitzt und von vornherein sagt "Das schaffe ich nie." An meiner Einstellung könnte ich also definitiv noch arbeiten. Immerhin ist es völlig normal, dass man sich an die komplett andere Art zu lernen in der Uni erstmal gewöhnen muss.
Außerdem hat mir bisher ausnahmslos jeder Mensch, der auch Psychologie studiert (hat), versichert, dass nach den ersten zwei Semestern alles besser wird, wenn man die trockenen und langweiligen Grundlagen überstanden hat und zu den interessanteren Anwendungsfächern kommt. Und vielleicht ist das zweite Semester auch wirklich nur ein inhaltliches Tief und danach geht es bergauf. Wer weiß.

 

Doch es gibt trotzdem eine Menge Dinge, die mich an der Uni grundsätzlich stören.

Zum Beispiel finde ich Vorlesungen und auch die Seminare, die ich bisher hatte, didaktisch mehr als fragwürdig. 
In Vorlesungen wird man, auf gut Deutsch gesagt, 90 Minuten vollgequatscht und wenn man nicht gerade der auditive Typ ist und sich dann alles schon gemerkt (oder es überhaupt verstanden hat, denn Tempo und Pensum sind zum Teil enorm) hat, muss man sich Zuhause nochmal alleine durch Bücher und Folien arbeiten. 
Von Anwendung fehlt in vielen Fällen jede Spur. Das ist eines der Dinge aus der Schule, die ich schmerzlich vermisse: Der reflektierte, abwechslungsreiche Umgang mit Inhalten, bei dem man die Themen beispielsweise in Gruppen diskutiert, auf einen neuen Bereich übertragen, auf einem Plakat zusammengefasst hat, etc. So nervig ich das damals auch fand, so sehr sehe ich mittlerweile den Nutzen, denn ich zumindest bin eindeutig jemand, der auf diese Weise schneller lernt als bei dem Versuch, sich Unmengen an Stoff allein durch Lesen reinzuprügeln.
Ich hatte die Hoffnung, Seminare würden da etwas mehr meinen Vorstellungen entsprechen, aber das war bisher nicht wirklich der Fall. Drei von vier Seminaren dieses Semester bestanden daraus, dass unsere Themen auf uns Teilnehmende aufgeteilt wurden und jede Sitzung komplett aus einem Referat bestand. Für alle, die gerade nicht referierten, bedeutete das also wieder bloß zuhören.
Insbesondere der Praxisbezug fehlt mir durch diese Lehrweise enorm und es fällt mir schwer, dem Stoff zu folgen.


Unmöglich finde ich auch, wie sehr einem bereits im ersten Semester, in dem man sich erstmal zurechtfinden muss, schon Druck gemacht wird.

In der Orientierungswoche wurde uns, als das Kurswahlsystem erklärt wurde, beispielsweise direkt klargemacht, dass man bei platzbeschränkten Kursen (also im Grunde allem, was keine Vorlesung ist) nur dann in der Zulosung der Plätze auf Basis der angegebenen Prioritäten berücksichtigt wird, wenn man das entsprechende Modul im im Studienverlaufsplan vorgesehenen Semester absolviert. Sprich: Wenn ich ein Modul, das fürs dritte Semester "empfohlen" ist, aus welchen Gründen auch immer erst im fünften absolviere, kriege ich irgendeinen Restplatz, nachdem alle anderen ihren Wünschen gemäß zugelost wurden, wenn überhaupt, denn es könnte natürlich auch sein, dass alle Seminare schon voll sind. Dann dürfte ich wieder ein Jahr warten. So viel zum Thema mehr Freiheiten in der Gestaltung des Studiums.
Obwohl es verständlich ist, dass die Unis ihre Studierenden aus Kostengründen gerne in der Regelstudienzeit durchbekommen würden, benachteiligen solche Regelungen eine Menge Menschen. Beispielsweise die, die neben ihrem Studium jobben müssen und daher vielleicht zeitlich einfach zwei Semester mehr bräuchten. Oder Studierende, die ins Ausland gehen und hinterher ein paar Kurse in Deutschland nachholen müssen.
Eine Fixierung auf die Regelstudienzeit (auch, wenn es nicht direkt verboten ist, länger als sechs Semester zu studieren) ist nicht nur unrealistisch sondern meiner Meinung nach auch unfair. Schließlich studieren die wenigsten - würde ich zumindest denken - länger als sechs Semester, um der Uni und dem Staat auf der Tasche zu liegen.

Wahnsinn ist gerade bei Psychologie auch, was das Bachelor-Master-System bzw.die Zulassungskriterien für Masterplätze für einen Druck aufbauen. 
Das fängt schon damit an, dass es generell weniger Masterplätze für Psychologie gibt als Bacherlorplätze und -absolvent*innen. In Anbetracht der Tatsache, dass man mit einem Bachelor alleine in der Psychologie nichts anfangen kann, ist das schon ziemlich ironisch, weil es im Grunde aussagt: "Wir haben von Anfang an vor, euch auszusieben, und es haben von Anfang an nicht alle von euch eine Chance, dieses Studium zu beenden."
Generell sollte man neben einer für mich noch utopisch guten Bachelornote (zumindest in Berlin, wo ja bekanntlich der Andrang auf Studienplätze immer extrem hoch ist) dann am besten neben der Uni noch in einem fachlich relevanten Bereich gearbeitet haben (steht zumindest in den Aufnahmevoraussetzungen für den Master an meiner Uni). Das ist insofern lustig, da ich dafür theoretisch bei einem auf Vollzeit ausgelegtem Studium, das ich ja in der Regelstudienzeit schaffen soll, gar keine Zeit hätte. Gerade für Bachelorstudiernede gibt es in den ersten Semestern auch noch nicht so viele Möglichkeiten gibt, vor allem, wenn man kein Statistik-Crack ist. Und mal ehrlich: Neben einem Vollzeitstudium brauche ich davon dann auch irgendwann mal eine thematische Auszeit und muss mich nicht noch zehn Stunden die Woche in ein Forschungsprojekt reinhängen. Oder beweist das schon wieder fehlende Motivation, die zeigt, dass ich sowieso nicht für einen Master geeignet wäre?
Natürlich ist der Master für uns Zweitis noch Zukunftsmusik, aber wenn ich mir die Listen angucke und sehe, dass ich einen Bachelorabschluss von 1,4 brauche, um an meiner Uni weiterstudieren zu können, dann kommt schon der Gedanke auf, dass ich mir dann eigentlich jetzt schon keine Ausrutscher leisten kann. Und das ist meiner Meinung nach abbsolutes Gift für die Eingewöhnung an der Uni, wo erstmal andere Dinge als Noten im Vordergrund stehen sollten,
Zum Master-Wahnsinn gab es kürzlich auch einen Artikel im Tagesspiegel.



Bei mir paart sich aktuell also eine Grundzufriedenheit mit dem Konzept Uni mit der möglicherweise faulheitsbedingten Überforderung und dem Druck, der durch das Sytem an sich aufgebaut wird.
Hinzu kommt das ganze Semester über leider auch ein großes Desinteresse und absolute Motivationslosigkeit, wenn es darum geht, mich mit den Inhalten des Studiums zu beschäftigen. Ich habe wirklich auf nichts, was mit der Uni zu tun hat, mehr Lust. 
Und aktuell versuche ich herauszufinden, ob das an dem vielen Stress liegt, den ich mit dem Studium habe, oder ob sich für mich nicht vielleicht langsam herausstellt, dass das Studienfach an sich nichts für mich ist, und ich deshalb so viel Stress habe, weil ich mich zu etwas zwinge, das ich eigentlich nicht will.
Ich will auf keinen Fall das Gefühl haben, zu schnell aufzugegeben, aber ich will auch auf keinen Fall, dass es im dritten Semester so weitergeht wie in diesem. So viel ist sicher.


