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[Laberpost] Jungfräulichkeit und Keuschheitsgelübde

Charlie | Mittwoch, 4. Oktober 2017 | 12 Kommentare

Vor einer Weile bekam ich aus Gründen, die sich mir nicht ganz erschlossen haben, auf YouTube ein Video mit dem Titel "What No One Is Saying About Saving Yourself for Marriage" empfohlen. Ich kannte die Youtuberin, von der es stammte, nicht und der Titel selbst sagte noch nichts über ihre Meinung zu dem Thema aus, also klickte ich es an.
Glücklicherweise begann Emily Wilson gleich mit den Worten, sie wolle keinem Menschen vorschreiben, was dieser tun solle, und so schaute ich auch neugierig weiter, als mir nach wenigen Sätzen klar wurde, dass sie selbst das Konzept des "Sich für die Ehe aufsparen" befürwortete. Wenn sie offen gegenüber anderen Meinungen war, konnte ich das auch sein und vielleicht etwas über die "andere Seite" lernen, denn bisher bin ich ehrlich gesagt noch nie persönlich mit einem Menschen in Kontakt gekommen, der sich vorgenommen hat, keinen Sex vor der Ehe zu haben, und hatte mich mit dem Thema auch noch nicht so wirklich befasst.
Ein paar von Emilys Gedanken und denen der anderen Zuschauenden in den Kommentaren gefielen mir, anderen stimmte ich nicht ganz zu und so entstand dieser Post.



[Blog | Laberpost] Warum ich in Rezensionen keine Sternebewertungen mehr verwende

Charlie | Mittwoch, 30. August 2017 | 25 Kommentare


Als ich vor mitterweile mehr als fünf Jahren mit dem Bloggen angefangen habe, war ich schon ein paar Monate lang auf Lovelybooks aktiv. Dort, wie auch auf allen anderen gängigen Rezensionsplattformen, vergibt man bei Rezensionen stets Sternchen von eins bis fünf. So wird die eigene Bewertung empirisch verwertbar gemacht - in Form einer Durchschnittsbewertung, die sich aus den vergebenen Sternchen der anderen Leser*innen ergibt. Das ist praktisch, denn um zu wissen, ob ein Buch im Großen und Ganzen gut ankommt, muss man nicht einmal eine Rezension lesen, sondern kann als erstes einen Blick auf die Durchschnittsbewertung werfen.
Ich habe dieses System nie so wirklich hinterfragt und daher auch für meinen Blog übernommen - mit der kleinen Änderung, dass ich mir halbe Sterne erlaubt habe, da mir nur fünf Abstufungen doch etwas zu grob erschienen. Und auch die meisten Blogger*innen, denen ich folge und die Bücher, Filme, Serien und anderes rezensieren, verwenden ein ähnliches System.

[Uni] Persönlicher Lagebericht: Überforderung und Leistungsdruck

Charlie | Montag, 31. Juli 2017 | 43 Kommentare

Wenn man mich fragen würde, wie ich mich nach meinen bald zwei ersten abgeschlossenen Hochschulsemestern fühle, wäre die spontane Antwort wohl: "Ernüchtert."

Dabei ist es - natürlich - nicht so, als hätte ich damit gerechnet, an der Uni ein Leben voll mit Party, ohne Verpflichtungen und Verantwortung zu führen. Mir war schon bewusst, dass es eine große Umstellung würde, insbesondere die viele selbstorganisierte Arbeit.
Aber trotzdem hatte ich irgendwie immer die Vorstellung, Uni würde "cooler" als Schule werden. Freier und selbstbestimmter, da ich mir das Fach, den Studienort und das Studium an sich selbst ausgesucht habe und im Gegensatz zur Schule mehr entscheiden kann, was ich wann mache. Anspruchsvoll(er), aber sinnvoller, weil man endlich etwas Konkretes macht, statt nur einen oberflächlichen Querschnitt über alles zu bekommen, was angeblich zur Allgemeinbildung gehört. Spannender, weil ich das studiere, was mich interessiert, und mich z.B. in Seminaren auf die Themen spezialisieren kann, die mir am meisten liegen.

