[Uni] Persönlicher Lagebericht: Überforderung und Leistungsdruck

Charlie | Montag, 31. Juli 2017 |

Wenn man mich fragen würde, wie ich mich nach meinen bald zwei ersten abgeschlossenen Hochschulsemestern fühle, wäre die spontane Antwort wohl: "Ernüchtert."

Dabei ist es - natürlich - nicht so, als hätte ich damit gerechnet, an der Uni ein Leben voll mit Party, ohne Verpflichtungen und Verantwortung zu führen. Mir war schon bewusst, dass es eine große Umstellung würde, insbesondere die viele selbstorganisierte Arbeit.
Aber trotzdem hatte ich irgendwie immer die Vorstellung, Uni würde "cooler" als Schule werden. Freier und selbstbestimmter, da ich mir das Fach, den Studienort und das Studium an sich selbst ausgesucht habe und im Gegensatz zur Schule mehr entscheiden kann, was ich wann mache. Anspruchsvoll(er), aber sinnvoller, weil man endlich etwas Konkretes macht, statt nur einen oberflächlichen Querschnitt über alles zu bekommen, was angeblich zur Allgemeinbildung gehört. Spannender, weil ich das studiere, was mich interessiert, und mich z.B. in Seminaren auf die Themen spezialisieren kann, die mir am meisten liegen.

Aber jetzt, nach knapp neun Monaten an der Uni, muss ich feststellen: Ich vermisse die Schule. Extrem. Und ich komme an der Uni (noch) überhaupt nicht klar.





Menschen, die mich nur aus dem Schulkontext kennen oder seit Unibeginn keinen regelmäßigen Kontakt zu mir haben, können meist gar nicht glauben, wenn ich offenbare, dass ich mich von der Uni gnadenlos überfordert fühle. 
Charlie, die in der Schule mal ihren Deutschkurs gewechselt hat, weil die Lehrerin nie etwas besseres als 13 Punkte gab, gibt sich in der Uni plötzlich mit einem "Hauptsache bestanden" zufrieden. Charlie, die in der Schule immer alle Hausaufgaben pünktlich abgebeben hat, gibt in der Uni ganze Module auf und verschiebt Klausuren grundsätzlich nach hinten. Charlie, die sich in der Schule teilweise gelangweilt hat, bricht in der Unizeit auf einmal heulend zusammen, weil ihr alles zu viel wird.
Aber es ist so. Ich komme in der Uni überhaupt nicht klar und ich habe noch nicht raus, ob es daran liegt, dass ich mich an das System noch nicht gewöhnt habe, oder ob ich für das System einfach nicht gemacht bin.

Das mit dem "heulend zusammenbrechen" war übrigens nicht übertrieben. Vor wenigen Wochen habe ich wirklich einmal eine Dreiviertelstunde neben meiner Mutter auf dem Sofa gelegen und geweint, weil mir alles zu viel wurde. (Und ich weine nicht oft!) Ich hatte eine stressige Zeit mit einem Referat nach dem anderen hinter mir und hätte für eine Prüfung lernen sollen, deren letzte Chance wenige Tage später war, musste aber - wenig überraschend - feststellen, dass ich den Stoff niemals mehr bis zur Klausur in meinem Kopf bekäme. Die Verzweiflung über dieses eine Modul war dann der Anlass dazu, einmal alles rauszulassen, was sich das ganze Semester über angestaut hatte.

Tatsächlich bin ich nämlich schon das ganze Semester unglaublich unzufrieden mit meinem Studium, was so weit geht, dass schon der Gedanke daran, am nächsten Tag zur Uni zu gehen, mir schlechte Laune bereitete, und Überlegungen über meine akademische Zukunft mir Tränen in die Augen trieben, weil ich mich einfach gnadenlos überfordert fühle: mit der Uni, aber auch mit meiner Lebensplanung an sich, derer ich mir plötzlich nicht mehr so sicher bin. Weil ich nicht mehr weiß, ob ich wirklich studieren will. Weil ich anderen, die nach meinem Studium fragen, nicht mehr guten Gewissens erklären kann, warum ich studiere und warum ich Psychologie gewählt habe. Weil ich selbst nicht mehr weiß, was ich eigentlich will und ob ich gerade tue, was ich wirklich will.