Für das dritte Semester habe ich mir daher erstmal vorgenommen, weniger Kurse zu wählen und diese systematischer und konzentrierter anzugehen. Die sechs Semester Regelstudienzeit habe ich ohnehin schon aufgegeben, da ich dieses Jahr einen Kurs bereits abbrechen musste und vermutlich eine weitere Klausur zeitlich nicht schaffen werde, weil mir eine andere erstmal wichtiger ist. Da aber die Bachelornote für den Zugang zu einem Masterplatz extrem wichtig ist, habe ich beschlossen, dass ich lieber langsamer aber mit besseren Noten und mehr Freizeit durchs Studium gehen möchte, als mich weiter so abzuhetzen, gerade so durchzukommen und innerlich so viel Frust anzustauen wie in diesem Semester. Denn das hat letztendlich dazu geführt, dass ich auch meine Freizeit nicht mehr genießen konnte, und das möchte ich auf keinen Fall. Ich möchte weiterhin ein Leben neben der Uni. Und solange ich mich an das System noch gewöhnen muss, gehe ich alles langsamer an.


Meinen Respekt habt ihr, wenn ihr euch durch diesen eher wirren Jammer-Post gekämpft habt. 
Ich hatte irgendwie das Bedürfnis, meinen ganzen Frust mal loszuwerden, weil es mir persönlich hilft, wenn ich von anderen höre, dass auch sie Schwierigkeiten in der Uni haben. Vielleicht erkennt ihr euch hier ja wieder oder könnt mir ein paar nützliche Tipps geben.
Falls ihr studiert oder studiert habt: Habt/Hattet ihr auch solche Phasen der Überforderung in der Uni und wie seid ihr damit umgegangen?

Kommentare:

  1. Ich denke es ist eine sehr gute Entscheidung, dir erst mal Zeit zu lassen. Wie du schon festgestellt hast bringt es ja nichts, wenn man nur gerade so durch kommt, sich endlos Stress macht und alles daran hasst. Ich drücke dir auf jeden Fall die Daumen, dass es besser klappt, wenn du dir mehr Zeit für die einzelnen Kurse nimmst und diesmal hoffentlich von vornherein etwas organisierter an die Sache herangehst. Du hast ja jetzt schon ein bisschen ausprobiert, was klappt und was eher nicht und das kannst du jetzt vielleicht anwenden.
    Da meine Studienfächer mit deinem nicht mal vergleichbar sind und durch meinen Nebenfachwechsel eh alles zeitlich etwas gestreckt ist, muss ich sagen, dass ich noch nicht in deiner Situation war. Ich kann sie aber trotzdem sehr gut nachvollziehen. Ein Freund studiert Medizin und befindet sich auch seit zwei Jahren permanent am Rande des Nervenzusammenbruchs. Irgendwas läuft bei den Anforderungen für diese Fächer also eindeutig schief und es liegt ganz sicher nicht an dir, gerade wenn andere dir das schon bestätigt haben. Ich hoffe mal mit, dass es mit dem dritten Semester wirklich besser wird.

    Liebe Grüße und alles Gute!
    Jacqueline

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    1. Danke für dein Verständnis und die lieben Worte! Auch, wenn letztendlich nur ich mich mit der Entscheidung gut fühlen muss, ist es irgendwie beruhigend, dass andere das auch vernünftig finden und verstehen können.
      Ich hoffe auch, dass ich aus meinen desaströsen Erfahrungen diesmal gelernt habe :D. Was das rechtzeitig mit der Hausarbeit anfangen oder für die Klausur nächste Woche lernen angeht, war ich schon mal nicht ganz so erfolgreich :S. Aber aktuell bin ich recht zuversichtlich, dass ich ein Systen gefunden habe, mit dem ich mich zu halbwegs effizienter Arbeit aufraffen kann.
      Oh Mann, Medizin stelle ich mir ja noch schlimmer vor. Ich bewundere jeden Menschen, der das durchzieht.
      Ich habe sowas auch schon von einigen anderen gehört, auch aus meinem Studienfach, also weiß ich zum Glück, dass es nicht komplett an meiner Faulheit liegt :D. Aber da ich die Anforderungen leider nicht so schnell werde ändern können, kann ich zumindest versuchen, an meiner Herangehensweise zu arbeiten. Generell finde ich aber, wie gesagt, auch, dass da irgendwas falsch läuft.

      Liebe Grüße und danke :)

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  2. Heyho^^
    Es ist jetzt 11 Uhr abends und ich schreibe morgen eine Klausur und hab wirklich noch einen wichtigen Lerndurchgang vorm Schlafengehen vor mir, der aber mindestens 2 Stunden dauert, nur damit mir gleich wieder klar wird, wie viele Lücken ich im Stoff noch habe. Aber deinen Text musste ich jetzt mal lesen! Und ich hab mich soo sehr wiedererkannt.
    Also okay, ich bin jetzt am Ende des 6. Semesters Psychologie. Und ich hoffe für dich mega doll, dass das alles noch besser wird, aber ich hab da nicht so die Erfahrung gemacht. Studieren ist hart, von Anfang bis zum Ende. Es wird immer Fächer geben, die langweilig sind, und Vorlesungen, bei denen man sich nicht konzentrieren kann. Und bis jetzt bin ich in jeder Klausurphase verzweifelt. Jetzt auch wieder, ich bin echt grade am Rande meiner Nerven und das ist bestimmt nicht gesund! Und ich muss auch zugeben, dass das zum Teil an meiner miesen Zeiteinteilung liegt. Aber meinen Unifreunden gehts grad auch mies, es ist für alle irgendwie hart. Oh Gott, ich sollte echt Demotivationstrainer werden oder so. Tut mir echt leid dass ich jetzt so einen runter-zieh-Kommentar schreibe! Aber schönreden hilft ja auch nicht:/
    Ich erinnere mich noch, im dritten Semester wollte ich unheimlich gerne einfach alles abbrechen, aber ich hatte davor zu viel Angst und habs nicht gemacht. Und ich bin doch froh dass ich weitergemacht habe. Die letzten drei Jahre waren teilweise echt hart, aber ich hab so viel gelernt, sowohl fachlich als auch über mich und überhaupt. Trägt mich das leichter durch die letzte Klausurphase? Nöö ich durchlebe grade Höllenqualen:D Macht es deshalb Spaß, die Bachelorarbeit zu schreiben? Auf keinen Fall! Diese Bachelorarbeit bringt mich noch um den Verstand! Ich schätze wenn man wirklich Psychologe werden will dann heißt es Augen zu und durch. Wenn du daran jetzt schon zweifelst dann ist deine Taktik, es erstmal etwas langsamer anzugehen, glaub ich genau das richtige. Und selbst wenn man mal ein Studium abbrechen sollte, ist das wirklich nicht schlimm. Ganz ehrlich, man ist noch so jung, da ist das echt nicht so wild. Und mittlerweile hab ich auch gelernt dass Regelstudienzeit eher die Ausnahme als die Regel ist.

    Okay, das ist mal wieder ein ganz besonders wirrer Kommentar. Was ich sagen will, ist dass es ganz vielen Studenten so geht wie dir, es liegt nicht daran dass du etwas besonders schlecht machst oder so. Es ist schwer, sich selbst zu organisieren und sich selbst zu motivieren, vor allem, wenn man irgendetwas staubtrockenes Auswendiglernen soll. Das fällt den meisten schwer. Ich erwische mich auch dabei, wie ich die Leute in der ersten Reihe anstarre die sich immer melden und immer alles mitschreiben und mir wie ein Versager vorkomme. Aber in der ersten Reihe sitzen eben nur ein paar wenige Leute, und aaalle anderen gucken da neidvoll hin :D Und in meiner ersten Klausurphase hatte ich auch einen ausgewachsenen Nervenzusammenbruch. Uni ist hart und verlangt einem manchmal viel zu viel ab. Es ist okay, wenn man das manchmal nicht alles auf die Reihe kriegt oder in seinem eigenen Tempo macht.
    Unterm Strich hab ich jetzt viel geschwafelt und alles bestimmt doppelt gesagt:D Ich hab leider nicht wirklich einen Rat, wie man damit gut umgeht. Ich hab (hoffentlich!) bald meinen Bachelor und das Studium bringt mich trotzdem noch zum Verzweifeln. Aber wenn es echt ganz schlimm wird dann denke ich immer, selbst wenn ich die Prüfungen verhaue, die Welt geht nicht unter. Ich hab noch mehrere Versuche, die Prüfung zu bestehen, und wenn das nicht klappt? Dann muss ein neuer Plan her. Mehr als sein bestes geben kann man nicht, und wenn das nicht reicht dann kann man daran ja auch nicht mehr rütteln.
    Okay, lange Kommentare schreiben ist wohl auch eine Art von Prokrastination. Ich gehe jetzt mal was über die Gedächtnispsychologie lernen.
    Ich hoffe, die Uni wird dich in der Zukunft nicht mehr so sehr belasten!
    Viele Grüße
    Julia