Aber jetzt, nach knapp neun Monaten an der Uni, muss ich feststellen: Ich vermisse die Schule. Extrem. Und ich komme an der Uni (noch) überhaupt nicht klar.


[Feminismus/Gesellschaft/Laberpost] Feminismus - Weitere Irrtümer

Charlie | Donnerstag, 30. März 2017 | 2 Kommentare


Ja, tut mir leid (Obwohl, eigentlich nicht!), aber ich muss es schon wieder tun: Ich muss schon wieder über Feminismus schreiben, denn in den letzten Wochen sind mir wieder ein paar diskussionswürdige Unterthemen dazu untergekommen.


[Laberpost/Gesellschaft] Gender

Charlie | Mittwoch, 15. Februar 2017 | 23 Kommentare
Lange lange habe ich an diesem Post gesessen, ihn immer wieder neu geordnet, teilweise wochenlang gar nicht bearbeitet, weil ich mir sehr unsicher war: Schaffe ich es, über dieses heikle Thema zu schreiben, ohne dabei jemandem auf den Schlips zu treten? Habe ich überhaupt genug sinnvolle und richtige Dinge über ein so komplexes Thema zu sagen?
Letztendlich siegte mein Interesse an dem Thema, nicht zuletzt, weil ich in den vergangenen Wochen viele Diskussionen dazu miterlebt, dazu gelesen und auch in der Uni etwas darüber gelernt habe.

Ein kleiner Hinweis vorweg, da ich weiß, dass dieses Thema bei vielen von Hochsensibilität bis hin zu Genervtheit einiges auslösen kann: Dieser Post soll nicht dazu dienen zu belehren, jemandem ein bestimmtes Weltbild aufzuzwingen oder die Werte einiger Menschen anzugreifen.  Viel mehr geht es um ein paar grundsätzliche Definitionen und Abgrenzungen und meine persönliche Einstellung zu Sub-Themen des Komplexes "Gender". Der Post erhebt auch keinesfalls Anspruch auf Vollständigkeit und ziemlich sicher habe ich einige wichtige Aspekte vergessen, die man noch diskutieren könnte. Ergänzungen sind immer gerne gesehen.
Ich würde mich sehr freuen, wenn ihr diesen Post lest und mit mir zusammen über das Thema diskutiert.

 Anmerkung:
Ich sehe mich als toleranten und respektvollen Menschen und falls ich in diesem Post irgendetwas Verletztendes, Diskriminierendes oder schlichtweg Falsches sage, könnt ihr mich gerne darauf hinweisen. Ich versichere, dass es nicht so gemeint ist.
Ich gebe mir Mühe daran zu denken, meine Meinung und Theorien als solche zu kennzeichnen und nicht als Tatsachen darzustellen.



[Laberpost] Das Freizeit-Paradoxon: "Je mehr Zeit ich habe, desto weniger Zeit habe ich"

Charlie | Sonntag, 5. Februar 2017 | 17 Kommentare

Ich schreibe diese Zeilen, während ich eigentlich lernen sollte. Den Stoff lernen, den ich bereits seit letztem Oktober behandle und doch bislang kein einziges Mal außerhalb meiner Vorlesungen angeguckt habe, wie ich zu meiner Schande gestehen muss.
Ja, Zeitmanagement und ich, wir sind leider auch in den letzten Monaten keine Freunde geworden. Und das resultierte dann in folgendem fiesen Freizeit-Paradoxon:


[Gesellschaft/Internet-Aufreger/Laberpost/Politik] Ehe für alle!

Charlie | Sonntag, 22. Januar 2017 | 25 Kommentare

Vor etwa einem Jahr hatte ich bereits einen Post zu diesem Thema geplant und es macht mich sehr traurig, dass er noch immer aktuell ist.