Nun will ich nicht alles schwarzmalen und so tun, als wäre ich nur Opfer äußerer Umstände. Zum Teil bin ich auch einfach faul, schiebe alles auf und lerne nie daraus, dass das keine gute Idee ist, und habe mich noch nicht ernsthaft mit besseren Organisations- und Motivationstechniken befasst. Einen Großteil des Stresses, den ich das Semester über hatte, hätte ich mir zum Beispiel sparen können, hätte ich mit Referaten rechtzeitig angefangen und Vorlesungsinhalte regelmäßig nachbearbeitet. 
Auch ist es fürs Lernen sicherlich nicht sehr hilfreich, wenn man dasitzt und von vornherein sagt "Das schaffe ich nie." An meiner Einstellung könnte ich also definitiv noch arbeiten. Immerhin ist es völlig normal, dass man sich an die komplett andere Art zu lernen in der Uni erstmal gewöhnen muss.
Außerdem hat mir bisher ausnahmslos jeder Mensch, der auch Psychologie studiert (hat), versichert, dass nach den ersten zwei Semestern alles besser wird, wenn man die trockenen und langweiligen Grundlagen überstanden hat und zu den interessanteren Anwendungsfächern kommt. Und vielleicht ist das zweite Semester auch wirklich nur ein inhaltliches Tief und danach geht es bergauf. Wer weiß.

 

Doch es gibt trotzdem eine Menge Dinge, die mich an der Uni grundsätzlich stören.

Zum Beispiel finde ich Vorlesungen und auch die Seminare, die ich bisher hatte, didaktisch mehr als fragwürdig. 
In Vorlesungen wird man, auf gut Deutsch gesagt, 90 Minuten vollgequatscht und wenn man nicht gerade der auditive Typ ist und sich dann alles schon gemerkt (oder es überhaupt verstanden hat, denn Tempo und Pensum sind zum Teil enorm) hat, muss man sich Zuhause nochmal alleine durch Bücher und Folien arbeiten. 
Von Anwendung fehlt in vielen Fällen jede Spur. Das ist eines der Dinge aus der Schule, die ich schmerzlich vermisse: Der reflektierte, abwechslungsreiche Umgang mit Inhalten, bei dem man die Themen beispielsweise in Gruppen diskutiert, auf einen neuen Bereich übertragen, auf einem Plakat zusammengefasst hat, etc. So nervig ich das damals auch fand, so sehr sehe ich mittlerweile den Nutzen, denn ich zumindest bin eindeutig jemand, der auf diese Weise schneller lernt als bei dem Versuch, sich Unmengen an Stoff allein durch Lesen reinzuprügeln.
Ich hatte die Hoffnung, Seminare würden da etwas mehr meinen Vorstellungen entsprechen, aber das war bisher nicht wirklich der Fall. Drei von vier Seminaren dieses Semester bestanden daraus, dass unsere Themen auf uns Teilnehmende aufgeteilt wurden und jede Sitzung komplett aus einem Referat bestand. Für alle, die gerade nicht referierten, bedeutete das also wieder bloß zuhören.
Insbesondere der Praxisbezug fehlt mir durch diese Lehrweise enorm und es fällt mir schwer, dem Stoff zu folgen.


Unmöglich finde ich auch, wie sehr einem bereits im ersten Semester, in dem man sich erstmal zurechtfinden muss, schon Druck gemacht wird.

