[Filmrezension] "The Fault In Our Stars" / "Das Schicksal ist ein mieser Verräter"

Charlie | Montag, 25. August 2014 |

Man lacht, man weint und man will, dass es niemals endet



Genre: Drama, Liebesfilm
Länge: 126 Min
Altersfreigabe: ab6
Kinostart: 12.06.14
Darsteller: Shailene Woodley, Ansel Elgort, Nat Wolff, Laura Dern, Willem Dafoe, u.A.
Regie: Josh Boone
Drehbuch: Scott Neustadter, Michael H. Weber
Quelle
Trailer
und weil er viel besser ist, hier noch mal der englische Trailer





Inhalt

Hazel hat Krebs, ursprünglich in der Schilddrüse, der auch auf ihre Lungen übergegriffen hat. Ein neues Medikament erhält sie am Leben, doch sie weiß, dass sie auch damit nicht sehr alt werden wird.
Und so besteht ihr Alltag daraus, immer wieder dasselbe Buch zu lesen, tagelang auf dem Sofa zu liegen und Fernsehen zu gucken, zum College zu gehen, wenn es ihr gutgeht, und eine Selbsthilfegruppe zu besuchen.
Doch alles ändert sich, als sie in der Gruppe auf Gus trifft. Gut sieht gut aus, ist charmant und interessiert sich sehr für sie, doch Hazel weiß, dass sie bald sterben wird, und sie will ihm nicht wehtun...



Meinung

Enthält keine Spoiler!!!

"Das Schicksal ist ein mieser Verräter", im Original "The Fault In Our Stars", gehört seit seinem Erscheinen zu meinen absoluten Lieblingsbüchern. Es ist ernst und philosophisch, rührt zu Tränen und bringt trotzdem zum Lachen, die Figuren, insbesondere der einzigartige Augustus Waters, wachsen einem ans Herz und ich habe mir Seiten voll mit tollen Zitaten rausgeschrieben.
Daher war ich zunächst sehr skeptisch, als ich hörte, dass dieser Roman verfilmt werde soll. Wann kommt eine Verfilmung schon mal an das Buch heran? Und wie sollte man all diese weisen Worte und tiefgründigen Gedanken in einen Film bekommen?
Doch mit der Zeit wich mein Misstrauen Zuversicht und Vorfreude, denn man konnte bereits Monate vor dem Kinostart die Dreharbeiten und die Reaktionen von John Green und diverser Fans, die den Film vorab sehen durften, verfolgen. Es wurde deutlich, dass man sich mit dem Film sehr viel Mühe gab und versuchte, ihn so nahe wie möglich am Buch zu halten, und ich kann nur bestätigen, dass diese Versuche gelungen sind:
"Das Schicksal ist ein mieser Verräter" beziehungsweise "The Fault In Our Stars" ist eine der besten Buchverfilmungen, die ich kenne.

Das fängt schon bei den Schauspielen an. Ich muss sagen, dass ich sehr froh war, dass Shailene Woodley und Ansel Elgort noch so vergleichsweise "unverbraucht" waren, weil ich sie so wenigstens nicht dauernd mit ihren früheren Rollen in Verbindung gebracht habe, wie ich es bei bekannteren Schauspielern leider manchmal tue. Allerdings muss man sagen, dass beide ihre Rolle so grandios gespielt haben, dass man gar nicht auf die Idee kam, zu denken: "Hey, das ist Tris und das ist Caleb!" Beide spielen Hazel bzw. Gus nicht einfach, sie sind Hazel und Gus.
Beide haben auch das Buch gelesen (was bei Buchverfilmungen für mich ein Muss ist) und sich sehr intensiv mit krebskranken Kindern und Jugendlichen beschäftigt, um sich in ihre Rollen hineinzufühlen und das merkt man, insbesondere in dramatischeren, traurigeren Szenen, in denen ihre Figuren Schmerzen empfinden.
Mindestens genauso genial gespielt sind aber auch die fröhlicheren Szenen, in denen die beiden miteinander flirten. Insbesondere wenn Ansel Elgort lächelt, ging für mich jedes mal die Sonne auf. Er kann Gus' charmante und süße Art super rüberbringen und ist mir in dieser Rolle in zwei Stunden fast genauso sehr ans Herz gewachsen wie Gus in einem ganzen Buch.
Doch auch Shailene Woodley spielt den ganzen Film über unglaublich überzeugend und mitreißend und beweist so wieder einmal, was für eine talentierte Schauspielerin sie ist.