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    1. Hi Julia,
      wow, vielen Dank für diesen langen Kommentar! Und dass du dir am Abend vor einer Klausur so viel Zeit dafür nimmst, ehrt mich natürlich :D.
      Auch, wenn es mich für dich natürlich nicht freut, dass es dir immer noch so geht, finde ich es trotzdem beruhigend, dass ich nicht die einzige bin, die unter der Uni so leidet. Manchmal dachte ich schon, ich bin einfach zu empfindlich oder so.
      Ehrlich gesagt habe ich auch nicht damit gerechnet, dass mir ab jetzt alles Spaß machen wird. Ich denke, es gibt kaum etwas im Leben, das man machen muss und das einem wirlich immer Spaß macht. Es wäre nur schön, wenn ich irgendwie mit einem besseren Gefühl daran arbeiten könnte. Oder wenigstens ein Ziel hätte, auf das ich hinarbeiten könnte, sodass ich das Gefühl habe, dass sich die Mühe lohnt.
      Keine Sorge, ich mag dich als Demotivationstrainerin :D. Ich finde es angenehm, einen ehrlichen Blick auf den Studiengang zu haben, selbst wenn er so ernüchternd ist. Dann weiß ich wenigstens, worauf ich mich einlasse.
      Oh ja, diese Leute in der ersten Reihe kenne ich auch :D. Die sind aber wirklich eher die Ausnahme als die Regel, nur merkt man das meist nicht so, weil die, die genauso verloren sind wie man selbst, nicht so auffallen ^^.
      Ich denke auch, dass man sich da am Ende nicht so verrückt machen sollte. Es ist nur eine Prüfung. Ist ja nicht so, als würde die bestimmten, ob man ein wertvoller Mensch ist und es im Leben zu etwas bringen wird. Deshalb lasse ich dieses Semester auch guten Gewissens zwei Prüfungen sausen.
      Vielen Dank für diesen ausfühhrlichen Kommentar! Ich hoffe, deine Prüfung lief gut !
      Liebe Grüße :)

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    2. Ich hab das Bedürfnis klarzustellen dass der Kommi unter Koffein-Einfluss und viel Verzweiflung entstanden ist:D Mittlerweile sind die meisten Prüfungen vorbei und die Welt sieht natürlich wieder viel fröhlicher aus:D Deshalb erstmal Entschuldigung, wenn ich irgendwelche Sorgen von dir noch verstärkt habe oder so! Das war sicher nicht meine Absicht.
      Und ich glaube es stimmt, dass ein klares Ziel Motivation gibt. Vielleicht fällt dir ja bald etwas ein, auf das du konkret hinarbeiten möchtest, das wäre bestimmt ein richtiger Motivationsschub:)

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    3. Keine Sorge, das kenne ich :D. Je nach Phase sehen bestimmte Dinge immer schwärzer aus, als sie eigentlich sind. Deshalb will ich mir ja auch noch ein Jahr in der Uni und in diesem Studiengang geben und nichts überstürzt entscheiden.

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  3. Hallo liebe Charlie,

    ich finde es gut, wenn man auch mal auf die negativen Seiten zu sprechen kommt. Menschen neigen dazu, nach außen immer nur ein möglichst perfektes Leben abzubilden, aber das Leben ist nicht perfekt und fast alles hat Schattenseiten. Diese nicht zu verschweigen setzt einen gewissen Mut voraus, ist ehrlich und zeichnet letztendlich ein realistischeres Bild.

    Ich würde ja gerne Tipps geben, aber ich werde demnächst erst mit dem Studium anfangen. :D

    Auf jeden Fall tut es mir aber leid, dass du dich so gestresst von dem Lernen fühlst, dass das deine Begeisterung für das Fach überschattet und dass du dich mit all dem überfordert fühlst. Wobei ich dich ansatzweise zu verstehen glaube.
    Ich finde, der gesetzte Druck, insbesondere was die Anforderungen für den Master betrifft, ist echt echt krass und ich kann mir vorstellen, dass einen das belastet. Mich würde das ziemlich belasten.
    Von daher denke ich, ist es eine gute Entscheidung, dich zu entlasten. Letztendlich ist Karriere nicht alles im Leben.
    Ich drück dir auf jeden Fall die Daumen, dass es im nächsten Semester besser wird und dass es dir auch wieder besser geht! ♥

    Liebe Grüße
    Dana

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    1. Hallo Dana,

      danke für die lieben Worte. Ich finde es auch wichtig, mal darüber zu sprechen, was nicht so gut läuft, eben weil das - wie du schon sagst - ein realistischeres Bild zeichnet. Ich verstehe auch, wieso anderen negative Dinge vielleicht zu privat zum Bloggen sind, aber ich hatte einfach das Bedürfnis, mal darüber zu reden.

      Dankeschön :).

      Liebe Grüße!

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  4. Hi Charlie,

    ich studiere zwar nicht Vollzeit, aber ich kann dich total verstehen.
    Uni und Schule sind zwei vollkommen unterschiedliche Systeme und man kann eigentlich nicht erwarten die gleichen Methoden anzuwenden und damit die gleichen Ergebnisse zu erzielen. Die Erwartungen an einen selbst ändern sich im Studium, oder sollte man zumindest verändern, einfach um alles ein bisschen lockerer anzugehen und nicht durchzudrehen.
    Ich bin ohnehin kein großer Fan des Studiensystems wie es in Deutschland umgesetzt wird - gerade durch den fehlenden Praixisbezug der einen auch später im Job schwer auf die Füße fällt und durch das Konzept (Verteilung Kurse, Auslosung, Masterzugang etc.) das viele Uni's fahren. Aber ich glaube während des Studiums muss man sehr kreative Lösungen finden, wenn man bestimmte Anforderungen an sich hat. Ich denke das ist dann die wahre Herausforderung.
    Und zum Punkt Motivation: zu meiner Einführung (Studium Germanistik) lautet der Begrüßungssatz unseres Professors: "Aha, hier sitzen also die zukünftigen Taxifahrer". Ist doch super wenn man so etwas gleich am Anfang des Studiums zu hören bekommt, oder? Da weiß man doch gleich was einen erwartet.

    Ich kann dir nur raten versuche dich nicht zu sehr unter Druck zu setzen und ja, manchmal ist es besser den Arsch mitzunehmen. ;-) Ich denke das gilt nicht nur für's studieren, sondern allgemein.

    Viele Grüße
    Twineety

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    1. Hi Twineety,

      ich glaube, genau das ist mein Problem. Ich bin an die Uni rangegangen mit der naiven Vorstellung, ich könnte so weitermachen wie vorher und die selben Erwartungen an mich behalten. Aber das ist einfach nicht möglich. Mein Studiengang besteht zu großen Teilen aus Menschen mit einem super 1er-Abi, aber ich kenne niemanden, wirklich niemanden, der in der Uni genauso gute Noten schreibt wie in der Schule. Deshalb habe ich früh gelernt, aber noch nicht so ganz verinnerlicht, mich je nach Fach auch über 3en zu freuen.

      Oh wow, das ist ja auch mal sehr motivierend. Klingt, als wäre der Prof selbst frustriert und hätte eigentlich was anderes machen wollen.

      Vielen Dank für deinen Rat!

      Liebe Grüße

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    2. Na ja oder er ist eben einfach realistisch. Ich fand die Uni immer toll, habe einen Germanistikmasterabschluss mit 1,4 - und finde seit zwei Jahren keinen Job. Ja, da kann man schon verzweifeln. Deswegen - jammer nicht rum mit Psychologie, sondern freu dich, dass du wenigstens gerade irgendwo drin bist. Auch wenn es länger dauert - Studieren ist immer noch besser als Arbeitslosigkeit.

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    3. Ganz ehrlich, der Prof ist einfach nur realistisch. Ich wollte das auch nicht hören, aber er hat Recht. Ich habe einen 1,3 Masterabschluss in Germanistik und suche seit zwei Jahren einen Job... Und ich habe es wirklich geliebt zu studieren und war ziemlich gut. Also, liebe Charlie, sei nicht traurig, knie dich halt rein und streng dich an. Ein Studium ist immer noch besser als Arbeitslosigkeit und mit deinem Studium bist du ja vielleicht in der Position tatsächlich mal Geld zu verdienen und nicht Taxi fahren zu müssen.