Anlässlich der von der Antidiskriminierungsstelle des Bundes herausgegebenen Ergebnisse einer Umfrage, in der sich über 80% der Befragten für bzw. "eher für" die gleichgeschlechtliche Ehe aussprachen, war das Thema auch auf Facebook wieder sehr aktuell. Unter anderem von campact und Bündnis90/Die Grünen wurden Posts veröffentlicht, die die Bundesregierung bzw. -kanzlerin dazu aufforderten, entsprechend der Umfrageergebnisse zu handeln.
Während ich mich über die Umfrageergebnisse sehr gefreut habe, haben mich einige der Kommentare unter besagten Posts sehr entsetzt und enttäuscht. Noch immer werden viele Stimmen gegen eine Gleichberechtigung nicht-heterosexueller Menschen laut, was ich einfach nicht nachvollziehen kann.


Für mich ist es selbstverständlich, dass alle Menschen in Deutschland die gleichen Rechte haben sollten, unabhängig von Herkunft, Geschlecht, sexueller Orientierung, Glauben, etc. Und Gleichberechtigung schließt für mich jegliche Art von rechtlichen "Verträgen" zwischen zwei volljährigen und mündigen Menschen ein, auch die Ehe.
Soweit ich das überblicken kann, gibt es zwei Hauptgründe zu heiraten. Der romantischere von beiden ist der, dass zwei Menschen sich lieben und dies und ihre Zusammengehörigkeit durch die Ehe offiziell machen wollen. Der unromantischere sind Steuervorteile, beispielsweise beim Ehegattensplitting.
Niemand ist gezwungen zu heiraten, da man seine Liebe auch ohne Ehe ausleben und eine Familie gründen kann, aber ich verstehe auch nicht, wieso einigen Menschen die reine Möglichkeit zur Ehe vorenthalten werden sollte, nur, weil sie eine Person des gleichen Geschlechts lieben.
Ich sehe nicht, wie das Geschlecht zweier Menschen Einfluss darauf haben sollte, ob sie ihre Liebe "offiziell machen" dürfen und ob sie bestimmte Steuervorteile (die eh umstritten sind) bekommen dürfen. Menschen diese Dinge aufgrund ihrer Sexualität zu verwehren bedeutet für mich schlicht sie zu diskriminieren.


Wie bereits erwähnt, sehen das nicht alle Menschen so und obwohl ich mich in den vergangen Wochen und Monaten sehr viel mit Argumenten gegen die "Ehe für alle" befasst habe und es viele Menschen gibt, die gerne auf (vermeintlich) intelektuellem Niveau dagegen argumentieren, kann ich nach wie vor keines davon nachvollziehen und bleibe bei meiner Meinung.
Daher habe ich für diesen Post eine Sammlung aller Argumente gegen die gleichgeschlechtliche Ehe gesammelt, die mir bisher untergekommen sind, und dazu erläutert, weshalb ich sie für nicht stichhaltig und nicht überzeugend halte.
Falls euch noch weitere einfallen -ob sie nun eurer Meinung entsprechen oder nicht -, könnt ihr sie gerne ergänzen.
Ich entschuldige mich im Voraus für diesen leider äußerst negativen Post, aber ich musste mir da einfach mal etwas von der Seele argumentieren.



[Uni] Dinge, die mich an der Uni überrascht (aka kalt erwischt) haben - Teil 1

Charlie | Dienstag, 10. Januar 2017 | 47 Kommentare

Heute lasse ich mal so richtig den Ersti raushängen und erzähle von ein paar Dingen, die mich zu Studienbeginn überrascht haben.
Bereits Studierende oder diejenigen unter euch, die ihr Studium schon abgeschlossen haben, werden sich sicher ein Lächeln über die naive Charlie nicht verkneifen können.



[Feminismus/Internet-Aufreger/Laberpost] "Hilfe, die Feminazis kommen!" oder: Was ist an Feminismus so schwer zu verstehen?

Charlie | Freitag, 25. November 2016 | 8 Kommentare



Gerüchten zufolge lauern sie mittlerweile überall: zuhause, auf der Arbeit, in der Uni, auf der Straße. Zusammengerottet, vom Hass getrieben und mit nur einem Ziel: den Männern die jahrtausendelange Unterdrückung des "schwachen Geschlechts" heimzuzahlen und sie auf ihren rechtmäßigen Platz am unteren Ende der Nahrungskette verweisen.
Die Rede ist natürlich von den sogenannten "Feminazis" - Wesen, von denen ich bisher noch kein einziges kennengelernt hab, die es aber möglicherweise irgendwo gibt. Wesen, die eines aber ganz sicher nicht sind: Feministinnen.