In der Orientierungswoche wurde uns, als das Kurswahlsystem erklärt wurde, beispielsweise direkt klargemacht, dass man bei platzbeschränkten Kursen (also im Grunde allem, was keine Vorlesung ist) nur dann in der Zulosung der Plätze auf Basis der angegebenen Prioritäten berücksichtigt wird, wenn man das entsprechende Modul im im Studienverlaufsplan vorgesehenen Semester absolviert. Sprich: Wenn ich ein Modul, das fürs dritte Semester "empfohlen" ist, aus welchen Gründen auch immer erst im fünften absolviere, kriege ich irgendeinen Restplatz, nachdem alle anderen ihren Wünschen gemäß zugelost wurden, wenn überhaupt, denn es könnte natürlich auch sein, dass alle Seminare schon voll sind. Dann dürfte ich wieder ein Jahr warten. So viel zum Thema mehr Freiheiten in der Gestaltung des Studiums.
Obwohl es verständlich ist, dass die Unis ihre Studierenden aus Kostengründen gerne in der Regelstudienzeit durchbekommen würden, benachteiligen solche Regelungen eine Menge Menschen. Beispielsweise die, die neben ihrem Studium jobben müssen und daher vielleicht zeitlich einfach zwei Semester mehr bräuchten. Oder Studierende, die ins Ausland gehen und hinterher ein paar Kurse in Deutschland nachholen müssen.
Eine Fixierung auf die Regelstudienzeit (auch, wenn es nicht direkt verboten ist, länger als sechs Semester zu studieren) ist nicht nur unrealistisch sondern meiner Meinung nach auch unfair. Schließlich studieren die wenigsten - würde ich zumindest denken - länger als sechs Semester, um der Uni und dem Staat auf der Tasche zu liegen.

Wahnsinn ist gerade bei Psychologie auch, was das Bachelor-Master-System bzw.die Zulassungskriterien für Masterplätze für einen Druck aufbauen. 
Das fängt schon damit an, dass es generell weniger Masterplätze für Psychologie gibt als Bacherlorplätze und -absolvent*innen. In Anbetracht der Tatsache, dass man mit einem Bachelor alleine in der Psychologie nichts anfangen kann, ist das schon ziemlich ironisch, weil es im Grunde aussagt: "Wir haben von Anfang an vor, euch auszusieben, und es haben von Anfang an nicht alle von euch eine Chance, dieses Studium zu beenden."
Generell sollte man neben einer für mich noch utopisch guten Bachelornote (zumindest in Berlin, wo ja bekanntlich der Andrang auf Studienplätze immer extrem hoch ist) dann am besten neben der Uni noch in einem fachlich relevanten Bereich gearbeitet haben (steht zumindest in den Aufnahmevoraussetzungen für den Master an meiner Uni). Das ist insofern lustig, da ich dafür theoretisch bei einem auf Vollzeit ausgelegtem Studium, das ich ja in der Regelstudienzeit schaffen soll, gar keine Zeit hätte. Gerade für Bachelorstudiernede gibt es in den ersten Semestern auch noch nicht so viele Möglichkeiten gibt, vor allem, wenn man kein Statistik-Crack ist. Und mal ehrlich: Neben einem Vollzeitstudium brauche ich davon dann auch irgendwann mal eine thematische Auszeit und muss mich nicht noch zehn Stunden die Woche in ein Forschungsprojekt reinhängen. Oder beweist das schon wieder fehlende Motivation, die zeigt, dass ich sowieso nicht für einen Master geeignet wäre?
Natürlich ist der Master für uns Zweitis noch Zukunftsmusik, aber wenn ich mir die Listen angucke und sehe, dass ich einen Bachelorabschluss von 1,4 brauche, um an meiner Uni weiterstudieren zu können, dann kommt schon der Gedanke auf, dass ich mir dann eigentlich jetzt schon keine Ausrutscher leisten kann. Und das ist meiner Meinung nach abbsolutes Gift für die Eingewöhnung an der Uni, wo erstmal andere Dinge als Noten im Vordergrund stehen sollten,
Zum Master-Wahnsinn gab es kürzlich auch einen Artikel im Tagesspiegel.