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    4. Naja, wenn man als Prof der Meinung ist, dass die Studierenden mit dem Fach nichts anfangen können, sollte man es mMn auch nicht unterrichten. Damit macht man dann ja nur einen sinnlosen Job und hilft anderen dabei, ihre Zeit zu verschwenden. Wenn man sich doch für so einen Job entscheidet, sollte man ihn auch gut machen und zu gut gehört halt nicht, die Studierenden sofort zu demotivieren.,

      Klar bin ich gerade irgendwo drin, aber das ist ja nicht alles, was man von einem Studium erwartet. Und nur weil es anderen schlechter geht, heißt es nicht, dass die eigene Situation deshalb gut ist und man sie nicht kritisieren kann. Nach der Logik dürfte ich als Person mit Dach überm Kopf nichts schlecht finden an meinem Leben, weil ich immerhin nicht obdachlos bin. Oder todkrank.

      Man muss aber auch dazu sagen, dass dieser Post hier aus Verzweiflung entstand, als ich grad wirklich genervt von allem war, und sich bewusst nur auf die negativen Seiten und die Gründe für meine Überforderung konzentriert. Gerade jetzt, in den Ferien, und auch sonst sind mir die Vorzüge meines Studiums durchaus bewusst und ich weiß auch die Tatsache zu schätzen, dass ich ein so gutes Abi hab, dass ich mir den Studiengang quasi aussuchen und von zuhause aus ohne nervige Umzüge studieren kann.
      Ich habe durchaus vor mich nächstes Semester wieder reinzuknien und anzustrengen und habe den Anspruch an mich, besser zu werden.

      Und ich hoffe, dass du bald Erfolg bei der Jobsuche hast!

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  5. Bei uns in der Schweiz scheint der Druck deutlich weniger hoch zu sein. Wer einen Bachelorabschluss hat, hat einen Anspruch auf einen Masterplatz an der Uni seiner Wahl, so einfach ist das. Studienplatzbeschränkung gibt es nur bei Medizin, ansonsten darf jeder dort das studieren, was er/sie will (solange die Voraussetzung Matura/Vergleichbares gegeben ist, natürlich). Das nimmt schon ziemlich viel Druck weg. Ich habe den grössten Teil meines Studiums noch nach dem Vor-Bologna-System absolviert (nur der Master war bereits Bolognakonform) und kann daher nicht viel dazu sagen. Ich drücke dir aber die Daumen, dass sich alles auf eine für dich machbare Situation einpendelt.

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    1. Das klingt wirklich deutlich entspannter und auch fairer. Ich finde, ein Masterplatz sollte das mindeste sein. Immerhin waren die 5 Jahre (Bachelor & Master) vor der Bologna-Reform ein einzelner Studiengang und da hat auch niemand, wenn man die Zwischenprüfungen bestanden hat, gesagt "Sorry, aber du fliegst raus."
      Danke sehr!

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  6. Huhu Charlie :)

    Die erste Umstellung von Schule zu Uni ist immer hart. Besonders wenn man feststellt, dass man das Pensum, dass man für sein Abi in allen Fächern bewältigen musste nun plötzlich für einen einzigen Kurs aufwenden muss 🙈 Der Anfang ist immer schwer, vor allem das Grundstudium ist ätzend, aber da muss man durch und dann kommen endlich die richtig spannenden Sachen 😉 Bei mir hat es auch eine ganze Weile gedauert, aber wenn man mal Anschluss gefunden hat, dann macht die ganze Sache auf jeden Fall Spaß. Zähne zusammenbeißen und dranbleiben, es wird besser!

    Liebe Grüße,
    Lisa von Prettytigers Bücherregal

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    1. Hi Lisa,

      genau das Gefühl habe ich auch: Uni ist quasi der Stoff von zwei Jahren Oberstufe - in jedem Semester für jedes Fach.
      Zum Glück sagen das die meisten: Dass es mit der Zeit besser wird. Darauf hoffe ich!

      Liebe Grüße :)

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  7. Salut, Charlie.
    ......................................
    ...live, bunt & in Farbe habe ich soeben meine Kommentararbeit der letzten 90 Minuten eigenhändig zerschossen!!! :-/
    Einer d e r gewaltigen Nachteile von Touchscreens - definitiv...

    Die Quintessenz der 90 Minuten...auch wenn ich nie Student war, ich fühle mit Dir!
    Zusätzlich solltest Du Dir noch eine ordentliche Menge ausgeführter Schwünge & Hiebe mit der moralischen Keule der Entrüstung vorstellen - gegen die Verantwortlichen des BA/MA, botched in Germany.

    Den Nachtrag meiner Philipika kriege ich allerdings noch zusammen...

    For your light smile perhaps:
    "...die alkoohooolische Gärung...oder die Gäärung des Alllkoh'lss..."
    "Pfeiffer! Sie faseln."
    "...errseugt wiederum Fuuusel, der..."
    ('Die Feuerzangenbowle')

    bonté

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    1. Hallo RoM,

      das kenne ich leider auch zu gut. Ein falscher Klick und alles ist dahin.

      Die Feuerzangenbowle war damals Inhalt meiner allerersten Chemiestunde :D. "Nur ein wüüünziges Schlücken!"

      Viele Grüße
      Charlie

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  8. Hallo Charlie, dieser Beitrag war nun wirklich spannend; wenn auch etwas deprimierend. Ich bin noch keine professionelle Unigängerin, daher kann ich dir noch keine professionellen Ratschläge geben, aber dennoch finde ich es schonmal sehr sinnvoll, dass du dich nicht der Regelstudienzeit beugst. Überhaupt finde ich diesen ganzen Stress (den ich schon bei anderen erlebt habe), ziemlich dumm. Es scheint zwar im Endeffekt zu funktionieren, aber gerade am ANfang könnte man doch etwas studentenfreundlicher sein und das Tempo ein bisschen langsamer steigen. Ansonsten habe ich auch schon häufig gehört, dass es nach dem 2. Semester besser wird- viel erfolg.
    Gibt es evtl noch Seminare, die weniger Referatsbeladen waren? (Ich war mal probeweise in einem und das hatte mehr was vom Schulunterricht (der sicherlich nicht so toll war, wie in deiner Erinnerung!)). Vielleicht könntest du ja dann wechseln und damit näher an deine Lernbedürfnisse herankommen. (das ist eh gemein; man kann doch nicht nur eine Art vorgeben, wo ist da die Pädagogik? Außerdem ist das ja schon fast diskriminierend) Ich bin auch mal gespannt, wie die Vorlesungen werden..
    Hast du mal in andere Studienfächer hineingeschnuppert? Das war nämlich mein Plan. Vielleicht findet sich sowas, was besser passt (Es ist nie zu spät zu wechseln, aber diese UNsicherheit ist vielleicht auch nicht schön...) oder aber, du merkst, dass Psychologie doch noch die beste Lösung war.
    Hoffentlich helfen dir auch die Semesterferien (meine lange Pause hat jedenfalls dazu geführt, dass ich mich jetzt schonmal wieder aufs lernen freue).
    Liebe Grüße,
    Kat

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    1. Hi Kat,

      naja, das mit de, Funktionieren ist eh so eine Sache. An unserem ersten Tag meinte ein Vertreter des AStA, dass zwei Drittel aller Studierenden die Uni nicht in der Regelstudienzeit beenden. Und der Stress sorgt, glaube ich, bei vielen dafür, dass sie entweder abbrechen (Da hatten wir auch einige), oder die Noten anfangs nicht sonderlich gut sind, bis man sich "gefangen" hat, was sich wiederum auf die Bachelornote auswirkt.