Doch es bleibt nicht bei wunderbaren Hauptdarstellern, auch die Nebendarsteller machen einen guten Job, beispielsweise Laura Dern als Hazels Mutter, die immer für ihre Tochter da ist, alles für sie tun würde und sich stets Mühe gibt, zu allem eine positive Einstellung zu haben, oder Nat Wolff als Isaac, der zwar nicht (wie die Buchfigur) blond ist, dafür aber Isaacs ruhige und sympathische Art super spielt und einem so genauso ans Herz wächst wie die Buchfigur. Van Houten, gespielt von Willemm Dafoe, war genauso verrückt und unsympathisch, wie ich ihn mir vorgestellt hatte, und dabei sehr überzeugend gespielt, doch mein persönlicher Favorit ist Patrick, der Leiter der Selbsthilfegruppe, der eigentlich nur in der ersten Szene auftaucht, dort aber noch etwas überspitzter als im Buch und einfach herrlich peinlich. Toll fand ich als wirklich winzige Nebenrolle übrigens auch den Kellner in Amsterdam, der mir irgendwie total sympathisch war (und, soweit ich mich erinnere, in der Originalversion einen süßen Akzent hatte ^^).

Zur Handlung bleibt, für alle, die das Buch kennen, nicht viel zu sagen, denn sie wurde bis auf ein paar kleine, aber nicht weltbewegende Auslassungen und einige Ergänzungen fast komplett beibehalten, wie übrigens auch viele Dialoge.
Die Geschichte ist immer noch eine wunderschöne Geschichte über (die erste) Liebe, das Sterben und den Umgang damit und die Frage, was im Leben wirklich zählt. Auch in Filmform ist sie so berührend erzählt und die Figuren wachsen einem so schnell ans Herz, dass sie einen zum Lachen und zum Weinen bringen und das Ende ist in meinen Augen immer noch perfekt. Zwar habe ich im letzten Drittel durchgehend Rotz und Wasser geheult (egal ob es schön oder traurig war ^^), aber ich habe auch gelacht und wurde zwei Stunden lang wunderbar unterhalten und das, obwohl ich das Buch bereits dreieinhalb mal gelesen hatte. Sogar beim zweiten und dritten Mal war der Film noch genauso gut.
Zwar haben mir an einigen Stellen Kleinigkeiten gefehlt, aber für eine Buchverfilmung ist die Handlung so dicht am Buch gehalten worden, wie ich es bisher bei kaum einer gesehen habe.

Ein kurzer Kommentar zum Soundtrack muss auch noch sein, denn die ist wirklich genial. Es gibt Lieder von bekannten Musikern wie Birdy und Ed Sheeran , aber auch klassische Stücke und natürlich den einzigartigen schwedischen Hip Hop und alle diese Lieder tragen sehr viel zu der tollen und berührende Atmosphäre des Films bei (außer vielleicht letzteres :D).

Für alle, die den Film auf englisch sehen wollen, könnte ein Vergleich zwischen der Originalversion und der Synchronisation interessant sein. Ich habe mir beide hintereinander angesehen, da mir bei den Trailern aufgefallen ist, dass im Englischen zwar viel aus dem Buch zitiert wird, im Deutschen aber offenbar nicht die Übersetzung aus dem Buch genommen wurde, was ich sehr schade finde, da das Buch meiner Meinung nach sehr gut übersetzt ist.So entstanden teilweise kleine aber feine Unterschiede in der Bedeutung der Wörter.
Die meisten dieser Fehler wurden im Film dann doch noch korrigiert (beispielsweise die grausige Formulierung "Ich bin 'ne Granate" statt "Zeitbombe" oder auch "Weil du hübsch bist" statt "Weil du schön bist"), doch an drei Stellen bin ich noch immer darüber gestolpert, nämlich als Gus bei der Selbsthilfegruppe sagt, er fürchte sich davor vergessen zu werden, obwohl er eigentlich DAS Vergessen fürchtet und bei einem meiner Lieblingszitate, bei dem Hazel sagt "I fell in love the way you fall asleep: slowly and then all at once.", im deutschen Film aber: "(...) langsam zuerst, und dann total.", was im Vergleich zur Übersetzung im Buch ("und dann rettungslos.") einfach nur plump klingt.
Was mich auch extrem gestört hat, war, dass Hazel Gus dauernd "Liebster" nennt. Im Englischen habe ich nichts rausgehört, was so einen altmodischen Kosenamen als Übersetzung rechtfertigen würde und ich fand, dass dieses Wort in dem Film total fehl am Platz war.
Das ist aber natürlich meckern auf hohem Niveau, denn insgesamt ist der Film ziemlich gut synchronisiert, wobei ich ihn auf englisch noch einen Ticken mehr empfehlen kann, vor allem, wenn man das Buch auf englisch gelesen hat. Dann versteht man ihn sogar ohne Untertitel ziemlich gut, weil die meisten Dialoge Originaldialoge sind.