[Laberpost] Die US-Wahl - Wenn das "kleinere Übel" die Politik bestimmt

Charlie | Freitag, 11. November 2016 | 8 Kommentare


Ja, es tut mir leid, aber auch ich muss meinen Senf zur US-Wahl dazugeben. Allerdings nicht zum Ergebnis, denn so politische Themen sind mir etwas zu heikel für meinen Blog und ich kenne mich auch nicht gut genug mit den Feinheiten der politischen Ziele der Kandidat_innen aus.
Selbstverständlich habe ich eine Meinung dazu, aber die soll hier nicht Thema sein, auch wenn ihr mir eure gerne dalassen könnt.

Viel interessanter finde ich wieder einmal das Phänomen der Diskussion und Argumentation in sozialen Netzwerken, die sich in den letzten Wochen stets um die Frage gedreht hat, wer denn der/die bessere Präsident/-in wäre: Clinton oder Trump.
Dass darüber heftig diskutiert wurde, war ja zu erwarten, denn US-Wahlen sorgen wohl immer nicht nur in den USA sondern in der ganzen Welt für Aufsehen. Immerhin wird hier der "mächtigste Mann der Welt" gewählt.
Doch  wie darüber diskutiert wurde - und zwar sowohl unter deutschen als auch unter US-amerikanischen User_innen -, hat mich zum Teil ernsthaft schockiert.


[Laberpost + Diskussion] Über das (systematische?) Lesen und Kommentieren von Blogs (Blog-Lesegewohnheiten)

Charlie | Freitag, 23. September 2016 | 19 Kommentare


Wie in meinem Laberpost zum Thema Bloggen, Zeitaufwand und Rückmeldungen erwähnt, ist Bloggen für mich kein One-Way-Medium. Sprich: Es kommuniziert nicht nur die bloggende Person, sondern auch die Leser_innen, hauptsächlich durch Kommentare, denn: Bloggen ist, im Gegensatz zu anderen gängigen Medien, ein Austausch.
Während ich mich vor ein paar Wochen mit diesem Austausch aus Sicht der Blogger_innen befasst habe, interessiert mich heute die Perspektive der Leser_innen (wobei natürlich die meisten Blogger_innen auch gleichzeitig Leser_innen sind).
Ich habe für diesen Post eine Reihe von Fragen zum Thema Blogs lesen gesammelt, die ich euch gerne stellen würde. Zusätzlich habe ich immer dazu geschrieben, wie ich das Ganze handhabe.



[Laberpost] Über Lebenseinstellungen und die Schwierigkeit, sie anderen nicht aufzuzwingen

Charlie | Dienstag, 30. August 2016 | 14 Kommentare

Das einzige, was noch schwerer ist, als ein geordnetes Leben zu führen: es anderen nicht aufzuzwingen.
- Marcel Proust
 
 
Es gibt viele Entscheidungen, die man für sich und sein Leben treffen kann. Man kann sich entscheiden Veganer zu sein oder ein Kopftuch zu tragen oder nur noch Bio- und Fairtrade-Produkte zu kaufen oder eine bestimmte Firma oder ein bestimmtes Produkt zu boykottieren oder monatlich etwas an Waisenkinder in Afrika zu spenden oder dreimal die Woche Sport zu machen oder in jeder Situation das Positive zu sehen, um das Leben besser genießen zu können oder...
Heute soll es speziell um die Lebenseinstellungen gehen, die aus dem Vorsatz entstehen, der Welt im Allgemeinen oder bestimmten Gruppen im Speziellen etwas Gutes zu tun. Denn je nach dem, wie man diese Lebenseinstellung nach außen trägt, kann man damit anderen gehörig auf die Nerven gehen.

Vorweg: Ich möchte hier niemanden persönlich angreifen und keine Gruppen von Menschen über einen Kamm scheren. Ich schreibe hier, nur mal ganz theoretisch, über bestimmte Personen, die es meiner Erfahrung nach in jeder Gruppe irgendwo gibt, ohne Namen zu nennen.