      Also von den Seminaren, die wir hatten, habe ich nur von einem gehört, das anders war. Da mussten jede Woche Texte gelesen und diskutiert werden, was nur begrenzt besser klang, obwohl da immerhin eine Diskussion dabei war. Da in den Seminaren in einem der Fächer Referate die Modulnote waren, ging es da aber kaum anders als mit Referaten. Ansonsten hatten wir noch ein Seminar am PC, wo die Dozentin alles vormachte und erklärte und wir es dann mit denselben Datensätzen nachmachen sollten. Das mussten wir aber alle machen, neben den Referats-Seminaren.
      Wechseln ist bei den Seminaren bei uns ziemlich schwer, denn die Plätze werden vor Beginn der Vorlesungszeit zugelost und die Hälfte der Seminare (die zu angenehmen Zeiten) sind dann schon voll, sodass man nicht mehr wechseln könnte, wenn man merken sollte, dass die einem besser gefallen hätten.
      Ich weiß, dass Schulunterricht nicht immer toll war :D. Ich fand ihn oft schrecklich langweilig und hatte da auch so meine stressigen Phasen. Aber das Konzept finde ich didaktisch immer noch sinnvoller und wünschte, man würde zumindest Elemente davon in die Uni übernehmen.

      Ich bin schon alle Unis und Fachhochschulen in meiner Stadt durch aber kein einziges Studienfach dort interessiert mich (oder zumindest mehr als Psychologie). Es gibt zwar einige mit interessanten Aspekten, aber am Ende wäre ich immer wieder bei dem Problem, dass mir das Konzept Uni an sich auf die Nerven geht. Ich will Praxisbezug und den kriegt man in den wenigsten Fächern, die mich interessieren würden. Momentan tendiere ich eher dazu, eine Ausbildung anzufangen, soltle ich das Studium abbrechen.
      Reinschnuppern ist aber an sich wirklich etwas, das ich jedem empfehlen würde. Vor allem in die langweiligsten Kurse, damit man weiß, was einen im schlimmsten Fall erwartet :D.

      Die lange Pause nach meinem Abi (Ich hab ja danach erstmal ein FSJ gemacht) hat mir auch geholfen wieder Lust aufs Lernen zu haben. Irgendwann braucht man dann auch mal wieder eine intellektuellen Austausch. Aber jetzt habe ich eigentlich gerade keine Pause, da ich dauernd lernen muss. Also mal gucken, wie motiviert ich im Oktober dann bin :D.

      Liebe Grüße :)

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  9. P.S.: ZU deinem Kommentar auf meinem Blog. Schön, dass du ebenso denkst; und das mit deinem weniger schönen Geschlecht ist auf jeden Fall eine interessante Idee. Andererseits: Achten wir nicht auch bei Jungen auf Schönheit? Und wird diese so sehr durch Hautunreinheiten eingeschränkt? Oder ungezupfte Augenbrauen? (Bei mir tatsächlich ein bisschen, weil ich so sehr daran gewöhnt bin, bei mir und anderen Mädchen darauf zu achten).
    Danke auch für den Hinweis, es mit dem Überreden nicht zu übertreiben. Das ist tatsächlich eine Gefahr, vor allem, weil es frustrierend ist, niemanden für dieses Anliegen zu finden, weil sie alle so sehr angst haben oder aber eben gar nicht das Bedürfnis verspüren. Im Gegensatz zu dir haben sie das mit dem KLeid ja noch nie ausprobiert und können daher gar nicht wissen, ob es ihnen so sehr missfällt (obwohl es sicherlich schwierig ist, sowas komisches zu machen). Aber Zwang wird eh nicht dafür sorgen, dass es eingeführt wird^^ Es ist also noch ein langer Weg; ich hoffe aber ein lohnenswerter, auch wenn es vielleicht nur ein kleiner Beitrag in Richtung Gleichheit wäre.
    Dann hätte ich auch noch eine Frage: HAst du "Männer sind anders. Frauen auch- Männer sind vom Mars und Frauen von der Venus" gelesen oder davon gehört? Es hätte mich nur irgendwie interessiert,w as du davon hältst, da es trotz seinem offensichtlichen Sexismus bzw. seinem offensichtlichen Glauben an traditionelle Rollenbilder, doch bestimmte Wahrheiten enthält (Wenn auch nicht unbedingt aufd as Geschlecht bezogen), denke ich und ich nicht weiß,wie ich es nun eindordnen soll. Außerdem wäre es einfach interessant zu wissen, wie du mit solchen Werken umgehst..

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    1. Also ich persönlich würde sagen, dass ich bei Frauen immer noch mehr auf Hautunreinheiten, Frisurem und sonst was achte. Vermutlich, weil ich selbst eine Frau bin und mich eher mit Menschen des gleichen Geschlechts vergleiche, weil ich deren Aussehen und Verhalten als Anhaltspunkte für die Wahl des meinen sehe. Und, weil von Männern Schönheit einfach nicht so "erwartet" wird wie von Frauen (wenn man zB an Werbung für Anti-Pickel-Zeug, Parfum oder Mode denkt). Aber die meisten äußerlichen Dinge, zB Augenbrauen oder Nagellack, interessieren mich ohnehin null, egal bei welchem Geschlecht :D.

      Klar ist es schade, wenn Männer sowas nicht ausprobieren wollen. Da kann man ja auch nicht so richtig wissen, ob sie es wirklich nicht wollen, oder sich eher aufgrund gesellschaftlicher Konventionen nicht trauen. Und es wäre wirklich schön, wenn es einfach normal wäre, dass Männer auch so "typische Frauendinge" ausprobieren können und andersrum.
      Ich finde nur, man sollte die Möglichkeit in Betracht ziehen, dass jemand keine Lust darauf hat, unabhängig davon, welches Geschlecht man damit assoziiert. Ich zB habe nie das Bedürfnis verspürt, Lidschatten zu tragen. Oder Tangas. Ich lehne es also ab, ohne zu wissen, oh es nie gefallen würde - Obwohl ich eine Frau bin :D.

      Nein, ich kenne den Titel, aber gelesen habe ich es nicht. Sollte ich vielleicht mal, obwohl ich nicht sicher bin, ob es mir gefallen würde. Aber vielleicht regt es ja zum Nachdenken an.


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  10. Hey :)

    Was für ein wahnsinnig toller und ehrlicher Post, Charlie. Du sprichst mir in vielen Punkten sehr aus der Seele. Ich würde jetzt einfach mal behaupten, da unser Nc in Braunschweig ja etwas geringer ist, dass es bei euch mit dem Leistungsdruck noch stärker ist, aber auch ich fühle mich dadurch schon sehr belastet und würde meinem 17 jährigen Ich nicht mehr anraten, Psychologie zu wählen. Wie du sagst, allein diese drastischen Verhältnisse von Bachelor und Master Plätzen verleiten dazu, die Krallen auszufahren, es setzt einen dermaßen unter Druck und die Erfolge, die man in der Schule hatte, interessieren keinen mehr, da jetzt anscheinend 80% der Leute um einen herum bestens mit allen Anforderungen klar kommen, so kommt es mir häufig vor und ohne fühle mich dann echt verloren und fehl am Platz.
    Bisher habe ich mich, ich weiß inzwischen selbst nicht mehr wie, durch alle Klausuren und Module durchgekämpft, ich bin eigentlich auch nicht nah am Wasser gebaut oder ein Typ, der rasch ausgibt, aber bei mir sind es bestimmt schon 5 Heulkrämpfe gewesen, in denen ich absolut keinen Ausweg wusste, vor allem in der Klasurenphase komme ich immer wieder an meine nervlichen, aber auch körperlichen Grenzen.
    Meiner Meinung nach ist das alles nicht wirklich gesund und bis keine bessere Organisation sich durchsetzt, würde ich tatsächlich niemandem raten, unbedingt Psychologie zu studieren, mögen die Anwendungen und Berufswege noch so spannend sein, ich Studium bekommt man davon ohnehin nichts mit.

    Liebe Grüße von einer Leidensgenossin
    Fina :)

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    1. Hallo Leidensgenossin ;).

      es freut mich natürlich nicht, zu hören, dass es dir mit dem Studium teilweise auch so schlecht geht, aber ich finde es trotzdem beruhigend, dass das vielen so geht und ich nicht einfach nur eine "Versagerin" bin.
      Es scheint, als wäre in diesem (und vielleicht anderen) Studiengang dringend mal eine Reform nötig, um das alles gesünder und angenehmer zu machen. Die Welt hat ja am Ende auch nichts von Psychologen, die alle schon vor Arbeitsbeginn kurz vor dem Burnout stehen.