Bei mir paart sich aktuell also eine Grundzufriedenheit mit dem Konzept Uni mit der möglicherweise faulheitsbedingten Überforderung und dem Druck, der durch das Sytem an sich aufgebaut wird.
Hinzu kommt das ganze Semester über leider auch ein großes Desinteresse und absolute Motivationslosigkeit, wenn es darum geht, mich mit den Inhalten des Studiums zu beschäftigen. Ich habe wirklich auf nichts, was mit der Uni zu tun hat, mehr Lust. 
Und aktuell versuche ich herauszufinden, ob das an dem vielen Stress liegt, den ich mit dem Studium habe, oder ob sich für mich nicht vielleicht langsam herausstellt, dass das Studienfach an sich nichts für mich ist, und ich deshalb so viel Stress habe, weil ich mich zu etwas zwinge, das ich eigentlich nicht will.
Ich will auf keinen Fall das Gefühl haben, zu schnell aufzugegeben, aber ich will auch auf keinen Fall, dass es im dritten Semester so weitergeht wie in diesem. So viel ist sicher.


Für das dritte Semester habe ich mir daher erstmal vorgenommen, weniger Kurse zu wählen und diese systematischer und konzentrierter anzugehen. Die sechs Semester Regelstudienzeit habe ich ohnehin schon aufgegeben, da ich dieses Jahr einen Kurs bereits abbrechen musste und vermutlich eine weitere Klausur zeitlich nicht schaffen werde, weil mir eine andere erstmal wichtiger ist. Da aber die Bachelornote für den Zugang zu einem Masterplatz extrem wichtig ist, habe ich beschlossen, dass ich lieber langsamer aber mit besseren Noten und mehr Freizeit durchs Studium gehen möchte, als mich weiter so abzuhetzen, gerade so durchzukommen und innerlich so viel Frust anzustauen wie in diesem Semester. Denn das hat letztendlich dazu geführt, dass ich auch meine Freizeit nicht mehr genießen konnte, und das möchte ich auf keinen Fall. Ich möchte weiterhin ein Leben neben der Uni. Und solange ich mich an das System noch gewöhnen muss, gehe ich alles langsamer an.


Meinen Respekt habt ihr, wenn ihr euch durch diesen eher wirren Jammer-Post gekämpft habt. 
Ich hatte irgendwie das Bedürfnis, meinen ganzen Frust mal loszuwerden, weil es mir persönlich hilft, wenn ich von anderen höre, dass auch sie Schwierigkeiten in der Uni haben. Vielleicht erkennt ihr euch hier ja wieder oder könnt mir ein paar nützliche Tipps geben.
Falls ihr studiert oder studiert habt: Habt/Hattet ihr auch solche Phasen der Überforderung in der Uni und wie seid ihr damit umgegangen?

Kommentare:

  1. Ich denke es ist eine sehr gute Entscheidung, dir erst mal Zeit zu lassen. Wie du schon festgestellt hast bringt es ja nichts, wenn man nur gerade so durch kommt, sich endlos Stress macht und alles daran hasst. Ich drücke dir auf jeden Fall die Daumen, dass es besser klappt, wenn du dir mehr Zeit für die einzelnen Kurse nimmst und diesmal hoffentlich von vornherein etwas organisierter an die Sache herangehst. Du hast ja jetzt schon ein bisschen ausprobiert, was klappt und was eher nicht und das kannst du jetzt vielleicht anwenden.
    Da meine Studienfächer mit deinem nicht mal vergleichbar sind und durch meinen Nebenfachwechsel eh alles zeitlich etwas gestreckt ist, muss ich sagen, dass ich noch nicht in deiner Situation war. Ich kann sie aber trotzdem sehr gut nachvollziehen. Ein Freund studiert Medizin und befindet sich auch seit zwei Jahren permanent am Rande des Nervenzusammenbruchs. Irgendwas läuft bei den Anforderungen für diese Fächer also eindeutig schief und es liegt ganz sicher nicht an dir, gerade wenn andere dir das schon bestätigt haben. Ich hoffe mal mit, dass es mit dem dritten Semester wirklich besser wird.

