[Filmkurzrezensionen] "Hell or High Water" | "Loving" | "Lion"

Charlie | Freitag, 4. Mai 2018 |

Erinnert ihr euch noch an meine Oscar-Challenge, die ich im letzten Jahr gestartet habe? Obwohl es um mein Vorhaben, alle für den Oscar 2017 nominierten Filme zu sehen, etwas still geworden ist, habe ich es nicht vergessen und dieses Jahr sogar schon die Challenge für 2018 gestartet. Ich bin natürlich nicht fertig geworden und ein Fazit und die Ankündigung für meine Challenge 2018 folgen noch, aber erstmal gibt es noch ein paar Rezensionen, die ich noch posten muss.


Hell or High Water


Originaltitel: Hell or High Water
Genre: Western
Länge: 102 Min
Altersfreigabe: ab 12
Deutscher Kinostart: 12.01.2017
Produktionsland: USA
Darsteller: Ben Foster, Chris Pine, Jeff Bridges, ...
Regie: David Mackenzie
Drehbuch: Taylor Sheridan
Quelle
Trailer



Inhalt

Der Film erzählt von den Brüdern Tanner und Toby Howard, die Banken ausrauben, um die Hypothek auf einem Grundstück zurückzahlen zu können, das sie geerbt haben.

Meinung

Trotz der gewalttätigen Grundidee ist "Hell or High Water" ein erstaunlich ruhiger Film und mehr eine Charakterstudie der beiden Brüder, die ihre Verbrechen aus sehr unterschiedlichen Gründen begehen. Während Toby lediglich seiner Familie ein besseres Leben ermöglichen will, scheint Tanner Spaß an der Gewalt und dem Töten zu haben, was ersterem bald nicht mehr behagt. Die Dynamik zwischen den beiden und auch später zwischen dem Sherrif Marcus Hamilton, der die beiden jagt, und Toby ist interessant. In dieser Hinsicht hat mich vor allem das Ende überzeugt.
Der Film vermittelt wunderbar eine extrem trostlose Stimmung, die auch zum Leben der beiden Hauptfiguren passt, wozu sicherlich auch der tolle Western-Soundtrack beiträgt. Durch die teilweise unheimliche scheinbare Emotionslosigkeit der Figuren wirkt er allerdings auch nicht selten trostlos. Ich kenne mich mit Western nicht aus, kann mir aber vorstellen, dass diese Trostlosigkeit für das Genre normal ist. Mein Fall ist die Kombination aus Gewalt und zu wenig positiven Emotionen allerdings nicht.


Loving


Originaltitel: Loving
Basiert auf: wahren Ereignissen
Genre: Drama
Länge: 123 Min
Altersfreigabe: ab 6
Deutscher Kinostart: 15.06.2017
Produktionsland: Großbritannien, USA
Darsteller: Ruth Negga, Joel Edgerton, Michael Shannon, ...
Regie: Jeff Nichols
Drehbuch: Jeff Nichols
Quelle
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Inhalt

Der Film erzählt die wahre Geschichte von Richard und Mildred Loving, deren Fall vor Gericht 1967 in die US-amerikanische Geschichte einging. In ihrem Heimatstaat Virginia war ihnen die Ehe verboten worden, da Richard weiß war und Mildred dunkle Haut hatte.

Meinung

"Loving" ist einer dieser Filme, die einen umso mehr wütend und auch glücklich machen, wenn man sich vor Augen führt, dass sie auf wahren Begebenheiten basieren. 
Was Mildred und Richard an rassistisch motivierter Diskriminierung ertragen müssen, ist furchtbar mit anzusehen und regt einen einfach nur auf. Genau wie die beiden konnte ich einfach nicht verstehen, wie sich irgendjemand an dieser Liebe nur aufgrund der Hautfarben stören konnte. Gerade deshalb macht das Ende des Films aber auch glücklich, denn der Fall Loving vs. Virginia ging damals in die Geschichte ein, da der Oberste Gerichtshof mit seiner Entscheidung alle Verbote "gemischtrassiger Ehen" endgültig aufhob.
Ob Richard und Mildred authentisch dargestellt sind, kann ich nicht beurteilen, doch mich hat die stoische Art von Richard, gespielt von Joel Edgerton, teilweise irritiert. Mildred (Ruth Negga) dagegen war mit ihrer sanften Art sofort meiner Sympathie sicher, auch wenn sie teilweise einen starken Dialekt hatte, der schwer zu verstehen war.
Abseits der Handlung haben mir auch der ruhige Soundtrack und die Ausstattung, vor allem die Kleider und die Musik der Zeit, gut gefallen.


Lion - Der lange Weg nach Hause


Originaltitel: Lion
Basiert auf: wahren Ereignissen
Genre: Drama
Länge: 119 Min
Altersfreigabe: ab 12
Deutscher Kinostart: 23.02.2017
Produktionsland: Australien, Großbritannien, USA
Darsteller: Dev Patel, Nicole Kidman, Rooney Mara, ...
Regie: Garth Davis
Drehbuch: Luke Davies
Quelle
Trailer


Inhalt

Basierend auf den Erinnerungen des echten Saroo zeigt "Lion" die Suche eines jungen Mannes, der als Kind in Indien verlorenging und von einem australische Paar adoptiert wurde, nun aber seine leibliche Familie wiederfinden will.

Meinung

Die Geschichte von "Lion" ist einfach unglaublich rührend, vom herzzerreißenden Anfang, an dem der kleine Saroo seine Familie verliert, über die späteren Momente mit seiner Adoptivfamilie bis hin zu seiner verzweifelten Suche anhand einiger Ortsnamen, an die er sich zu erinnern meint, und Google Maps. Die Leistung der Darsteller*innen ist zum Teil sehr beeindruckend, vor allem die von Sunny Pawar, der den kleine Saroo spielt, und Nicole Kidman, die Saroos liebevolle Adoptivmutter spielt, die unter gesundheitlichen Probleme und familiären Konflikten leidet. Auch Dev Patel, der erwachsene Saroo, wirkt in seiner Rolle sehr echt und herzlich.
Der Film ist insgesamt eher ruhig und hat keinen klassischen Spannungsbogen, was angesichts der Tatsache, dass er wahre Ereignisse wiedergibt, auch realistisch scheint. Dafür ist er wirklich berührend und erzählt eine wunderschöne Geschichte.

Kommentare:

  1. Sali, Charlie.
    Das Western-Genre ist so bunt & abwechslungsreich wie so ziemlich jedes andere Genre auch. Es finden sich Musicals, Komödien, jede Menge Dramen, Idealisierungen, Rassismus & blutiger Realismus darin. Trash, nicht zu vergessen.
    Eine Empfehlung für Ron Howards 'The Missing', der so ziemlich alle Stärken eines Western auffährt. Einer meiner Klassiker wäre 'True Grit' (die Verfilmung aus den Sechzigern), mit dem Herz genau dahin wohin es gehört.

    bonté

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    1. Musical-Western :D? Das würde ich gerne sehen.
      „True Grit“ muss von mir erst einmal gelesen werden, denn das liegt schon eine ganze Weile bei mir auf dem SuB.

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Charlie