      Liebe Grüße :)

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    2. Da hast du sowas von Recht, als ich angefangen habe, hat ein Professor, der kurz vor der Rente stand, gesagt, dass er glaubt, die Reformen ändern sich bald und wir würden davon schon profitieren können. Dieser Professor wurde aus der Rente zurück geholt an die Uni, weshalb ich ihn letztes Semester als Dozenten hatte und er musste sich auch eingestehen, dass über all Baustellen sind, wir wirklich super benachteiligt sind und vor allem später mit der Therapeutenausbilding einfach nur ausgebeutet werden. Aber wer weiß, wann da mal irgendwas passieren wird, ich glaube nicht, dass wir davon was spüren werden :/

      Liebe Grüße
      Fina

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    3. Stimmt, die Therapeut*innenausbildung (die die meisten meiner Kommiliton*innen machen wollen) ist da auch so eine Sache. Die Konditionen sind halt wirklich mies, wenn man nach mindestens fünf Jahren Uni noch jede Menge zahlen und sich irgendwie über Wasser halten muss, bis man die Ausbildung dann endlich abgeschlossen hat.
      Da schicken die bei uns auch die ganze Zeit Petitionen rum, die das ändern sollen, aber ich bezweifle auch, dass das so schnell gehen wird.

      Liebe Grüße!

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  11. So und nun noch die ausführliche Antwort zu deinem Kommentar zu meiner Kolumne über Diskussionen im Internet:
    Erstmal dankeschön für dein unglaublich tolles und ausführliches Kommentar <3. Habe leider etwas länger gebraucht zum Antworten, weil ich gerade mein Pflichtpraktikum absolviere, also Wunder die nicht, wenn es bei mir leider weiterhin etwas länger dauert, bis ich zum Antworten komme. Und natürlich Danke für das liebe Kompliment zum Kleid. Das ist mittlerweile auch eines meiner absoluten Lieblingssommerkleider.

    Oha sowas geht echt gar nicht und trägt auch nichts zur Diskussion bei. Stimme ich dir komplett zu. Spielt doch gar keine Rolle was man mag und was nicht, in dem Kontext. Aber wie du schon sagtest, dann kann man noch sinnvolle argumentieren, das bringt dann einfach nichts. Gestern hatte ich mal wieder eine Diskussion auf Facebook gelesen, was ich lieber hätte lässen sollen, wo mal wieder die typischen Vorurteile gegenüber Studenten ausgepackt wurden.

    Im echten Leben passiert mir das auch ganz selten, dass da jemand die eigene Meinung einem aufzwingen möchte. Kenne auch Menschen, die sich vergan ernähren oder vegetarisch und kein Problem damit haben, wenn andere Fleisch essen. Die Themen Umwelt & Nachhaltigkeit finde ich auch generell problematisch im Internet, weil es da dann wirklich nur sehr extreme Ansichten gibt bzw. wird man auch sofort angegriffen. Auch wenn es nur darum geht jemanden auf etwas hinzuweisen oder über etwas aufzuklären, geschieht dies oft nicht in freundlichem, sondern gleich in einem echt unverschämten Ton. Und generell ist es ja so, dass wir die Geschichte eines Menschen einfach nicht kennen, auch nicht mit welchen Problemen er/sie zu kämpfen hat, aber da scheinen sich manche halt gar keine Gedanken mehr darüber zu machen, was verdammt traurig ist.

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  12. Ich verstehe das auch nicht. Freut mich aber, dass es noch jemanden so geht. Deshalb hatte ich ja auch geschrieben, dass ich mich immer Frage, wieso andere sich überhaupt anmaßen einer anderen Person etwas vorschreiben zu können. Es geht sie schlichtweg einfach nichts an, wie jemand seine Frezeit verbringt oder mit wem jemand liiert ist. Das alles sind ja Dinge, die niemand anderen schaden. Aber gerade bei der gleichgeschlechtlichen Ehe gab es ja auch einige Argumente dagegen die einfach nur lächerlich waren und mit Logik nicht viel zu tun hatten. Scheinbar gibt es den Menschen aber einen Kick, wenn sie andere verletzten. Was daran so toll ist und wie man dadurch das eigene Ego puscht und sie toll fühlt, verstehe ich auch nicht.

    Ich tue das ja immer. Nicht nur bei jedem Blogbeitrag überlege ich ganz genauo, ob die Formulierungen so in Ordnung gehen und bei jedem Kommentar überlege ich auch gut wie ich was formuliere. Finde ich einfach wichtig, denn ich mache mir immer bewusst, dass da ein Mensch auf der anderen Seite sitzt, der Gefühle hat. Und wenn ich nichts positives zu sagen habe, dann schreibe ich oft auch einfach gar nichts. Das es die Alternative ebenfalls gibt, scheinen manche ja komplett auszublenden. Ich muss nicht immer etwas sagen. Manche Gedanken kann man auch für sich behalten.

    Ich bin ja eh der Meinung, dass auch in Schulen schon mehr aufgeklärt werden müsste über den Umgang im Internet und auch sowas wie Cybermobbing thematisiert werden sollte. Vielleicht würde das was ändern, denn Studien belegen mittlerweile ja eindeutig, dass viele beim Cybermobbing mitmachen weil es "cool" ist und die Aussage finde ich schon höchst problematisch.

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  13. Eine meiner besten Freundinnen studiert Psychologie und hat so eben ihre Bachelorarbeit beendet und ist für einen Masterplatz angenommen worden. Ich habe also aus erster Hand miterlebt, wie stressig all das werden kann und was da für ein Pensum auf einen zu kommt! Gerade, wenn man noch nebenbei jobben muss! Den Job hat sie übrigens dann aufgegeben müssen und lieber einen Studienkredit in Anspruch genommen; ansonsten wäre ihr Pensum aber auch niemals zu schaffen gewesen. Zum Glück hat es sich wenigstens hinsichtlich der Noten ausgezahlt es so zu machen.

    Ich glaube du machst es genau richtig. Trotz all dem zeitlichen Druck unter dem man steht, sind die Noten ja auch nicht gerade unwichtig und man muss einfach ein System finden, dass für einen selbst funktioniert!
    Ich hoffe die nächsten Semester laufen besser für dich. Aber so eine Phase der Verzweiflung hat irgendwie jeder mal, in welcher Form auch immer... Manchmal wird einem alles zu viel und man bricht dann eben auch mal heulend zusammen. Meistens hat aber gerade so ein Ausbruch doch was gutes und man fängt daraufhin an sich nach einer Lösung umzuschauen...

    Übrigens hat meine Freundin zwar den Bachelor extrem gut gemacht, aber erst im zweiten Anlauf. Tatsächlich hat sie ursprünglich mal gleich nach dem Abi mit dem Studium angefangen, kam überhaupt nicht klar und hat eine Ausbildung gemacht. Erst danach kam der alte Wunsch zurück und dieses Mal hat's auch einfach geklappt.
    Es muss also auch nicht immer Schema F zum Erfolg führen!

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    1. Es scheint, als wäre der Studiengang auch an anderen Unis so fordernd und der Druck groß. Irgendwas läuft da falsch, finde ich. Zwischen Anspruch und so großem Stress, dass man sogar einen Kredit aufnehmen muss, um fertigzuwerden, muss doch ein Unterschied bestehen.

      Ja, genau das ist es, die Noten zählen ja doch auch etwas, gerade wegen dieses Masterplatz-Drucks, und momrtnan sieht es aus, als hieße es entweder gute Leistung oder Regelstudienzeit, bis ich mich eingewöhnt habe.

      Ich habe auch das Gefühl, dass gerade dieses schreckliche zweite Semester mich nochmal zum Nachdenken angeregt hat: über meine Arbeitsmoral, meine Motivation, was ich wirklich will. Mal gucken, was sich daraus ergibt.

      Momentan spiele ich auch mit dem Gedanken, eine Ausbildung zu machen, damit ich die Praxiserfahrung bekomme, die ich gerne hätte, und etwas Handfestes habe. Studieren kann man ja glücklicherweise auch immer später nochmal, wenn man eher weiß, was man damit machen will, und sich sicher ist.


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  14. Hallo Charlie,
    wow das fand ich einen super ehrlichen Post von dir. Ich habe für das Wintersemester eine Zulassung für Biologie bekommen und kann mir das mit dem Studium noch nicht so wirklich vorstellen. Wie viel ich mich selbst organisieren und motivieren muss, wie alles abläuft, wie ich damit klar komme und und und.
    Aber ich kann deine Ängste und Probleme nachvollziehen und hoffe, dass es im Biologiestudium weniger trocken abläuft. Oder vielleicht auch nicht.
    Aber ansonsten ist kürzer treten und weniger Kurse sicherlich ein guter Weg. Du packst das schon!