    Liebe Grüße und alles Gute!
    Jacqueline

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    1. Danke für dein Verständnis und die lieben Worte! Auch, wenn letztendlich nur ich mich mit der Entscheidung gut fühlen muss, ist es irgendwie beruhigend, dass andere das auch vernünftig finden und verstehen können.
      Ich hoffe auch, dass ich aus meinen desaströsen Erfahrungen diesmal gelernt habe :D. Was das rechtzeitig mit der Hausarbeit anfangen oder für die Klausur nächste Woche lernen angeht, war ich schon mal nicht ganz so erfolgreich :S. Aber aktuell bin ich recht zuversichtlich, dass ich ein Systen gefunden habe, mit dem ich mich zu halbwegs effizienter Arbeit aufraffen kann.
      Oh Mann, Medizin stelle ich mir ja noch schlimmer vor. Ich bewundere jeden Menschen, der das durchzieht.
      Ich habe sowas auch schon von einigen anderen gehört, auch aus meinem Studienfach, also weiß ich zum Glück, dass es nicht komplett an meiner Faulheit liegt :D. Aber da ich die Anforderungen leider nicht so schnell werde ändern können, kann ich zumindest versuchen, an meiner Herangehensweise zu arbeiten. Generell finde ich aber, wie gesagt, auch, dass da irgendwas falsch läuft.

      Liebe Grüße und danke :)

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  2. Heyho^^
    Es ist jetzt 11 Uhr abends und ich schreibe morgen eine Klausur und hab wirklich noch einen wichtigen Lerndurchgang vorm Schlafengehen vor mir, der aber mindestens 2 Stunden dauert, nur damit mir gleich wieder klar wird, wie viele Lücken ich im Stoff noch habe. Aber deinen Text musste ich jetzt mal lesen! Und ich hab mich soo sehr wiedererkannt.
    Also okay, ich bin jetzt am Ende des 6. Semesters Psychologie. Und ich hoffe für dich mega doll, dass das alles noch besser wird, aber ich hab da nicht so die Erfahrung gemacht. Studieren ist hart, von Anfang bis zum Ende. Es wird immer Fächer geben, die langweilig sind, und Vorlesungen, bei denen man sich nicht konzentrieren kann. Und bis jetzt bin ich in jeder Klausurphase verzweifelt. Jetzt auch wieder, ich bin echt grade am Rande meiner Nerven und das ist bestimmt nicht gesund! Und ich muss auch zugeben, dass das zum Teil an meiner miesen Zeiteinteilung liegt. Aber meinen Unifreunden gehts grad auch mies, es ist für alle irgendwie hart. Oh Gott, ich sollte echt Demotivationstrainer werden oder so. Tut mir echt leid dass ich jetzt so einen runter-zieh-Kommentar schreibe! Aber schönreden hilft ja auch nicht:/
    Ich erinnere mich noch, im dritten Semester wollte ich unheimlich gerne einfach alles abbrechen, aber ich hatte davor zu viel Angst und habs nicht gemacht. Und ich bin doch froh dass ich weitergemacht habe. Die letzten drei Jahre waren teilweise echt hart, aber ich hab so viel gelernt, sowohl fachlich als auch über mich und überhaupt. Trägt mich das leichter durch die letzte Klausurphase? Nöö ich durchlebe grade Höllenqualen:D Macht es deshalb Spaß, die Bachelorarbeit zu schreiben? Auf keinen Fall! Diese Bachelorarbeit bringt mich noch um den Verstand! Ich schätze wenn man wirklich Psychologe werden will dann heißt es Augen zu und durch. Wenn du daran jetzt schon zweifelst dann ist deine Taktik, es erstmal etwas langsamer anzugehen, glaub ich genau das richtige. Und selbst wenn man mal ein Studium abbrechen sollte, ist das wirklich nicht schlimm. Ganz ehrlich, man ist noch so jung, da ist das echt nicht so wild. Und mittlerweile hab ich auch gelernt dass Regelstudienzeit eher die Ausnahme als die Regel ist.