Fazit

"Das Schicksal ist ein mieser Verräter" ist eine rundum gelungene Buchverfilmung, die unter anderem durch grandiose Schauspieler, einen tollen Soundtrack und viele Zitate aus dem Buch den Zuschauer genauso berührt, mitnimmt und zum Lachen und Weinen bringt wie das Buch. Die Geschichte ist weise erzählt, humorvoll und bewegend und kommt im Film trotz kleiner Änderungen genauso gut rüber wie auf Papier. 5 Sterne gibt es von mir.

Kommentare:

  1. Ohmann, ich will den Film auch endlich sehen. >.< Genau einen Tag, bevor Sontka und ich ins Kino gegangen sind, lief er zum letzten Mal in unserer Stadt. SO EIN SCHEISS! :(
    Ich hab dich mit dem Emoji Book Tag getaggt, vielleicht hast du ja Lust mitzumachen. c:
    http://herzensgeschichten.blogspot.de/2014/08/emoji-book-tag.html

    Liebe Grüße ♥

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    1. Naja, mittlerweile ist er ja auf DVD raus ;).
      Echt jetzt? Bei uns lief der noch voll lange :O.
      So, ich hab jetzt ENDLICH deinen Tag gemacht, vielen Dank dafür <3.
      http://keinezeitfuerlangeweile.blogspot.de/2014/10/tag-tratsch-kleine-ankundigung-emoji.html
      Voilà.

      LG <3
      Charlie

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  2. Grüß Dich, Charlie.
    Trotz Dauer - auf meinen Ketchup zu Deinem Senf sollst Du nicht verzichten.

    Es gibt einige kongeniale Verfilmungen, die der Vorlage zu entsprechen verstehen & gar seltene, die diese sogar noch zu übertreffen wissen. Ein Genuß in beiden "Welten" zu schwelgen.

    Persönlich habe ich mir in den Jahrzehnten Filmguckerei angeeignet, die Figuren zu sehen, weniger die Filmographie der Darsteller. Geschieht immer dann, wenn ich in die Geschichte einklinke.
    Gut, bei Tom Cruise oder Hally Berry ist mir das bis dato noch nicht passiert - von daher... ;-)

    Das mit der "angeknippsten Sonne" geschieht mir immer bei den Mädels mit dem Charisma des Besonderen.

    Bei Synchronisationen gibt es von einem Extrem zum anderen so ziemlich alle Abstufungen. Immer abhängig vom Budget. Normalerweise gehen die Originaldialoge aber durch eine "normale" Übersetzung, die dann vom Dialogdrehbuchautor eingepaßt werden muß. Bis hin zur Lippensynchronizität ist es dann auch noch ein Weg. Hat alles natürlich auch Zeit von Nöten und so kann man/frau den getriebenen Aufwand daran erkennen. Ob auf Qualitäten wert gelegt wurde, oder ob es schnell, schnell zu gehen hatte. :-)

    Wenn ich Dein Fazit beleuchte - da war wohl jemand glücklich danach...

    ...für sowas ist Film geschaffen!

    bonté

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    1. Hallo RoM,

      Ketchup mag ich ohnehin viel lieber ;).
      Hm, ich finde, um die Figuren zu sehen, müssen die Schauspieler aber auch gut sein, sie müssen das rüberbringen können.
      Tja, unter der Zeit, die die Synchronisation fordert, leiden vor allem Serienliebhaber oft :/. Filme kommen ja oft auch zeitgleich in den USA und hier ins Kino, aber bei Serien muss man oft ein halbes Jahr warten.

      Oh ja, ich war sehr zufrieden.Aber auch verheult ;).

      Liebe Grüße!

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  3. Hey :)

    Habe gerade ein bisschen bei dir gestöbert (das fällt doch nicht unter Stalking, oder?) und bin auf diese Rezi hier gestoßen. Ich habe den Film erst letztens wieder gesehen und ich liebe ihn so sehr. Ich bin eigentlich nicht sooo nah am Wasser gebaut, aber bei diesem Film...keine Chance. Ich liebe John Green einfach- wäre er auf der Buchmesse dabei, würde ich stundenlang anstehen!! :D

    Liebe Grüße
    Fina

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    1. Oh wow, da hast du aber einen alten Post ausgegraben :D. Ich muss den Film auch mal wieder sehen <3. Er ist so toll, und das sage ich selten über Buchverfilmungen. Ich hab ihn dreimal im Kino gesehen und jedes Mal Rotz und Wasser geheult.
      Heute oder morgen hole ich endlich seinen neuen Roman ab! Hatte eigentlich die signierte Version vorbestellt, aber die kann jetzt doch nicht geliefert werden und jetzt ist wie weg :(.

      Liebe Grüße :)

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Charlie