    Liebe Grüße,
    Katja :)

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    1. Hi Katja,

      ich denke, das kann man sich auch nicht so richtig vorstellen, bevor man nicht selbst studiert (Oh Mann, jetzt klinge ich wie die Erwachsenen, die immer sagen "Wenn du erstmal in meinem Alter bist..." :D), aber es ist auf jeden Fall nicht für jeden und nicht immer so schrecklich, wie ich es gerade beschreibe :D. Ich wünsche dir auf jeden Fall schon mal einen super Uni-Start und dass dir dein Studium gefällt :).

      Liebe Grüße!

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  15. Liebe Charlie, es sei dir versichert, dass du ganz und gar nicht alleine bist!
    Ich glaube, gerade am Anfang hat man - je nach Studienfach mehr oder weniger - mit viel Neuem zu tun und gleichzeitig eine ganz neue Art von Druck, mit dem man erst einmal umgehen lernen muss. Manchen fällt das leichter und manchen schwerer, aber ich glaube, mit der Entscheidung, erst einmal langsamer zu machen und weniger Kurse zu belegen, fährst du schon ganz richtig. Du musst dich ja irgendwie aus dem Teufelskreis aus Frust - Desinteresse - noch mehr Frust - noch mehr Desinteresse herauskämpfen und das geht wahrscheinlich am besten ohne Hektik und mit neuem Fokus.

    Bei mir war diese Überforderungsphase zum Glück recht kurz und dauerte nur ein Semester, bei dem ich von Prüfungen überrollt wurde. Da habe ich mich auch mehrmals verzweifelt schluchzend wiedergefunden - von den Migräneattacken gar nicht zu reden. Das war im 3. Semester und danach ging es wirklich absolut bergauf. Ich denke auch, dass sich gerade im 3. Semester herausstellt, ob man inhaltlich wirklich beim richtigen Fach ist. Das ist das wichtigste, denn Leistungsdruck kann man durch ein, zwei Semester mehr reduzieren, das Thema ändern aber nicht. Und wenn alles Stricke reißen, ist so ein Studiengang- oder kompletter Kurswechsel auch nicht das schlimmste, was passieren kann.

    Alles Liebe für dich!♥
    Mel

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    1. Liebe Mel,

      danke für diese Beruhigung!

      Es ist wirklich viel Neues und neue Strukturen, an die man sich erstmal gewöhnen muss. Ich hoffe, dass mir das dann im nächsten Semester leichter fällt und dass ich dann aus diesem Teufelskreis rauskomme.

      Bei mir war diese Phase dann wohl das zweite Semester, in dem deutlich mehr Prüfungen anstanden als im ersten, in dem ich noch halbwegs klargekommen bin.
      Dann hoffe ich natürlich, dass mir das dritte Semester in dieser Hinsicht Klärung bringt.

      Liebe Grüße :)

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  16. Ich werde mir den Film ja auch anschauen und das ebenfalls komplett ohne Vorkenntnisse. Finde aber die Handlung ganz interessant.

    Lucifer ist auch mein Monatshighlight, habe ja schon in meiner Rezension darüber geschrieben wie toll und unterhaltsam ich die Serie fand. In The Mist schaue ich ebenfalls rein, mal gucken, ob es sich da um eine bessere Stephen King Serie als bei "Under the Dome" handelt.

    Ich will mir den dieses Jahr auch reinziehen, aber erst Ende November, wenn es dann auch auf Weihnachten zugeht. Habe ja wieder einen Beiträg über Weihnachtsfilme auf den Streaming Plattformen geplant und dafür würde ich den germal auschecken, ob er sich lohnt.

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  17. Hey,

    ganz im Ernst, ich glaube, das was du beschreibst, ist völlig normal (und wird leider bis zum Ende teilweise so bleiben).

    Gegen Ende des Semesters ist das Studium meist sehr anstrengend, vor allem, wenn man wie jeder normale Student, erst motiviert arbeitet, wenn man eine Deadline sieht :D Ich hatte am Ende auch immer Phasen, wo ich gerne alles hingeworfen hätte. Mein "Höhepunkt" war vor dem Examen, als meine Deutsch-Dozentin mir einfach mal alle Bücher gestrichen und mir stattdessen neue genannt hat. Da stand ich nun und hatte noch eine Woche, um 1000 Seiten Literatur zu lesen und zu lernen.

    Allerdings gilt allgmein "Augen zu und durch". Du solltest dich nicht zu sehr reinsteigern in alles und gerade bei Klausuren, die nicht oder nicht viel Zählen, sollte es dir auch egal sein, ob du jetzt eine 1 oder ein 4 hast. Das gleiche gilt für Aufgaben, die nicht benotet werden. Wie häufig habe ich Referate gehalten, bei denen wir uns fast gar nicht vorbereitet haben. Einmal hatten wir sogar eines vergessen und völlig improvisiert :D
    Auch bei anderen Dingen, die man machen sollte (bei uns total beliebt waren Portfolios :/), die aber nicht bewertet werden, einfach irgendwas hinschmieren und gut ist. Meine Sachen waren teilweise echt schlecht und doch habe ich immer meine Unterschrift bekommen.

    Bei Vorlesungen und Seminaren würde ich ganz klar filtern, wo Klausuren geschrieben werden und dort aufpassen und mitschreiben. Beim Rest, wenn ihr Anwesenheitspflicht habt, einfach da sitzen und was anderes machen :D Denn ganz im Ernst, du wirst eh vieles nicht in der Praxis brauchen, was du im Studium lernt^^

    Das klingt jetzt bestimmt nicht so toll, aber ich habe das einfach in meinem Studium gelernt. Zu Beginn war ich noch überall fleißig und aufmerksam, aber irgendwann merkt man, dass das Studium einfacher wird, wenn man sich auf das Wichtige fokussiert und in unnötigen Seminaren/Vorlesungen nur das Nötigste macht.

    Da ich ja einen anderen Studiengang hatte, hoffe ich, das hilft dir trotzdem ein bisschen. Einfach kämpfen und nicht aufgeben, danach wird alles besser ♥

    Liebe Grüße
    Lena

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    1. Hi Lena,

      ich kann nur immer wiederholen, wie beruhigend es ist, dass ich mit meinen Problemen nicht alleine bin.

      Jup, es sind definitiv die Deadlines, die mich bei Aufgaben, die ich nicht gerne mag, motivieren, und die kommen nun mal leider alle am Ende zusammen. Ich meine, die Schulzeit war auch schon so eine Achterbahnfahrt aus entspannten Phasen, in denen ich nichts getan habe, und stressigen, in denen alles zusammenkam. Jetzt muss ich nur noch daraus lernen oder lernen, besser unter Stress zu arbeiten :D.

      Klausuren zählen bei mir leider in den meisten Fällen als Modulnote, was oft sogar 7 Leistungspunkte sind. Von daher nervt es mich dann schon, wenn ich die vernachlässige. Und nicht benotete Referate stehen bei mir schon hinten an, aber ein bisschen Stolz habe ich dann doch noch und will sie wenigstens halbwegs solide machen. Aber dem benoteten habe ich dieses Semester auf jeden Fall schon mehr Zeit gewidmet, was natürlich sinnvoll ist.
      Meine Zeit absitzen habe ich auch schon perfektioniert :D. Jetzt muss ich nur noch lernen, bei den wichtigen Dingen mitzuarbeiten.

      Das klingt auf jeden Fall sinnvoll. Man muss seine Kapazitäten nun mal irgendwie einteilen, weil man nicht überall immer 100% geben kann. Ich zumindest würde daran kaputtgehen; jedenfalls in diesem Studiengang und in der Zeit.

      Danke für die Tipps und die lieben Worte!
      Liebe Grüße :)

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  18. Ich finde es ganz mutig, wie offen du mit deinen Problemen in der Uni umgehst - und ganz ehrlich, ich vermute, dass es mir ähnlich ergangen wäre. Das ist der Grund, warum ich nicht studiert, sondern eine Ausbildung angefangen habe. Weil ich nicht wieder in diesen Teufelskreis des Nicht-Lernens - Panik-Schiebens - Vorwürfe-Machens kommen wollte. Und weil ich eben, wie du auch sagst, nicht vollgequatscht werden will, um dann später doch alles wieder allein zu erarbeiten. Ich bin einfach verdammt faul, aber gleichzeitig auch sehr ehrgeizig, was definitiv nicht zusammen passt.