    Okay, das ist mal wieder ein ganz besonders wirrer Kommentar. Was ich sagen will, ist dass es ganz vielen Studenten so geht wie dir, es liegt nicht daran dass du etwas besonders schlecht machst oder so. Es ist schwer, sich selbst zu organisieren und sich selbst zu motivieren, vor allem, wenn man irgendetwas staubtrockenes Auswendiglernen soll. Das fällt den meisten schwer. Ich erwische mich auch dabei, wie ich die Leute in der ersten Reihe anstarre die sich immer melden und immer alles mitschreiben und mir wie ein Versager vorkomme. Aber in der ersten Reihe sitzen eben nur ein paar wenige Leute, und aaalle anderen gucken da neidvoll hin :D Und in meiner ersten Klausurphase hatte ich auch einen ausgewachsenen Nervenzusammenbruch. Uni ist hart und verlangt einem manchmal viel zu viel ab. Es ist okay, wenn man das manchmal nicht alles auf die Reihe kriegt oder in seinem eigenen Tempo macht.
    Unterm Strich hab ich jetzt viel geschwafelt und alles bestimmt doppelt gesagt:D Ich hab leider nicht wirklich einen Rat, wie man damit gut umgeht. Ich hab (hoffentlich!) bald meinen Bachelor und das Studium bringt mich trotzdem noch zum Verzweifeln. Aber wenn es echt ganz schlimm wird dann denke ich immer, selbst wenn ich die Prüfungen verhaue, die Welt geht nicht unter. Ich hab noch mehrere Versuche, die Prüfung zu bestehen, und wenn das nicht klappt? Dann muss ein neuer Plan her. Mehr als sein bestes geben kann man nicht, und wenn das nicht reicht dann kann man daran ja auch nicht mehr rütteln.
    Okay, lange Kommentare schreiben ist wohl auch eine Art von Prokrastination. Ich gehe jetzt mal was über die Gedächtnispsychologie lernen.
    Ich hoffe, die Uni wird dich in der Zukunft nicht mehr so sehr belasten!
    Viele Grüße
    Julia

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    1. Hi Julia,
      wow, vielen Dank für diesen langen Kommentar! Und dass du dir am Abend vor einer Klausur so viel Zeit dafür nimmst, ehrt mich natürlich :D.
      Auch, wenn es mich für dich natürlich nicht freut, dass es dir immer noch so geht, finde ich es trotzdem beruhigend, dass ich nicht die einzige bin, die unter der Uni so leidet. Manchmal dachte ich schon, ich bin einfach zu empfindlich oder so.
      Ehrlich gesagt habe ich auch nicht damit gerechnet, dass mir ab jetzt alles Spaß machen wird. Ich denke, es gibt kaum etwas im Leben, das man machen muss und das einem wirlich immer Spaß macht. Es wäre nur schön, wenn ich irgendwie mit einem besseren Gefühl daran arbeiten könnte. Oder wenigstens ein Ziel hätte, auf das ich hinarbeiten könnte, sodass ich das Gefühl habe, dass sich die Mühe lohnt.
      Keine Sorge, ich mag dich als Demotivationstrainerin :D. Ich finde es angenehm, einen ehrlichen Blick auf den Studiengang zu haben, selbst wenn er so ernüchternd ist. Dann weiß ich wenigstens, worauf ich mich einlasse.
      Oh ja, diese Leute in der ersten Reihe kenne ich auch :D. Die sind aber wirklich eher die Ausnahme als die Regel, nur merkt man das meist nicht so, weil die, die genauso verloren sind wie man selbst, nicht so auffallen ^^.
      Ich denke auch, dass man sich da am Ende nicht so verrückt machen sollte. Es ist nur eine Prüfung. Ist ja nicht so, als würde die bestimmten, ob man ein wertvoller Mensch ist und es im Leben zu etwas bringen wird. Deshalb lasse ich dieses Semester auch guten Gewissens zwei Prüfungen sausen.
      Vielen Dank für diesen ausfühhrlichen Kommentar! Ich hoffe, deine Prüfung lief gut !
      Liebe Grüße :)

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