    Psychologie hatte ich in der Berufsschule drei Jahre und da hab ich schon gemerkt, dass das ein ganz schwieriges Thema ist, in das man sich viel reindenken und bei dem man extrem viel lernen muss. Vielleicht hängt es also nicht unbedingt nur am System und an dir, sondern auch am Studienfach. Eines allein kann ja schon viel kaputt machen.

    Ich drücke dir die Daumen, dass sich die Probleme lösen, auf welche Art auch immer. Gib nicht auf, aber gib auch dich nicht auf. Alles Gutes wünsche ich dir :)

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    1. Danke, liebe Sonne :).
      Ich finde es einfach wichtig, auch über Unzufriedenheit mit einem Thema, das so viele betrifft, zu sprechen. Ich zumindest freue mich immer, wenn ich sehe, dass es anderen ähnlich geht, und je "normaler" es wird, dass Menschen studieren, umso wichtiger finde ich es auch, auf die negativen Seiten aufmerksam zu machen. Über die Schule beschwert sich auch jeder, aber sie ist Pflicht, während man sich für oder gegen ein Studium entscheiden kann.
      Deine Entscheidung, eine Ausbildung zu machen (übrigens eine sehr interessante Ausbildung, wie ich finde) kann ich mittlerweile auch mehr denn je nachvollziehen. Ich wäre übrigens sehr interessiert daran, wie es dir damit so ergeht :).
      Oh, ich finde, dass Faulheit und Ehrgeiz sehr wohl zusammenpassen. Zumindest vereint sich auch beides in mir xD. Nur, weil man mit einer bestimmten Art zu Lernen nicht klarkommt, ist man nun mal nicht gleich doof, faul oder unmotiviert.

      Ja, es kann auch sein, dass es am Fach liegt, denn das hat viele trockene Grundlagen, bis man endlich zum "spannenden Teil" kommt, den sich die meisten darunter vorstellen.

      Danke schön! Ich werde beides versuchen :).

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  19. Oje, harte Steine klopfen.
    Mir fehlen zwar persönliche Erfahrungen im Uni-Umfeld, aber aus direkten Anschauungen kann ich das etwas bewerten. Die Unis sieben gnadenlos, speziell in den GW, der Stoff ist ein Vielfaches von dem, was man aus Schule kennt, außerhalb der Regelzeit wird es sehr mühselig, und, genau, man muss sich auch noch selbst motivieren und wissen, wofür das alles. Hartes Brot.
    Die entscheidende Frage ist letztlich die, ob dieses Tal der Tränen, so nenne ich es einfach mal, gerechtfertigt ist. Ob man den "Titel" will und braucht, um darauf sein Leben, seine Karriere aufzubauen. Ohne irgendeinen Titel ist man auch oder gerade heutzutage, wo fast jeder studiert, teilweise Niemand, auch wenn man was kann, das hängt aber stark vom Umfeld ab. Im öffentlichen Bereich ist das auf jeden Fall so.
    Die Alternativen sind nicht notwendigerweise einfacher. Man könnte sich im mittleren Dienst austoben - Bürojob / Verwaltung. Ein eventueller Aufstieg dauert länger, man bekommt irgendwann einen Studierten vor die Nase, schlechter bezahlt, aber das ist ja auch nicht alles. Oder man konzentriert sich auf Erziehung und Haushalt, auch das kann erfüllend sein, wenn man der Typ dafür ist. Oder, oder.
    Ich finde es nach meinen Beobachtungen wichtig, dass man etwas studiert, was einem gefällt. Wo einen die Materie, auch die trockenen Grundlagen, ansprechen. Das macht vieles leichter, und was man später mal arbeitet, hat mit der Ausbildung selten viel zu tun.
    Was man an der Uni lernen muss, sind Struktur und Selbstorganisation, dafür werdet ihr B und M später geschätzt, das Fach ist häufig egal. Also, wenn du Psychologie doch plötzlich (nicht ideal, langweilig, ) doof findest und eigentlich für etwas anderes brennst, dann wechsle, lieber jetzt als später. Wenn du die Uni als solche zum K... findest, dann gib dir noch ein Jahr, ob du dich damit besser fühlst, und wenn nicht, dann geh zum Letteverein oder einem ähnlichen Institut und mache in zwei Jahren eine abgeschlossene Ausbildung, dann hast du was in der Hand.
    Ohne dich etwas zu quälen geht es natürlich nirgends ab, und eine Krise, in der man über seine Position nachdenkt, ist ja immer auch eine Chance. In jedem Fall entscheidest du selber über dein Leben - Privileg, aber leider auch Verantwortung.
    also, Kopf hoch ;)

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    1. Nun ja, auf den Titel Bachelor bzw. Master of Science lege ich nun wirklich keinen Wert und der ist bzw wird bald auch keine Seltenheit mehr sein. Er zeigt aber, dass man sein Studium abgeschlossen hat und ohne kommt man zumindest in die Psychologie nicht. Auch in anderen Bereichen scheinen die Menschen der Meinung zu sein, wer studiert hat, ist automatisch qualifizierter, was ironisch ist, denn ich kenne auch viele Berufserfahrene, die sich beschweren, dass frisch von der Uni Kommende mangels Erfahrung im Arbeitsleben gar nicht klarkommen.
      Ich denke daraus, dass auf einen Uni-Abschluss zum Teil viel wert gelegt wird, hat sich bei mir dann der Gedanke festgesetzt, ich bräuchte unbedingt ein Studium.
      Ich hab das bisher zumindest nie infrage gestellt, aber mittlerweile bin ich mir nicht mehr sicher, ob es nicht andere, für mich passendere Wege in das Arbeitsleben gibt. Kommt aber natürlich, wie du schon sagst, auf die Branche an. Und ich habe das Gefühl, die Branchen, in denen man sich mit einer Ausbildung auf ein gewisses Niveau hocharbeiten kann, werden immer weniger, weil dem Studium mehr Wert beigemessen wird. Diese Entwicklung gefällt mir nicht wirklich und ich finde die Vorstellung auch unfair, dass Menschen, die 20 Jahre im selben Beruf gearbeitet haben, am Ende schlechter bezahlt werden als ein Mensch, der frisch von der Uni kommt, nur weil sie nicht studiert haben. Sollte Berufserfahrung nicht mehr oder wenigstens genauso viel wert sein als/wie abstrakte akademische Bildung?

      Das ist gerade mein Problem: Ich bezweifle, dass es ein Fach gibt, in dem mich wirklich alles, auch die trockenen Grundlagen interessieren. Das erwarte ich aber ehrlich gesagt auch nicht. Aber auch trockene Grundlagen können einem sinnvoll erscheinen, wenn man weiß, wofür man sie braucht bzw. wofür man sich da durchquält.

      Das Gefühl habe ich auch: dass die Erfahrung an der Uni mehr das Arbeiten in diesen Strukturen als das Inhaltliche an sich ist. Und ich denke, da muss ich mir auch noch mehr Mühe geben, denn dass das wichtig ist, erschließt sich mir natürlich.

      Das Jahr gebe ich mir auf jeden Fall noch.

      Danke für deine klugen Worte!

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    2. Naja, weiß nicht, ob sie so klug sind ^^ aber zumindest hab ich eine etwas größere Distanz dazu. Bei mir hat sich ein Studium nicht ergeben, und ich lebe trotzdem ganz vergnügt und erfolgreich, aber die GW sind da definitiv anders und es immer gewesen, soweit ich das überblicke.
      Und schon in der Technik war in den 80ern klar, wenn du im öffentlichen Dienst was werden willst, brauchst du die Abschlüsse oder bleibst zweite Wahl. Privatwirtschaft ist da manchmal etwas offener. Und der zu erwartende Fachkräftemangel wird da etwas helfen, denke ich, so dass man auch ohne Abschluss nicht komplett untergehen wird.
      Aber:
      Ängstlich zu sinnen und zu denken, was man hätte tun können, ist das Übelste, was man tun kann. (Georg Christoph Lichtenberg)
      Also, was immer du tust, tu es aus eigener Entscheidung, nach Möglichkeit ;)

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